HSV-News

Länder einigen sich: So viele Fans dürfen in den Volkspark

Auch im Volksparkstadion sind die leeren Zuschauerränge bald Geschichte: Am Freitag dürfen wieder mehr Fans beim Spiel gegen Düsseldorf dabei sein (Archivbild).

Auch im Volksparkstadion sind die leeren Zuschauerränge bald Geschichte: Am Freitag dürfen wieder mehr Fans beim Spiel gegen Düsseldorf dabei sein (Archivbild).

Foto: Valeria Witters / WITTERS

HSV-Trainer Thioune verspricht nach Pokal-Aus Besserung. Kauczinski relativiert Dynamo-Sieg. Autor lobt Satire-Qualität des HSV.

Die HSV-News am Dienstag, den 15. September 2020:

Länder einigen sich: Fan-Rückkehr ins Stadion auch beim HSV

Die Bundesländer haben sich rechtzeitig zum Start der Bundesliga auf einheitliche Regeln zur Fan-Rückkehr geeinigt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der Beratungen der Staatskanzleien verständigten sich diese am Dienstag auf einen sechswöchigen Testbetrieb unter Corona-Bedingungen mit Zuschauern.

Die Grenze liegt demnach oberhalb einer Zahl von 1000 Zuschauern bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität. Das bedeutet: Der HSV darf am Freitag gegen Düsseldorf gut 10.000 Fans ins Stadion lassen. Jedoch wird der HSV am Freitag maximal 4000 Zuschauer ins Stadion lassen, teilte der Verein am Dienstag mit. Der HSV bespricht sich nun mit der Innenbehörde und dem zuständigen Gesundheitsamt in Altona, welche Auswirkungen die nun auf Länderebene getroffene Entscheidung konkret auf den Zweitliga-Auftakt hat.

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HSV-Trainer Thioune verspricht nach Pokal-Aus Besserung

Für HSV-Trainer Daniel Thioune hätte sein Pflichtspieldebüt nicht schlechter hätte laufen. Mit 1:4 (0:2) war seine Mannschaft im DFB-Pokal beim Drittligisten Dynamo Dresden untergegangen. Und das nur vier Tage vor dem Zweitligastart gegen Fortuna Düsseldorf am Freitag (18.30 Uhr/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de). „Wir müssen uns jetzt schütteln, was uns auch gelingen wird. Wir sind gestolpert. aber am Freitag gegen Düsseldorf werden wir ein anderes Bild abgeben“, versprach Thioune nach dem Spiel.

Anders als es das Ergebnis jedoch vermuten lässt, hatten auch die Hamburger beste Torchancen. Doch Aaron Hunt, Simon Terodde und vor allem Lukas Hinterseer vergaben. Auch die Abwehr offenbarte große Schwächen. „Wir haben einen auf die Nase bekommen. Do oder die – leben oder sterben. Heute sind wir gestorben“, sagte Thioune.

HSV-Bruchlandung in Dresden – Bilder des Spiels:

Medizincheck in Lyon – Pollersbeck fehlt beim HSV-Training

Das Problem: Für grundlegende Veränderungen bleibt kaum Zeit. Am Dienstagnachmittag stand für die Stammspieler eine Einheit Regeneration im Kraftraum auf dem Programm. Toni Leistner konnte somit weiteren Nachfragen nach seiner Attacke gegen einen Dresdner Fan vorerst ausweichen. Der Angriff hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Die Ersatzspieler gingen derweil auf den Trainingsplatz. Julian Pollersbeck allerdings nicht: Der Torwart weilte am Nachmittag in Frankreich, um den abschließenden Medizincheck zu absolvieren, bevor er einen Vierjahresvertrag beim Champions-League-Halbfinalisten Olympique Lyon unterschreiben wird. Der HSV soll eine Ablöse in Höhe von 500.000 Euro erhalten.

Genk trennt sich von Ex-HSV-Trainer Wolf

Nach einem schwachen Saisonstart hat sich der belgische Erstligist KRC Genk vom früheren HSV-Trainer Hannes Wolf getrennt. Die Clubleitung halte nach nur fünf Punkten aus den ersten fünf Saisonspielen einen Neustart für nötig, teilte der vierfache Meister am Dienstag mit. Zuletzt hatte Genk am Montagabend mit 2:5 bei Beerschot VA verloren, in belgischen Medien war zuvor von einem Schicksalsspiel für Wolf die Rede gewesen.

Wolf, der 2019 den Aufstieg mit dem HSV verpasst hatte, hatte erst im vergangenen November bei den Belgiern unterschrieben. Wegen des vorzeitigen Abbruchs der Pro League infolge der Corona-Pandemie verpasste der 39-Jährige aber mit dem amtierenden Meister die europäischen Ränge.

Stanisic lobt satirische Qualität des HSV

Buchpreisträger Sasa Stanisic hat die HSV-Pokalniederlage in Dresden gewürdigt. "Es wird ja oft und zu Recht über den desolaten Zustand der deutschsprachigen Satire gesprochen. Auf der anderen Seite liefert HSV seit circa 15 Jahren derart konsequent, das muss doch auch mal Anerkennung finden", schreibt der Hamburger Autor und bekennende HSV-Fan bei Twitter.

Dann rekapituliert Stanisic in einem Twitter-Kurzroman die jüngere Geschichte von HSV-Peinlichkeiten: Er erinnert an "körperliche Comedy und Slapstick" wie beim Fauxpas mit der Papierkugel, an "Rollencomedy" mit überschätzten Star-Einkäufen wie Naohiro Takahara, Marcus Berg und dem späten Rafael van der Vaart, die "Ein-Mann-Performances" von Klaus-Michael Kühne und Peter Knäbel und die epischen Klatschen beim FC Bayern. "Kluge und auch sympathische Glanzlichter deutschen Sporthumors und feine Aussagen gegen das ewige Fordern nach hohen Leistungen im Profisport", schreibt Stanisic.

Dynamo-Trainer Kauczinski relativiert Sieg über HSV

Nach dem Coup im DFB-Pokal gegen den HSV war Markus Kauczinski nur kurz zu Scherzen aufgelegt. „Wenn ich verliere, schreibt mir keiner“, sagte der Trainer von Dynamo Dresden mit Blick auf sein Handy und hatte dabei ein verschmitztes Lächeln auf dem Gesicht.

Das verschwand jedoch, als der 50-Jährige seine Eindrücke vom Spiel Revue passieren lassen sollte. Denn trotz des 4:1-Erfolgs wollte der Coach des Drittligisten nicht in Lobeshymnen verfallen: „Wir hatten auch immer wieder Phasen, wo wir den Gegner zu Chancen eingeladen haben. Ich schwebe nicht auf Wolke sieben und meine Gedanken sind schon bei Kaiserslautern und dem, was wir ändern müssen. Denn das waren mir ein paar Chancen zu viel.“

Der HSV in Dresden in der Einzelkritik

Defensiv sieht Kauczinski Verbesserungsbedarf, doch bei aller Zurückhaltung und Warnung: seine Mannschaft hatte an diesem Abend einen leidenschaftlichen Kampf geboten. Das musste auch Dynamos Coach loben. Der Auftritt gegen die zumindest individuell stärker besetzten Hamburger war eine Bestätigung, „dass wir das Tempo gehen und auch Tore machen können“.