HSV-News

Adrian Fein: "HSV ist Riesenverein und kein Sprungbrett"

Fans protestieren gegen Polizeigesetz. Marinus Bester verliert gegen seinen HSV. Ex-Liebling van der Vaart gewinnt Titel in Dänemark.

Die HSV-News am Montag, den 28. Oktober 2019:

VfB-Trainer Walter: Niederlage beim HSV lag nicht am System

Zwei Tage nach der 2:6-Niederlage beim HSV hat sich VfB-Trainer Tim Walter äußerlich unbeeindruckt gezeigt. "Ihr merkt ja, dass meine Mannschaft so spielt, wie ich es gern hätte", sagte der Stuttgarter Coach in der Pressekonferenz am Montag. "Den Spielern geht es gut, wir wissen genau, was wir falsch gemacht haben, aber auch, was wir gut gemacht haben."

Vor der Revanche im DFB-Pokal am Dienstag (18.30 Uhr, Volksparkstadion/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de) sei ihm nicht bange. So viele Fehler in einem Spiel könne man nicht noch einmal machen, sagte Walter. Es gehe darum, die richtigen Lehren aus dem Spitzenspiel der 2. Bundesliga zu ziehen. Welche das sind? Walter: "Uns fehlt ein bisschen das Glück. Aber wir müssen schauen, dass wir weniger eklatante Fehler begehen. Das ist schwer zu trainieren, aber ich glaube, das passiert uns auch nicht mehr. Ich bin weiterhin überzeugt von unserer Qualität. Wenn man gut mit den Menschen umgeht, und das tue ich, bekommt man auch etwas zurück."

Dass seine offensive Taktik beim HSV gescheitert sein könnte, will Walter nicht wahrhaben. Die Niederlage habe nichts mit dem System zu tun, sondern damit, dass man einfache Fehler gemacht habe. Der DFB-Pokal sei eine gute Möglichkeit, Selbstvertrauen zu bekommen und die Gelegenheit, sich mit Topmannschaften zu messen: "Das ist das, was wir brauchen." Walter kann am Dienstag auf den in der Liga gesperrten Ex-Nationalspieler Holger Badstuber zurückgreifen.

Fein: "HSV ist ein Riesenverein und kein Sprungbrett"

Adrian Fein ist vielleicht die HSV-Entdeckung der Saison: Beim 6:2-Sieg gegen den VfB Stuttgart brillierte die Bayern-Leihgabe zum wiederholten Mal im defensiven Mittelfeld und wurde vom "Kicker" in die vorläufige "Elf des Tages" der 2. Bundesliga gewählt – wie im Übrigen auch die Angreifer Bakery Jatta und Sonny Kittel. "Ganz ehrlich, dass es so läuft wie derzeit, hatte ich auch nicht erwartet", sagte Fein (20) in einem aktuellen Interview mit der Sportzeitschrift.

Vor allem das Erscheinungsbild seines neuen Clubs habe ihn verblüfft. "Im Vergleich zu den letzten Jahren habe ich das Gefühl, dass man den HSV fast nicht wiedererkennt", sagte Fein. Die Affäre um die angeblich falsche Identität von Bakery Jatta habe die Mannschaft zusammengeschweißt. Auch aus der Niederlage im Derby beim FC St. Pauli habe man die richtigen Lehren gezogen.

Den HSV habe er seit seiner Kindheit im Blick gehabt. Fein: "Mein Onkel hat früher in Hamburg gewohnt, ich hatte mit acht Jahren schon mal ein HSV-Trikot, für mich war das immer ein großer Club." Er sehe seine Station in Hamburg auch nicht als Sprungbrett zurück nach München. Das werde dem HSV nicht gerecht. "Klar, ich wurde beim FC Bayern ausgebildet, und natürlich habe ich im Kopf, dort auch mal spielen zu wollen. Aber der HSV ist in meiner Welt ein Riesenverein und kein Sprungbrett."

HSV erwartet erneut große Kulisse

Ein ausverkauftes Volksparkstadion wie noch beim Ligaspiel am Sonnabend wird es bei der Revanche gegen den VfB Stuttgart im DFB-Pokal am Dienstag (18.30 Uhr/Sky, Liveticker bei Abendblatt.de) nicht geben, aber immerhin: Der HSV erwartet zum Zweitrundenspiel die beachtliche Zahl von 46.000 Zuschauern. Das wären mehr als beim Saisonauftakt gegen Darmstadt (44.475) sowie bei den Ligaheimspielen gegen Bochum (41.737), Aue (44.021) und Fürth (44.180).

Außer gegen Stuttgart (57.000) war das Volksparkstadion in dieser Saison nur beim Nordduell gegen Hannover (54.732) besser gefüllt. Bis Montag waren fast 43.000 Karten verkauft. Die Tageskassen öffnen wie auch das Stadion um 16.30 Uhr.

Weil Sarah Connor um 20 Uhr in der benachbarten Barclaycard-Arena auftritt, wird eine frühzeitige Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen.

HSV-Fans protestieren gegen neues Polizeigesetz

HSV-Fans haben das Spitzenspiel der 2. Bundesliga gegen den VfB Stuttgart am Sonnabend dazu genutzt, um gegen das geplante neue Hamburger Polizeigesetz zu protestieren. Auf der Nordtribüne wurde ein riesiges Transparent "Nein zum neuen Polizeigesetz!" angebracht.

Initiator der Aktion ist der Verein Förderkreis Nordtribüne. Er befürchtet, dass die Polizei künftig "schon beim bloßen Verdacht einer noch so geringfügigen Körperverletzung eine Fußfessel gegen jeden anordnen" könne, somit auch gegen Fußballfans an brisanten Spieltagen. Auch außerhalb der Spieltage könnten Fans durch Kontrollen und Durchsuchungen ihrer Autos "drangsaliert" werden. Kritisiert wird zudem, dass der Datenschutzbeauftragte sein Recht verlieren soll, verdeckte Maßnahmen wie den Einsatz einer Gesichtserkennungssoftware gegen Fußballfans zu kontrollieren.

Das geplante Polizeigesetz erweitert die Rechte der Ermittler. Es erlaubt unter anderem elektronische Fußfesseln zur Überwachung von Islamisten und Beziehungstätern, die automatische Datenauswertung und längere verdeckte Ermittlungen. In der Ablehnung des Gesetzes befinden sich die HSV-Fans in seltenem Gleichklang mit den St.-Pauli-Anhängern. Diese hatten vor zwei Wochen ein Banner mit der Aufschrift "Nein zum Polg-Hh" entrollt.

Marinus Bester verliert gegen seinen HSV

Bitterer Tag für Marinus Bester in der Oberliga Hamburg: Der langjährige HSV-Profi und -Teamkoordinator unterlag mit seinem neuen Team Buchholz 08 der dritten Mannschaft seines ehemaligen Clubs zu Hause mit 1:2 (0:1). Artur Krüger brachte den HSV III, für den auch Präsident und Ex-Nationalspieler Marcell Jansen auflief, in der 33. Minute per Foulelfmeter in Führung, der eingewechselte Marko Augustinovic erhöhte auf 0:2 (70.). Der ebenfalls eingewechselte Marc Eisenberg konnte nur noch verkürzen (90.+3).

Der HSV III (20 Punkte) verbesserte sich dank des ersten Erfolgs nach zuvor fünf sieglosen Spielen auf den siebten Tabellenplatz. Buchholz (neun) ist jetzt Vorletzter.

Ex-HSV-Star van der Vaart gewinnt Titel in Dänemark

Zwei Wochen nach seinem tränenreichen Abschiedsspiel im Volksparkstadion hat der frühere HSV-Star Rafael van der Vaart schon wieder etwas zu feiern gehabt. Mit dem dänischen Team Esbjerg fB gewann der 36-Jährige den Titel in der neuntklassigen Serie 4.

"Es ist immer schön, etwas zu gewinnen", sagte van der Vaart der "Bild"-Zeitung. "Es bringt riesigen Spaß, mit den Jungs zusammen zu sein. Zudem hält mich das auch ein wenig fit." Der 109-malige niederländische Nationalspieler hatte seine Profikarriere im November vergangenen Jahres als Spieler der ersten Mannschaft von Esbjerg beendet. Im August hatte er beim Serie-4-Team sein Comeback gegeben.

Ob Esbjerg sein Aufstiegsrecht in die Serie 3 wahrnimmt, ist noch offen. Viele in der Mannschaft wollen ihre Punktspiele weiterhin gern unter der Woche austragen, um am Wochenende freizuhaben.

Vor Pokalduell beim HSV: VfB-Führungskrise spitzt sich zu

Vor dem Pokalduell beim HSV spitzt sich der Streit um die künftige Führung beim VfB Stuttgart weiter zu. Nach der Streichung von Guido Buchwald (58) von der Liste der Präsidentschaftskandidaten hat dessen ehemaliger Nationalmannschaftskollege Thomas Berthold (54) heftige Kritik geübt. „Die aktuellen Gremien zeichnen sich durch Missgunst, Lügen und Verunglimpfung aus. Die kleben auf ihren Stühlen. Es ist schon verwunderlich, was alles unternommen wird, um die Hilfe von Ehemaligen zu verhindern", sagte Berthold dem "Kicker".

Berthold hatte sich für Buchwald als Präsidenten eingesetzt und sich selbst für einen Posten im Aufsichtsrat des Bundesliga-Absteigers angeboten. Buchwald selbst erhob per Facebook schwere Vorwürfe gegen das Kontrollgremium: „Man will in der Vereinsführung keine Fachleute mit eigener Meinung, sondern man will Opportunisten und Jasager, damit man – wie in den vergangenen Jahren – ungestört weiter den Club nach seinen Vorstellungen führen kann."

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Im Februar war der VfB-Ehrenspielführer und frühere Weltmeister Buchwald aus dem Aufsichtsrat zurückgetreten. Im Juli folgte dann Vereinspräsident Wolfgang Dietrich, während vor Kurzem Thomas Hitzlsperger neben seinem Amt als Sportvorstand auch zum Vorstandsvorsitzenden aufstieg.

Ex-HSV-Profi Son angeblich im Fokus von Juventus

Der frühere HSV-Profi Heung-Min Son könnte bald den nächsten Karrieresprung machen. Die britische Zeitung "Express" berichtet, dass Juventus Turin den südkoreanischen Nationalspieler von Tottenham Hotspur am liebsten schon im Winter verpflichten würde. Der italienische Serienmeister verfüge über die finanziellen Möglichkeiten, Son (27) aus seinem noch fast vier Jahre gültigen Vertrag beim Londoner Champions-League-Finalisten herauszukaufen.

Auch Juventus' Serie-A-Konkurrent SSC Neapel habe Interesse an Son, der auf der Kandidatenliste für die Wahl des "Goldenen Balls" für den weltbesten Fußballer des Jahres steht. Son spielte von 2008 bis 2013 für den HSV. Nach zwei Jahren bei Bayer Leverkusen wechselte er 2015 nach Tottenham.

Die HSV-Termine bis zur Winterpause:

  • 29.10.: DFB-Pokal HSV gegen Stuttgart (Dienstag, 18.30 Uhr)
  • 3.11.: HSV in Wiesbaden (Sonntag, 13.30 Uhr)
  • 9.11.: HSV in Kiel (Sonnabend, 13 Uhr)
  • 23.11.: HSV gegen Dresden (Sonnabend, 13 Uhr)
  • 29.11.: HSV in Osnabrück (Freitag, 18.30 Uhr)
  • 6.12.: HSV gegen Heidenheim (Freitag, 18.30 Uhr)
  • 15.12.: HSV in Sandhausen (Sonntag, 13.30 Uhr)
  • 21.12.: HSV in Darmstadt (Sonnabend, 13 Uhr)