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HSV holt Verteidiger Leistner – was Thioune von ihm erwartet

Toni Leistner spielte in der abgelaufenen Rückrunde in Köln. Nun wechselt der Verteidiger zum HSV.

Toni Leistner spielte in der abgelaufenen Rückrunde in Köln. Nun wechselt der Verteidiger zum HSV.

Foto: imago / Poolfoto

Ein neuer Abwehrchef für den HSV. Simon Terodde hat eine verrückte Vertragsklausel. Und: Kapitän Hunt bricht das Training ab.

Hamburg/Bad Häring. Die HSV-News am Freitag, den 28. August 2020:

HSV verpflichtet Toni Leistner

Ein neuer Abwehrspieler für den HSV: Die Hamburger haben Toni Leistner (30) verpflichtet. Der Innenverteidiger hat einen Zweijahresvertrag bis 2022 beim Zweitligisten unterschrieben. In der abgelaufenen Rückrunde war Leistner für den 1. FC Köln in der Bundesliga als Leihspieler aktiv. Er gilt als konsequenter Zweikämpfer, der zudem über einen guten Spielaufbau verfügt. Einen solchen Spieler hatte sich Trainer Daniel Thioune vor zwei Tagen nach der 2:3-Testspielniederlage gegen Stuttgart gewünscht.

Was Thioune über Leistner-Transfer sagt

„Er definiert sich über eine sehr hohe Robustheit, eine Balleroberungsmentalität“, sagte Thioune. „Er ist sehr gierig gegen den Ball, sehr aktiv. Leistner sei aber vor allem jemand, der dank seiner Erfahrung in der Lage sei, eine Mannschaft zu führen. „Das war der Anspruch, den ich hatte: Ich brauchte jemanden, der sofort funktioniert und links und rechts den einen oder anderen mitziehen kann."

Gemeint ist der Hamburger Kinderriegel, bestehend aus Jonas David (20) und Stephan Ambrosius (21), die sich an der Seite von Leistner weiter entwickeln sollen. „Ich glaube, diesen Erwartungen wird Toni auch gerecht werden.“

HSV holt Leistner ablösefrei

Auch Sportdirektor Michael Mutzel freute sich über den Transfer. „Er passt genau in unser Anforderungsprofil und ist die gesuchte Verstärkung. Seine Entscheidung für den HSV trotz anderer Angebote zeigt, dass er Bock auf die Aufgabe in Hamburg hat.“ Seine beste Zeit hatte Leistner zwischen 2014 und 2018 bei Union Berlin, wo er sich den Status des Publikumslieblings erarbeitete, ehe er zum englischen Zweitligisten Queens Park Rangers wechselte.

Leistner kommt ablösefrei zum HSV, da er am heutigen Freitag seinen Vertrag bei QPR auf der Insel aufgelöst hat. Damit haben die Hanseaten die größte Baustelle des Kaders geschlossen. Denkbar ist, dass noch ein zweiter Innenverteidiger verpflichtet wird.

Teroddes verrückte Klausel im HSV-Vertrag

Auf den ersten Blick ist es eine kuriose Vertragsklausel, die der HSV beim Wechsel von Simon Terodde mit dem 1. FC Köln ausgehandelt hat. Wie die "Bild" erfahren haben will, soll der Torjäger im Sommer 2021 in jedem Fall eine Prämie von 200.000 Euro erhalten. Wer diese Summe allerdings zahlen muss, darüber entscheidet das sportliche Abschneiden des HSV in der anstehenden Saison.

So können die 200.000 Euro zum einen zur Aufstiegsprämie werden, die dann natürlich der HSV zahlen würde. Sollten die Hamburger aber erneut die Bundesliga-Rückkehr verpassen, würde Terodde dem Bericht zufolge dieselbe Summe vom 1. FC Köln erhalten. Den Vertrag handelte Sportvorstand Jonas Boldt aus. "Der irre Terodde-Vertrag – Köln zahlt, wenn der HSV NICHT aufsteigt", titelt die "Bild".

Für HSV-Wechsel zahlt Köln Terodde eine Abfindung

Zur Erinnerung: Der Bundesligist aus dem Rheinland zahlt dem 32 Jahre alten Stürmer bereits eine Abfindung in Höhe von 700.000 Euro, damit er ein Jahr vor Vertragsende den Verein verlässt und sich dem HSV anschließt. Ein Teil der Summe soll erst im Jahr 2021 fließen.

Mit der Abfindung wird die Differenz des Gehalts ausgeglichen. Denn beim 1. FC Köln verdiente Terodde mit 2,5 Millionen Euro pro Jahr deutlich mehr als jetzt in Hamburg, wo er ein Salär von rund 500.000 Euro plus Prämien für Tore und Einsätze erhalten soll. In zehn Monaten kommen weitere 200.000 Euro hinzu.

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HSV-Kapitän Hunt bricht Training ab

Derweil hat Kapitän Aaron Hunt (33) die Vormittagseinheit im Trainingslager in Bad Häring mit Oberschenkelproblemen abgebrochen. Mit einem dick bandagierten Oberschenkel wurde der Mittelfeld-Routinier zurück ins Hotel gefahren, wo er genauer untersucht wurde. Anschließend teilte der HSV auf Nachfrage mit, dass es sich um muskuläre Probleme handele.

Ein Einsatz am Nachmittag beim Helden Cup gegen Feyenoord Rotterdam (1:0) war zwar schon im Vorfeld ausgeschlossen. Zu einer längeren Ausfallzeit soll es nach Angaben des Vereins bei Hunt aber nicht kommen.

HSV: Onana und Kinsombi fallen aus

Doch damit nicht genug: Auch Mittelfeldtalent Amadou Onana (18) hat kurz darauf das Training abgebrochen. Die Gründe waren zunächst nicht ersichtlich. Später teilte der HSV mit, dass es sich nur um leichte Leistenprobleme handeln soll. Der Belgier fällt ebenfalls gegen Rotterdam aus.

Genauso wie David Kinsombi, den muskuläre Probleme plagen. Damit musste Trainer Daniel Thioune beim Testspiel auf drei zentrale Mittelfeldspieler verzichten. "Es sind Ermüdungserscheinungen", sagte der HSV-Coach über die Verletzungen. "Ich gehe nicht davon aus, dass sie länger ausfallen."

HSV: Santos-Prozess verschoben

Und noch eine Nachricht vom HSV: Der für diesen Freitag terminierte Prozess vor dem Landgericht Hamburg zwischen Spielervermittler Marcus Haase und dem Zweitligisten wurde von Amts wegen verschoben. Ein neuer Termin soll zeitnah in diesem Herbst gefunden werden. Zur Erinnerung: Haase, der beim Millionentransfer Douglas Santos’ zu Zenit St. Petersburg beteiligt war, hat den HSV auf 1,2 Millionen Euro Provision verklagt.