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Daniel Thioune: Klare Ansagen für den neuen HSV-Trainer

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Der neue Trainer Daniel Thioune will den HSV entwickeln - und erhält (unerbetene) Ratschläge von Benno Möhlmann und Holger Stanislawski

Der neue Trainer Daniel Thioune will den HSV entwickeln - und erhält (unerbetene) Ratschläge von Benno Möhlmann und Holger Stanislawski

Foto: Witters

Erst Möhlmann, nun Stanislawski: Trainer Daniel Thioune hat den HSV noch nicht trainiert, aber schon Dutzende Ratschläge erhalten.

Tendenz: Jeremy Dudziak bleibt HSV-er

An diesem Mittwoch läuft die Ausstiegsklausel bei Jeremy Dudziak (zwei Millionen Euro) aus. Trainer Daniel Thioune hatte den Mittelfeldspieler bereits in der vergangenen Woche persönlich getroffen und ihn versucht von einem weiteren Jahr in Hamburg zu überzeugen. Der VfL Wolfsburg hat entgegen anderslautender Berichte kein Interesse am 24-Jährigen. Tendenz: Dudziak bleibt. ​

Jetzt warnt auch Stanislawski Thioune

St. Paulis Trainerlegende Holger Stanislawski (50) hat den HSV-Trainer Daniel Thioune auf seine neuen "Arbeitsumstände" hingewiesen: „Er sagt zwar, dass er sich auf das Wesentliche, also auf den Fußball, konzentrieren will. Doch das ist leichter gesagt als getan. Der HSV ist anders. Ganz anders als Osnabrück. Er ist ein interessanter, aber auch sehr schwieriger, komplizierter Verein“, sagte Stanislawski der „Bild“-Zeitung. „Das Problem des HSV ist es, dass immer ganz viele Leute mitreden wollen. Da gibt es unzählige Strömungen, die man verstehen muss. Davon kann sich auch ein Trainer nicht freimachen“, sagte Stanislawski.

Nach seinen Trainerstationen beim FC St. Pauli, 1899 Hoffenheim und dem 1. FC Köln betreibt Stanislawski mit dem ehemaligen HSV-Profi Alexander Laas einen Rewe-Markt in Winterhude. „Wenn du ihm etwas Zeit gibst, wird er auch unter den etwas anderen Bedingungen durch die Corona-Krise seinen Weg machen und dem HSV helfen können", so Stanislawski über Thioune.

Tim Leibold: Private Trennung

Über den Verbleib von Tim Leibold beim HSV machen sich derzeit viele im und um den Volkspark Gedanken. Bei Radio Hamburg hat man das Thema offenbar abgehakt.

Die Moderatorin und frühere Leibold-Partnerin Laura Winter schrieb auf Instagram: „Leider muss ich euch mitteilen, dass Tim und ich nicht mehr zusammen sind. Es ist für uns beide sehr traurig und eine schwierige Zeit. Wir haben vereinbart, dass wir über nähere Details zu unserer Trennung Stillschweigen bewahren.“ Die "Bild"-Zeitung berichtete, die beiden seien seit zwei Jahren ein Paar gewesen.

Schatzschneider: HSV Aufstiegs-Mitfavorit

Der frühere Hannover-96- und HSV-Profi Dieter Schatzschneider (62) zählt den HSV wieder zu den Aufstiegsfavoriten, wie er dem "Sportbuzzer" sagte: „Meine Favoriten kommen aus dem Kreis HSV, Düsseldorf und Paderborn. Und ich hoffe, dass 96 zumindest um die drei oberen Plätze mitspielen kann." In Trainer Daniel Thioune sieht Schatzschneider (1983 bis 1984 beim HSV) eine besondere Eigenschaft: "Er kann aus wenig viel machen." Das habe Thioune in Osnabrück bewiesen.

Benno Möhlmann: Gedanken über den HSV

Er spielte bei Werder Bremen und dem Hamburger SV, trainierte den HSV und etliche Zweitligavereine. Und deshalb ist Benno Möhlmann (65) mit 520 Spielen Rekordtrainer der Zweiten Liga. Nun warnte Möhlmann, der in Bremen lebt, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: Kein noch so großer Vereinsname könne sich in der Zweiten Liga auf eine "individuelle Klasse" einer Mannschaft verlassen:

"Die Zweite Liga hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Die Spieler sind körperlich fit, gut ausgebildet, taktisch geschult und haben gegenüber den meisten Bundesliga-Profis nur noch Nachteile in der individuellen Qualität. Wenn nun ein großer Verein wie zum Beispiel der HSV absteigt und meint, sich in dieser Liga nur auf seine individuelle Klasse verlassen zu können, dann wird er schnell merken: Das ist ein Irrtum."

"Dreijahresplan beim HSV funktioniert nicht"

Möhlmann sagte außerdem, ein Dreijahresplan oder ähnliches sei für den HSV ungeeignet. Das Ziel müsse simpel der Aufstieg sein. "Der HSV hat nach wie vor gute Spieler. Er hat auch nach wie vor gute wirtschaftliche Voraussetzungen für die Zweite Liga." Der neue Trainer Daniel Thioune könne frischen Wind in den Verein bringen. Aber entscheidend sei die Mannschaft. "In diesem Kader stecken einige Spieler, die eine gute Entwicklung versprechen. Wenn der Trainer es schafft, dieser Mannschaft eine gesunde Hierarchie und ein Bewusstsein für diese Liga zu geben, dann hat der HSV gute Chancen."

Möhlmann sagte, er selbst habe in seiner langen Karriere gelernt: "Ein Trainer muss genau abwägen. Kann man die Mannschaft, die man hat, noch verbessern? Oder hat man an diesem Ort schon das Optimale erreicht? Ich war mal beim FSV Frankfurt. Dort sind wir in der 2. Bundesliga Vierter geworden. Das war für diesen Verein die beste Platzierung aller Zeiten. Wenn ich an meine Karriereplanung gedacht hätte, hätte ich in diesem Moment da weggehen müssen. Das war aber nie mein Ansatz." Möhlmann sagte, seine eigene Trainerkarriere sei vorbei.

Im Video: Talk über Daniel Thioune

Der Thioune-Talk: So tickt der neue HSV-Trainer
Der Thioune-Talk: So tickt der neue HSV-Trainer

HSV-Fans gegen Investor Kühne

HSV-Fans wollen den geplanten Verkauf der Namensrechte am Volksparkstadion verhindern. Das betrifft auch Investor Klaus-Michael Kühne, der die Rechte in den vergangenen fünf Jahren für vier Millionen Euro pro Spielzeit erworben hatte. Kühne will darauf künftig verzichten.

„Ab sofort darf unser Stadionname nicht länger von dem taktischen Wohlwollen eines einzelnen Geschäftsmannes abhängen. Es darf nur den Namen tragen, den alle HSV-Fans ohnehin im Kopf haben, wenn sie an das Stadion denken: VOLKSPARKSTADION“, schreibt die Ultra-Gruppierung Castaways auf Facebook. Am Stadion hängten sie ein Spruchband auf mit der Aufschrift: „Volksparkstadion seit 1953 und für immer!“ Um finanzielle Verluste auszugleichen, will der HSV die Namensrechte erneut verkaufen.

Hendrik Weydandt: Darum bleibe ich bei Hannover 96

Kein Wechsel zum HSV: Stürmer Hendrik Weydandt hat seinen Vertrag mit Hannover 96 trotz mehrerer Erstliga-Angebote um drei Jahre verlängert. „Ich habe mich gewissenhaft damit auseinandergesetzt, mich aber bewusst dagegen entschieden, aus Hannover wegzugehen“, sagte der 24-Jährige. Weydandt hatte in den vergangenen Jahren den beinahe märchenhaften Aufstieg aus der Kreisliga über die Regionalliga bis in die Bundesliga geschafft. Medienberichten zufolge wollten ihn unter anderem Arminia Bielefeld, Fortuna Düsseldorf, der SC Freiburg und der Hamburger SV in diesem Sommer ablösefrei verpflichten.

( HA/ryb/wal/hja )

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