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VfB Stuttgart setzt vor Topspiel bemerkenswertes Zeichen

| Lesedauer: 7 Minuten
Dieter Hecking schwärmt von Mario Gomez und "Rino" Matarazzo

Dieter Hecking schwärmt von Mario Gomez und "Rino" Matarazzo

Der HSV-Trainer spricht über das Topspiel beim VfB Stuttgart und die Herausforderungen durch Corona.

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Felix Magath eiert rum. Millerntor schlägt Volksparkstadion ein Schnippchen. Corona: Ex-HSV-Profi bangt um Tochter.

Die HSV-News am Mittwoch, den 27. Mai 2020:

Olic stimmt HSV-Fans auf den VfB ein

Auch auf das dritte Geisterspiel stimmt der HSV seine Fans mit einer "Warm up"-Show auf Youtube ein.

Vor dem Auftritt beim VfB Stuttgart(Donnerstag, 20.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) bitten die Moderatoren Philipp Langer und Dirk Böge diesmal den ehemaligen Publikumsliebling Ivica Olic zur Expertise.

Beginn der rund 45-minütigen Sendung ist um 19.30 Uhr.

Vor HSV-Spiel: VfB verlängert mit Matarazzo

Der VfB Stuttgart hat pünktlich zum Topspiel gegen den HSV ein Zeichen gesetzt und den Vertrag mit Trainer Pellegrino Matarazzo trotz des verkorksten Re-Starts vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2022 verlängert. Das neue Arbeitspapier gilt für die Erste und Zweite Bundesliga.

Der Schritt sei "seit mehreren Wochen geplant" gewesen, sagte Vorstandschef Thomas Hitzlsperger. Der VfB wolle "Kontinuität leben", Matarazzo passe "perfekt" zum Verein. Der Coach bringe "alle fachlichen und persönlichen Fähigkeiten" für eine lange Zusammenarbeit mit.

Sportdirektor Sven Mislintat sagte: "Seit seiner Ankunft im Januar denkt, lebt, arbeitet Rino Fußball." Matarazzo identifiziere sich mit seiner Aufgabe und dem VfB so sehr, dass die Verlängerung "nur logisch und konsequent" sei - und zwar "unabhängig von kurzfristigen Resultaten".

Die Schwaben hatten nach der Corona-Pause beide Partien verloren (1:2 in Wehen und 2:3 in Kiel).

Hitzlsperger vor HSV: "Wir müssen liefern"

Trotz der Trainerverlängerung bleibt der Druck für Stuttgart hoch, vor allem für die Profis um Führungsspieler Mario Gomez. "Wir können nicht nur denken, dass wir ein guter Club sind, wir müssen liefern", sagte Hitzlsperger schon zu Wochenbeginn. Gegen den großen Rivalen aus Hamburg wäre ein guter Zeitpunkt.

"Da geht es um alles", sagte Matarazzo, der gegen den HSV auf den gesperrten Spielmacher Daniel Didavi verzichten muss. "Wir haben einiges gutzumachen", fügte Verteidiger Pascal Stenzel an.

Das sieht auch Hitzlsperger so. Ihn ärgerte vor allem beim 1:2 in Wehen die Einstellung. Da habe er sich "die Frage gestellt, ob die Spieler wissen, was es heißt, zu kämpfen für den Aufstieg", sagte der Sportvorstand dem SWR.

Beim 2:3 in Kiel erkannte er immerhin Verbesserungen: "Wir wollen aufsteigen, und jeder hat den Ernst erkannt. Aber wir haben noch nicht die richtigen Mittel gewählt."

Magath und die HSV-Tipps: Ja, nein, doch

Felix Magath hält den Zweikampf seiner Ex-Clubs HSV und VfB für eine Kopfsache. "Es ist wahrscheinlich im Moment Nervensache, wie man jetzt mit der Situation umgeht", sagte der 66-Jährige der dpa.

Von der kniffligen Situation der beiden Topfavoriten im Aufstiegskampf ist Magath überrascht. "Ich war am Anfang überzeugt, dass die Aufsteiger nur Stuttgart und Hamburg heißen können. Allerdings hat uns Bielefeld eines Besseren belehrt", sagte Hamburgs früherer Profi, Trainer und Manager.

"Es ist eigentlich davon auszugehen, dass die Bielefelder sich die Position nicht mehr nehmen lassen. Deswegen, glaube ich, muss einer der beiden Großen in die Relegation."

Dass der derzeit viertplatzierte 1. FC Heidenheim einem der beiden Clubs sogar den Relegationsrang wegnehmen wird, glaubt Magath nicht. "Ich kann mir das nicht vorstellen, dass Heidenheim noch an einem der beiden vorbeikommt. Die spielen zwar eine gute Saison, aber da glaube ich sind die beiden zu stark."

Auf einen Tipp für das Duell am Donnerstag wollte sich Magath nicht einlassen. "Ich habe so oft falsch gelegen mit Vorahnungen, dass ich mir das abgewöhnt habe zu tippen. Ich halte alles für möglich", sagte er.

Lesen Sie hier, was Huub Stevens vor dem Duell VfB gegen HSV sagt.

Diekmeier stichelt nach seiner Tor-Premiere

Nach seiner Tor-Premiere bei Sandhausens 1:0-Sieg in Wehen hat sich Dennis Diekmeier "überglücklich" gezeigt, aber auch in Stichel-Laune.

"Endlich hat ein Trainer gemerkt, dass ich bei der Ecke nach vorne gehöre", merkte der langjährige HSV-Profi (2010-2018) grinsend an. "Sonst musste ich ja immer hinten absichern, deshalb konnte ich nie ein Tor machen."

Weitere Reaktionen auf das Diekmeier-Tor lesen Sie hier.

Stadion-Ranking: St. Pauli vor dem HSV

Das Millerntor schneidet besser ab als das Volksparkstadion: Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Google-Bewertungen der Fußballstadien der Ersten und Zweiten Bundesliga.

Demnach landet die Spielstätte des FC St. Pauli im bundesweiten Vergleich mit 4,6 von fünf möglichen Sternen gemeinsam mit den Arenen des 1. FC Köln sowie von Borussia Mönchengladbach, Dynamo Dresden, Eintracht Frankfurt und Bayern München auf Rang zwei.

Der HSV wird mit dem Volksparkstadion allerdings direkt dahinter geführt (4,5 Sterne wie u.a. auch das Bremer Weserstadion). Am beliebtesten sind der Signal-Iduna-Park (Borussia Dortmund) und die Alte Försterei (Union Berlin) mit jeweils 4,7 Sternen. Schlusslicht ist die Brita-Arena des SV Wehen Wiesbaden (3,8).

In die Untersuchung der Informationsplattform Wettbasis flossen rund 285.000 Google-Bewertungen aller 36 Stadien ein. Die Münchner Allianz Arena wurde mit knapp 47.000 mal am häufigsten benotet, für das HSV-Stadion wurden mehr als 12.000 Bewertungen abgegeben.

Corona: Ex-HSV-Profi bangt um Tochter

Der ehemalige HSV-Profi René Klingbeil (67 Spiele zwischen 2004 und 2007) sorgt sich in der Corona-Krise um seine Tochter Mia. Die heute Zehnjährige war 2017 zweimal an einer Lungenentzündung erkrankt, 2018 kämpfte sie nach einer Blutvergiftung sogar um ihr Leben.

"Mia gehört bei einer möglichen Infektion mit dem Corona-Virus zur Hochrisikogruppe. Wir müssen vorsichtig sein und aufpassen, dass sie sich nicht ansteckt“, sagt der 39 Jahre alte Teammanager des FC Carl Zeiss Jena, der sich mit seiner Mannschaft seit Montag in der Sportschule Egidius Braun in Leipzig auf den Neustart der 3. Liga vorbereitet.

Klingbeil ist deshalb freiwillig, aber dennoch schweren Herzens bereits in der vergangenen Woche aus seinem Haus im erzgebirgischen Lößnitz ausgezogen. "Ich habe in Jena eine Wohnung und kann somit Abstand halten. Sehen können wir uns dank Facetime-Anrufen trotzdem jeden Tag", erklärt der Ex-Profi.

"Dass ich mich von meiner Familie vorübergehend isoliere, ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Ich habe aufgrund meiner Tätigkeit mit vielen Menschen Kontakt und will kein unnötiges Risiko für Mia eingehen", meint Klingbeil: "Wir haben in den vergangenen zwei Monaten sehr viel Zeit miteinander verbracht, jetzt müssen wir uns mit der Situation arrangieren."

( jdr/dpa/sid )

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