HSV-News

Offiziell: HSV darf vor bis zu 11.400 Zuschauern spielen

1000 handverlesene HSV-Fans durften am Freitag den Saisonauftakt gegen Fortuna Düsseldorf im Volksparkstadion miterleben. Gegen Erzgebirge Aue dürften es deutlich mehr sein.

1000 handverlesene HSV-Fans durften am Freitag den Saisonauftakt gegen Fortuna Düsseldorf im Volksparkstadion miterleben. Gegen Erzgebirge Aue dürften es deutlich mehr sein.

Foto: Martin Rose / Getty Images

DFB terminiert Leistner-Verhandlung. Emotionaler Pollersbeck-Abschied vom HSV. Plan für Athleticum am Volkspark steht.

Die HSV-News am Dienstag, den 22. September 2020:

DFB terminiert Verhandlung mit HSV-Profi Leistner

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verhandelt am Donnerstag (13.00 Uhr) mündlich die Sperre für Toni Leistner. Der HSV-Profi war am Montag vergangener Woche nach der 1:4-Niederlage im DFB-Pokal bei Dynamo Dresden auf die Tribüne gestürmt und hatte einen Fan attackiert, mit dem er sich mittlerweile ausgesprochen hat.

HSV-Profi Toni Leistner attackiert Dynamo-Fan

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hatte Leistner für drei Pflichtspiele gesperrt. Zudem muss der 30-Jährige zwei weitere Partien auf Bewährung absolvieren und wegen Verstoßes gegen das DFB/DFL-Hygienekonzept 8000 Euro Geldstrafe zahlen. Spieler und Club haben gegen dieses Urteil Einspruch eingelegt und eine mündliche Verhandlung verlangt.

Offiziell: HSV darf bis zu 11.400 Fans einlassen

Die Grenze von 1000 Zuschauern für die Ligaspiele in Hamburg gilt nicht mehr. Der HSV darf, wie auch die anderen Clubs der Stadt, seine Spielstätte künftig bei Heimspielen zu bis zu 20 Prozent auslasten. Der Senat hat am Dienstag diese vor eine Woche zwischen den Länderchefs vereinbarte Regelung umgesetzt und die Hamburgische Sars-CoV-2-Eindämmungsverordnung entsprechend angepasst. In der Theorie können damit in einer sechswöchigen Testphase bis zu 11.400 Fans die Heimspiele des HSV besuchen.

„Mit dem Tennisturnier am Rothenbaum haben wir gezeigt, dass wir bei aller gebotenen Vorsicht möglich machen, was geht, und uns weitere Schritte zutrauen“, sagte Sportsenator Andy Grote (SPD). Für die Hamburg European Open waren ausnahmsweise 2300 Zuschauer am Tag genehmigt worden.Grote: „Vereine und Veranstalter haben es jetzt in der Hand, mit tragfähigen und gründlich ausgearbeiteten Hygienekonzepten die entsprechenden Voraussetzungen für eine Genehmigung zu schaffen. Allen muss jedoch klar sein, dass wir diese Schritte nur gehen können, wenn wir uns weiterhin an die erforderlichen Schutzmaßnahmen halten und damit einen Anstieg der Infektionszahlen wie andernorts verhindern.“

Der HSV hatte die Zuschauerzahl beim Saisonauftakt gegen Fortuna Düsseldorf am Freitag selbst auf 1000 begrenzt. Wie viele Fans beim kommenden Heimspiel gegen Erzgebirge Aue am 4. Oktober zugelassen werden, steht noch nicht fest. Eintrittskarten dürfen nur personengebunden und für feste Sitzplätze vertrieben werden, um eine erforderliche Kontaktdatenerhebung zu gewährleisten. Alkoholausschank bleibt untersagt.

Erforderlich sei in jedem Fall eine Genehmigung des zuständigen bezirklichen Gesundheitsamts, das auch Auflagen erteilen kann, teilte die Sportbehörde mit. Zuschauer werden in der Regel nicht zugelassen, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am Austragungsort größer gleich 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar ist.

Heyer glücklich über seinen HSV-Blitzstart

Moritz Heyer ist mit seinem Blitzstart beim HSV überaus zufrieden. „Man wünscht sich als neuer Spieler immer einen schönen Einstand. Es freut mich immens, dass es so gekommen ist“, sagte der 25-jährige Defensiv-Allrounder am Dienstag nach dem Training bei einer Medienrunde in der Hansestadt.

Heyer hatte am vergangenen Freitag kaum 24 Stunden nach seiner Verpflichtung von VfL Osnabrück in der Startelf des HSV beim Saisonauftakt gegen Fortuna Düsseldorf (2:1) gestanden und gleich überzeugt. „Es hat ungemein Spaß gemacht, auf dem Platz zu stehen“, zog er zufrieden Bilanz: „Es ist doch für jeden Fußballer schön, wenn man gerade einmal 24 Stunden da ist und direkt ein Ligaspiel bestreiten darf.“

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An der Elbe will Heyer sich nun fußballerisch weiterentwickeln. „Der HSV ist ein großer Verein, der noch mal ganz andere Bedingungen bietet als in Osnabrück. Das habe ich bereits während der ersten Tage hier erlebt“, meinte der 25-Jährige, auf den sein Trainer Daniel Thioune nicht nur wegen der gemeinsamen Zeit in Osnabrück große Stücke hält. „Moritz kann Innenverteidiger, Außenverteidiger, Sechser oder Achter spielen. Ihn zeichnet eine Polyvalenz aus, die uns variabler macht“, hatte der HSV-Coach schon bei der Verpflichtung Heyers gesagt.

HSV-Neuzugang Heyer: "Das schönste der Gefühle"

Pollersbeck verabschiedet sich emotional vom HSV

Nach seinem Wechsel zu Olympique Lyon hat sich Julian Pollersbeck noch einmal an den HSV und seine Fans gewandt. "Vielen Dank für drei Jahre, die nicht einfach waren, aber in denen ich nonstop eure Unterstützung gespürt habe, egal in welcher Position ich mich befand", schrieb Pollersbeck bei Instagram zu einem Video, bei dem der HSV den Derbysieg beim FC St. Pauli im Frühjahr 2019 feiert.

Und weiter: "Ich habe immer eure Rückendeckung gespürt und habe mich von euch wertgeschätzt gefühlt. Und dafür möchte ich einfach Danke sagen. Leider verlasse ich den Verein, wie ich gekommen bin, und trotzdem werde ich keine Sekunde im HSV-Trikot bereuen. Ich werde im Herzen immer HSVer sein, dank euch! Danke Volkspark, danke Hamburg!"

Pollersbeck war 2017 als frisch gekürter U-21-Europameister für 3,5 Millionen Euro vom 1. FC Kaiserslautern zum HSV gewechselt. Seither hatte er mehrfach einen Stammplatz erkämpft und wieder verloren. Vergangene Woche gab der HSV Pollersbeck (26) für eine Ablöse von rund 500.000 Euro an den französischen Champions-League-Halbfinalisten Olympique Lyon ab.

Matthäus fordert Freispruch für HSV-Profi Leistner

Lothar Matthäus hält eine Strafe für HSV-Profi Toni Leistner für verfehlt. Wenn es stimme, dass der attackierte Fan „extrem verletzende und zutiefst kränkende Äußerungen von sich gegeben hat, kann ich die Reaktion von Leistner absolut nachvollziehen. Ich plädiere in diesem Fall sogar für einen Freispruch, weil der HSV-Profi nicht wirklich gewalttätig wurde“, sagte der Ex-Nationalspieler in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky.

Ein Spieler sei kein Freiwild, betonte Matthäus: „Ich habe mir die Szene einige Male angesehen und konnte keinen Schlag oder Ähnliches erkennen. Er hat ihn noch nicht einmal wirklich geschubst, sondern lediglich mit etwas Nachdruck dafür gesorgt, dass sein Gegenüber wieder auf dem Hosenboden sitzt.“

HSV: Jatta trainiert wieder, Leistner noch nicht

Das Trainingscomeback von Toni Leistner nach seinem Ausraster von Dresden lässt weiter auf sich warten. Auch bei der Einheit am Dienstagvormittag war der neue HSV-Innenverteidiger nicht auf dem Platz. Leistner hatte mehrere Corona-Tests absolvieren müssen, nachdem er am Montag vergangener Woche nach der 1:4-Pokalniederlage ohne Mund-Nasen-Schutz auf die Dresdner Tribüne gestürmt war und einen Dynamo-Fan attackiert hatte (s. oben).

Dafür konnte sich Trainer Daniel Thioune über die Rückkehr von Bakery Jatta freuen. Der Angreifer hatte zuletzt mit Leistenproblemen zu kämpfen. Am Montag war bekannt geworden, dass Thioune mit einer Aussage zu Jatta für den Fußballspruch des Jahres nominiert wurde.

Bilder vom HSV-Training am Dienstag:

Ex-HSV-Trainer Fink verlässt Vissel Kobe

Der japanische Pokalsieger Vissel Kobe wird nicht mehr von Thorsten Fink trainiert. Der Club habe dem Wunsch des früheren HSV-Coachs entsprochen, den Vertrag zum 21. September aufzulösen, hieß es in einer Mitteilung.

Mit Fink (52) verlassen auch seine Assistenten Sebastian Hahn, Masaki Morass und Nikola Vidovic den Club. "Wir hatten eine großartige Zeit in Kobe und konnten zwei Trophäen gewinnen. Das war eine historische Leistung und wird uns immer verbinden", wurde Fink zitiert. Jetzt sei aber die Zeit gekommen, um zu seiner Familie zurückzukehren.

In der J-League liegt Kobe mit nur 20 Punkten aus 19 Spielen und einer Serie von sieben sieglosen Partien auf dem zwölften Tabellenplatz. Im Pokalviertelfinale war die Mannschaft um Star-Kapitän Andrés Iniesta krachend mit 0:6 an Kawasaki Frontale gescheitert. Fink hatte den HSV von 2011 bis 2013 trainiert.

HSV: Entwurf für Athleticum am Volkspark steht

Die Wege für die HSV-Profis werden bald noch kürzer: Das Athleticum, das die Spieler medizinisch und leistungsdiagnostisch versorgt, zieht vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) an den Volkspark. Im Januar 2019 hatte UKE-Chef Burkhard Göke das Projekt angekündigt, das in Kooperation mit dem HSV und Philips bis zur ersten Jahreshälfte 2023 entstehen soll.

Inzwischen ist auch klar, wie das Gebäude mit rund 5000 Quadratmeter Nutzfläche aussehen soll. Gebaut wird es auf einer Teilfläche des Parkplatzes „Gelb“, die Zufahrt erfolgt über die Schnackenburgallee. Der Beginn der Bauarbeiten ist für den Spätsommer 2021 geplant.

„Das war Teamwork im besten Sinne. Alle haben mitgeholfen, um im Volkspark neue Maßstäbe für Sportmedizin zu setzen – mit Ausstrahlungswirkung weit über Hamburg hinaus“, sagte Finanzsenator Andreas Dressel. Er hatte den Rückkauf des Volksparkgeländes durch die Stadt mit dem HSV verhandelt, eine entsprechende Absichtserklärung war vor einer Woche unterzeichnet worden.

HSV-Mannschaftsarzt Welsch wird Athleticum-Chef

Als Investoren am Volkspark wurden die Hamburger Immobilienunternehmen Property Team und Haspa PeB gewonnen, die sich für für die Umsetzung des Athleticums zu einem Joint-Venture namens 10. Nordteam Am Volkspark GmbH zusammengeschlossen haben. Die Baukosten werden mit 15 Millionen Euro kalkuliert. Finanziert wird der Bau von der Hamburger Sparkasse.

Das neue Athleticum soll das gesamte Gesundheitsspektrum im Sport von Prävention und Früherkennung über Diagnostik und Therapie bis hin zur Rehabilitation abdecken. Es steht nicht nur Leistungssportlern, sondern auch Amateur- und Freizeitathleten zur Verfügung. Als ärztlicher Leiter ist HSV-Mannschaftsarzt Götz Welsch vorgesehen. Geschäftsführer der Athleticum am Volkspark GmbH werden Tillmann Halbuer und Thomas Schönen.

Sky-Boss sollte beim HSV Hoffmann beerben

Nach Angaben des Fachmagazins „Kicker“ lag dem früheren Sky-Chef Carsten Schmidt vom HSV ein unterschriftsreifer Vertrag als neuer Vorstandsvorsitzender vor. Der 56-Jährige hat das Angebot Ende März allerdings ausgeschlagen und beginnt nun zum 1. Dezember als Vorsitzender der Geschäftsführung bei Hertha BSC. Dort soll er neben der Gesamtverantwortung auch die Bereiche Marketing, Vertrieb, Strategie, Unternehmungskommunikation und Internationalisierung direkt verantworten.

Der Aufsichtsrat des HSV muss somit weiter einen Nachfolger für Bernd Hoffmann suchen, der Ende März einen Machtkampf mit seinen Vorstandskollegen Jonas Boldt (Sport) und Frank Wettstein (Finanzen) verloren hatte.

Ex-HSV-Profi Ferati überragt beim Drittliga-Auftakt

Trotz einer überragenden Leistung des früheren HSV-Profis Arianit Ferati ist der SV Waldhof Mannheim zum Saisonstart der 3. Liga gegen den FC Viktoria Köln nicht über ein 2:2-Unentschieden (2:0) hinausgekommen. Der Linksaußen brachte die Gastgeber vor rund 3500 Zuschauern in Führung (7. Minute). Marcel Costly legte nach (20.), ehe Max Christiansen (51.) durch ein Eigentor den Anschlusstreffer für Köln erzielte. Mike Wunderlich (78.) gelang der Ausgleich.

„Das war auf beiden Seiten ein Wahnsinnsspiel. In der ersten Halbzeit machen wir ein überragendes Spiel. Aber wir haben es verpennt, das 3:0, 4:0 oder 5:0 zu machen. In der zweiten Halbzeit haben wir Chancen, die Führung erneut auszubauen. Das sind zwei verlorene Punkte für uns“, sagte Ferati. Der 23 Jahre alte Deutschkosovare war im Sommer vergangenen Jahres vom HSV zu den Mannheimern gewechselt.

Isolation für Ex-HSV-Trainer Zinnbauer vorbei

Zwei Monate lebte Joe Zinnbauer in der Isolation. Wie seine Spieler von den Orlando Pirates wohnte der frühere HSV-Trainer wegen Corona in einem Hotel in Südafrika, ohne persönlichen Kontakt zu Freunden und Familie. „Es war so, als wäre man 57 Tage eingesperrt. Wir haben wie in einer Blase gelebt“, erzählte Zinnbauer der „Bild“-Zeitung.

Jetzt ist diese Zeit vorbei. Am Montag hat in Südafrika die Vorbereitung auf die neue Saison begonnen. Am 17. Oktober soll die Premier Soccer League den Spielbetrieb wiederaufnehmen. Bereits kommende Woche will Südafrika die Grenzen nach einem halben Jahr wieder öffnen.