HSV-News

Matthäus nimmt den HSV, Hecking und Jansen auseinander

| Lesedauer: 5 Minuten
HSV-Trainer Dieter Hecking diskutiert angeregt mit Sportvorstand Jonas Boldt – über neue Spieler?

HSV-Trainer Dieter Hecking diskutiert angeregt mit Sportvorstand Jonas Boldt – über neue Spieler?

Foto: imago / Michael Schwarz

Sind sich Hecking und Boldt uneins in der Kaderplanung? Vier Kandidaten kursieren als potenzielle Nachfolger des Trainers.

Die HSV-News am Dienstag, den 23. Juni 2020:

Matthäus spottet über HSV, Hecking und Jansen

Ist das nun endgültig der Tiefpunkt für den HSV? Nun ist der Club zur Zielscheibe des Spotts von Lothar Matthäus geworden. „Seit fünf, sechs Jahren ist es mittlerweile so, dass man permanent denkt: schlechter geht's nicht. Und dann beweisen sie einem doch noch das Gegenteil“, sagte der ehemalige Nationalspieler bei „Sky". „Wenn man sarkastisch sein möchte, könnte man sagen, dass sie in dieser Saison einen Fortschritt gemacht haben.“

Vor allem den Aufsichtsratschef und Vereinspräsidenten Marcell Jansen nahm Matthäus ins Visier: „Das ist ein netter Kerl. Aber ein netter Kerl, der mit 29 Jahren aufgehört hat Fußball zu spielen und nun mit 32 Präsident ist.“ Auch der Trainer bekam Kritik ab: „Ich bin mir auch nicht so ganz sicher, ob Dieter Hecking der richtige Mann für so einen Neuaufbau, eine Aufbruchsstimmung, einen modernen und dynamischen Fußball ist“, sagte Matthäus. „Ich frage mich schon, wieso Persönlichkeiten wie Horst Hrubesch, Manni Kaltz oder Felix Magath dort über die Jahre nicht in verantwortlichen Positionen installiert wurden.“

Matthäus glaubt zumindest an Bielefelder Schützenhilfe gegen Heidenheim, sagt aber auch: „Man kann sich zwar bei diesem HSV nicht sicher sein, dass sie Sandhausen schlagen. Aber dann wäre ihnen wirklich gar nicht mehr zu helfen.“

HSV-Transfers: Hecking und Boldt uneins?

Nach der bitteren 1:2-Niederlage in Heidenheim hat die Trainerdebatte beim HSV an Fahrt gewonnen. Hat Dieter Hecking noch eine Zukunft im Volkspark? Der Coach bekräftigte erneut, auch im Falle des Nichtaufstiegs bleiben zu wollen, nannte dafür aber auch Bedingungen. „Natürlich müssen gewisse Voraussetzungen auch in meinem Sinne erfüllt werden. Das ist keine Einbahnstraße, das ist so etwas wie eine Zweibahnstraße", sagte Hecking.

Es ist kein Geheimnis, dass der 55-Jährige damit die Kaderplanung für die neue Saison anspricht. Hecking, der schon im vergangenen Sommer permanent Verstärkungen gefordert hatte und letztlich mit zwölf Neuzugängen mehr als eine gesamte Mannschaft zusammengestellt bekam, will erneut beim Thema Transfers mitreden. Doch genau darin könnte der Knackpunkt liegen.

Denn wie die "Mopo" berichtet, soll sich Hecking für die neue Saison mehr Erfahrung im Kader wünschen, während Sportvorstand Jonas Boldt lieber auf entwicklungsfähige Spieler setzen will. Schon im Sommer hatte sich Hecking teilweise öffentlich für die Verpflichtung der Routiniers Ewerton (31) und Martin Harnik (33) ausgesprochen – beide enttäuschten komplett. Wenn der HSV für die kommende Spielzeit verstärkt auf Talente setzen will, müssen sich die Club-Verantwortlichen hinterfragen, ob Hecking dann noch der richtige Trainer ist.

Schon vier Kandidaten für Hecking-Nachfolge

Sollte der HSV tatsächlich erneut den Aufstieg verspielen, hätte der Verein auf der Trainerposition ohnehin erst einmal das Heft des Handelns in der Hand. Denn klar ist, dass sich Heckings Vertrag nur bei der Rückkehr in die Bundesliga automatisch verlängern würde.

Wie es sich für eine waschechte HSV-Krise gehört, kursieren im Volkspark bereits Namen möglicher Nachfolger von Hecking. Neben Tim Walter (ehemals Stuttgart) sowie den früheren HSV-Profis André Breitenreiter (ehemals Hannover und Schalke) und Dimitrios Grammozis (verlässt Darmstadt zum Saisonende) hat die "Bild" nun auch den vor wenigen Wochen bei Hoffenheim beurlaubten Alfred Schreuder ins Spiel gebracht.

Momentan handelt es sich bei allen vier vermeintlichen Kandidaten nur um Gerüchte. Klar ist aber auch, dass die Trainerdebatte weiter an Fahrt gewinnen würde, sollte der HSV sogar das Minimalziel Relegation verfehlen.

Mehr zum Thema:

So erreicht der HSV noch die Relegation

Die Rechnung, wie der HSV doch noch zwei Aufstiegs-Endspiele über den Umweg Relegation erreichen kann, ist recht simpel. Die aktuell viertplatzierten Hamburger (54 Punkte) müssen am letzten Spieltag einen Punkt mehr holen als der momentan Dritte aus Heidenheim (55).

Das heißt, schon ein Unentschieden gegen Sandhausen könnte dank des deutlich besseren Torverhältnisses reichen, wenn gleichzeitig Tabellenführer Bielefeld sein Heimspiel gegen Heidenheim gewinnt. Punktet der Club von der Schwäbischen Alb bei der Arminia, muss der HSV gewinnen. Bei einem Sieg Heidenheims blieben die Hanseaten zweitklassig.

Die Tabelle der 2. Liga:

  • 1. Bielefeld: 65 Punkte, +32 Tore
  • 2. Stuttgart: 58 Punkte, +23 Tore
  • 3. Heidenheim: 55 Punkte, +12 Tore
  • 4. HSV: 54 Punkte, +20 Tore
  • 5. Darmstadt: 49 Punkte, +3 Tore

Nürnberg wohl an Ralf Becker interessiert

Neuer Job für Ralf Becker? Der ehemalige HSV-Sportvorstand soll beim 1. FC Nürnberg laut "ligazwei.de" Favorit auf die Nachfolge des in der Kritik stehenden Managers Robert Palikuca sein. Der Club will sich nach einer miserablen Saison im Sommer neu aufstellen. Neben Palikuca soll auch Trainer Jens Keller keine Zukunft mehr haben. Wird nun Becker den Neuaufbau vorantreiben?

( wal )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: HSV

Diekmeier: „Der HSV gehört in die Erste Liga“