HSV-News

Wie der HSV an einem Bundesliga-Transfer mitverdient

Gerüchte um Wagner: Rummenigge schmettert offenbar HSV-Anfrage ab – aus zweierlei Gründen? Pokalgegner: Becker holt Becker.

Die HSV-News am Mittwoch, den 29. Juli 2020:

HSV klopfte offenbar bei Sandro Wagner an

Soll Sandro Wagner den HSV zum Aufstieg schießen? Anfang der Woche machten Gerüchte die Runde, der ehemalige Nationalstürmer könnte nach seiner Vertragsauflösung bei Tianjin Teda in der ersten chinesischen Liga ein Kandidat für den HSV sein.

Offenbar hatten sich Sportvorstand Jonas Boldt & Co. tatsächlich Gedanken über den 32-Jährigen gemacht. Laut HSV-Reporter Daniel Jovanov habe der Verein sich sogar bei Wagners Berater Roman Rummenigge (Sohn von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge) erkundigt.

Dabei habe sich allerdings herausgestellt, dass der ehemalige Bundesliga-Profi für den HSV nicht zu bezahlen sei. Zur Erinnerung: Nach früheren Medienberichten soll Wagner in China rund 7,5 Millionen Euro pro Jahr kassiert haben.

Was für Wagner und Rummenigge laut Jovanov ebenfalls gegen einen Wechsel in den Volkspark sprach: Die "sportliche Ausgangslage" der zweimal in Folge an der Mission Wiederaufstieg gescheiterten Hamburger.

Ralf Becker drückt aufs Transfer-Tempo

Während der HSV also weiter auf der Suche nach einem neuen Sturmführer ist, drückt Hamburgs erster Pflichtspielgegner bei seiner Personalplanung weiter aufs Tempo.

Am Mittwoch präsentierte Dynamo Dresden mit Rechtsverteidiger Robin Becker (23/ehemals Eintracht Braunschweig) einen weiteren Neuzugang.

Es ist bereits der achte Transfer, den der ehemalige HSV-Vorstand Ralf Becker in seiner neuen Eigenschaft als Dresdens Sportchef tätigte. Dynamo ist zwischen dem 11. und 14. September Gegner des HSV im DFB-Pokal.

Becker soll die Sachsen in den nächsten zwei Jahren wieder zurück in die 2. Liga führen. "Dynamo und der HSV sind sich ähnlich. Zwei große Vereine mit hochemotionalem Umfeld. Wie der HSV so hat auch Dynamo eine enorme Wucht“, hatte Becker jüngst der "Mopo" gesagt.

Dynamo Dresden: Becker holt Becker

Drittligist Dynamo Dresden hat mit dem früheren Braunschweiger Robin Becker seinen achten Neuzugang für die kommende Spielzeit verpflichtet. Die Sachsen nahmen den Defensivspieler am Mittwoch bis zum 30. Juni 2022 unter Vertrag. Der Rechtsverteidiger spielte zuletzt in der Aufstiegssaison für die Eintracht und kam dort in der vergangenen Saison in 31 Spielen zum Einsatz. Der 23-Jährige verlor allerdings nach der Corona-Pause seinen Stammplatz.

Becker stammt aus der Jugend von Bayer Leverkusen und war vor der Station in Braunschweig beim 1. FC Heidenheim aktiv. „Robin Becker ist ein junger, aber bereits erfahrener Profi, der sich durch ein gutes Stellungsspiel und eine starke Zweikampfführung auszeichnet. Er ist in erster Linie auf der Position des Rechtsverteidigers zuhause, kann in der Verteidigung aber auch variabel eingesetzt werden“, sagte Sportchef Ralf Becker.

So verdient der HSV am Demirovic-Transfer

Mit Ermedin Demiirovic läuft neben Luca Waldschmidt künftig ein weiteres ehemaliges HSV-Talent im Angriff des SC Freiburg auf. Während der Erstligist dem HSV für Waldschmidt vor zwei Jahren fünf Millionen Euro überwies, fließt die Ablöse für Demirovic zunächst an den abgebenden Verein Deportivo Alavés (Spanien).

Doch auch der HSV partizipiert an dem Wechsel. Denn nach dem Ausbildungsentschädigungsgesetz der Fifa müssten binnen 30 Tagen insgesamt 1,5 Prozent der kolportierten 3,7 Millionen Euro und damit immerhin rund 55.000 Euro an den HSV gehen.

Dort wurde der gebürtige Hamburger Demirovic insgesamt zehn Jahre ausgebildet, ehe er 2014 als 16-Jähriger zu RB Leipzig abwanderte. Als Leihspieler von St. Gallen (13 Tore in 26 Spielen der Super League) reifte der 22-Jährige zuletzt sogar zum bosnischen Nationalspieler.

"Er hat alle Attribute eines Stürmers und bringt viel Energie und Hunger auf den Platz", sagt Freiburgs Sportdirektor Klemens Hartenbach über Demirovic.

Medienberichten zufolge könnte die Transfersumme und damit der HSV-Anteil durch Boni sogar noch auf 5,5 Millionen Euro und damit rund 82.000 Euro anwachsen.

Und was sagt Nordlicht Demirovic selbst zu seinem Wechsel in den Breisgau? "Ich wollte auf jeden Fall einen Schritt nach vorne machen, und den habe ich mit Freiburg jetzt getan."

HSV: Demirovic jubelte mit Ambrosius

Für den HSV hatte Demirovic kurz vor seinem Abgang nach Leipzig sogar noch einen Titel gewonnen. 2014 holte er die inoffizielle deutsche U16-Hallenmeisterschaft nach Hamburg – an der Seite von Mats Köhlert (heute Willem II Tilburg) und Vitaly Janelt (VfL Bochum) und Stephan Ambrosius.

Letzterer gilt heute nun wiederum als einer der Hoffnungsträger des neuen HSV. Wie Ambrosius seinen endgültigen Durchbruch als Profi schaffen will, lesen Sie in dieser aktuellen Abendblatt.Geschichte.

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Beachsoccer: HSV muss dreimal nach Düsseldorf

Beim HSV wird auch Beachsoccer gespielt. Allerdings muss der für das Wochenende geplante Saisonstart auf der heimischen Anlage in Norderstedt ausfallen. Dafür spielt das Team vom 8. August an an drei Wochenenden nacheinander in Düsseldorf um Bundesliga-Punkte. „Ich bin glücklich, dass wir überhaupt noch spielen in diesem Jahr“, sagt Teammanager Sandeep Singh.

„Es werden zwölf Mannschaften an der Liga teilnehmen. Es sollen drei Gruppen à vier Teams gebildet werden pro Wochenende, so dass man jedes Wochenende drei Spiele hat“, sagt Singh über den Modus. „Aus den erzielten Punkten ergibt sich dann die Gesamttabelle, die ersten vier Clubs spielen dann den Meister aus im Final Four.“ Die Endrunde soll Ende September in Warnemünde stattfinden.

Angesichts der Vorbereitung zeigte sich der Ex-Torhüter optimistisch, obwohl in den vergangenen Wochen aufgrund der Corona-Auflagen immer nur zehn Spieler bei den Übungseinheiten in Norderstedt gemeinsam auf dem Platz stehen durften.

„Wir haben am 17 und 18. Juli ein zweitägiges Trainingslager in Warnemünde absolviert und zwei Testspiele gemacht“, meint er. Zwar unterlagen die Hamburger, die sich mit den dänischen Nationalspielern Rasmus Lyng Andersen, Oliver Levin und Henrik Raedkjaer verstärkt haben, dem Titelverteidiger Rostocker Robben mit 1:4. Dennoch war Singh zufrieden: „Gegen den Rekordmeister haben wir uns gut verkauft.“