Trainer Thioune: „HSV-Spieler sind sehr neugierig“

HSV-Trainer Daniel Thioune (46) legte in den ersten Wochen den Schwerpunkt auf Abwehrarbeit.

HSV-Trainer Daniel Thioune (46) legte in den ersten Wochen den Schwerpunkt auf Abwehrarbeit.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

HSV-Trainer Thioune will den Profis Abwehrmentalität vermitteln. Test gegen Lübeck wegen Corona-Fall beim VfB ausgefallen.

Hamburg. Trainingsspiel und Trainingsspiel – das ist eben doch nicht das Gleiche. Am Freitagnachmittag kämpften am Volksparkstadion 45 Minuten lang zwei HSV-Teams mit großem Einsatz gegeneinander. Team Orange siegte 2:0 gegen Team Gelb, Khaled Narey und Torwart Daniel Heuer Fernandes trafen.

Statt Test gegen VfB Lübeck: Team Orange gegen Team Gelb

Doch eigentlich sollte Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck kommen. Daraus wurde nichts, nachdem am Donnerstag ein VfB-Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die Absage kam am späten Abend. „Das ärgert uns natürlich ein bisschen und ist total unglücklich“, sagte HSV-Trainer Daniel Thioune am Freitag, „aber damit müssen wir in dieser Zeit leider leben.“

Beim VfB ist natürlich auch das Training am Freitag abgesagt worden. Mit (An-)Spannung warteten die Verantwortlichen auf die Anordnungen des Gesundheitsamtes der Stadt Lübeck, dem Team drohte komplette Quarantäne. Dann fiele das Pokalfinale von Schleswig-Holstein am 22. August gegen den Oberligisten SV Todesfelde aus.

HSV-Trainer Thioune ließ Defensivverhalten üben

In Hamburg ließ Thioune am Vormittag das Defensivverhalten bei Standardsituationen üben. Knapp zwei Stunden lang flogen Eckbälle und Freistöße in den Strafraum. Nach Balleroberung sollte ein schneller Gegenangriff eingeleitet werden. „Man braucht eine gewisse Mentalität, um den Ball zurückzugewinnen“, erklärte Thioune, der in den ersten zwei Wochen verstärkt Defensivverhalten üben ließ: „Da braucht man keine fußballerische Qualität, sondern Konsequenz, Willen und Bereitschaft. Das versuche ich zu aktivieren.“

Bislang ziehen alle HSV-Profis bei dieser „Basisarbeit“ gut mit, sagt der Coach jedenfalls. „Die Spieler sind bereit, sich auf etwas Neues einzulassen. Sie sind offen“, hat der 46-Jährige festgestellt: „Ich bin neu, die Ideen sind vielleicht nicht ganz neu, weil ich den Fußball nicht neu erfinden kann. Aber vielleicht kann ich ihn modifizieren und die Wahrscheinlichkeiten erhöhen, wie man erfolgreicher sein kann. Im Moment habe ich den Eindruck, dass alle sehr neugierig sind auf das, was kommt.“