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Vor Topspiel: Hecking bremst HSV-Kapitän Hunt aus

HSV-Trainer Hecking kritisiert Schiedsrichter und Medien

Dieter Hecking spricht über das 1:1 bei Arminia Bielefeld und das nächste Spitzenspiel gegen den VfB Stuttgart.

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Ewerton vor Pflichtspieldebüt, Jung vor Comeback. Ex-HSV-Profi Son für Ballon d'Or nominiert. TV-Panne bei Liveübertragung.

Die HSV-News am Dienstag, den 22. Oktober 2019:

HSV-Topspiel gegen Stuttgart fast ausverkauft

Nach dem Spitzenspiel ist für den HSV vor dem Spitzenspiel: Am Sonnabend (13 Uhr), fünf Tage nach dem 1:1 bei Arminia Bielefeld, empfängt der Tabellenführer der 2. Bundesliga seinen ersten Verfolger VfB Stuttgart. Nur drei Tage später kommt es in der zweiten Runde des DFB-Pokals zum erneuten Vergleich mit dem Bundesliga-Absteiger.

Im Ligaspiel wird das Volksparkstadion erstmals in dieser Saison ausverkauft sein. Am Dienstagmittag waren nur noch einige wenige Tickets verfügbar. Für die Revanche am kommenden Dienstag (18.30 Uhr) sind bislang knapp 40.000 Karten verkauft worden.

HSV-Trainer Hecking übt Medienschelte

Für HSV-Trainer Dieter Hecking ist die große Kulisse Ansporn und Verpflichtung zugleich. "Vor ausverkauften Rängen kann man ein ähnlich gutes Spiel wie gestern erwarten", sagte er in einer Presserunde am Dienstagnachmittag. "Wir brauchen auch so eine Atmosphäre wie in Bielefeld gestern."

Trotzdem solle man das Spiel wie auch das in Bielefeld "nicht zu hoch hängen". Er habe sich über die Berichte geärgert, in denen die Spitzenspiele zur Standortbestimmung für seine Mannschaft erklärt wurden. Hecking: "Ich finde es nicht in Ordnung, weil es bei mir und bei der Mannschaft so ankommt, als zählten die neun Spiele davor gar nicht."

Stuttgart als mahnendes Beispiel für den HSV

Sein Maßstab sei allein die Entwicklung der Mannschaft. Und die sei am Montag in Bielefeld erkennbar gewesen. Hecking: "Wir haben uns gegen eine körperlich robuste Mannschaft deutlich besser gewehrt als zum Beispiel noch gegen den FC St. Pauli. Wir haben mehr Zweikampfpräsenz gezeigt, allerdings in der zweiten Halbzeit auch weniger Fußball gespielt. Das müssen wir noch verbessern. Aber wir sind auf einem richtig guten Weg."

Man dürfe jetzt aber nicht den Fehler machen, in Selbstzufriedenheit zu verfallen. Gerade der kommende Gegner habe dies leidvoll erfahren.Hecking: "Alle haben gesagt: In Wiesbaden und gegen Kiel kann sich Stuttgart absetzen. Und dann holst du gar keinen Punkt."

VfB im Ligaspiel beim HSV ohne Badstuber

Der VfB muss im Ligaspiel beim HSV ohne Holger Badstuber auskommen. Der Verteidiger ist nach seinem Platzverweis und anschließender Schiedsrichter-Beschimpfung für zwei Meisterschaftsspiele gesperrt worden. Neben der obligatorischen Ein-Spiel-Sperre für Gelb-Rot muss der Ex-Nationalspieler wegen unsportlichen Verhaltens eine weitere Partie in der Zweiten Liga aussetzen. Er wird den Schwaben damit auch am 3. November gegen Dynamo Dresden fehlen.

Im DFB-Pokalspiel beim HSV am nächsten Dienstag dürfte der 30-Jährige dagegen spielen. Badstuber muss außerdem eine Geldstrafe in Höhe von 8000 Euro zahlen. Spieler beziehungsweise der Verein stimmten dem Urteil zu, wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Dienstag mitteilte.

Badstuber war beim 0:1 gegen Holstein Kiel am vergangenen Sonntag wegen wiederholten Foulspiels in der 53. Minute vom Platz gestellt worden. Anschließend hatte er die Unparteiischen beleidigt, was über die Außenmikrofone zu hören war, von den Schiedsrichtern selbst aber laut DFB nicht wahrgenommen worden sei.

Jung vor Comeback, Ewerton vor HSV-Pflichtspieldebüt

Innenverteidiger Gideon Jung dürfte nach seiner Oberschenkelzerrung zum Spitzenspiel gegen den VfB in den Kader von Dieter Hecking zurückkehren. Allerdings habe sich Vertreter Timo Letschert nach seiner eigenen langen Verletzungspause gut eingefügt. "Er bringt noch etwas anderes in unser Spiel ein, an ihm kann man sich auch mal richtig wehtun, ist sich nicht zu schade hinzufegen", sagte der Trainer. "Davon können sich Rick (van Drongelen) und Gidi (Jung) auch mal etwas abschauen."

Hecking wollte nicht ausschließen, auch dem gesetzten Dauerbrenner van Drongelen einmal ein Spiel Pause zu geben. Der Niederländer hat in dieser Saison noch keine Pflichtspielminute verpasst.

Positionskollege Ewerton ist nach seinem Syndesmosebandanriss noch nicht so weit. Der Brasilianer soll am Freitag im Regionalderby zwischen der zweiten Mannschaft und Altona 93 seine ersten Pflichtspielminuten beim HSV bekommen.

Hecking bremst HSV-Kapitän Hunt

Kapitän Aaron Hunt muss sich möglicherweise weiter bis zu seinem Comeback gedulden. Hecking: "Es sieht gut aus, Aaron scharrt mit den Hufen und will unbedingt spielen, aber wir müssen erst einmal mit der medizinischen Abteilung reden, inwieweit es für Samstag schon passt."

Hunt, den immer wieder Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur plagen, könne am Mittwoch möglicherweise "Teile des Teamtrainings" mitmachen. Angesichts von Hunts Verletzungshistorie sei allemal Vorsicht geboten, dazu hätten Hecking auch die Mediziner geraten. Wäre es nach dem 33 Jahre alten Hunt gegangen, hätte er wohl schon am Montag im Kader gestanden.

Hecking erläutert Kritik an HSV-Stürmer Hinterseer

Mit seinem Tor zur 1:0-Führung in Bielefeld hat Lukas Hinterseer die passende Antwort auf die Kritik durch HSV-Trainer Dieter Hecking gegeben – dachte man. Allerdings waren dem österreichischen Stürmer die kleinen Spitzen seines Trainers gar nicht zu Ohren gekommen, wie er hinterher selbst zugab.

Hecking selbst wollte deshalb am Dienstag auch keine Komplimente für seinen vermeintlichen Psycho-Kniff annehmen: "Ein Stürmer muss Tore machen, aber er muss auch arbeiten, Bälle sichern, am Spiel teilnehmen. Das war mir in den letzten Spielen zu wenig von ihm", sagte der Trainer.

Hinterseers wichtiges Tor ändere daran nichts Grundlegendes. Hecking: "Ich bewerte ja das ganze Spiel von ihm und habe ihm auch auf Video aufgezeigt, was ich meine. Wir wollen ja einen Spieler auch weiterentwickeln. Lukas hat Riesenqualitäten. Wie er das Tor gemacht hat, das war Kunst. Aber ich messe ihn nicht nur an Toren."

Die Bilder des HSV-Topspiels in Bielefeld:

Ex-HSV-Profi Son für Ballon d'Or nominiert

Ritterschlag für Heung-Min Son: Der frühere HSV-Profi wurde von der Zeitschrift "France Football" als einer von 30 Spielern für den prestigeträchtigen Ballon d'Or für den weltbesten Fußballer nominiert. Die Gewinner des seit 1956 vergebenen Ballon d'Or werden von internationalen Fachjournalisten gewählt, die Siegerzeremonie findet am 2. Dezember in Paris statt.

Aus der Bundesliga ist nur FC Bayern Münchens Stürmer Robert Lewandowski in der Liste vertreten. Neben den fünfmaligen Gewinnern Cristiano Ronaldo (Juventus Turin) und Lionel Messi vom FC Barcelona gehen gleich sieben Spieler von Jürgen Klopps Champions-League-Sieger FC Liverpool ins Rennen, darunter Europas Fußballer des Jahres Virgil van Dijk, der Ex-Hoffenheimer Roberto Firmino und Mohamed Salah. Vorjahresgewinner Luka Modric (Real Madrid) aus Kroatien fehlt dagegen.

Der Südkoreaner Son (27) wechselte 2008 aus seiner Heimat in die Jugend des HSV und rückte 2010 in den Profikader auf. 2013 wechselte er zu Bayer Leverkusen. Seit 2015 spielt er für die Tottenham Hotspurs, mit denen er im Frühjahr im Champions-League-Finale stand.

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Tim Leibold kennt beim VfB nur noch einen

Die Partien gegen den VfB Stuttgart werden für HSV-Profi Tim Leibold auch ein Wiedersehen mit dem Ex-Club. In der Jugend und zwischen 2013 und 2015 spielte der 25-Jährige für die Schwaben. Viel Kontakt hat er zum VfB allerdings nicht mehr: „Der Letzte, mit dem ich noch Kontakt hatte, war Timo Baumgartl“, sagte Leibold über seinen früheren Mitspieler, der sein Geld mittlerweile bei der PSV Eindhoven verdient. Lächelnd fügte der linke Verteidiger mit Bezug auf das VfB-Maskottchen hinzu: „Außer dem Fritzle kenne ich keinen mehr.“

Bei Bein Sports wird aus dem HSV Holstein Kiel

Dem katarischen TV-Sender Bein Sports ist bei der Liveübertragung des Zweitliga-Spitzenspiels zwischen Arminia Bielefeld und dem HSV eine Panne unterlaufen. Statt Hamburg wurde bei der Spielstandsanzeige als Arminia-Gegner Holstein Kiel eingeblendet. User amüsierten sich darüber bei Twitter.

Die Kieler müssen am 3. November in Bielefeld antreten. Ein Punkt dort sei doch ein gutes Resultat, fand ein Twitter-User. Der Verein hat den Ball aufgenommen und versprach augenzwinkernd: "Wir werden unser Bestes versuchen."