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Machtkampf beim HSV: Supporters schalten sich ein

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HSV-Präsident Marcell Jansen (M.), sein Stellvertreter Thomas Schulz (l.) und Schatzmeister Moritz Schaefer.

HSV-Präsident Marcell Jansen (M.), sein Stellvertreter Thomas Schulz (l.) und Schatzmeister Moritz Schaefer.

Foto: Valeria Witters / WITTERS

HSV schnappt St. Pauli Toptalent weg. Thioune plante Zukunft im Lockdown. Merchandising-Chef gegen selbst produzierte Trikots.

Die HSV-News am Montag, den 18. Januar 2021:

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HSV-Machtkampf: Supporters schalten sich ein

Der HSV Supporters Club fürchtet dass sich der tobende Machtkampf in der Führungsebene des Vereins negativ auf den sportlichen Erfolg auswirken könnte. "Es wäre so typisch, wenn wir durch Kleinkriege unsere sportlichen Ziele gefährden. Genau dieser Fehler darf nicht noch einmal passieren", heißt es in einer Stellungnahme, die am Montagnachmittag in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde.

Vergangene Woche hatte das Abendblatt den Streit im HSV-Präsidium um Marcell Jansen öffentlich gemacht. Der Supporters Club zeigte sich davon nach eigener Aussage "nicht sonderlich überrascht". Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, bis der "offene Bruch innerhalb des Präsidiums" thematisiert worden wäre. Dass aber "Teile des Präsidiums personelle Veränderungen" planten, sei überraschend. "Wir sehen aktuell keinen Grund dafür, beim HSV wieder den großen Reset-Knopf zu drücken.

Vielmehr habe der HSV "eine personelle Kontinuität auf hohem Niveau" erreicht, die es zu bewahren gelte. In diesem Zusammenhang sprechen die Supporters auch dem HSV-Beirat ihr Vertrauen aus. Das Gremium hatte die Kandidatur von Schatzmeister Moritz Schaefer für den Aufsichtsrat abgelehnt.

HSV-Check: Der Machtkampf um die Zukunft

Der Supporters Club versteht sich als Interessenvertretung der Fans und ist mit seinen 66.000 Mitglieder die mit Abstand größte Abteilung des HSV.

HSV schnappt FC St. Pauli Toptalent Sanne weg

Coup für den HSV und Nachwuchschef Horst Hrubesch: Tom Sanne (16), Toptalent des FC St. Pauli, hat bei den Rothosen einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Das berichtet die „Bild“-Zeitung.

Sanne hatte den HSV im vergangenen September nachhaltig beeindruckt, als ihm beim 4:0-Sieg des FC St. Pauli im Derby der B-Junioren-Bundesliga binnen neun Minuten ein Hattrick gegen den Lokalrivalen gelang.

Das vierte Tor hatte Sanne dann selbst vorbereitet. Bis zum Lockdown gelangen dem Mittelfeldspieler bei fünf Einsätzen insgesamt sieben Tore.

Sanne war 2019 vom Niendorfer TSV zum FC St. Pauli gewechselt. Der Kiezclub soll ihm einen Vierjahresvertrag angeboten haben mit der Perspektive, im letzten Vertragsjahr in den Profikader aufzurücken. Letztlich soll aber HSV-Ikone Hrubesch in einem persönlichen Gespräch das Toptalent von einem Wechsel an den Volkspark überzeugt haben.

HSV-Trainer Thioune dachte im Lockdown über Veränderung nach

HSV-Trainer Daniel Thioune will das Duell mit seinem Ex-Club VfL Osnabrück an diesem Montagabend (20.30 Uhr/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de) nicht emotional überhöhen. „Es ist kein Spiel gegen mich selbst. Aber eines gegen meine Vergangenheit“, sagte Thioune vor der Partie dem „Kicker“. Der gebürtige Osnabrücker und langjährige VfL-Spieler und -Trainer hatte die Niedersachsen vor 21 Monaten von der 3. Liga in die 2. Bundesliga geführt.

Mit seinem neuen Verein strebt Thioune (46) den Aufstieg in die Bundesliga an. „Als während des ersten Lockdowns unser Leben sehr entschleunigt war, habe ich mir konkrete Gedanken gemacht, wie mein nächster Schritt aussehen kann. Ich möchte als Regelspielzeit den Samstag um 15.30 Uhr haben, ich möchte als Trainer in die Bundesliga“, sagte er.

HSV-Coach Thioune wird beim Thema Osnabrück emotional
HSV-Coach Thioune wird beim Thema Osnabrück emotional

Er sei sicher, dass der Zeitpunkt seines Wechsels von Osnabrück zum HSV „der richtige“ gewesen sei. „Dennoch steckt da immer noch viel von mir drin“, sagte Thioune.

HSV-Merchandising-Chef will St. Pauli nicht kopieren

Sascha Steinbrück, Leiter Merchandising/Lizenzen beim HSV, will dem FC St. Pauli nicht darin folgen, die Trikots künftig selbst zu produzieren. „Meine subjektive Meinung aus der Ferne, ohne weiterführende Detailkenntnis zu besitzen: Dieses Konzept kann aus unterschiedlichen Gründen aktuell nur beim FC St. Pauli, sowohl nicht-monetär (Marke) als auch monetär, erfolgreich sein“, sagte Steinbrück im Interview mit dem Blog „Web-Netz Sports“. „Dieser Verein hat genau die richtige wirtschaftliche Stärke im Merchandising, die passende Fankultur und auch die Erfahrung der handelnden und verantwortlichen Personen.“

Er halte den Schritt des Lokalrivalen für mutig und richtig und sei vom Erfolg des Sonderwegs überzeugt. Der FC St. Pauli hatte im November verkündet, nach Ablauf des Vertrags mit dem bisherigen Ausrüster Under Armour im kommenden Sommer die Trikots unter dem Label DIIY selbst produzieren zu lassen. Der HSV wird seit 2007 wieder von Adidas ausgerüstet.

( HA )

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