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Wie Dieter Hecking den HSV auf das Geisterspiel vorbereitet

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Dieter Hecking muss den HSV auf ein Geisterspiel in Fürth vorbereiten, das womöglich gar nicht stattfindet.

Dieter Hecking muss den HSV auf ein Geisterspiel in Fürth vorbereiten, das womöglich gar nicht stattfindet.

Foto: Christian Charisius / dpa

Der HSV soll am Freitag in Fürth erstmals ein Punktspiel vor leeren Rängen bestreiten. Für den Trainer eine knifflige Aufgabe.

Hamburg. Wie bereitet ein Trainer eine Mannschaft seriös auf ein Spiel vor, von dem mehr als fraglich ist, ob es überhaupt stattfindet? Dieter Hecking hat diese Aufgabe beim HSV in diesen Tagen zu bewältigen, und man hat ihm bei der Pressekonferenz am Donnerstag angemerkt, dass es ihm nicht leichtfällt

Und doch ist sein Job derzeit wohl noch einer der angenehmeren im Profifußball. "Ich muss die Entscheidung, ob und wie gespielt wird, Gott sei Dank nicht treffen“, sagte Hecking und appellierte, „die Entscheidungsträger in so einem Ausnahmefall zu unterstützen“. In Zeiten des Coronavirus müsse sich der Fußball unterordnen: "Das Wohl der Gesellschaft steht über allem."

Wenn es jene Entscheidungsträger dann immer noch so wollen, dann wird der HSV am Freitag (18.30 Uhr/Sky und Onefootball) tatsächlich bei der SpVgg Greuther Fürth antreten und erstmals ein Punktspiel ohne Zuschauer bestreiten. "Im Moment sieht es so aus, als ob der HSV Fußball spielt. So gehen wir das Ganze an", sagte Hecking.

HSV vor Geisterspiel in Fürth: Das sagt Dieter Hecking
HSV vor Geisterspiel in Fürth: Das sagt Dieter Hecking

Ein solches Geisterspiel hat auch der HSV-Trainer noch nicht erlebt. Er hat versucht, es zu simulieren, und die Mannschaft im leeren Volksparkstadion trainieren lassen. "Aber eigentlich kann man die Mannschaft darauf nicht vorbereiten." Hecking zog den Vergleich zum Testspiel gegen den FC Seoul im Januar in Portugal. Aber das war eben nur ein Testsppiel – und selbst damals waren ein paar Schaulustige dabei.

HSV-Trainer Hecking über Geisterspiel: "Wir brauchen emotionale Stimmung"

Deshalb könne er auch nicht voraussagen, wie seine Profis auf die ungewohnte Situation reagieren werden. Der eine werde die fehlende Stimulierung von den Rängen beklagen, der andere werde erleichtert sein, weil er bei misslungenen Aktionen keine Pfiffe ernte, meinte Hecking. „Wir müssen es schaffen, eine emotionale Stimmung in die Mannschaft reinzubekommen."

Bei Jan Gyamerah dürfte ihm das am leichtesten fallen. Der rechte Verteidiger hat nach seinem Wadenbeinbruch ein halbes Jahr aussetzen müssen. In Fürth wird erstmals wieder im Kader stehen – ob auch in der Startelf, ließ Hecking offen. Im Training durfte Gyamerah sich schon in der A-Elf versuchen und zeigte laut Hecking keine Scheu vor Zweikämpfen: "Riesenlob an Gyambo, wie er die Verletzung weggesteckt hat. Es sieht sehr gut aus."

Gyamerah nimmt den Platz von Jordan Beyer ein, der sich beim 2:1-Sieg gegen Regensburg eine schwere Gehirnerschütterung zugezogen hatte. Auch Defensiv-Allrounder Gideon-Jung (nach Gelb-Rot-Sperre) und Stürmer Jairo Samperio kehren in den Kader zurück.

Für sie müssen Innenverteidiger Stephan Ambrosius und Stürmer Bobby Wood Platz machen – an dem US-Amerikaner soll laut „Washington Post“ der Major-League-Soccer-Club DC United interessiert sein. Adrian Fein dürfte erstmals nach seinem Jochbeinbruch ohne Gesichtsmaske auflaufen.

Die TV-Zuschauer werden dann auch einen für sie neuen Hecking erleben: Die Anweisungen des Trainers werden bestens zu hören sein. Hecking will sich deshalb aber nicht zurücknehmen. Zumindest das dürfte ihm nicht schwerfallen.

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( HA )

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