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Titz will verletzten Jairo in seinen Trainerstab einbauen

Pollersbeck ist froh, dass es kein Rot gab. Trotz vier Toren keine Startelf-Garantie für Lasogga. Kommt Özcan vom VfB?

Jairo wurde erfolgreich operiert …

In Gedanken war Jairo Samperio am Montagabend beim 3:0-Sieg des HSV gegen Arminia Bielefeld dabei. Der spanische Linksaußen sicherte seinen Hamburger Teamkollegen vor dem Spiel über die sozialen Netzwerke seine „ganze Unterstützung“ zu.

Aber eben nur moralisch. Am Dienstagvormittag wurde Jairo (25) im UKE am schwer verletzten Knie operiert. "Der Eingriff ist nach Angaben der Ärzte sehr gut verlaufen", berichtete Trainer Christian Titz. Aber leider hat sich auch die befürchtete Verletzung bestätigt: Beide Kreuzbänder und das Innenband des rechten Knies waren bei dem Trainingsunfall vergangene Woche gerissen. Damit dürfte Jairo für die gesamte Zweitligasaison ausfallen. Titz: "Wie lange die Genesung am Ende dauert, wage ich nicht vorherzusagen, das hängt von zu vielen Faktoren ab", sagte Titz.

... und soll jetzt Titz unterstützen

Einen konkreten Plan hat der Trainer Jairo aber trotzdem: Er möchte den Neuzugang für die Zeit der Rehabilitation gern in seinen Stab integrieren. "Jairo bekommt Videoaufgaben von uns", sagte Titz, "gerade bei Standardsituationen hat er gute Ideen und eine hohe Intelligenz. Deshalb werden wir ihn einbeziehen."

Es sei auch Jairo selbst wichtig gewesen, die Nähe zu seiner neuen Mannschaft nicht zu verlieren. Deshalb werde er in Hamburg und nicht etwa in seiner Heimat Spanien an seinem Comeback arbeiten. Titz: "Jairo kommt mit seiner lustigen Art auch gut bei den anderen Spielern an. Das hat man auch daran gesehen, was sich die Mannschaft für den Torjubel hat einfallen lassen." Lewis Holtby hatte nach seinem Führungstor Jairos Trikot hochgehalten.

Kommt Özcan als Ersatz?

Drei Tage bleiben dem HSV noch, um für den von Christian Titz angemahnten Ersatz für Jairo zu sorgen – vom Freitag, 18 Uhr an dürften bis zum Winter nur noch vertragslose Spieler verpflichtet werden. Und wieder ist ein neuer Name im Spiel: Berkay Özcan vom VfB Stuttgart. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, gehört der 20 Jahre alte Deutschtürke zum „engsten Kandidatenkreis – ist allerdings nicht die allererste Option, da er eher im Zentrum als auf der Außenbahn beheimatet ist.

Für seine jungen Jahre bringt Özcan schon reichlich Erfahrung mit. Für den VfB bestritt er 21 Zweit- und 17 Erstligaspiele und kam dabei auf insgesamt drei Tore und sieben Vorlagen. Unter dem aktuellen Trainer Tayfun Korkut, der Ende Januar sein Amt übernahm, kam er allerdings nur noch auf 105 Einsatzminuten. Özcan wäre nach Leihspieler Orel Mangala das zweite Talent, das in dieser Transferperiode aus Stuttgart zum HSV kommt.

Am Montag hatte eine Facebook-Fanseite den früheren Nürnberger Abdelhamid Sabiri ins Spiel gebracht. Entschieden ist laut Trainer Christian Titz nichts: "Es gibt verschiedene Möglichkeiten, aber das Zeitfenster ist ziemlich knapp. Wir können nicht beliebig zugreifen, sondern müssen uns auch nach dem Markt orientieren."

Pollersbeck ist froh, dass es keinen Videobeweis gab

Dass der Aussetzer von HSV-Verteidiger Rick van Drongelen am Montagabend nicht zum Ausgleich für Arminia Bielefeld führte, war Julian Pollersbeck zu verdanken. Der Hamburger Torwart fing den (allerdings missglückten) Lupfer von Andreas Voglsammer ab und schlug dann den Ball weg (42. Minute). Die Frage ist nur: außerhalb oder innerhalb des Hamburger 16-Meter-Raums?

Eindeutig ist, dass Pollersbeck mit den Füßen im Strafraum stand. Allerdings legen die Fernsehbilder nahe, dass die Hände klar vor der Linie zum Ball gehen. Rote Karte und Freistoß Bielefeld dann wohl die richtige Entscheidung gewesen.

Das sah wohl auch Pollersbeck ein. "In der Zweiten Liga gibt es eben keinen Videobeweis. Das ist auch mal nicht schlecht“, schmunzelte der U-21-Europameister. Im Spiel selbst hatte er sich auf der sicheren Seite gewähnt: „Aus meiner Sicht war es auf der Linie. Ich habe es aber nicht gesehen, es war nur ein Gefühl, dass es recht knapp war. Bevor er geschossen hat, bin ich aber extra noch mal ein bisschen in den Strafraum zurückgesprungen."

Kostic hat keine Angst vor der Ersatzbank

Filip Kostic fürchtet nach seinem Wechsel vom HSV zu Eintracht Frankfurt keine Reservistenrolle und hat dabei auch keine Angst vor einem Konkurrenzkampf mit Pokalheld Ante Rebic. "Er ist ein toller Typ und super Spieler. Ich werde natürlich alles geben", sagte Kostic, der auch aufgrund der starken vergangenen Eintracht-Saison an den Main gewechselt war, am Dienstag bei einem Pressegespräch.

Kostic ist für zwei Spielzeiten an die Hessen ausgeliehen, die danach eine Kaufoption für den 25-Jährigen besitzen. Am vergangenen Sonnabend hatte Kostic seinen ersten Kurzeinsatz beim 2:0-Sieg beim SC Freiburg.

Rebic fehlt dagegen weiterhin im Training. Der Kroate absolvierte auch die Einheit am Dienstag nicht mit dem Team, sondern arbeitete individuell. Wegen Adduktoren- und Sprunggelenksproblemen war der WM-Star im DFB-Pokal in Ulm (1:2) sowie zum Bundesliga-Start beim SC Freiburg (2:0) zuletzt nicht zum Einsatz gekommen. Ob er für das Spiel gegen Werder Bremen am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) fit wird, ist offen.

Titz: Fehlpässe sorgen für „Ungleichgewicht“

Am Tag danach war die Grüppchenbildung beim HSV-Training gewollt. Während sich die Hauptdarsteller des montagabendlichen 3:0-Sieges gegen Arminia Bielefeld mit einer Runde auf dem Fahrrad die Müdigkeit aus den Beinen traten, ging es für die übrigen Profis auf den Rasen. Passübungen und Positionsspiel im Angriffsdrittel mit Torabschluss standen auf dem Programm. Die angeschlagenen Josha Vagnoman und Matti Steinmann arbeiteten derweil mit Athletiktrainer Sebastian Capel an ihrem Comeback.

Christian Titz weiß, was im Hinblick auf das nächste Spiel am Sonnabend (13 Uhr/Sky) bei Dynamo Dresden zu tun ist: einiges. Denn so wenig bei der 0:3-Auftaktniederlage gegen Holstein Kiel alles schlecht war, so wenig war diesmal alles gut. „Vieles funktioniert besser. Aber uns unterlaufen immer noch Fehler, die uns ins Ungleichgewicht bringen“, gestand Titz in der Presserunde am Dienstagmittag.

Zwei Fehlpässe im Spielaufbau hätten gereicht, um die Mannschaft für fünf bis zehn Minuten ins Wanken zu bringen. Titz: „Diese Flüchtigkeitsfehler müssen wir abstellen.“ Am Ende sei das aber nicht ungewöhnlich: „Wir stehen am Anfang der Saison, da sind Siege das Wichtigste, damit das Selbstvertrauen wächst.“

Aber natürlich überwiegen die positiven Erkenntnisse. Zum zweiten Mal nacheinander in der Liga drei Tore geschossen und keines kassiert – so kann es doch weitergehen! „Vor allem im Zentrum hat die Mannschaft stabil gestanden“, sagte Titz.

Keine Startgarantie für Lasogga

Und vorn wurden Chancen erarbeitet, die Pierre-Michel Lasogga in der Schlussphase zu nutzen wusste. Wie schon beim Pokalerfolg beim TuS Erndtebrück traf er wieder zweimal. "Er hat uns im vergangenen Jahr sicherlich auch gefehlt mit seiner Qualität vorne", sagte Torwart Julian Pollersbeck.

Eine gute Stunde lang war Lasogga gegen Bielefeld allerdings recht wenig gelungen – von der Vorarbeit für Holtbys Führungstor einmal abgesehen. Aber an eine Auswechslung will Titz nie daran gedacht haben: „Die erste Halbzeit verlief nicht so, dass Pierre sich hätte in Szene setzen können“, sagte der Trainer, “aber wir wussten, dass mit zunehmender Spieldauer Bielefeld das Tempo nicht würde halten können und es am Ende noch sein Spiel werden könnte.“

Das sollte sich bewahrheiten. Eine Stammplatzgarantie aber wollte Titz Lasogga trotz dessen vier Toren aus den vergangenen beiden Spielen aber nicht geben: „Pierre hat ein Zeichen gesetzt, und ich bin froh, dass ich so einen treffsicheren Stürmer habe. Aber das heißt nicht, dass die anderen nicht auch ihre Qualitäten haben.“ Auch am Montagabend sei er an der Seitenlinie "hin- und hergerissen" gewesen, ob er nicht Fiete Arp die Chance geben sollte: "Es wäre vielleicht auch ein Spiel für ihn gewesen."

Am Ende konnte sich Tittz auf sein Gespür verlassen. Aber wen er nun in welchem Spiel aufstelle, entscheide er immer „im Gesamtkontext auch des Gegners“. Der nächste heißt Dynamo Dresden und ist nach der Entlassung von Trainer Uwe Neuhaus vergangene Woche für Titz „nicht leicht einzuschätzen. Sie haben jetzt einen Interimstrainer, der anders spielen lässt. Trotzdem treffen wir auf eine Mannschaft die eine gute fußballerische Qualität hat.“ Und nicht zuletzt gelte es, der Atmosphäre im Stadion standzuhalten.

Die nächste Bewerbungsphase für die Spieler beginnt nach dem freien Mittwoch am Donnerstag. Das Training ist wie auch die Abschlusseinheit am Freitag nicht öffentlich.

Umweltpreisträger motivieren sich mit HSV

Zwei eingefleischte HSV-Fans sind mit dem Niedersächsischen Umweltpreis ausgezeichnet worden. Kai Behncke und Karsten Wachsmuth von der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe in Melle erhielten am Montagabend in Hannover die Auszeichnung für den dritten Preis aus der Hand von Umweltminister Olaf Lies.

Gewürdigt wurden die Insektenschutzprojekte „Blumiges Melle“ und „Blumiger Landkreis Osnabrück“. Im Rahmen dieser Projekte wurden eine Vielzahl insektenfreundlicher Blühwiesen angelegt sowie Nisthilfen für Insekten geschaffen.

„Im gesamten Landkreis haben wir 97 Blühwiesen für Insekten geschaffen und nahezu 1500 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet“, wird Projektinitiator Behncke in einer Pressemitteilung zitiert. Was das alles mit Fußball zu tun hat? Ganz einfach: „Wann immer uns in die Puste ausging haben wir an den HSV gedacht, dann ging es mit voller Kraft weiter.“

Denn laut seinem Mitstreiter Wachsmuth gibt es „in der Natur gibt es viele schützenswerte Elemente in Blau-Weiß-Schwarz“. Als Beispiel nennt er die marineblaue Kornblume, die für viele Insekten wichtig sei. Die Schmetterlingsarten Schillerfalter und Trauermantel hätten sogar schwarz-weiß-blaue Flügel.

Der geteilte dritte Preis ist mit 2000 Euro dotiert. Informationen zum Projekt gibt es hier.