Testspiel gegen Stuttgart

HSV zeigt Moral, verliert aber nach Gegentor aus 60 Metern

HSV-Neuzugang Klaus Gjasula (r.) patzte beim Testspiel gegen den VfB Stuttgart vor dem traumhaften Gegentor aus 60 Metern zum 0:2.

HSV-Neuzugang Klaus Gjasula (r.) patzte beim Testspiel gegen den VfB Stuttgart vor dem traumhaften Gegentor aus 60 Metern zum 0:2.

Foto: Witters

Terodde trifft bei HSV-Debüt. Stuttgart deckt gnadenlos die Schwächen der Hamburger auf. Thioune wünscht sich neuen Verteidiger.

Kufstein. Trotz eines geglückten HSV-Debüts von Neuzugang Simon Terodde hat der HSV sein Testspiel gegen den VfB Stuttgart 2:3 verloren. Der Torjäger kam in der ersten Halbzeit zum Einsatz und zeigte bei seinem Treffer kurz vor der Pause, warum ihn der HSV verpflichtet hat. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Hamburger allerdings schon mit 0:3 zurück.

„Es ist nicht schön, wenn man schon wieder ein Spiel verliert", sagte Trainer Daniel Thioune nach der dritten Niederlage im vierten Testspiel der Saison-Vorbereitung. Mut machte dem Coach zumindest die Comeback-Qualität seiner Mannschaft. „In der zweiten Halbzeit waren wir deutlich stabiler.“

HSV kassiert Gegentor aus 60 Metern

Insgesamt aber deckte Bundesliga-Aufsteiger Stuttgart gnadenlos die Schwachstellen des HSV auf. Vor allem das Innenverteidiger-Duo Jonas David und Stephan Ambrosius offenbarte Defizite in puncto Geschwindigkeit und Passspiel.

Das nutzte der VfB effektiv aus – angetrieben von einem spielstarken Nicolás González, der zur Krönung das dritte Stuttgarter Tor aus rund 60 Metern nach einer Balleroberung gegen den schläfrigen Gjasula schoss (siehe Gif unten). „Vielleicht passiert uns das nicht alle Tage in der Zweiten Liga", hofft Thioune.

HSV zeigt Moral gegen Stuttgart: Terodde trifft

Danach aber zeigte der HSV Moral und kämpfte sich zumindest bis auf ein Tor wieder heran. Auch wenn der Ausgleich nicht mehr gelingen sollte, können die Hamburger auf ihre Leistung ab dem 0:3 aufbauen. Was aber bis zum 0:3 vor allem defensiv passierte, gilt es nun für Thioune und Sportvorstand Jonas Boldt, der im Stadion war, intern aufzuarbeiten.

„Es war auffällig, dass es nicht mal mehr der Gegner war, der uns vor Probleme gestellt hat, sondern wir in den entscheidenden Momenten individuelle Fehler gemacht haben", sagte Thioune, der damit vor allem die Defensive gemeint haben dürfte.

Thioune wünscht sich neuen HSV-Verteidiger

Zweieinhalb Wochen vor dem Saisonstart im DFB-Pokal gegen Dresden wurde beim Testspiel gegen Stuttgart abermals deutlich, dass die Hanseaten dringend noch einen Innenverteidiger benötigen. „Wir brauchen definitiv jemanden, der die Mannschaft von hinten führen kann", sagte Thioune. „Darüber reden wir aber nicht erst seit heute. Meine Vorgesetzten sind sehr fleißig am Arbeiten und ich glaube, dass wir noch Zuwachs bekommen.“

Hier können Sie den Live-Blog des Abendblatts nachlesen:

HSV – Stuttgart 2:3 (1:3)

Dudziak prüft Stuttgart-Keeper

Inzwischen läuft die Nachspielzeit. Soeben hat der agile Dudziak noch einmal den unsicheren Bredlow im Tor der Stuttgarter geprüft (89.). Mehr als eine Ecke brachte diese Möglichkeit aber nicht ein. Es war die letzte Aktion des Spiels. Damit bleibt es beim 2:3 aus Sicht des HSV.

HSV verpasst Ausgleich, VfB scheitert am Pfosten

Es geht weiter hin und her: Zunächst hat Onana den Ausgleich auf dem Kopf, doch sein Kopfball aus sechs Metern ist nicht druckvoll genug und somit eine leichte Beute für VfB-Keeper Bredlow. Im Gegenzug ist Al Ghaddioui durch, Stuttgarts Stürmer trifft allerdings nur den Pfosten und somit bleibt es eine offene Partie.

HSV verkürzt auf 2:3 gegen Stuttgart

Der HSV steckt nicht auf und verkürzt nun auf 2:3 gegen den VfB. Es war eine Co-Produktion von drei eingewechselten Profis: Narey zimmert einen von Hinterseer herausgeholten Freistoß aufs Tor. Stuttgarts Torwart Bredlow hat damit sichtbar Mühe und wehrt unglücklich nach vorne ab, wo Wintzheimer bereits lauert und per Kopf zum direkten Anschluss trifft (66.). Belohnt sich der HSV in der Schlussphase für seine Moral zumindest noch mit einem Unentschieden?

HSV-Abwehr mit vielen Wacklern

"Stets bemüht" – so könnte man den Auftritt des HSV nach gut 60 Minuten zusammenfassen. Auch nach der Pause ist die HSV-Defensive die große Schwachstelle. Vor allem Jonas David unterlaufen nun einige Fehlpässe direkt am Strafraum. Das ging bereits nicht gut, und wird wohl auch ein weiteres Mal nicht gut gehen, wenn das so weitergeht.

Terodde trifft für HSV gegen Stuttgart

Ist das nur der Ehrentreffer? Simon Terodde trifft in seinem ersten Spiel für den HSV und verkürzt (immerhin) auf 1:3 aus Hamburger Sicht. Jatta läuft sich auf Rechtsaußen frei und legt quer ins Zentrum, wo Terodde den Fuß hinhält und Stuttgarts Torwart Bredlow tunnelt (43.). Kurz danach schlenzt Kittel nach einem feinen Dribbling nur knapp am Tor vorbei. Danach ist Halbzeit. Geht hier noch was?

Stuttgart schießt 60-Meter-Tor gegen HSV

Was für ein Tor vom VfB! Kittel spielt Gjasula in den Rücken. Der Neuzugang trabt nur gemächlich dem Ball hinterher. Das guckt sich González nicht lange an. Der Torschütze zum 0:2 schnappt Gjasula die Kugel weg und probiert es einfach mal aus der eigenen Hälfte – Tor (38.)! Heuer Fernandes sieht natürlich nicht gut aus bei diesem Gegentor aus rund 60 Meter. Aber es war auch einfach ein überragender Geistesblitz des Argentiniers. Nun läuft der HSV einem 0:3 hinterher.

HSV liegt 0:2 gegen Stuttgart zurück

Und wieder laufen die HSV-Verteidiger nur hinterher: Diesmal taucht González alleine vor Heuer Fernandes auf – mit anderem Ausgang. Der Argentinier schiebt den Ball an Hamburgs Torhüter vorbei zum 0:2 für die Schwaben (32.). Der HSV ist wirklich nicht schlecht im Spiel, doch der VfB zeigt die Schwächen der Rothosen gnadenlos auf.

Stuttgart fast mit dem zweiten Tor

Jetzt können sich die Hamburger aber bei Torhüter Heuer Fernandes bedanken, dass es "nur" 0:1 steht. Torschütze Klimowicz läuft der HSV-Abwehr davon, scheitert aber im Eins gegen Eins am Deutsch-Portugiesen. Stuttgart tritt bislang selten offensiv in Erscheinung. Bei den wenigen Momenten werden allerdings die Geschwindigkeitsdefizite der Innenverteidiger Ambrosius und David offenbart.

HSV hat viel mehr vom Spiel

Nach knapp 20 Minuten lässt sich festhalten, dass der HSV gut im Spiel ist. Die Thioune-Elf stört Stuttgart früh mit konsequentem Pressing und hat gleichzeitig deutlich mehr Ballbesitz. Einzig mit dem Ergebnis können die Hamburger nicht zufrieden sein. Der VfB findet kaum statt, liegt aber nun mal in Führung. Möglicherweise muss der HSV das eigene Angriffsspiel etwas schneller und zielstrebiger aufziehen, um Stuttgart noch mehr unter Druck zu setzen.

HSV kassiert 0:1 gegen Stuttgart

Nach einem Abwehrpatzer von Stephan Ambrosius gerät der HSV in Rückstand. Der Innenverteidiger verliert den Ball in der Vorwärtsbewegung, Jonas David kann ebenfalls nicht klären und dann geht es ganz schnell bei den Schwaben. Silas treibt den Ball an, legt quer auf González, der etwas unfreiwillig an Youngster Klimowicz übergibt, der das 0:1 erzielt (9.). HSV-Keeper Heuer Fernandes war ohne Abwehrchance.

HSV: Zwei Testspiele im Trainingslager

Im Rahmen des Helden Cups, an dem der HSV während seines Trainingslagers im österreichischen Tirol teilnimmt, treffen die Hamburger außerdem am Freitag auf den niederländischen Spitzenclub Feyenoord Rotterdam (28. August, 16 Uhr).

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Bei den bisherigen Testspielen offenbarte der HSV reichlich Luft nach oben. Beim einzigen Sieg gegen Drittligist Rostock (1:0) fehlte es an spielerischer Kreativität, die weiteren Vorbereitungsspiele gegen den dänischen Meister Midtjylland (0:2) sowie dessen Ligarivalen Randers (1:2) waren ebenfalls nicht überzeugend, wenngleich diese Partien zweifellos nur eine geringe Aussagekraft haben.

Mit dem Bundesliga-Aufsteiger Stuttgart trifft der HSV nun auf einen Gegner, der in der Vorbereitung genauso weit ist wie man selber.

Die Aufstellungen:

  • HSV, 1. Halbzeit: Heuer Fernandes – Vagnoman, David, Ambrosius, Leibold – Kinsombi (C), Gjasula – Jatta, Hunt, Kittel – Terodde.
  • HSV, 2. Halbzeit: Heuer Fernandes (63. Mickel) – Vagnoman (76. Wood), David, Ambrosius, Leibold – Onana, Gjasula (76. Opoku) – Jatta (63. Hinterseer), Dudziak, Narey – Wintzheimer.
  • Tore: 0:1: Klimowicz (9.), 0:2 González (32.), 0:3 González (38.), 1:3 Terodde (43.), 2:3 Wintzheimer (66.)