HSV heute

Aue-Profi beschimpft Walter – danach ging es noch weiter

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HSV-Trainer Tim Walter zog den Unmut von Erzgebirge Aue auf sich.

HSV-Trainer Tim Walter zog den Unmut von Erzgebirge Aue auf sich.

Foto: Imago / Jan Huebner

Schon während des Spiels kam es zu Tumulten zwischen beiden Clubs. Nach dem Spiel ging es weiter – und zwar deutlich.

Aue/Hamburg. Wenn eine Mannschaft mit der allerletzten Aktion eines Spiels den sicher geglaubten Sieg durch ein Eigentor noch aus der Hand gibt, ist es wohl normal, dass sich Frustration breitmacht. Und dennoch war die Art und Weise sowie die Wortwahl, wie sich Erzgebirge Aue nach dem 1:1 gegen den HSV äußerte, keinesfalls normal. Aus Sicht der Sachsen soll sich HSV-Trainer Tim Walter schon während des Spiels nicht fair verhalten haben – weil er den Platzverweis von Aues Soufiane Messeguem aktiv eingefordert hatte?

Aue vs. HSV: Gonther beschimpft Walter

So richtig aufklären wollte keiner der beiden Clubs, warum es zu den teilweise heftigen verbalen Disputen kam. Einzig Aues Abwehrchef Sören Gonther sprach Klartext am Sky-Mikrofon. „Wenn ich den gegnerischen Trainer sehe, dann muss ich sagen: Da fehlen mir die Worte. Wie er sich im Disput mit mir als gegnerischem Spieler verhält – ich sage nicht, was gefallen ist, aber er weiß es ganz genau. In meinen Augen ist das höchst respektlos. Höchst respektlos“, schimpfte Gonther, der wegen seiner Vergangenheit als Spieler beim FC St. Pauli bekannt dafür ist, den HSV nicht gerade zu mögen, um es vorsichtig zu formulieren.

Das Verhalten von HSV-Coach Walter soll dafür verantwortlich gewesen sein, dass Gonthers Haltung über den HSV einmal mehr öffentlich wurde. Der Verteidiger legte sogar noch einen nach in Richtung seines „Lieblingsvereins”: „Und genau deswegen sind die auch immer noch in der Zweiten Liga.”

HSV-Coach Walter von Aue bepöbelt

Nach seinem Sky-Interview gab es noch weitere Auseinandersetzungen. Kurz vor dem Start der Pressekonferenz, beide Trainer waren gerade dabei, den Presseraum im Erzgebirgsstadion zu betreten, pöbelte ein Mann aus dem Auer Lager energisch auf Walter ein. Wieder fielen das Wort „respektlos” sowie weitere Nettigkeiten. Von wem, ist allerdings unbekannt. Darüber schwiegen beide Clubs.

Walter nahm die Schimpftirade sichtbar verwundert zur Kenntnis. Sportvorstand Jonas Boldt, der zusammen mit dem HSV-Coach den Presseraum betrat, grinste über den Vorfall.

Die Analyse über den HSV nach Aue:

HSV weist Auer Vorwürfe von sich

Auf Nachfrage, worum es in diesem Disput ging und wer der pöbelnde Auer war, teilte der HSV lediglich mit, dass man sich zu Vorfällen im Kabinengang generell nicht äußere. Die Hamburger zeigten aber zugleich Verständnis für die Emotionen der Gastgeber nach dem Last-minute-Eigentor durch Dirk Carlson.

Nur eines war dem HSV noch wichtig klarzustellen: Den Platzverweis für Aues Messeguem habe Walter nicht gefordert. Es sei die Entscheidung des Schiedsrichters Lasse Koslowski gewesen. Der Unparteiische aus Berlin bekam wohl einen Hinweis des vierten Offiziellen, dass Messeguems beim Foul an Sonny Kittel nachgetreten hatte. Bei Aue bewertet man diese Szene wohl anders.

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