HSV-News

Hecking appelliert vor dem Nordderby an Harnik & Co.

HSV startet Vorbereitung auf Hannover – mit Jairo? Neue Lesart im Fall des Jatta-Posters am KSC-Block. Boldt verzichtet auf "Harakiri".

Die HSV-News am Dienstag, den 11. Februar 2020:

Jairo soll noch in dieser Woche angreifen

Mit zwei Trainingseinheiten startet der HSV in die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei Hannover 96 am Sonnabend (13 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de).

Am Vormittag arbeitete die Mannschaft zunächst im Kraftraum, anschließend ging es bei einer steifen Brise nur noch für einige Minuten auf den Platz.

Am Nachmittag folgte dann – ebenfalls bei Schmuddelwetter – eine weitere Draußen-Einheit. Dabei gab auch Torhüter Julian Pollersbeck sein Comeback im Mannschaftskreis. "Zudem ist Jairo fit und wird in dieser Woche wieder angreifen", kündigte Dieter Hecking an.

Trotz des Ausfalls von Adrian Fein (Jochbeinbruch) sieht der HSV-Trainer sein Team gut aufgestellt. Verzichten muss Hecking aber weiterhin auch auf Jan Gyamerah, der am Dienstag aber immerhin individuell mit dem Ball trainierte.

Hecking appelliert auch an Martin Harnik

Zwischen den beiden Einheiten wandte sich Dieter Hecking den Medienvertretern zu – und gab dabei durchaus einen kleinen Fingerzeig auf das anstehende Nordderby in Hannover.

"Es sollte sich keiner ausruhen", kündigte Hecking an. Die Trainingswoche werde entscheiden, wer gegen 96 auflaufen wird: "Wir haben einen breiten Kader."

Heckings Aussagen zu Martin Harnik klangen allerdings eher wie ein kleiner Dämpfer für den Angreifer. "Er hat fast die komplette Vorbereitung aufgrund eines Muskelfaserrisses verpasst, daher ist es nicht selbstverständlich, dass er gleich wieder auf Top-Niveau ist", sagte Hecking.

Wie alle anderen Spieler müsse ihm auch Harnik "im Training zeigen, dass er in die Startelf möchte". In diesem Jahr wartet der Österreicher (zwei Saisontore/beide zuhause) noch auf seine ersten Pflichtspielminuten.

Jatta-Poster: War alles ganz anders?

Gegen Ende des Spiels gegen den KSC (2:0) hatte ein umgedreht am Zaun des Gäste-Fanblocks angebrachtes DIN-A4-Poster von Bakery Jatta für Gesprächsstoff gesorgt.

Auch in den Foren wird die unschöne Aktion gegen den HSV-Profi weiter diskutiert. Eine völlig neue Lesart taucht in diesem Zuge auf transfermarkt.de auf.

Dort berichten Stadionbesucher von einer Gruppe pöbelnder Zuschauer, die aus Block 13A heraus eben jenes Jatta-Poster dauerhaft in Richtung des links daneben angesiedelten Gästebereichs hochgehalten hätten.

Als sich KSC-Fans dadurch offenbar provoziert fühlten, seien aus dem Gäste-Stehblock Bierbecher über den Zaun geflogen. Ein mutmaßlicher HSV-Fan aus einer Junggesellenabschieds-Gruppe soll das Bild schließlich am Zaun angebracht haben.

Fakt ist: Im Lauf der zweiten Halbzeit kam im Gästebereich Unruhe auf, woraufhin aus Block 13A mindestens eine Person von Ordnungskräften hinausgeleitet wurde.

Im Hinspiel war Bakery Jatta von Karlsruher Fans dauerhaft ausgepfiffen worden. Der KSC-Fanbeauftragte Wolfgang Sauer hatte die Pfiffe relativiert und mit einer angeblichen Schwalbe Jattas begründet. HSV-Trainer Dieter Hecking kritisierte diese Einordnung wiederum als "weltfremd".

HSV schlägt den KSC – die Bilder:

Boldt muss viel Überzeugungsarbeit leisten

Jonas Boldt glaubt, dass der HSV "auch ohne Harakiri-Aktionen“ die Basis für den Aufstieg gelegt hat. "Ich bin total überzeugt, dass wir da auf dem richtigen Weg sind und, wenn wir so wie bisher an einem Strang ziehen, dass wir das Schiff dann auch in die richtige Richtung drehen“, sagte der Sportvorstand am Montag im "kicker meets DAZN"-Podcast.

In der Winterpause hatte sich der HSV mit den drei Leihspielern Louis Schaub (1. FC Köln), Louis Beyer (Borussia Mönchengladbach) und Joel Pohjanpalo (Bayer Leverkusen) verstärkt. Das seien – anders als des Öfteren in der jüngeren Vergangenheit – keine "Harakiri-Aktionen" gewesen, betonte Boldt, sondern "mit einer klaren Idee, mit klaren Profilen".

Laut Boldt sei immer Überzeugungsarbeit nötig, potenziellen Neuzugängen zu erklären, warum man glaubt, "dass Hamburg funktioniert und nicht so endet wie in der Vergangenheit“.

An einen Einbruch wie in der Vorsaison glaubt Boldt nicht – auch, wenn der Club einen weiteren Nicht-Aufstieg verkraften würde. "Der Verein ist so aufgestellt, dass er auch in der 2. Liga funktionieren würde – wirtschaftlich und auch von der Kaderstruktur und den Verträgen her“, betonte der 38-Jährige.

Die HSV-Neuzugänge 2019/20: