HSV-News

Simon Terodde erneuert sein Liebesbekenntnis zum HSV

HSV-Check: Die Pläne mit Stephan Ambrosius und Gideon Jung

Hat der HSV die Krise? Abendblatt-Reporter Henrik Jacobs spricht vor dem Spiel beim 1. FC Heidenheim über die Lage.

Beschreibung anzeigen

Schlechte Nachrichten dagegen vom Wunschstürmer. Schiri darf sich aufs Spiel freuen. Bayern lieben nicht mehr nur den HSV.

Die HSV-News am Sonnabend, den 28. November 2020:

HSV nicht mehr alleiniger Bayern-Liebling

Der HSV ist nicht mehr alleiniger Lieblingsgegner des FC Bayern. Am Sonnabend feierten die Münchner mit dem 3:1 beim VfB Stuttgart bereits den 65. Liga-Erfolg gegen die Schwaben.

So viele Bundesligasiege gab es für den deutschen Rekordmeister bislang nur gegen den HSV – allerdings in 106 Spielen. Für die 65 Siege gegen den VfB benötigten die Bayern dagegen drei Spiele weniger.

HSV mindestens bis zum Anpfiff an der Spitze

Der HSV geht in jedem Fall als Tabellenführer ins Spiel beim 1. FC Heidenheim (Sonntag, 13.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de). Am Sonnabend verpasste es der SC Paderborn durch eine 0:1-Niederlage beim KSC, nach Punkten mit Hamburg (17 Punkte) gleichzuziehen.

Dafür rückte Aue (15) durch einen 4:1-Sieg beim SV Sandhausen auf Rang vier bis auf zwei Punkte an den HSV heran. Ärgster Verfolger bleibt vorerst Osnabrück (16), Fürth könnt mit einem Sieg im Frankenderby beim 1. FC Nürnberg auf 18 Zähler kommen.

HSV-Pech: Hofmann-Vertrag beim KSC verlängert

Neben einem positiven hatte Paderborns Niederlage in Karlsruhe für den HSV allerdings auch einen negativen Effekt. Denn der goldene Treffer wurde von Philipp Hofmann vorbereitet.

Der Wunschstürmer des HSV absolvierte für die Badener am Sonnabend sein siebtes Saisonspiel von Beginn an. Dadurch griff eine Klausel, durch die sich Hofmanns Vertrag um ein Jahr bis Juni 2022 verlängert. Das bestätigte KSC-Manager Oliver Kreuzer bei "Sky".

Sollte der HSV sein Werben um den 27 Jahre alten Torjäger also wieder intensivieren, wäre in den kommenden drei Transferfenstern in jedem Fall eine Ablöse fällig.

Zu Saisonbeginn war ein Wechsel Hofmanns zu Union Berlin am Veto des KSC gescheitert, der für den Angreifer drei Millionen Euro gefordert hatte. HSV-Sportdirektor Michael Mutzel hat Hofmann nach Abendblatt-Informationen weiter im Blick.

Terodde: "Ich liebe solche Traditionsvereine"

Ein Torgarant, der längst beim HSV unter Vertrag steht, hat vor dem Spiel in Heidenheim noch einmal ein Bekenntnis zu seinem Arbeitgeber abgegeben. "Ich liebe solche Traditionsvereine wie den HSV", sagte Simon Terodde in einem Interview für die Homepage des 1. FCH. Und: "Die ersten Monate waren top, ich bin in Hamburg angekommen, fühle mich wohl. Schade ist lediglich, dass ich im Volksparkstadion noch nicht im HSV-Trikot vor 57.000 Fans spielen konnte."

Hier geht es zur Themenseite:

Zum Thema Aufstieg sagte der Knipser, der sich in Heidenheim beim Saisonfinale 2016 mit drei Treffern zum 4:2-Sieg des VfL Bochum die erste seiner bis dato drei Zweitliga-Torjägerkanonen sicherte (25 Tore): "Wir brauchen jetzt nicht über einen möglichen Aufstieg zu sprechen, sondern konzentrieren uns auf das nächste Spiel." Der Aufstieg sei erst für nächsten Mai ein Thema. Bis dahin möchte er dem HSV "helfen, eine gute Saison zu spielen, den angepassten Weg mitgehen".

Abschlusstraining mit Torabschlüssen

Vor der Abreise an die Brenz hat Daniel Thioune am Sonnabend noch einmal im Volkspark trainieren lassen. Bei der Abschlusseinheit am Vormittag wurden im Nebel unter anderem noch einmal Torabschlüsse geprobt.

HSV: Schiri leitet das Fair-Play-Duell

Den Schiedsrichter für das Spiel in Heidenheim hatte der DFB bis Sonnabendnachmittag noch immer nicht bekanntgegeben. Fest steht aber: Der Unparteiische darf sich auf das Duell der fairsten Mannschaften der Liga feuen.

Während Heidenheim als eines von sieben Teams noch überhaupt keinen Platzverweis und erst zehn Gelbe Karten hinnehmen musste, kommt der HSV sogar erst auf acht Verwarnungen – mit Abstand Liga-Bestwert.

Dennoch führen die Schwaben die Fair-Play-Tabelle vor dem HSV an, da Toni Leistner die Hamburger Bilanz durch seine Rote Karte beim Auswärtssieg in Fürth (1:0) am vierten Spieltag schmälert.

Pressekonferenz mit HSV-Trainer Daniel Thioune:

HSV-Trainer Daniel Thioune: "Der Kritik stelle ich mich"
HSV-Trainer Daniel Thioune: "Der Kritik stelle ich mich"

Die HSV-News am Freitag, den 27. November 2020:

HSV-Trainer Thioune schwärmt von Gegner Heidenheim

HSV-Trainer Daniel Thioune geht "mit großem Respekt, aber ohne Angst" in das kommende Spiel beim 1. FC Heidenheim am Sonntag (13.30 Uhr/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de): "Heidenheim spielt einen intensiven Fußball, sehr athletisch und mit großem Laufpensum."

Der HSV müsse auch kämpferisch dagegenhalten. "Wir brauchen Resistenz. Ich erwarte, dass wir brutal im Gegenpressing sind und unsere Ballqualität auf den Platz bringen", sagte Thioune in der Pressekonferenz am Freitag.

Regelrecht ins Schwärmen geriet der Trainer, als er über seinen Amtskollegen Frank Schmidt sprach: "Er liefert seit vielen Jahren tolle Arbeit in Heidenheim ab." Und das obwohl der FCH Jahr für Jahr seine Topspieler an finanzkräftigere Clubs verliert.

Trotz Wechselgerüchten: Ambrosius verhandelt mit dem HSV

Stephan Ambrosius ist offenbar weiterhin an einem Verbleib beim HSV interessiert. Laut einem Bericht der "Hamburger Morgenpost" hat sein Berater Nochi Hamasor am Donnerstag mit Vereinsvertretern gesprochen und weitere Verhandlungen über eine Verlängerung des auslaufenden Vertrages vereinbart.

Noch Anfang der Woche hatte sich Hamasor öffentlich darüber beklagt, dass sein Schützling am vergangenen Sonntag beim Spiel gegen Bochum (1:3) nur auf der Bank saß, und einen Wechsel in Betracht gezogen. Angeblich soll der schottische Spitzenclub Celtic Glasgow Interesse an Ambrosius haben. Der HSV hat dem U-21-Nationalspieler einen Vierjahresvertrag mit deutlich verbesserten Bezügen angeboten.

Ambrosius ist seit 2012 beim HSV. In den vergangenen zwei Jahren hat der gebürtige Hamburger nicht weniger als fünfmal den Berater gewechselt.

Thioune: Ambrosius kann noch viel lernen

HSV-Trainer Daniel Thioune relativierte am Freitag seine Entscheidung, Ambrosius gegen Bochum nicht einzusetzen. "Das gehört zur Entwicklung eines jungen Spielers einfach dazu", sagte Thioune. Diese sei noch längst nicht abgeschlossen: "Stephan besitzt noch unfassbar viel Potenziale, die besser ausgeschöpft werden können. Er kann noch viel dazulernen."

Dass ein europäischer Topclub wie Celtic Interesse an dem Innenverteidiger haben soll, wertet Thioune als Bestätigung: "Das zeigt doch, dass er fleißig gearbeitet hat und wir auch."

HSV-Kapitän Leibold erwischt Hunt am Schienbein

Es war keine gute Trainingswoche für die HSV-Spielmacher. Erst bekam Jeremy Dudziak am Mittwoch einen Tritt auf ebenjenes linkes Sprunggelenk, das ihm am Sonntag Bochums Danny Blum fast kaputt getreten hätte.

Am Donnerstag dann erwischte es auch Aaron Hunt: Tim Leibold, sein Nachfolger als Kapitän, traf den Routinier mit den Stollen am Schienbein. Hunt humpelte vorzeitig in die Kabine, den Unterschenkel dick bandagiert.

Hunts Einsatz im Spiel beim 1. FC Heidenheim am Sonntag soll aber nicht infrage stehen. "Es ist eher ein größerer Kratzer als eine Verletzung", sagte Trainer Daniel Thioune am Freitag.

Weiter Bangen um Dudziak – van Drongelen klopft an

Bei Dudziak sind die Sorgen schon größer. Am Donnerstag hatte er das Training auslassen müssen. Thioune: "Wir werden in einer medizinischen Runde besprechen, ob Jerry heute trainieren kann."

Er konnte. Auch Aaron Hunt war am Nachmittag auf dem Platz.

Gute Nachrichten konnte der Trainer zu Rick van Drongelen übermitteln. Fünf Monate nach seinem Kreuzbandriss arbeite der Innenverteidiger nicht mehr ausschließlich mit Reha-Coach Sebastian Capel. "Unser Co-Trainer Hannes Drews trainiert jetzt mit ihm", sagte Chefcoach Daniel Thioune. "Das ist ganz gut, dadurch kriegt er ein paar neue Reize, und wir hoffen, dass er immer näher an die Mannschaft heranrückt."

Thioune: Das hat Wood Hinterseer voraus

Im Sommer vergangenen Jahres holte der HSV Lukas Hinterseer als neuen Nummer-eins-Stürmer vom VfL Bochum. Inzwischen ist der Österreicher in der Hierarchie von der Stammkraft zum Stürmer Nummer vier abgerutscht. Neuzugang Simon Terodde ist gesetzt, Youngster Manuel Wintzheimer überzeugte auf wechselnden Positionen, und selbst der lange verschmähte und seit zwei Jahren torlose Bobby Wood bekam zuletzt den Vorzug vor Hinterseer, der in den vergangenen vier Spielen nicht einmal mehr eingewechselt wurde.

Trainer Daniel Thioune erklärte diese Entscheidung am Freitag so: "Bobby war im Training immer aktiv, und wir wissen um seine Fähigkeiten." Erst am Donnerstag habe der US-Amerikaner wieder eine starke Szene gehabt, als er mit dem Ball durchgebrochen sei und ein Tor erzielt habe. "Das verbiete ich Lukas nicht", sagte Thioune.

Terodde und Ulreich zentral gesetzt

Der Trainer betonte aber auch, dass Hinterseer "vom Typ her eher ein Boxspieler wie Simon Terodde ist". Und an dem Rekordtorjäger der 2. Bundesliga, der auch für den HSV bereits neunmal getroffen hat, führe nun einmal kein Weg vorbei. Zusammen mit Torwart Sven Ulreich bilde Terodde "eine zentrale Achse" beim HSV, sagte Thioune. "Dazwischen batteln sich viele."

Es sei für ihn selbstverständlich, dass er jedem Spieler im Training Gelegenheit gebe, sich für eine Nominierung zu empfehlen. Aber dass er die Startaufstellung so häufig gewechselt habe, sei nicht nur auf den Konkurrenzkampf zurückzuführen. "Wir hatten immer wieder Verletzungen und Sperren, die uns zu Veränderungen gezwungen haben", sagte Thioune.

HSV fährt als Wettfavorit nach Heidenheim

In Heidenheim verspielte der HSV vergangene Saison den möglichen Aufstieg, als die Schwaben in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer erzielten und die Hamburger vom Relegationsrang verdrängten. Vor der Revanche sind die Rollen dennoch wieder klar verteilt: Wettanbieter Bwin sieht den HSV als klaren Favoriten und zahlt für einen Sieg im Erfolgsfall nur zwei Euro pro eingesetztem Euro aus.

Wer auf Heidenheim wettet und gewinnt, erhält für einen Euro 3,40 Euro zurück. Die Quote für ein Unentschieden liegt bei 3,60.