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Julian Pollersbeck bricht nach dem Derbysieg sein Schweigen

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Bei Profi-Spielen nur noch Zuschauer auf der Tribüne: HSV-Torhüter Julian Pollersbeck.

Bei Profi-Spielen nur noch Zuschauer auf der Tribüne: HSV-Torhüter Julian Pollersbeck.

Foto: Imago/Michael Schwarz

Die Nummer eins des Vorjahres ist nur noch dritte Wahl beim HSV. Am Freitag stand Pollersbeck erneut bei der U21 im Tor.

Hamburg. Wenn an diesem Sonnabend 57.000 Zuschauer auf den Tribünen des ausverkauften Volksparkstadions das Zweitliga-Topspiel zwischen dem HSV und dem VfB Stuttgart verfolgen, ist Julian Pollersbeck einer von ihnen. Und das schon zum sechsten Mal in dieser Saison. Für den Stammtorhüter der vergangenen Saison ist derzeit kein Platz bei den HSV-Profis. Pollersbeck kommt über die Rolle als Nummer drei nicht hinaus. Und so bleibt dem 25-Jährigen nichts anderes übrig, als seine Spielpraxis bei der U21 zu sammeln.

Am Freitagabend stand Pollersbeck beim 3:0-Sieg der Regionalligamannschaft im Hamburger Derby gegen Altona 93 wieder zwischen den Pfosten – und spielte gut. Anschließend sprach er erstmals über seine aktuelle Situation als Nummer drei beim HSV. „Es ist natürlich etwas anders, ob du im ausverkauften Volkspark spielst oder hier“, sagte Pollersbeck dem Abendblatt.

Pollersbeck sieht seine HSV-Situation positiv

1000 Zuschauer verfolgten das Spiel an der Hagenbeckstraße. Immerhin war das Stadion ausverkauft. Zu gerne würde er auch vor ausverkauftem Haus gegen Stuttgart spielen. Trotzdem sieht Pollersbeck seine Situation positiv. „Mir ist eigentlich egal, vor wie vielen Zuschauern ich spiele. Ich habe Spaß daran, wenn ich die Raute auf der Brust tragen darf.“

Für Pollersbeck war es das dritte Spiel in dieser Saison beim HSV II. „Klar habe ich die Spiele vermisst“, sagte der Torhüter, der vor der Saison von Trainer Dieter Hecking von der Nummer eins zur Nummer drei herabgestuft wurde. „Ich bin dankbar, dass ich hier spielen kann und hier so gut aufgenommen werde. Das macht Spaß hier mit den Jungs.“

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Verlässt Pollersbeck im Winter den HSV?

Der HSV wollte Pollersbeck im Sommer eigentlich abgeben. Schon der im Mai entlassene Sportvorstand Ralf Becker hatte ihm nach der Saison mitgeteilt, dass er sich einen neuen Club suchen solle.

Auch unter Jonas Boldt änderte sich seine Perspektive nicht. Obwohl Pollerbeck sich zunächst von Berater Roman Rummenigge trennte und sich gegen Ende der Transferperiode der Berateragentur von Roger Wittmann anschloss, scheiterte ein Wechsel. Auch sein Vater Günter fand keinen neuen Verein für ihn.

Im Winter könnte es einen neuen Versuch geben. Pollersbeck selbst will sich über seine aktuelle Situation nicht groß äußern. „Dazu kann ich wenig sagen. Ich kann nur hart trainieren, mich anbieten und fleißig sein. Was ich beeinflussen kann, versuche ich bestmöglich zu machen. Über alles andere kann ich schlecht urteilen“, sagte Pollersbeck.

Pollersbeck erfragt Einsätze beim HSV II

Nachdem Hecking klar gemacht hat, dass es bei den Profi keine Torhüterdiskussion gebe, bleibt Pollersbeck nichts anders übrig, als in den kommenden Wochen weiter bei der U21 zu spielen. Mit dem Trainer Hannes Drews steht Pollersbeck im ständigen Austausch.

„Ich frage den Trainer selbst, ob ich spielen kann. Aber auch er kommt auf mich zu und fragt, ob ich Bock habe. Für mich ist das selbstverständlich. Ich bin einfach froh, dass ich meine Minuten bekomme. Wenn ich nicht spiele, will ich Spielpraxis sammeln. Ich bin froh, dass ich die hier bekomme.“

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