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Neue Bewertung von Bakery Jatta spaltet die Fans

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Jakob Drechsler
Bakery Jatta im HSV-Training – in den Spielen konnte der Angreifer seinen Wert zuletzt trotz guter Leistungen offenbar nicht steigern.

Bakery Jatta im HSV-Training – in den Spielen konnte der Angreifer seinen Wert zuletzt trotz guter Leistungen offenbar nicht steigern.

Foto: Witters

Flügelflitzer ist einer von sieben HSV-Verlierern einer neuer Marktwert-Analyse. Immerhin drei Gewinner, auch Wunschspieler legen zu.

Hamburg. Das Wintertransferfenster ist geschlossen, beim HSV hat sich in der vergangenen Wechselperiode abgesehen von der leihweisen Abgabe von Xavier Amaechi zum KSC sowie dem fixen Abgang von Lukas Hinterseer nach Südkorea nichts weiter bewegt.

Zum kommenden Sommer hin wird sich dies ändern – unabhängig von der Ligazugehörigkeit wird Trainer Daniel Thioune für seinen Kader Verstärkungen erhalten. Aber auch Verluste echter Leistungsträger sind nicht auszuschließen, vor allem die Zukunft von Torjäger Simon Terodde (aktuell Vertrag bis 30. Juni 2021) ist weiter ungeklärt.

Daneben haben sich einige weitere und vor allem deutlich jüngere Hamburger Profis als Terodde ins Rampenlicht gespielt. Bei der Überarbeitung der Marktwerte des Richtlinienportals transfermarkt.de hat ein hoffnungsvolles HSV-Trio gerade erst besonders große Sprünge vollzogen.

HSV-Marktwerte: Dudziak mit größtem Sprung

Dabei gehört vor allem Jeremy Dudziak zu den Gewinnern. Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler, mit bislang acht Assists bester Torvorbereiter des HSV in dieser Saison, konnte seinen Markwert seit vergangenem April um 900.000 Euro auf 2,5 Millionen Euro schrauben. Das bedeutet im Ligavergleich die sechstgrößte Steigerung.

Bleibt abzuwarten, ob Dudziak sein Leistungsniveau halten kann – und inwieweit die durchaus gegebene Verletzungsanfälligkeit dies überhaupt zulässt. Seit seinem ablösefreien Wechsel von St. Pauli (24 verpasste Spiele in vier Jahren) im Sommer 2019 fiel Dudziak beim HSV bislang neunmal verletzungsbedingt aus. Seine aktuelle Oberschenkelzerrung sollte die Offensivkraft hingegen vergleichsweise schnell auskuriert haben.

Ambrosius steigert sich auf 1,5 Millionen Euro

Stephan Ambrosius blickt auf eine noch größere Leidensgeschichte zurück. Erst bremste ein Kreuzbandriss den Karrierestart des Innenverteidigers, dann nahm eine Corona-Infizierung etwas Schwung aus der Entwicklung. Dennoch geht es nun insgesamt steil aufwärts für den 22 Jahre alten Hamburger, nach dem Debüt für die deutsche U-21-Nationalmannschaft darf sich Ambrosius nun auch über einen rasant gesteigerten Marktwert freuen.

Ab sofort wird der Wert des besten Zweikämpfers im Kader (62,8 Prozent) von transfermarkt.de auf 1,5 Millionen Euro taxiert, eine Steigerung um 600.000 Euro in nicht einmal drei Monaten. Die Verlustängste des HSV wurden durch die zu Jahresbeginn erfolgte Vertragsverlängerung bis 2024 zumindest schon einmal abgemildert. Dennoch bleibt Ambrosius auch für die Konkurrenz interessant – wofür nicht zuletzt dessen ligaweit meiste Ballkontakte beitragen (93,59 pro Spiel).

HSV: Moritz Heyer wird immer wertvoller

Ein ebenfalls wichtiger Aufbauspieler ist Moritz Heyer. Der Defensiv-Allrounder gilt beim HSV längst als einer der Gewinner der laufenden Saison. Auch die Marktbeobachter können die Entwicklung des 25-Jährigen nicht ignorieren, weshalb sich Heyers Kaufwert nun schon bei 1,5 Millionen Euro bewegt. Im vergangenen Sommer belief sich der geschätzte Marktwert auf 800.000 Euro, wobei Heyer schließlich für "nur" 600.000 Euro von Osnabrück nach Hamburg wechselte.

Diese HSV-Profis haben sich verbessert:

  • Jeremy Dudziak: 2,5 Millionen Euro (+0,9 Mio)
  • Stephan Ambrosius: 1,5 Millionen Euro (+0,6 Mio)
  • Moritz Heyer: 1,5 Millionen Euro (+0,5 Mio)

Nach starkem Saisonstart hatte sich der Neuzugang dann auch schon im November auf eine Million Euro gesteigert. Heyers Arbeitspapier im Volkspark gilt noch bis Juni 2023. Seine Zukunft dürfte zwar nicht nur an die seines Fürsprechers Daniel Thioune gekoppelt sein. Dennoch scheint Stand jetzt ein Abschied Heyer vor Ablauf der Vertragszeit eher unwahrscheinlich.

HSV-Werte: Jatta überraschender Verlierer

Wo Gewinner sind, gibt es aber auch Verlierer. Beim HSV haben sich nach Einschätzung von transfermarkt.de in den vergangenen Monaten sogar gleich sieben Spieler verschlechtert. Während die anhaltenden Abwertungen des langzeitverletzten Innenverteidigers Rick van Drongelen (von einst acht auf nun vier Millionen Euro) oder des inzwischen 34 Jahre alten Edelreservisten Aaron Hunt (nur noch 400.000 Euro) weniger überraschen, sorgen andere Summen durchaus für Verwunderung.

Vor allem der auf nunmehr zwei Millionen Euro gefallene Marktwert von Bakery Jatta (zuvor: 2,3 Millionen Euro) wird von Fans in den sozialen Medien und Foren heiß diskutiert. Während die einen die Analyse durchaus nachvollziehen können, verstehen andere die Welt nicht mehr.

"Man schaue sich nur mal das 1:0 gegen den KSC aus dieser Saison an", merkt ein Jatta-Sympathisant an. Tatsächlich zeigt Jattas Formkurve seit eben jenem Spiel steil nach oben, in den darauffolgenden sieben Einsätzen sammelte der Flügelspieler weitere drei Treffer und zwei Vorlagen.

Diese HSV-Profis haben sich verschlechtert:

  • Rick van Drongelen: 4,0 Millionen Euro (-1,0 Mio)
  • Tim Leibold: 3,5 Millionen Euro (-0,5 Mio)
  • Sven Ulreich: 1,5 Millionen Euro (-0,5 Mio)
  • Bakery Jatta: 2,0 Millionen Euro (-0,3 Mio)
  • Gideon Jung: 0,9 Millionen Euro (-0,3 Mio)
  • Klaus Gjasula: 0,5 Millionen Euro (-0,25 Mio)
  • Aaron Hunt: 0,5 Millionen Euro (-0,1 Mio)

Damit sammelte Jatta in 15 Spielen nur einen Assist weniger als Tim Leibold. Der Kapitän wiederum, in der vergangenen Saison noch der unangefochtene Vorlagenkönig (16), ist möglicherweise auch wegen seiner stockenden Flankenproduktion von seinem bislang höchsten Marktwert im letzten Juli (vier Millionen Euro) auf nunmehr 3,5 Millionen Euro abgestürzt. Auch Sven Ulreich konnte zwar etliche Tore verhindern, nicht aber den Absturz von zwei auf 1,5 Millionen Euro.

HSV-Kandidaten steigern allesamt ihren Wert

Und wie sieht es bei den möglichen Zugängen aus? Da könnte der HSV gerade bei einem Bundesligaaufstieg unter Umständen tief in die Tasche greifen müssen. Allein Wunschkandidat Jae-sung Lee (Holstein Kiel) machte den ligaweit viertgrößten Sprung um eine Million auf drei Millionen Euro. Zumindest wäre der Südkoreaner – abgesehen von sonstigen möglichen Zahlungen – offiziell erst einmal ablösefrei. Lees Vertrag in Kiel läuft zum Saisonende aus.

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Auch Karlsruhes Stürmer Philipp Hofmann, den der HSV nach wie vor im Auge behält, konnte seinen Marktwert noch einmal steigern. Der 27-Jährige wird inzwischen mit 1,8 Millionen Euro notiert. Allerdings hatten sich an der letzten KSC-Forderung von rund drei Millionen Euro Ablöse für Hofmann schon ganz andere Vereine die Zähne ausgebissen.

Hübers neu auf der HSV-Wunschliste?

Seinen bis dato höchsten Marktwert hat mit dem neuen Update auch Timo Hübers erreicht – die neueste Personalie, die auch beim HSV gehandelt wird. Der 24 Jahre alte Innenverteidiger von Hannover 96 soll nun 1,5 Millionen Euro wert sein.

Hübers wäre im Sommer zwar ablösefrei und würde damit bestens zur HSV-Devise passen, im Aufstiegsfall eher kein Geld in Transfers zu stecken.

Doch bei der Vielzahl der Konkurrenz bei Hübers (darunter angeblich Werder Bremen und der 1. FC Köln) dürfte in diesem Fall der Fälle auch der Gehaltspoker ausschlaggebend sein.

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