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Sportvorstand Becker kontert Mavrajs Vorwürfe gegen Titz

Hamburg benennt Park nach Uwe Seelers Vater. Drei Neue im Kader. S-Bahn unterbrochen. Heidenheim hat Sorge wegen Kulisse.

Becker nimmt Titz gegen Mavraj-Kritik in Schutz

Hamburg. Sportvorstand Ralf Becker hat die Kritik des früheren HSV-Profis Mergim Mavraj an Christian Titz ("Menschlich ist dieser Trainer ein Desaster") zurückgewiesen. Mavrajs Vorwurf, seine Verbannung in die zweite Mannschaft Ende März sei ohne Begründung erfolgt, treffe nicht zu, sagte Becker der "Bild"-Zeitung. Es habe sehr wohl ein Gespräch gegeben, an dem auch der damalige HSV-Berater Thomas von Hessen und Nachwuchschef Bernhard Peters teilgenommen hätten.

"Das war eine rein sportliche Entscheidung des Trainerteams", sagte Becker, der zum fraglichen Zeitpunkt noch Sportchef beim jetzigen HSV-Zweitligarivalen Holstein Kiel gewesen war. Dass Mavraj mit der Entscheidung nicht zufrieden war, sei nachvollziehbar, nicht aber die aktuellen Aussagen. Becker: "Da ist er weit übers Ziel hinausgeschossen. Aber mit jedem Wort mehr würden wir der Sache eine Aufmerksamkeit schenken, die sie nicht verdient hat."

Der deutschalbanische Innenverteidiger Mavraj (32) machte in dieser Woche seinen Wechsel vom HSV zum griechischen Erstligaclub Aris Thessaloniki perfekt.

Hwang, Vagnoman und Steinmann neu im Kader

Neuzugang Hee-Chan Hwang steht vor seinem Debüt für den HSV. Der Südkoreaner gehört wie erwartet zum 18-köpfigen Kader für das Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim am Sonnabend (13 Uhr, Volksparkstadion/Sky, Liveticker auf Abendblatt.de). Hwang nimmt den Platz des verletzten Lewis Holtby ein und dürfte zur Startformation gehören.

Anstelle von Jonas David und Arianit Ferati, die beim 3:0-Heimsieg gegen Bielefeld am 27. August noch im Kader gestanden hatten, nominierte Trainer Christian Titz die wieder genesenen Josha Vagnoman und Matti Steinmann.

Hamburg erhält Erwin-Seeler-Park

Hamburg wird einen Park im Stadtteil Rothenburgsort nach Erwin Seeler benennen. Der Vater des HSV-Idols Uwe Seeler begründete bei Rothenburgsort 96 seine Fußballkarriere im Arbeitersport. Beschlossen worden seien die die neuen Namen für Straßen, Brücken und Plätze durch die Senatskommission, teilte Kultursenator Carsten Brosda (SPD) mit.

1929 und 1931 wurde er mit dem SC Lorbeer 06 Bundesmeister des Arbeiter-Turn- und -Sportbundes. Bei der Arbeiterolympiade 1931 wurde Erwin Seeler Torschützenkönig. Von 1938 bis 1949 trug "Vadder Erwin" das Trikot des HSV. Erwin Seeler starb 1997 im Alter von 87 Jahren in Norderstedt vor den Toren seiner Geburtsstadt.

Weitere Parks und Straßen im Bereich des derzeit entstehenden Neuen Huckepackbahnhofs erhielten die Namen von Cornelia Harte, Eva Hesse und Fritz Manke. Eine neue Fußgängerbrücke über das Alsterfleet wird nach Ehrenbürgerin Marion Gräfin Dönhoff benannt.

S-Bahnen nach Stellingen teilweise unterbrochen

HSV-Fans, die vom Hauptbahnhof nach Stellingen fahren wollen, sollten diese Einschränkung kennen: Von Freitag (20.45 Uhr) bis Sonntag (Betriebsschluss) fahren keine S-Bahnen zwischen Hauptbahnhof und Sternschanze. Davon sind die S21 und die S31 betroffen. Zeitweise fährt die S21 durch den Citytunnel. Grund für die Streckensperrung sind Gleisbauarbeiten. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wird eingerichtet. Die Reisezeit kann sich dadurch um bis zu 20 Minuten verlängern.

Heidenheim hat nur Sorge wegen der Kulisse

Der 1. FC Heidenheim will am Sonnabend beim HSV (13 Uhr Volksparkstadion, live bei Sky und bei abendblatt.de) ganz sicher keinen Angsthasenfußball spielen, kündigte Trainer Frank Schmidt an. Aber: Er müsse darauf achten, dass nur die mental Starken auf dem Platz stehen. Offenbar gibt es Vorbehalte, ob alle Heidenheimer mit dem Druck von 57.000 Zuschauern umgehen können. Die Stadt selbst hat nur rund 50.000 Einwohner. „Es geht vor dem Spiel auch darum: Wer hat einen Streifen in der Hose und wer nicht?“

Gegen die starke HSV-Offensive um Torjäger Pierre-Michel Lasogga und möglicherweise den südkoreanischen Neuzugang Hee-Chan Hwang sieht der 44-Jährige vor allem seine Abwehr gefordert, in der Außenverteidiger Arne Feick aber wegen eines doppelten Bänderrisses im Sprunggelenk ausfällt. Dafür steht eventuell Innenverteidiger Timo Beermann nach monatelangen Adduktoren-Beschwerden erstmals in der Startelf. Schmidt meinte. Der HSV habe einen „brutal guten Kader. Wir müssen sehr viele Dinge gut machen, wenn wir etwas holen wollen.“

Hat Titz Mavraj im Alleingang ausgebootet?

In unüblicher Schärfe hat der ehemalige HSV-Spieler Mergim Mavraj mit seinem letzten Hamburger Trainer Christian Titz abgerechnet. „Menschlich ist dieser Trainer ein Desaster“, sagte Mavraj der „Bild“-Zeitung mit Blick auf die zurückliegende Abstiegssaison, in der ihn Titz aus dem Profi-Kader des Bundesligisten verbannt hatte. „Als einer der Wenigen im gesamten Verein hat mir Herr Titz offenbar nicht mehr zugetraut, der Mannschaft helfen zu können. Es ist das gute Recht eines Trainers einen Spieler auszusortieren – es geht dabei nur um die Art und Weise.“

Der Abwehrspieler war in der Winterpause 2016/2017 zusammen mit Kyriakos Papadopoulos zum akut abstiegsgefährdeten HSV gestoßen und feierte unter dem damaligen Trainer Markus Gisdol am letzten Spieltag den Klassenerhalt. Unter Titz, der im März dieses Jahres als Coach an der Elbe übernahm, absolvierte Mavraj dann kein einziges Spiel mehr für die Hamburger. Inzwischen spielt er für den griechischen Erstligisten Aris Saloniki.

Kuriose Begründung für Titz-Kritik

„Es hatte ja fast schon System, mit den Spielern, die man nicht mehr brauchte, nicht zu sprechen. Nur war ich dabei eben noch mal ein Extremfall“, sagte der 32-Jährige. „Vielleicht muss ich mich aber auch bei Herrn Titz entschuldigen. Dafür, dass Papadopoulos und ich unter Gisdol im Winter 2017 so eingeschlagen sind und er somit auf seinen heiß ersehnten Bundesliga-Job noch so lange warten musste.“

Seinen Wechsel zum traditionsreichen Bundesliga-Dino bereue er dennoch nicht. „Ich verbinde mit dem HSV nicht die letzten drei, vier Monate und erst recht nicht Christian Titz. Trotz aller Turbulenzen und trotz des bitteren Endes will ich die Zeit nicht missen. Die Dankbarkeit, dass ich Teil des erfolgreichen Klassenerhalts unter Markus Gisdol sein durfte, überwiegt.“

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