Testspiel im Live-Blog

Wie Thioune die HSV-Niederlage gegen Midtjylland einordnet

HSV-Neuzugang Klaus Gjasula grätscht mit Midtjyllands Awer Mabil um die Wette.

HSV-Neuzugang Klaus Gjasula grätscht mit Midtjyllands Awer Mabil um die Wette.

Foto: Witters

HSV-Coach moniert die Chancenverwertung. Wie sich der HSV im Testspiel gegen den dänischen Meister geschlagen hat.

Hamburg. Bis kurz vor Schluss hatte der HSV noch auf einen Lucky Punch im Testspiel gegen den FC Midtjylland gehofft. Dann aber schlug der dänischen Meister mit dem Schlusspfiff zum zweiten Mal zu – und so verloren die Hamburger letztlich verdient mit 0:2 im Volkspark.

Die Hanseaten hatten in der Anfangsphase Probleme gegen die spielbestimmenden Dänen. Dann aber stabilisierte sich der HSV und hatte in Person von Hunt (24.) und Hinterseer (41.) die Führung auf dem Fuß. "Die Dinger lagen auf dem Silbertablett, da darf man dann auch zustechen", klagte Trainer Daniel Thioune über die Chancenverwertung.

Wie Thioune das HSV-Testspiel einordnet

Nach der Pause brachte der HSV-Coach, der von seiner Mannschaft zu wenig der im Vorfeld geforderten Umschaltmomente zu sehen bekam, mit Fabisch (19), Amaechi (19), Ambrosius (21), Opoku (21) und Wintzheimer (21) einige Talente – unter anderem für die Leistungsträger Dudziak, Hunt, Jatta. Das merkte man dem Spiel auch an, denn fortan machte Midtjylland das Spiel und belohnte sich selbst für den durchdachten Auftritt mit zwei Toren.

"Wir sind erst in der zweiten Woche der Vorbereitung, Midtjylland steht kurz vor dem Saisonstart. Daher waren die Unterschiede für mich erwartbar", sagte Thioune. "Trotzdem bin ich nie mit einer Niederlage zufrieden. Wir wollten den Gegner von unserem Tor weghalten. Hinten raus haben wir dann aber zu viel zugelassen."

HSV verliert Testspiel gegen Midtjylland mit 0:2

HSV mit Pollersbeck, aber ohne Terodde

Beim HSV hütete Julian Pollersbeck wie im Vorfeld abgesprochen in der ersten Halbzeit das Tor, nach der Pause kam Konkurrent Daniel Heuer Fernandes in die Partie. Keiner der beiden Torhüter konnte sich allerdings auszeichnen und so bleibt der Kampf um die Nummer eins im Tor weiterhin offen – sofern Pollersbeck nicht noch verkauft wird.

Neuzugang Simon Terodde stand noch nicht im Aufgebot der Hamburger. Dafür durften sich Lukas Hinterseer und Bobby Wood jeweils eine Halbzeit lang im HSV-Sturm beweisen. Während Hinterseer zumindest zu zwei vielversprechenden Torchancen kam, wirkte Wood einmal mehr wie ein Fremdkörper.

Der Live-Blog des Abendblatts zum Nachlesen:

HSV – Midtjylland 0:2 (0:0)

Midtjylland macht den Sack zu

Das war's! Gustav Isaksen trifft mit der letzten Aktion des Spiels zum 0:2 für den dänischen Meister (90.). Der Treffer hatte sich angedeutet. Midtjylland war in der zweiten Hälfte die klar bessere Mannschaft. Schiedsrichter Ittrich pfeift gar nicht erst wieder an. Somit verliert der HSV zu Hause gegen einen starken Gegner.

Kinsombi vergibt Ausgleich für den HSV

Und da war sie, die eine Chance, die dem HSV den Ausgleich hätte bescheren können. Der talentierte Fabisch schüttelt seinen Gegenspieler ab und schickt Kinsombi in die Tiefe, der im Strafraum am sich breit machenden Gäste-Keeper Hansen scheitert (87.).

Geht hier noch was? Wohl wenn dann auf der anderen Seite. Der 21 Jahre alte Trop knallt einen Freistoß an die Latte (89.). Heuer Fernandes wirkte etwas überrascht von dem strammen Schuss des Dänen.

HSV sorgt kaum für Entlastung

Midtjylland ist inzwischen die klar bessere Mannschaft mit einer reiferen Spielstruktur. Das ist allerdings wenig verwunderlich, weil Thioune in der zweiten Hälfte einige Talente für den einen oder anderen Leistungsträger gebracht hat – und weil die Dänen schon deutlich weiter in der Vorbereitung sind.

Soeben fehlten beim Abschluss von Linksaußen Paulinho nur wenige Zentimeter zum 0:2 für die Gäste (77.). So aber hat der HSV weiterhin die Möglichkeit, mit einem gelungenen Spielzug in der Schlussphase für einen Achtungserfolg zu sorgen.

HSV kassiert 0:1 gegen Midtjylland

Wieder kommen die Gäste aus Dänemark besser aus der Kabine – und gehen nun auch in Führung. Paulinho setzt sich sehenswert auf der linken Außenbahn gegen Rechtsverteidiger Narey durch und dringt in den Strafraum ein. Seine scharfe Hereingabe muss Kaba nur noch über die Linie drücken (58.). Torhüter Heuer Fernandes war chancenlos.

Der HSV läuft nun einem Rückstand hinterher. Thioune reagiert und bringt Wintzheimer und Opoku für Narey und Jatta.

Thioune wechselt HSV komplett durch

Mit fünf Neuen startet der HSV in den zweiten Durchgang. Für Pollersbeck steht nun wie im Vorfeld abgesprochen Heuer Fernandes im Tor. Außerdem sind Verteidiger Ambrosius, Amaechi, Fabisch und Wood neu von der Partie. Draußen bleiben Leibold, Dudziak, Hunt und Hinterseer.

Auf dem Platz ordnet sich das wie folgt an: Vagnoman rückt von der rechten auf die linke Abwehrseite. Narey hilft nun rechts hinten in der Viererkette aus, in der Ambrosius innen an der Seite von David agiert. Gjasula rückt dafür eine Position nach vorne auf seine angestammte "Sechs". Amaechi soll nun auf der linken Offensivseite für Tempogegenstöße sorgen, Jatta wirbelt auf der rechten Seite.

Hinterseer verpasst HSV-Führung

Gerade wäre der HSV beinahe in Rückstand geraten, nun vergibt Lukas Hinterseer auf der Gegenseite die bislang wohl größte Chance des Spiels. Der Österreicher kommt im Strafraum gleich doppelt zum Abschluss, sein 2. Versuch wird allerdings kurz vor der Torlinie geblockt (41.).

Nur wenige Minuten danach pfeift der Hamburger Schiedsrichter Patrick Ittrich zur Halbzeit. Nach anfänglichen Problemen hält der HSV ordentlich dagegen. Es ist ein munteres, zum Teil sogar temporeiches Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten. Das Einzige, das bislang fehlt, sind die Tore.

Jatta-Blackout von Midtjylland fast bestraft

Beinahe wäre der Blackout von Bakery Jatta bestraft worden. Der Gambier will hinten aushelfen, trennt sich aber nicht vom Ball und verpasst schließlich den richtigen Zeitpunkt des Abspiels auf den sich anbietenden Torhüter Pollersbeck. Midtjylland-Profi Paulinho geht dazwischen und bedient Kaba, der alleine aufs Tor zuläuft, aber seinen Schlenzer aufs lange Eck etwas zu hoch ansetzt (38.). Somit bleibt es beim 0:0. Glück für den HSV!

Zuvor hatte Hunt seine zweite Freistoß-Möglichkeit unmittelbar an der Strafraumkante mit einem harmlosen Lupfer fast schon sträflich vergeben (29.).

Hunt mit der ersten HSV-Chance

Mit zunehmender Spieldauer befreit sich der HSV immer besser aus der Defensive. Erst versucht es Hinterseer mit einem Kopfball, kurz darauf fehlen Aaron Hunt nur wenige Zentimeter zur Führung (24.). Der Kapitän schlenzte einen Freistoß auf den Winkel, aus dem Midtjylland-Torhüter Hansen den Ball gerade so noch herausfischte. Es war die beste Chance des Spiels.

HSV in die Defensive gedrängt

Schon nach den ersten 15 Minuten ist genau das zu sehen, was Trainer Daniel Thioune von der Partie auch erwartet hat. Der dänische Meister hat viel Ballbesitz und ist das spielbestimmende Team. Der HSV muss hingegen in erster Linie verteidigen und gleichzeitig für eigene Umschaltmomente sorgen.

Auf dieser taktischen Marschroute liegt heute auch der Schwerpunkt, den Thioune seinem Team mitgegeben hat. Der erste Eindruck: Der HSV hat diesbezüglich noch deutlich Steigerungspotenzial.

Ist das Thiounes stärkste HSV-Elf?

Es hat den Anschein, Thioune schickt in der ersten Halbzeit gegen Midtjylland seine aktuell stärkste Elf auf den Platz. Kapitän Aaron Hunt gehört ebenso der Startelf an wie Mittelfeld-Antreiber Jeremy Dudziak, Flügelstürmer Bakery Jatta und Dauerbrenner Tim Leibold.

Mehr zum Thema:

Die Testspiel-Bilanz des HSV

Für den HSV ist es das zweite Testspiel während der Vorbereitung auf die anstehende Saison in der 2. Bundesliga. Den ersten Test hatten die Hanseaten am 9. August mühsam, aber nicht unverdient mit 1:0 gegen Drittligist Hansa Rostock gewonnen.

Fünf Tage später sollte ein weiteres Testspiel gegen Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck stattfinden. Doch die Partie war wegen eines Corona-Falls bei den Gästen ausgefallen.

HSV, 1. Halbzeit: Pollersbeck – Vagnoman, David, Gjasula, Leibold – Kinsombi – Narey, Dudziak, Hunt, Jatta – Hinterseer.

HSV, 2. Halbzeit: Heuer Fernandes – Narey (61. Wintzheimer), Ambrosius, David, Vagnoman – Gjasula, Fabisch – Jatta (61. Opoku), Kinsombi, Amaechi – Wood.