Handball

HSV Hamburg: Neues Trikot – aber Sponsoren fehlen

Foto: Fishing4

Zweitliga-Handballer verlieren Testspiel beim Bundesligaclub Füchse Berlin mit 29:38. Geschäftsführer sucht noch nach Sponsoren.

Hamburg. Stolz präsentieren konnten die Füchse Berlin ihr neues „Fell“ ihren Fans beim Premierenerfolg noch nicht. Die Zweitligamänner des HSV Hamburg verzichteten gleich ganz auf neue Kleider und liefen im unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragenen Testspiel beim Handball-Bundesligisten in den alten Trikots auf. Letztlich standesgemäß mit 29:38 (15:19) verlor der Zweitligaachte der vergangenen Saison im Sportforum in Berlin-Hohenschönhausen beim Europapokal-Teilnehmer. Ob’s an den Trikots lag? Natürlich nicht!

Es sind noch Sponsorenplätze frei

Während aber die Berliner ihr grün-weißes Jersey von Ausrüster Puma einweihten, blieben die vom HSVH am Freitagabend präsentierten rot-blauen Heimtrikots noch eingepackt. Zumal auf den Hummel-Shirts längst nicht alle Sponsorenplätze wieder vergeben sind.

Drei freie Flächen auf der Brust sollen noch besetzt werden, darunter die des Hauptsponsors. „Wir befinden uns in guten Gesprächen und hoffen, dass wir die Werbeflächen bis zum Saisonstart allesamt vergeben haben. Neben unseren bestehenden wollen wir aber auch neuen Partnern die Chance geben, sich einen extrem prominenten Platz auf dem Trikot zu sichern“, sagt Geschäftsführer Sebastian Frecke.

Die aus Hongkong stammende MultiBank Group kleidet den HSVH seit zwei Jahren als erster internationaler Partner. Der Hauptsponsor mit einem geschätzten Engagement von 250.000 Euro soll gehalten werden. Auch die Zusage von Premiumsponsor AOK steht aus. Die Krankenkasse unterstützt im Deutschen Handball-Bund auch die Nachwuchsförderung. Einzig die S-Bahn Hamburg wird wohl künftig nicht mehr auf dem Trikot zu sehen sein. Das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn ist im Hamburger Sport beim Basketball-Bundesligisten Hamburg Towers und den Handball-Bundesligafrauen des Buxtehuder SV aktiv, zudem im „Hamburger Weg“ der HSV Fußball-AG und bei Altona 93 engagiert. Den HSVH unterstützt die S-Bahn seit Beginn des Neuaufbaus im Jahr 2016.

Etat liegt bei 1,8 Millionen Euro

Wegen der Corona-Krise samt der finanziellen Auswirkungen auf die gut 110 größeren und kleineren Sponsoren des Vereins und der fehlenden Planungssicherheit für die am 2. Oktober mit oder ohne Zuschauer beginnenden Spielzeit fahre man derzeit ohnehin auf Sicht, hatte Präsident Marc Evermann Anfang August im Abendblatt erklärt. Der Etat soll letztlich bei 1,8 Millionen Euro liegen, rund 2,5 Millionen Euro betrugen die Planungen in der abgebrochenen vergangenen Saison. Die weiteren Trikot- und Hosensponsoren Hamburger Feuerkasse, Belfor, Holsten, Block House und HSEQ bleiben dabei.

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Im ersten offiziellen Testspiel in Berlin konnte das Team von Trainer Torsten Jansen trotz sechsstündiger Busanfahrt vor allem zu Beginn gegen den Favoriten überzeugen. Wegen einer Sperrung der Autobahn 24 bei Fehrbellin hatte sich der Anpfiff um eine Stunde verschoben.

Ordentliches Spiel sechs Wochen vor Saisonbeginn

„Es war zu diesem frühen Zeitpunkt der Vorbereitung und sechs Wochen vor Saisonbeginn ein ordent­liches Spiel von uns, mit hohem Tempo auf beiden Seiten“, bilanziert Kreisläufer Niklas Weller. Eine Schwächephase und ein 0:5-Lauf Mitte der zweiten Halbzeit brachten den HSVH um ein knapperes Ergebnis. Spielmacher Leif Tissier traf siebenmal, bester Füchse-Werfer war der langjährige Hamburger Hans Lindberg mit elf Toren. Den dänischen Rechtsaußen scheint das neue „Fell“ auch mit 39 Jahren zu beflügeln.