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Santos nach Leverkusen? Der HSV weiß von nichts

Christian Titz' Pokal-Plan: So will der HSV in Siegen siegen

HSV-Trainer Christian Titz über die Lehren des Testspiels gegen den FC Bayern und den Pokalauftakt beim TuS Erndtebrück.

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Trainer Titz streicht drei Neuzugänge aus dem Pokalkader. Ekdal wechselt und muss warten. Arp verdrängt Wintzheimer.

Neue Gerüchte um Santos

Muss der HSV Douglas Santos doch noch abgeben? Laut einem Sport1-Bericht soll Bayer Leverkusen den brasilianischen Linksverteidiger als möglichen Nachfolger seines Landsmanns Wendell in Betracht ziehen. Wendell (25) stehe seinerseits vor einem Wechsel zu Paris Saint-Germain. Er besitzt beim Werksclub noch einen Vertrag bis 2021 – genau wie Douglas Santos beim HSV.

Die Ablöse müsste allerdings schon im Bereich von 25 Millionen Euro liegen, um den HSV dazu zu bewegen, seinen Schlüsselspieler abzugeben. Doch daran würde der Deal wohl nicht scheitern. Leverkusen soll vom französischen Meister für Wendell 30 Millionen Euro fordern.

Bisher hat sich nach Abendblatt-Informationen noch keiner aus Leverkusen beim HSV gemeldet. Douglas Santos war zuvor bereits mit dem FC Schalke in Verbindung gebracht worden. Der Olympiasieger selbst würde gern weiter in der Bundesliga spielen, um sich für eine Rückkehr in die Nationalmannschaft zu empfehlen.

Titz lässt prominentes Trio zu Hause

Christian Titz weiß auch im DFB-Pokal zu überraschen. Schon zwei Tage vor dem Auftaktspiel beim TuS Erndtebrück am Sonnabend (18.30 Uhr) hat der HSV-Trainer Einblicke in seinen Kader gewährt. Dass Offensivmann Moritz-Broni Kwarteng (20) und Morten Behrens (21) nicht dazugehören werden, durfte man noch erwarten. Die beiden Nachwuchsspieler werden stattdessen mit der U21 bei der zweiten Mannschaft von Holstein Kiel um Regionalligapunkte kämpfen.

Und sie werden dabei prominente Mitspieler haben. Denn auch die Neuzugänge Christoph Moritz (28), Manuel Wintzheimer (19) und Léo Lacroix (26) sind bei der Profimannschaft vorerst außen vor. "Wir haben ziemlich viele gesunde Spieler", sagte Titz bei der Pressekonferenz am Donnerstag, "und alle sollen Spielpraxis sammeln."

Titz erklärt Moritz' Ausbootung

Dass das für Moritz zutreffen würde, ist verblüffend. Der zentrale Mittelfeldspieler hat für den FC Schalke schon in der Champions League und in der Bundesliga gespielt, und seine Verpflichtung vom 1. FC Kaiserslautern hatte sich Titz ausdrücklich gewünscht. Entsprechend sah sich der Trainer zu einer Erklärung genötigt: Er sei nach wie vor von Moritz' Qualität überzeugt. Es ist nur so, dass er noch "Eingewöhnungszeit" benötige, "um sich an die Spielidee und den Rhythmus zu gewöhnen".

Für Orel Mangala trifft das offenbar nicht zu. Die Leihgabe des VfB Stuttgart spielte sich auf Anhieb in Titz' Mannschaft. Und da auch Vasilije Janjicic, Lewis Holtby und Jonas David ihre Sache ihre Sache "richtig gut" machten, habe es Moritz derzeit schwer. "Ich bin mir aber sicher, dass er noch Leistung bringen und der Mannschaft weiterhelfen wird", sagte Titz.

Hier verkündet Titz das Pokal-Aus für Lacroix und Moritz

Arp verdrängt Wintzheimer

Fiete Arp (18) habe es vorgemacht. Der Stürmer schoss die zweite Mannschaft mit drei Toren zu zwei Siegen. "Es ist genau das eingetreten, was wir uns von der Maßnahme versprochen haben", sagte Titz. Der Lohn: Im Testspiel gegen Bayern München am Mittwoch kehrte Arp in den Profikader zurück und wusste trotz der 1:4-Niederlage zu gefallen. Arp werde auch mit zum Pokalspiel nach Siegen reisen, kündigte Titz an.

Leidtragender ist Manuel Wintzheimer. Der 19-Jährige stand am Mittwoch gegen seinen Exclub auf verlorenem Posten. Jetzt darf er sich bei der zweiten Mannschaft empfehlen.

Ambrosius im Rennen um Startplatz

Eine Überraschung scheint sich bei der Besetzung der Innenverteidigung anzudeuten. Der eine Platz ist Rick van Drongelen (19) sicher. Dass Neuzugang Lacroix nach seinem wechselhaften Debüt gegen die Bayern nun zur U21 muss ("Er hat seit April nicht mehr gespielt und braucht Einsatzzeit"), ist aber keine Entscheidung zugunsten von David Bates (21). Vielmehr deutete Titz an, dass er Stephan Ambrosius (19) den Vorzug geben könnte: "Ich finde, dass er gegen die Bayern ein gutes Spiel gemacht hat."

Adler verliert in Mainz Nummer eins

Mit Florian Müller als neuer Nummer eins geht der FSV Mainz 05 am Sonnabend ins erste Pflichtspiel im DFB-Pokal beim Zweitligisten Erzgebirge Aue. „Es war keine leichte Entscheidung. Alle unsere Torhüter sind sehr gut ausgebildet. Letztlich hat das Gefühl für Flo Müller entschieden“, sagte am Donnerstag Trainer Sandro Schwarz.

Als Müllers Vertreter benannte der 05-Coach Robin Zentner, dahinter rangiert Jannik Huth. Ex-HSV-Torwart René Adler, Mainz' bisherige Nummer eins, befindet sich nach Verletzung noch im Aufbautraining.

Hunt und Steinmann melden sich zurück

Die Kür war gestern, die Pflicht ruft: Einen Tag nach der 1:4-Niederlage im Testspiel gegen Bayern München hat der HSV mit der Vorbereitung auf das DFB-Pokal-Spiel am Sonnabend (18.30 Uhr) in Siegen gegen den TuS Erndtebrück begonnen. Doch statt Technik- und Taktiktraining setzte Christian Titz für die nicht öffentliche Einheit am Donnerstagmittag Fußballtennis auf die Tagesordnung.

Erfreulich: Kapitän Aaron Hunt (Wade) und Matti Steinmann (Oberschenkel) meldeten sich auf dem Platz zurück, blieben aber beim Training unter sich. Titz hatte ihr Comeback ohnehin erst für das Punktspiel gegen Arminia Bielefeld am 27. August in Aussicht gestellt.

"Es sieht gut aus, die sie haben keine Beschwerden mehr", sagte der Trainer. Kommende Woche will er die beiden Rekonvaleszenten wieder ins Mannschaftstraining integrieren.

Hängepartie um Kostic

Auch Filip Kostic wird im Pokalspiel nicht zur Verfügung stehen. Trainer Titz hatte schon am vergangenen Sonntag auf den Serben verzichtet, damit der sich auf die Suche nach einem neuen Verein konzentrieren kann. Die war zuletzt ins Stocken geraten.

"Filip führt Gespräche, und die ziehen sich etwas länger hin", sagte Titz. Der Spieler habe sich erklärt, der Verein sich dazu positioniert, mehr gebe es nicht zu sagen. Soll heißen: Solange nicht klar ist, dass Kostic trotz des Abstiegs beim HSV verbleibt, wird der Linksaußen nicht mehr nominiert.

Müllers HSV-Jubiläum

Der Gegner passte zum Jubiläum. Seit nun zehn Jahren ist Thomas Müller fester Bestandteil der Bundesliga. Am 15. August 2008 wechselte Bayern Münchens Trainer Jürgen Klinsmann im Spiel gegen den HSV (2:2) Thomas Müller in der 80. Minute für Miroslav Klose ein und verhalf dem 18 Jahre alten Talent aus der zweiten Bayern-Mannschaft zu dessen Bundesliga-Premiere. „Lang, lang ist es her … :-)“, twitterte Müller am Mittwochabend.

Kurz zuvor hatte er mit den Bayern erneut gegen den HSV gespielt und wieder war er eingewechselt worden. Nur war es diesmal ein Testspiel in Hamburg, der HSV ist Zweitligist, der Bayern-Trainer heißt Niko Kovac – und anders als vor zehn Jahren traf Müller gleich zweimal zum 4:1-Endstand.

Zwischen damals und heute hat Müller eine Weltkarriere hingelegt. Mittlerweile hat er 284 Bundesligaspiele absolviert, wurde Weltmeister, Champions-League-Sieger, siebenmal deutscher Meister und viermal DFB-Pokal-Sieger. Seine bodenständige Art und seine lockeren Sprüche machen ihn zu einem Fanliebling.

Wie alles für ihn beim kleinen Verein TSV Pähl aus Oberbayern begann, hat Müller in einem im Juni veröffentlichten Kinderbuch beschrieben. Titel: „Mein Weg zum Traumverein“.

Ekdal-Wechsel perfekt

Festgestanden hat es schon seit Tagen, jetzt ist es auch offiziell: Albin Ekdal kehrt nach Italien zurück und wechselt vom HSV zu Sampdoria Genua. Das gaben beide Clubs am Donnerstagmorgen bekannt.

„Ich hatte insgesamt eine fantastische, wenn auch manchmal schwierige Zeit beim HSV“, sagte Ekdal (29) zum Abschied. „Für mich persönlich lief es in den drei Jahren leider nicht immer so, wie ich es mir erhofft hatte. Dennoch habe ich immer mein Bestes gegeben und bin stolz darauf, das Trikot mit der Raute getragen zu haben.“

Auch an die Tifosi von Sampdoria hatte Ekdal eine Botschaft: "Ich bin sehr dankbar und glücklich, bei Sampdoria unterschrieben zu haben. Ich kann es kaum erwarten, wieder in der Serie A zu spielen und dieses wunderschöne Trikot überzuziehen."

Ekdal war bereits vor seinem Wechsel zum HSV sieben Jahre lang in Italien aktiv. Mit Siena und Cagliari stieg er jeweils aus der ersten Liga ab.

Sampdoria-Saisonstart wird verschoben

Laut italienischen Medien erhält der schwedische WM-Teilnehmer in Genua einen Dreijahresvertrag. Die Ablöse für den HSV dürfte 2,2 Millionen Euro plus Bonuszahlungen betragen. Ekdal hatte bereits am Montag den Medizincheck absolviert. Nach der Tragödie um den Einsturz der Morandi-Brücke hatte sich der Vollzug des Wechsels hinausgezögert.

Wann Ekdal tatsächlich das erste Mal im blauen Trikot mit dem markanten Brustring aufläuft, ist offen. Die italienische Liga hat dem Antrag seines neuen Clubs stattgegeben, den für Sonntag geplanten Saisonstart gegen Florenz wegen des Unglücks zu verschieben. Gleiches gilt für die Partie des Lokalrivalen CFC Genua beim AC Mailand. Wann die Spiele nachgeholt werden, ist offen.

Ekdal war in Hamburg ein Leistungsträger – wenn er nicht verletzt war. In drei Jahren kam er nur auf insgesamt 57 Pflichtspiel-Einsätze. Als seinen Nachfolger im defensiven Mittelfeld hatte der HSV den Belgier Orel Mangala leihweise vom VfB Stuttgart verpflichtet.