Testspiel-Niederlage

1:2 gegen Randers: HSV-Coach Thioune übt deutliche Kritik

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Zwei Tage nach dem 0:2 gegen Midtjylland verlieren die Hamburger auch gegen Randers. Neuzugang Terodde wird geschont.

Hamburg. Daniel Thioune versuchte gar nicht erst, das 1:2 gegen Randers FC schön zu reden. „Das Ergebnis hat nicht notgetan, absolut nicht“, sagte der HSV-Trainer nach dem Testspiel gegen den dänischen Erstligisten am Sonnabend. Zwei Tage nach dem 0:2 gegen den FC Midtjylland verloren die Hamburger auch gegen dessen Ligarivalen Randers.

Anders als am Donnerstag gegen den dänischen Meister war der HSV am Sonnabend aber nicht unterlegen. Umso mehr ärgerte sich Thioune über das Resultat. „Wenn man das komplette Spiel die Ballkontrolle hat und dann am Ende so fahrlässig agiert, dann haben wir es hergeschenkt. Dann gefällt es mir nicht“, sagte Thioune.

Vor allem die Leistung einiger Spieler kritisierte der 46-Jährige deutlich. „Ich habe allen ausreichend Zeit gegeben, sich zu präsentieren. Da haben sich einige schon etwas besser gezeigt und einige auch deutlich weniger. Da hatte ich eine andere Erwartungshaltung.“

HSV-Trainer Thioune testet in Dritteln verschiedene Varianten

Thioune probierte gegen Randers einiges aus. So brachte er Flügelstürmer Aaron Opoku als Rechtsverteidiger und Xavier Amaechi im zentralen Mittelfeld, die Sechser Amadou Onana und Klaus Gjasula mussten in der Innenverteidigung aushelfen, Spielmacher Aaron Hunt agierte im defensiven Mittelfeld.

In Dritteln über jeweils 30 Minuten testete Thioune verschiedene Varianten. Vor allem im ersten Abschnitt hatten die Hamburger Probleme. „Da waren wir sehr behäbig, sehr schleppend.“ Folgerichtig traf Emil Riis zum 0:1 (30.).

Nach der ersten Pause spielte der HSV dann schwungvoller und flüssiger. „Der zweite Block hatte deutlich mehr Tempo und auch zu Recht die Torerzielung.“ Manuel Wintzheimer verlängerte einen langen Flugball von Tim Leibold aus 18 Meter mit dem Kopf über den Dänen-Torwart hinweg (53.). Im letzten Drittel passierte dann nicht mehr viel. Bis auf ein paar Halbchancen durch Gjasula und Lukas Hinterseer fand der HSV offensiv kaum statt. „Im letzten Block hatten wir viel Ballkontrolle, haben aber wenig nach vorne gemacht“, so Thioune.

Die besten Bilder des Spiels:

„Das zweite Gegentor haben wir dem Gegner geschenkt"

Kurz vor Schluss traf dann Andre Römer aus 18 Metern unbedrängt zum Endstand. „Das zweite Gegentor haben wir dem Gegner geschenkt. Das war fahrlässig“, ärgerte sich Thioune, der auch nur wenige positive Erkenntnisse sammelte. „Wir haben nicht viel zugelassen, das war der Schwerpunkt. Trotzdem darf man agiler nach vorne agieren und auch torgefährlicher sein. Was ich akzeptiere, ist ein gewisses Maß an Müdigkeit. Aber das darf nicht als Entschuldigung herhalten. Es waren zu einfache Ballverluste und zu wenig Balltempo. Daran werden wir arbeiten.“

Thioune verzichtete noch auf Sturmneuzugang Simon Terodde. Der 32-Jährige hatte erst am Freitag das erste Mal mit der Mannschaft trainiert. „Simon müssen wir die Gelegenheit geben, bei uns anzukommen. Das war mit zu viel Risiko verbunden, ihn heute reinzuwerfen.“ Auch Sonny Kittel ließ Thioune sicherheitshalber noch draußen.

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Vier Wochen vor dem Saisonstart gegen Düsseldorf wurde erneut sichtbar, dass der Kader des HSV noch Optimierungen bedarf. „Da wird es sicher noch ein paar Veränderungen geben“, sagte Thioune. Vor allem in der Innenverteidigung braucht der Club noch eine Verstärkung. Auch wenn insbesondere der junge Onana einen guten Eindruck auf der neuen Position machte. „Er hat gut vorwärts verteidigt. Er nimmt eine positive Entwicklung. An ihm werden wir sicher noch Freude haben“, so Thioune.

Am Sonntag hat die Mannschaft frei. Montagnachmittag steht nach der Ankunft im Trainingslager im österreichischen Bad Häring die nächste Trainingseinheit an. „Dann müssen wir ein bisschen was mit dem Spielgerät machen, damit es auch nach vorne besser aussieht.“

Die Aufstellung des HSV gegen Randers:

HSV bis 46. Minute: Mickel – Opoku, Onana, Ambrosius, Leibold – Amaechi, Hunt, Dudziak – Wintzheimer, Wood, Jatta

HSV ab 46. Minute: Pollersbeck – Vagnoman, David, Ambrosius, Leibold – Onana, Gjasula, Dudziak – Opoku, Wintzheimer, Amaechi

HSV ab 60. Minute: Pollersbeck – Narey, David, Gjasula, Vagnoman – Fabisch, Kinsombi, Amaechi – Wintzheimer, Hinterseer, Opoku

Tore: 0:1 Riis (30.), 1:1 Wintzheimer (53.), 1:2 Römer (86.)