Menschlich gesehen

David Bates ist der Ginger Ramos

Der Lebensweg des Hamburger Schotten ist von Pragmatismus gekennzeichnet.

Der HSV-Profi David Bates (22) fällt auf. Groß, breit, rote Haare. Ginger Ramos wird er genannt. Ginger wegen des Rotschopfs. Und Ramos, weil er Innenverteidiger ist. Wie Ramos, Spaniens Defensivstar. Weil er ein Raubein ist. Wie Ramos. Und weil sein linker Arm genauso tätowiert ist wie die beiden Arme von Ramos.

Doch wenn man sich mit Bates länger unterhält (und seinen Akzent versteht), merkt man schnell, dass Schotte und Spanier nicht viel miteinander zu tun haben. Hier der Weltstar, der seit 13 Jahren bei Real Madrid spielt. Dort der Provinzler, der über Raith Rovers, East Stirlingshire, Brechin City und Glasgow Rangers beim HSV gelandet ist. Auch die Geschichte seiner großflächigen Tattoos spricht Bände. Er sei jung gewesen und einfach in ein Tätowierstudio gegangen, berichtet Bates. „Da habe ich gesagt: Hier ist mein Arm, mach was draus!“

Beim HSV scheint es ähnlich gewesen zu sein: Hier ist ein Vertrag, mach was draus! Und Bates hat gemacht. Spielte schlecht, gut und dann sogar so gut, dass er jetzt plötzlich in der Nationalelf spielt. Eben wie Ramos.