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Hatte er Angst? Hoffmann spricht über den Laptop-Krimi

Muss nicht dauerhaft auf Smartphone umsteigen: HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann hat seinen Laptop schnell wieder erhalten.

Muss nicht dauerhaft auf Smartphone umsteigen: HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann hat seinen Laptop schnell wieder erhalten.

Foto: Imago/Eibner

HSV-Boss wurde im ICE Opfer eines Diebstahls mit anschließendem Erpressungsversuch. Jetzt verrät er weitere Details.

Hamburg. Nach dem Krimi um seinen gestohlenen Laptop hat sich HSV-Chef Bernd Hoffmann am Sonntag noch einmal öffentlich über den damit verbundenen Erpressungsversuch geäußert.

Er habe keine Angst verspürt, sagte Hoffmann im Radiosender NDR 90,3 über die Übergabe, auf die der 57-Jährige zum Schein eingegangen war: "Das war alles gut organisiert, die Polizei stand bereit. Es ist alles so abgelaufen, wie wir es vorher besprochen hatten, es ist nichts passiert."

Hoffmann: Keine HSV-Dokumente auf Laptop

Wie HSV-Trainer Dieter Hecking liebe auch er Krimis, gestand Hoffmann. Das Kopf-Kino der Fans könne er aber nicht weiter bedienen. "Es war alles deutlich harmloser", sagte er. Eine kugelsichere Weste habe er bei der Übergabe jedenfalls nicht getragen.

Außerdem beteuerte der Vorstandsvorsitzende des Fußball-Zweitligisten, dass keine vereinsinternen Details in fremde Hände gelangt seien. "Davon gehe ich aus", sagte Hoffmann, der sich selbst nicht in erster Linie an die sogenannte "Rucksack-Affäre" erinnert fühlte.

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Hoffmann fühlt sich nicht an Knäbel erinnert

"Ich habe in dieser Sekunde nur daran gedacht, dass ich Opfer einer Straftat geworden bin und bin daraufhin zur Polizei gegangen", sagte Hoffmann. Das Thema sei für ihn selbst aber nun "abgearbeitet", die weiteren Ermittlungen sei Angelegenheit der Behörden.

Zur Erinnerung: Im August 2015 hatte der damalige HSV-Sportchef Peter Knäbel ebenfalls unfreiwillig für ähnliche Schlagzeilen gesorgt, als ihm ein Rucksack mit vertraulichen Club-Dokumenten gestohlen worden war. Der Rucksack wurde später im Jenischpark in Othmarschen gefunden.

Bernd Hoffmann dankt der Hamburger Polizei

In Hoffmanns Fall konnten die Täter recht schnell ausfindig gemacht werden. Sowohl der Mann, der den Funktionär in einem ICE auf der Fahrt von Frankfurt nach Hamburg bestahl, als auch der für die Erpressung verantwortlich gemachte Komplize wurden überführt.

"Die Polizei hat in beiden Fällen sehr schnell und professionell reagiert. Ich bin sehr froh, dass die Sachen so schnell wiederbeschafft wurden", hatte Hoffmann der "Bild"-Zeitung gesagt, die zuerst über den Vorfall berichtet hatte.

Hoffmann bestätigt den Krimi-Ablauf

"Bernd Hoffmann ist Opfer einer Straftat geworden. Er hat sich sehr schnell und vertrauensvoll an die Polizei gewandt. Deshalb waren wir in der Lage, die Täter so schnell zu ermitteln“, wurde der Hamburger Polizei-Sprecher Timo Zill zitiert.

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Am Sonntagabend bestätigte Hoffmann den Ablauf noch einmal. Demnach war ihm in der vergangenen Woche in dem ICE eine Tasche entwendet worden, in dem unter anderem sein Laptop und sein Portemonnaie waren.

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Hoffmann ging zum Schein auf Übergabe ein

Mit Hilfe von Bildern von Videokameras am Hamburger Hauptbahnhof wurde der mutmaßliche Täter identifiziert und festgenommen. Bei einer Durchsuchung von dessen Wohnung wurde die Tasche und das Portemonnaie gefunden, aber nicht der Laptop.

Wenige Tage später wurde Hoffmann per Mail angeboten, seinen Computer zurückzukaufen. Zum Schein ging er darauf ein und schaltete die Polizei ein, die den zweiten mutmaßlichen Täter festnahm. Hoffmann erhielt seinen Laptop zurück.

Tasche enthielt Hinweis auf Hoffmann

Bleibt die Frage: Wie kamen die Täter überhaupt darauf, dass der Laptop zu Hoffmann gehörte? "In der Tasche war etwas, was auf den Eigentümer hinwies", erzählte Hoffmann im NDR-Radio. Alles andere zu dem Fall unterliege der Schweigepflicht.

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