HSV-News

Xavier Amaechi sucht sein Glück nun in Karlsruhe

| Lesedauer: 12 Minuten
Xavier Amaechi verabschiedet sich vorerst in Richtung Karlsruhe.

Xavier Amaechi verabschiedet sich vorerst in Richtung Karlsruhe.

Foto: Witters

Misstrauensantrag: Mitglieder sollen über Vizepräsident Schulz abstimmen. Supporters wollen neue Rechtsform beantragen.

Die HSV-News am Dienstag, den 19. Januar 2021:

Hier geht's zu den aktuellen HSV-News

Amaechi-Verleih fix – auch Hinterseer vor Wechsel

Der Verleih von HSV-Talent Xavier Amaechi ist perfekt. Wie der KSC und der HSV gemeinsam am Dienstagnachmittag mitteilten, läuft der Engländer bis Saisonende für Karlsruhe auf. Der Wechsel hatte sich angedeutet, da Amaechi bereits beim Training am Vormittag fehlte. Die Hamburger erhoffen sich, dass der 20-Jährige beim KSC mehr Spielpraxis erhält. Ein Verleih in seine Heimat England hatte sich zum Jahreswechsel zerschlagen. Amaechi steht noch bis 2023 in Hamburg unter Vertrag.

Auch der Transfer von HSV-Stürmer Lukas Hinterseer rückt näher. Sportdirektor Michael Mutzel versicherte zwar, dass es "noch nichts zu vermelden" gebe. Allerdings nahm auch Hinterseer am Dienstag schon nicht mehr am Training teil. Der Österreicher soll vor einem Wechsel zum koreanischen Club Ulsan Hyundai FC stehen, der als Sieger der asiatischen Champions League im Februar an der Club-WM teilnimmt. Der 29-Jährige sei aber noch in Hamburg, sagte Mutzel. Hinterseers Vertrag gilt nur noch bis Saisonende. Als Ablöse sind 200.000 bis 300.000 Euro im Gespräch.

HSV-Ehrenrat stellt Misstrauensantrag gegen Schulz

Die HSV-Mitglieder werden schon bald zu einer digitalen Versammlung eingeladen werden. Wie das Abendblatt erfuhr, hat der Ehrenrat in Abstimmung mit den anderen Gremien des Vereins einen Misstrauensantrag gegen Vizepräsident Thomas Schulz gestellt. Am Abend wurde der Antrag offiziell verkündet. Die Entscheidung darüber obliegt den Mitgliedern. Für eine Abwahl notwendig wäre eine Zweidrittelmehrheit.

"Thomas Schulz lässt sich bei seinen Entscheidungen zu häufig von eigenen Zielen, statt dem Wohl des HSV leiten. Sein Verhalten ist mehr von Taktik und Manipulation geprägt, als von vereinskameradschaftlichem Austausch und Miteinander. Er bedient sich hierbei regelmäßig juristischen Beistands, um die für die Durchsetzung der eigenen Agenda für erforderlich gehaltenen 'exotischen' Lösungen zu begründen", heißt es in der Antragsbegründung.

Lesen Sie hierzu auch:

Und weiter: „Wir sehen, dass insbesondere auch die Arbeit des Präsidiums insgesamt unter diesem Amtsverständnis leidet, welches nicht zuletzt zu einer schädlichen Polarisierung innerhalb des Präsidiums geführt hat.“

HSV-Gremien rechnen mit Schulz ab

Satzungsgemäß muss der HSV damit binnen drei Wochen einen Termin für eine Mitgliederversammlung finden. Diese muss spätestens in sechs Wochen abgehalten werden. In dem Antrag heißt es: "Ein Abwarten der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung halten wir nach gewissenhafter Abwägung für nicht verantwortlich. Aufgrund der eingangs geschilderten Herausforderungen kann sich der HSV eine derartige Schwächung von innen auf so vielen und wesentlichen Ebenen nach unserer Überzeugung nicht länger leisten. Nur ein geschlossenes Vorgehen wird uns gut durch diese schwierige Zeit bringen."

Hintergrund des Votums des Ehrenrats ist ein Machtkampf im Präsidium. Schulz hatte sich mit dem Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Marcell Jansen überworfen.

Ex-HSV-Retter Waldschmidt mit Coronavirus infiziert

Der frühere HSV-Stürmer Luca Waldschmidt ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte Waldschmidts Verein Benfica Lissabon am Dienstag mit. Insgesamt habe es 17 positive Fälle gegeben, hieß es in der Mitteilung des Traditionsclubs aus Portugal. Fünf Spieler und zwölf Club-Mitarbeiter seien betroffen.

Der 24 Jahre alte Nationalspieler, der den HSV 2017 mit seinem Tor vor der Relegation bewahrte, war vor der Saison vom SC Freiburg nach Portugal gewechselt. Ob die kommenden Pflichtspiele von Benfica stattfinden, war zunächst unklar. Am Mittwoch steht das Halbfinale im Ligapokal bei Sporting Braga an.

Braunschweig gegen HSV ohne Schwenk und Wydra

Eintracht Braunschweig muss zum Abschluss der Hinrunde der 2. Bundesliga gegen den HSV am kommenden Sonnabend (13 Uhr/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de) ohne seine Mittelfeldspieler Manuel Schwenk und Dominik Wydra auskommen. Schwenk ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für drei Spiele gesperrt worden. Das Urteil ist rechtskräftig.

Schwenk war in der 66. Minute des Spiels bei den Würzburger Kickers (0:0) am vergangenen Freitag von Schiedsrichter Florian Heft (Neuenkirchen) wegen rohen Spiels des Feldes verwiesen worden. Bereits 15 Minuten zuvor hatte Wydra die Gelb-Rote Karte gesehen, er ist damit automatisch für ein Spiel gesperrt.

"Tolles Zeichen": Sonderlob für HSV-Stürmer Terodde

Fünf Tore, keines von Simon Terodde: Dass der HSV nicht allein von seinem Topstürmer abhängig ist, auch das ist eine der positiven Erkenntnisse des Kantersieges gegen den VfL Osnabrück am Montag. Hamburgs Matchwinner hießen diesmal Sonny Kittel, Josha Vagnoman und vor allem Bakery Jatta.

Terodde hatte zuvor in 15 Spielen 16-mal getroffen – zweimal mehr als die ganze Mannschaft von Eintracht Braunschweig. Am Montag aber bewies er, dass er nicht nur sportlich, sondern auch menschlich Klasse hat: als er nämlich beim Stand von 1:0 nach einer Eckstoßentscheidung zugunsten des HSV zugab, zuletzt am Ball gewesen zu sein.

Die HSV-Gala gegen Osnabrück in Bildern:

"Tolles Zeichen, tolles Fair Play, das sieht man selten", sagte HSV-Sportdirektor Michael Mutzel in einer Medienrunde am Dienstag. "Es spricht für ihn, dass er diesen Charakter hat. Simon weiß einfach, dass er gut ist, und zieht daraus eine Stärke für sich selbst."

Supporters für Änderung der HSV-Rechtsform

Der HSV Supporters Club hat sich für eine Änderung der Rechtsform der HSV Fußball AG ausgesprochen. "Wir werden zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung den Antrag stellen, die HSV Fußball AG in eine GmbH & Co. KGaA umzuwandeln", heißt es im Schreiben einer Führungsgruppe um den stellvertretenden Abteilungsleiter Martin Oetjens. Ziel sei, die seit Jahren schwelende Diskussion um den Verkauf weiterer Anteile zu beenden.

"Damit erledigt sich auch die 50+1-Diskussion für uns HSV-Fans, weil wir Mitglieder die Mitsprache behalten, egal was passiert! In dieser Gesellschaftsform hat der HSV e.V. immer die volle Kontrolle über das Geschehen", schreibt die Gruppe weiter.

Oetjens, der als Nachfolger des scheidenden Supporters-Chefs Tim-Oliver Horn antreten will, und sein Team stellen sich damit klar hinter die HSV-Führung um Präsident Marcell Jansen und Finanzvorstand Frank Wettstein. Beide hatten wiederholt dafür plädiert, den HSV für Anteilseigner weiter zu öffnen. An dieser Frage droht aktuell auch das HSV-Präsidium zu zerbrechen.

In der neuen Rechtsform könnte der HSV weitere Anteile verkaufen, ohne dass die Investoren mit einer Sperrminorität Vereinsentscheidungen blockieren könnten. In der Bundesliga haben etwa auch Borussia Dortmund, Hertha BSC, der 1. FC Köln und Werder Bremen ihre Lizenzspielerabteilung in eine GmbH & Co. KGaA ausgegliedert.

"Kicker" beruft drei HSV-Profis in Elf des Tages

Die 5:0-Gala des HSV gegen den VfL Osnabrück findet auch in der "Kicker"-Elf des 16. Spieltags in der 2. Bundesliga ihren Niederschlag. Gleich drei Hamburger Profis hob das Fachmagazin mit der Nominierung besonders heraus: Bakery Jatta (zwei Tore), Sonny Kittel (ein Tor, zwei Vorlagen) und Josha Vagnoman (ein Tor).

Für Jatta war es in dieser Saison bereits die zwei Berufung in die Elf des Tages, für Vagnoman und Kittel die erste. Und so hat das Abendblatt die HSV-Profis am Montag gesehen:

Wechselt HSV-Profi Kwarteng zur Konkurrenz?

Seit dieser Saison gehört Moritz-Broni Kwarteng auch offiziell zur Profimannschaft des HSV. Anfang Januar stand der 22-Jährige beim Spiel gegen Jahn Regensburg dann erstmals im Kader. Auf sein Debüt in der 2. Bundesliga wartet er aber noch.

Erlebt er das nun bei einem Konkurrenten? Wie das gewöhnlich gut informierte Portal "KA-News.de" berichtet, ist Kwarteng beim Karlsruher SC als Ersatz für Marco Djuricin im Gespräch, dessen Vertrag auf eigenen Wunsch zum 31. Januar aufgelöst wird.

Kwarteng sei einem Wechsel "nicht abgeneigt". Sein Vertrag beim HSV gilt nur noch bis Saisonende. Zudem könnten bei dem Wechsel KSC-Trainer Christian Eichner dessen allerbeste Kontakte zu HSV-Sportdirektor Michael Mutzel zugute kommen. Auch der frühere HSV-Profi Louis Schaub komme als Djuricin-Nachfolger infrage. Der Österreicher, zurzeit vom 1. FC Köln an den FC Luzern verliehen, sei aber wohl für den KSC nicht bezahlbar.

Beim letzten 5:0 war Lasogga der HSV-Held

5:0. In Worten: fünf zu null. Der HSV hat am Montag gegen den VfL Osnabrück den höchsten Sieg seiner noch kurzen Zweitliga-Zugehörigkeit gefeiert. Man muss auch in den Bundesliga-Annalen weit zurückblättern, bevor man auf einen solchen Kantersieg stößt: Am 6. Oktober 2013 gab es einen 5:0-Sieg beim 1. FC Nürnberg. Pierre-Michel Lasogga gelang dabei ein Hattrick binnen sieben Minuten.

Ruhmreiche Zeiten waren es aber nicht. Nach einer schwarzen Serie von fünf Niederlagen am Saisonende musste der HSV in die Relegation und schaffte trotz mageren 27 Punkten noch den Klassenerhalt.

Den höchsten Bundesliga-Sieg überhaupt feierte der HSV am 12. Februar 1966: 8:0 hieß es am Ende gegen den Karlsruher SC. Auswärts gab es dreimal einen 6:0-Sieg zu bejubeln.

HSV gegen Osnabrück wieder gnadenlos effizient

Was diesen neuesten Kantersieg aber noch spezieller macht: Dem HSV genügten ganze sieben Torschüsse, um fünf Treffer zu erzielen. Viel effizienter geht es kaum. Zum Vergleich: Gegner Osnabrück schoss elfmal aufs HSV-Tor – ohne Erfolg.

Fast so effizient hatte der Tabellenführer schon Mitte Dezember beim 4:0-Sieg gegen den SV Sandhausen gespielt: Damals gaben die Hamburger zehn Torschüsse ab, Sandhausen 17. Souverän sah es seinerzeit in der Tat nicht aus, und das Abendblatt titelte: "Der HSV stolpert zum Kantersieg".

Am Montag war das anders und der Gegner heillos überfordert. Mehr als die Torschüsse sagen über das Spiel andere Statistiken aus. So hatte der HSV knapp 60 Prozent Ballbesitz, gewann 57 Prozent der Zweikämpfe und legte mit insgesamt 113 Kilometern auch fünf Kilometer mehr auf dem Platz zurück als der VfL. "Wir haben die Osnabrücker gar nicht richtig atmen lassen und waren vorn sehr effektiv", sagte HSV-Sportdirektor Michael Mutzel, "dann kommt so ein Ergebnis zustande."

HSV-Trainer Thioune macht seinem Ex-Club Mut

HSV-Trainer Daniel Thioune, der in der vergangenen Saison noch den VfL Osnabrück trainiert hat, glaubt trotz des deutlichen Ergebnisses an die Qualitäten seiner Ex-Mannschaft. „Ich glaube, sie werden noch ordentlich Punkte einsammeln und es vielen noch sehr, sehr schwer machen“, sagte der Coach, der von Kindesbeinen an für den VfL gespielt und die Mannschaft später als Trainer von der 3. in die 2. Liga geführt hatte.

„Der VfL Osnabrück hat bislang eine richtig gute Saison gespielt. Die handelnden Personen treffen die richtigen Entscheidungen und haben das bislang sehr gut gemacht. Aus der Entfernung fiebere und halte ich mit ihnen“, versicherte der HSV-Coach. Dass seine Ex-Spieler ihm die Packung übelnehmen, glaubt Thioune nicht: „Ich habe ein paar Jungs gedrückt und freue mich, wenn sie mir nächste Woche wieder schreiben.“

( HA )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: HSV