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Warum Tim Walter Talent Tommy Doyle jetzt braucht

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HSV-Talent Tommy Doyle (r.) jubelt über den späten Punktgewinn in Aue.

HSV-Talent Tommy Doyle (r.) jubelt über den späten Punktgewinn in Aue.

Foto: Robert Michael / dpa

Für HSV-Talent Tommy Doyle könnte sich nach seinem Kurzeinsatz in Aue eine Tür geöffnet haben. Mit 19 Jahren schon Hoffnungsträger.

Hamburg. Tommy Doyle musste sich lange in Geduld üben, bis er endlich auf der deutschen Zweitligabühne zeigen durfte, was er kann. Viereinhalb Wochen wartete das 19 Jahre alte hoffnungsvolle Talent von der britischen Insel auf sein Debüt beim HSV, zu dem ihm Trainer Tim Walter am Freitagabend mit einer Einwechslung in der 87. Minute verhalf.

Als fünfter und damit auch letzter Joker betrat Doyle das Erzgebirgsstadion, um den von vielen nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt doch noch irgendwie möglich zu machen. Gesagt, getan. Mit der letzten Aktion des Spiels und seinem Chipball an die Latte leitete der englische U-21-Nationalspieler das Eigentor von Aues Dirk Carlson ein.

Tommy Doyle freut sich über HSV-Debüt

Damit avancierte die Leihgabe von Manchester City zur einzigen positiven Randnotiz an einem desolaten HSV-Abend. Die „Mopo“ feierte den Mittelfeldspieler sogar als „Matchwinner“ – nach einem Spiel, in dem es keinen Sieger gab. „Ich bin hocherfreut, mein Debüt gefeiert zu haben“, twitterte Doyle noch vor der Abfahrt des Mannschaftsbusses in Aue. „Es war ein schwer erkämpfter Punkt.“ Ein Punkt, zu dem es ohne Doyles beherzte Aktion kurz vor dem Abpfiff nicht mehr gekommen wäre.

Warum Tim Walter Doyle beim HSV jetzt braucht

Bei all der Euphorie um seine ersten sieben Minuten im HSV-Trikot bemühte sich sein Trainer um einen Tritt auf die berüchtigte Euphoriebremse. „Er hat immer wieder den Stempel drauf, dass er von einem großen Verein kommt. Das tut ihm auch nicht so gut“, sagte Walter fast schon rechtfertigend, warum Doyle vor dem Auswärtsspiel im Erzgebirge drei Partien gar nicht zum Einsatz gekommen war.

Doch mit der Rolle des dauerhaften Zuschauens könnte es bald vorbei sein. Denn klar ist, dass der HSV gerade auf Doyles Position im zentralen Mittelfeld den größten Bedarf an personeller Veränderung hat. In Aue versäumten es alle vier eingesetzten Achter, David Kinsombi, Moritz Heyer, Ludovit Reis und Anssi Suhonen, für kreative Momente zu sorgen. Kann Doyle dieses Vakuum schließen? „Was er mit dem Ball kann und dass er einen überragenden Fuß hat, haben wir heute gesehen“, lobte Walter am Freitag. „Ich beglückwünsche den HSV, so einen Transfer getätigt zu haben.“

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Und dennoch bittet der HSV-Coach um Geduld. „Tommy braucht noch Zeit, er muss viel lernen – vor allem bezüglich unserer Spielweise. Er muss aktiver werden“, fordert Walter, der vorerst auf den Youngster verzichten muss. Der Grund: Doyle reist zur englischen U-21-Auswahl, für die er hofft, länger zum Einsatz zu kommen als zuletzt beim HSV.

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