Neuer HSV-Trainer

Daniel Thioune: „Die Skepsis der Menschen treibt mich an“

| Lesedauer: 19 Minuten
Kai Schiller und Henrik Jacobs
Trainer Daniel Thioune (46) übernahm den HSV zum 1. Juli von Dieter Hecking. Er kam vom VfL Osnabrück.

Trainer Daniel Thioune (46) übernahm den HSV zum 1. Juli von Dieter Hecking. Er kam vom VfL Osnabrück.

Foto: Tim Groothuis / WITTERS

Der neue HSV-Coach im großen Interview über Veränderungen, seine Haltung im Fall Jatta, Instagram und Wünsche an der roten Ampel.

Hamburg.  Daniel Thioune, der neue Trainer des HSV, ist 46 Jahre alt und hat fast sein ganzes Leben in oder bei Osnabrück gelebt. Dass der Coach dennoch sehr offen für Veränderungen ist, unterstreicht Thioune in diesem Interview.

Hamburger Abendblatt: Herr Thioune, sind Sie ein Mensch, der sich schwer tut mit Veränderungen?

Daniel Thioune: Wenn man auf meine Vita schaut, dann könnte man auf dem ersten Blick auf den Gedanken kommen. Da, wo ich gerade bin, verweile ich normalerweise länger. Aber wie meistens im Leben lohnt auch hier ein zweiter Blick. So war ich zuletzt beispielsweise acht Jahre als Trainer in Osnabrück, aber innerhalb dieser acht Jahre hat sich ganz viel verändert.

Nämlich?

Thioune: Ich habe angefangen als Jugendtrainer und habe nebenbei den Fahrdienst übernommen, die Talente vom Bahnhof abgeholt. Zuletzt war ich dann der Profitrainer und hatte mit die Verantwortung für den ganzen Club. Plötzlich musste ich Entscheidungen treffen für Menschen, die mir sehr nahestehen. Diese ständigen Entwicklungen brauche ich auch, um mich wohlzufühlen. Entweder man verändert sich ständig, oder man wird verändert.

Wir würden gerne heute mit Ihnen grundsätzlich über Veränderungen sprechen. Wie ist Ihr erster Eindruck nach wenigen Tagen als neuer HSV-Trainer: Wie anders ist anders?

Thioune: Keine Frage, der Sprung von Osnabrück nach Hamburg ist groß. Aber die Schritte vom Jugendtrainer bis zum Profitrainer in Osnabrück waren es auch. Am Anfang war ich einer von vielen, und am Ende war ich einer der Köpfe. Diese Veränderung ist nicht zu unterschätzen. Doch bei meinem Wechsel zum HSV kommt neben der beruflichen auch die private Veränderung dazu. Wir haben uns ja schließlich als Familie dazu entschlossen, dass Hamburg bald unser neuer Lebensmittelpunkt sein wird. Mein Sohn wird auf eine neue Schule gehen, seine ganze Jugend wird sich verändern. So eine Veränderung sollte gut durchdacht sein – aber häufig können Veränderungen auch positiv sein.

War Ihre Familie sofort offen für diese Veränderung?

Thioune: Meine Frau kommt aus Lüneburg, lebt aber auch schon seit über 20 Jahren in Osnabrück. Und natürlich bleibt Osnabrück nach der erlebten Zeit unsere Heimat. Aber Hamburg ist jetzt unser neues Zuhause. Ich möchte mich wohlfühlen, wo ich arbeite. Und dazu gehört dann auch, dass die Familie vor Ort ist. Unsere Basis ist immer in Osnabrück, weil dort auch meine Tochter bleiben wird. Sie hat gerade ausgelernt. Aber mein Sohn und meine Frau werden dann mit mir in Hamburg leben – und das ist mir auch wichtig.

Glauben Sie, dass Sie sich als Trainer beim HSV im Vergleich zum VfL Osnabrück in irgendeiner Art und Weise verändern müssen?

Glauben Sie, dass der neue Trainer Daniel Thioune den HSV zurück in die Bundesliga führen kann?

Es wurden bisher 3 Stimmen abgegeben.

Thioune: Als Trainer muss man sich immer anpassen können. Das fällt mir aber auch nicht schwer. Ich bin intrinsisch motiviert, bin eher ein Autodidakt, der sich Dinge beim Machen angeeignet hat. Natürlich kann ich viele gute Dinge aus Osnabrück hier nach Hamburg mitnehmen, aber man kann nicht einfach die Copy-and-Paste-Taste drücken. Ich bin offen für alles, fordere diese Offenheit aber auch von allen ein.

Muss man als Trainer offen für Veränderungen sein?

Thioune: Unbedingt! Das musste ich aber auch erst einmal lernen. Nach meinem Fußballlehrerkurs wollte ich sehr schnell meine Vorstellungen durchsetzen. Ich kannte es beispielsweise aus dem Lehrgang in Köln, dass der Torwarttrainer mit gefühlt fünf iPads und einer Kamera zum Training kommt. Da wurde alles im Detail analysiert. Dann wurde ich in Osnabrück Cheftrainer, und da ist mit Rolf Meyer ein Torwarttrainer, der seit 20 Jahren sein Training durchzieht. Der knallt dann oft vom Sechzehner auf das Tor, und man denkt sich als neuer Cheftrainer, dass das jetzt alles anders und moderner werden muss. Aber man muss seine eigene Gedankenwelt zunächst einmal verändern, bevor man irgendetwas anderes verändert. Denn dieser Torwarttrainer hat eine wahnsinnige Führungsstärke und Empathie für seine Schützlinge, die man mit fünf, sechs iPads und sonst wie vielen Kameras nicht erzielen kann.

Was bedeutet das für Ihre Arbeit in Hamburg?

Thioune: Das kann ich noch gar nicht sagen. Diese Woche habe ich mich mit allen Einzelbereichen des Staffs getroffen: mit den Ärzten, den Athletiktrainern, den Analysten, den Physiotherapeuten, der sportlichen Führung und so weiter. Und natürlich habe ich gewisse Vorstellungen – brauche aber gleichzeitig die Offenheit für andere Sichtweisen.

In der Wirtschaft spricht man neudeutsch vom Changemanagement …

Thioune: Genau. Ein anderes Beispiel: Vor mir gab es mal in Osnabrück einen Trainer, der seiner Mannschaft immer ab Dienstag das Gefühl gegeben hat, wer am Wochenende in der Startelf steht und wer nicht. Das hatte zur Folge, dass die Ersatzspieler eher wenig motiviert waren. Deswegen habe ich mich für eine Veränderung entschieden: Bei mir wurde die erste Elf immer so spät wie möglich bekannt gegeben.

Gehen die Menschen in Hamburg anders auf Sie zu als in Osnabrück?

Thioune: Schwer zu sagen. In Osnabrück gab es Leute, die skeptisch waren, als ich Profitrainer wurde. Die gibt es sicherlich hier in Hamburg auch. Wahrscheinlich ist nicht jeder begeistert, dass man den Trainer vom 13. der Zweiten Liga geholt hat. Aber Skepsis treibt mich an. Ich möchte diesen Menschen beweisen, dass ich es kann. Gleichzeitig wurde ich hier wie dort fast immer nett empfangen. Es passiert schon mal, dass an der Ampel jemand neben mir steht, zweimal ins Auto schaut, um zu gucken, ob ich es auch wirklich bin, und dann den Daumen hebt. Diese Woche war ich mit meiner Frau in einem Restaurant essen, als jemand zu uns kam und mir sagte: „Willkommen in Hamburg, Herr Thioune. Und viel Erfolg mit dem HSV!“

Passiert Ihnen das häufig?

Thioune: Das bleibt in einer großen Stadt wie Hamburg nicht aus. Aber ich freue mich darüber. Direkt an meinem ersten Abend im Hotel Elysée traf ich durch Zufall auf alteingessene HSVer. Ein paar nette Damen, die mich sofort an der Rezeption „verhaftet“ und eingemeindet haben. Mir ist aber genauso klar, dass mit ausbleibendem Erfolg der Gegenwind auch zunehmen kann. Das gehört dazu. Man sollte sich nur treu bleiben, sollte seinem roten Faden folgen.

In Osnabrück haben Sie diesen roten Faden vor der Aufstiegssaison verschriftlicht. Warum?

Thioune: Das hatte sich einfach so ergeben. Vor der Saison saßen wir mit einem Sportpsychologen zusammen, der angeregt hat, dass alle ihre persönlichen Ziele für die Saison mal zu Papier bringen. Als alle damit fertig waren, fragte er, ob die Jungs nicht Lust hätten, ihre Ziele mit allen zu teilen. Wir haben dann unsere Werte und Ziele auf einem großen Poster zusammengefasst, das alle als eine Art Saisonvertrag unterzeichnet haben. Das Leitbild hing dann die ganze Saison für uns alle sichtbar. Man kann so eine Aktion nicht einfach kopieren, aber Ziele und Erwartungen dürfen und sollten wir natürlich auch beim HSV formulieren.

Welches Ziel haben Sie vor der vergangenen Saison mit dem VfL formuliert?

Thioune: Wir haben gesagt, dass wir die Liga bereichern wollen. Das ist natürlich provokant und kann einem nach sieben Spielen in Folge ohne Sieg auch um die Ohren fliegen. Aber mit der Zielsetzung 40 Punkte kann ich nicht so viel anfangen. Da ist eine Grenze gesetzt. Ich will keine Grenzen im Kopf.

HSV-Trainer Thioune: Ein Schritt zurück, um Anlauf zu nehmen
HSV-Trainer Thioune: Ein Schritt zurück, um Anlauf zu nehmen

Ein paar Grenzen braucht eine Mannschaft dann ja aber doch. Formulieren Sie auch klare Regeln? Wie sieht es beispielsweise mit Handys in der Kabine bei Ihnen aus?

Thioune: Natürlich bin ich kein Freund davon, wenn man beim gemeinsamen Abendbrot oder in der Kabine ständig auf sein Handy guckt. Aber ich will das auch nicht ultimativ verbieten. Wenn ein Spieler es braucht und es auf den Erfolg einzahlt, dass er 45 Minuten vor dem Spiel seiner Frau noch mal „Ich liebe Dich“ schreibt, dann soll er das machen.

Einen Strafenkatalog gibt es bei Ihnen also nicht?

Thioune: Doch, den gibt es. Aber den gibt sich die Mannschaft selbst. Ich finde es sehr wichtig, dass die Mannschaft auch selbst Verantwortung übernimmt.

Wie ist das bei Ihnen zu Hause? Gibt es da auch kein Handyverbot am Abendbrottisch?

Thioune: Wenn jemand einen wichtigen Anruf erwartet, dann ist es völlig legitim, sein Handy dabeizuhaben. Aber grundsätzlich muss doch jeder selbst entscheiden, ob die Wertschätzung noch stimmt, wenn man während des Abendbrots bei Instagram unterwegs ist.

Fotos vom Abendessen mit einer Instagram-Story sind also bei Ihnen tabu?

Thioune: Jein. Meine Tochter fotografiert auch mal ein leckeres Essen und lädt das hoch. Ich selbst bin weder bei Instagram noch bei Facebook, Twitter oder TikTok. Ich hatte mal einen Facebook-Account, war da aber eher als Beobachter unterwegs. Ich habe dann für mich entschieden, dass das ein Zeitfresser ist, mit dem ich mich nicht beschäftigen will.

Der Thioune-Talk: So tickt der neue HSV-Trainer
Der Thioune-Talk: So tickt der neue HSV-Trainer

Lassen Sie sich beraten, was Sie öffentlich sagen?

Thioune: Ich bin mein eigener Multiplikator. Jeder kann sich sein Bild von mir machen. Ich werde nicht fehlerfrei bleiben. Ich werde auch mal Dinge sagen, die ich mir besser hätte verkneifen sollen. Es gehört zu meiner Fehlerkultur dazu. Manchmal treffe ich Entscheidungen aus dem Bauch heraus. So, wie ich mich zum Fall Bakery Jatta geäußert habe. Das habe ich als Mensch getan und nicht, weil ich medial etwas setzen wollte.

Stimmt es, dass Sie das Thema in einem Interview von sich aus angesprochen haben?

Thioune: Ich bin auf unterschiedlichen Kanälen mit dem Thema konfrontiert worden und hatte im Nachgang das Bedürfnis, das noch deutlicher und transparenter zu machen. Ich hatte eine klare Botschaft, aber ich wollte mich auch richtig verstanden wissen. Ich musste unterstreichen, dass ich als Mensch gesprochen habe. Der eine oder andere Verantwortliche hat dabei die Interessen seines Vereins vertreten. Menschlich war das für mich aber nicht vertretbar, und deswegen habe ich auch unabhängig von meiner Position als Trainer, sondern als Person Daniel Thioune gesprochen. Ich rede meistens überlegt, manchmal unüberlegt. In diesem Fall war es völlig richtig, dass ich vorher nicht drüber nachgedacht habe.

Gab es mal Aussagen, die Sie hinterher bereut haben?

Thioune: Das ist sicher schon häufig passiert. Aber ich mache das immer aus einer Überzeugung heraus. Ich will mutig auftreten. Trotzdem muss man immer in der Lage sein, zu reflektieren. Gerade im Umgang mit Menschen und Spielern muss man sich Formulierungen überlegen. Es gehört dann auch dazu, Fehler einzugestehen.

Erziehen Sie so auch Ihre Kinder?

Thioune: Ich bin immer noch ein junger Vater. Ich will eher ein Kumpel sein für meine Kinder als jemand, der autoritär erzieht. Bei uns hat jeder seinen Freiraum. Ich versuche als Papa auch Wünsche zu erfüllen. Meine Kinder dürfen auch Fehler machen. Wenn sie ausprobieren wollen, wie eine Zigarette schmeckt, sollen sie das selbst entscheiden. Ich bin sicherlich keiner, der nur Verbote ausspricht. Ich sage immer: Macht Erfahrungen. Vielleicht nicht gleich die extremen Erfahrungen, weil ich die auch nicht gemacht habe (lacht).

Wer ist der neue HSV-Trainer Daniel Thioune?
Wer ist der neue HSV-Trainer Daniel Thioune?

Können Sie auch streng sein?

Thioune: Ich setze mich mit meinem Sohn vor die Playstation, werde ihm aber auch sagen, wenn es an der Zeit ist, sein Zimmer in Ordnung zu bringen. Ob das streng ist? Meine Frau und ich haben eine Idee, wie wir unsere Kinder erziehen wollen. Aber auch hier ist es so: Ich mache als Mensch Fehler, als Trainer und auch als Vater habe ich schon Fehler gemacht. Wichtig ist, dass man lernt, seine Fehler möglichst nicht wiederholt.

Können Sie auch als Trainer Kumpel sein?

Thioune: Es gibt Momente, da muss ich das. Wenn ein Stürmer aus drei Metern übers Tor schießt, muss ich ihm nicht sagen, dass er zu viel Rücklage hatte. Dann nehme ich ihn eher in den Arm und sage: Ich war auch mal Stürmer, weißt du, wie oft ich am leeren Tor vorbeigeschossen habe?

Nicht nur der HSV will sich wandeln, auch der Fußball insgesamt muss sich Corona-bedingt verändern. Sehen Sie darin eine Chance?

Thioune: Das ist schwer zu beantworten. Wir haben sicher festgestellt, dass der Fußball mehr braucht als immer nur die monetären Mittel. Was den Fußball ausmacht, sind die Fans. Wenn die da sind, ist Fußball ein anderer Sport. Der Fußball muss sich zumindest hinterfragen, ob er auch der Gesellschaft gegenüber verantwortlich ist.

Sie sind der einzige Schwarze Trainer im deutschen Profifußball. Muss sich der Fußball auch dahin gehend verändern?

Thioune: Das ist mir immer zu einfach. Als ich zur Schule gegangen bin, war ich das einzige Schwarze Kind. Heute gibt es in jeder Klasse eines. Es ist alles im Wachstum. Es wird sich verändern.

Ärgert es Sie, dass Sie so häufig auf das Thema angesprochen werden?

Thioune: Ich merke mittlerweile, welche Wucht meine Worte haben können. Und wie sie dann medial deutschlandweit wahrgenommen werden. Das kann ich natürlich auch nutzen. Ich habe zu vielen Themen eine Haltung, werde aber immer nur zu dem einen gefragt. Ich bin kein Freiheitskämpfer. Mir geht es um ethische Werte, für die ich mich einsetze, und ich könnte die Gegenfrage stellen: Wie viele Schwarze Kollegen arbeiten beim Hamburger Abendblatt?

Touché! Zu wenige. Sind Sie denn ein politischer Mensch?

Thioune: In erster Linie bin ich Mensch. Aber ich gucke auch gerne ganz klassisch die "Tagesschau" um 20 Uhr, wenn ich zu Hause bin. Natürlich bekomme ich mit, dass es vielen Menschen deutlich schlechter geht in unserer Gesellschaft. Das ist unabhängig von der Hautfarbe, von der Religion oder der Herkunft. Ich bin kein politischer Mensch, aber ich bin jemand, der für Gerechtigkeit steht und diese einfordert.

Sprechen Sie mit Ihren Kindern über Politik?

Thioune: Wir legen keine Parteiprogramme übereinander, aber wir tauschen uns tagesaktuell über Themen aus, die auch in der Schule besprochen werden.

Wie politisch sollte der Fußball sein? Finden Sie es gut, wenn Ihre Spieler oder der HSV politische Haltung zeigen?

Thioune: Absolut. Ein Verein mit dieser Größe und Strahlkraft hat genauso gesellschaftliche Verantwortung. Ich freue mich darüber, dass sich der HSV dieser Verantwortung bewusst ist. Der Schulterschluss im Fall Jatta war zum Beispiel beeindruckend und hat vieles weiter zusammenwachsen lassen.

Wenn Sie politisch etwas zu sagen hätten, was würden Sie verändern?

Thioune: (Überlegt lange) Das ist eine große Frage. Ich würde wahrscheinlich Menschen um mich versammeln, die noch mehr politisches Verständnis als ich und dann den entsprechenden Einfluss haben, um meine Ideen umzusetzen.

Dann können Sie zum Abschluss noch zu verschiedenen Themen ihre Meinung sagen. Veränderung oder weiter so? Das erste Stichwort lautet Große Koalition.

Thioune: Mit einem Weiter-so kann ich grundsätzlich nicht viel anfangen. Ich möchte eine Entwicklung sehen. Das ist in diesem Fall in beide Richtungen möglich.

Alkoholverbot auf dem Kiez?

Thioune: Ich wäre für eine Veränderung hin zu mehr Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen.

Verpflichtende Corona-Tests am Flughafen?

Thioune: Warum nicht? Wir können damit die Wahrscheinlichkeit der Ausbreitung minimieren.

Gehaltsobergrenze im Fußball?

Thioune: Dafür bin ich offen. In den USA funktioniert es. Also kann es hier auch funktionieren.

Fokussierung auf Umschaltfußball?

Thioune: Das ist nicht meine Idee von Fußball. Es geht auch darum, die Attraktivität des Fußballspielens zu erhöhen. Ich wäre für weniger Umschaltmomente. Wenn sie aber das Tool sind, um erfolgreich Fußball zu spielen, dann ist das berechtigt.

Flache Hierarchien in der Mannschaft?

Thioune: Wertschätzung und Akzeptanz auf Augenhöhe müssen permanent gegeben sein. Eine flache Hierarchie ist sinnvoll, um das Wirgefühl in den Vordergrund zu schieben. Aber letztlich ist es immer wichtig, dass einer den Hut aufhat. Es muss immer Spieler geben, die Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen.

Obligatorisches Einstandslied für Trainer im Trainingslager?

Thioune: Wenn es das vorher gab, gibt es jetzt eine Veränderung (lacht).

Lesen Sie auch:

Durchschnittliche Verweildauer der HSV-Trainer?

Thioune: Das wäre eine wünschenswerte Veränderung. Ich bin jetzt hier, um möglichst lange zu bleiben. Wenn ich meinen Lebensmittelpunkt nach Hamburg verlagere, dann möchte ich nicht ein paar Monate später schon wieder den Umzugswagen bestellen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: HSV