HSV

Hunt und Narey als Beispiel für die neue Variabilität

Khaled Narey (M.) und Aaron Hunt (r.) sind flexibel einsetzbar. Der HSV ist dadurch schwerer ausrechenbar

Khaled Narey (M.) und Aaron Hunt (r.) sind flexibel einsetzbar. Der HSV ist dadurch schwerer ausrechenbar

Foto: Imago/Oliver Ruhnke

Gegen Monaco überzeugte der HSV sowohl durch taktische als auch fußballerische Flexibilität. Ein paar Fragen sind aber noch offen.

Hamburg. Für die Eltern von Khaled Narey wird es das erste Mal sein. Am Freitag werden sie aus Leverkusen nach Hamburg reisen und das erste Mal ins Volksparkstadion zu kommen, um ihren Sohn in seiner neuen Heimat bei der Arbeit zuzuschauen. „Ich bin sehr gespannt. Die Vorfreude ist groß“, sagte ihr Sohn Khaled bereits sechs Tage zuvor. Vorfreude auf den Besuch seiner Eltern – und vor allem auf den Ligastart gegen Holstein Kiel im Volkspark.

Dass sich Narey in seinem neuen Wohnzimmer schon richtig wohl fühlt, hatte er während der Saisoneröffnung gegen die AS Monaco am Sonnabend eindrucksvoll bewiesen. Der als rechter Verteidiger für 1,7 Millionen Euro von Greuther Fürth verpflichtete Narey überzeugte mit zwei Toren in der ersten Halbzeit – als linker Flügelstürmer.

Nach der Pause durfte er dann rechts in der Viererkette ran und verteidigte das 3:1. „Mein Vielseitigkeit ist mein großer Vorteil“, sagte Narey nach seinem ersten Mal im Volksparkstadion. „Ich hatte mich sehr gefreut, hier zu spielen. Mit zwei Toren ist das Gefühl umso schöner. Jetzt kann es endlich losgehen.“

Titz schwärmt von Narey

Dass Narey am Freitag gegen Kiel in der Startelf stehen wird, gilt nach dem Monaco-Spiel als sicher. Unsicher ist nur noch, auf welcher Position. „Khaled hat Wucht und brutal Speed“, sagte Trainer Christian Titz nach dem Spiel. „Er ist variabel einsetzbar. Das war der Grund, warum wir ihn geholt haben. Er macht uns ein bisschen unberechenbar.“

Was hat Titz mit Hunt vor?

Ein Attribut, das nicht nur für Narey gilt. Auch Aaron Hunt lässt Titz wahlweise im Sturm oder im Mittelfeld spielen. Der neue Kapitän bereitete gegen Monaco alle drei Tore vor. Zwei davon als Stürmer, eines als Achter. Hunt ist gesetzt. Aber auch bei ihm ist noch nicht klar, auf welcher Position. „Das will ich nicht zu 100 Prozent sagen. Er war auch in der zweiten Halbzeit auf der Acht richtig gut“, sagte Trainer Titz.

Als erste Alternative im Sturm hat sich Pierre-Michel Lasogga aufgedrängt, der nach seiner Einwechslung sofort Präsenz zeigte und zum 3:1 traf. „Er war direkt da, war griffig, hat sein Tor gemacht“, sagte Titz.

Offene Fragen im Mittelfeld

Offen ist noch die Besetzung im Mittelfeld. Auch hier zeigte sich die neue Variabilität. Neuzugang Jairo Samperio kann offensiv alle Positionen spielen. Vasilije Janjicic, der überraschend auf der Acht begann und einer der Gewinner der Vorbereitung ist, wurde zuletzt auch auf der Sechs sowie in der Innenverteidigung getestet.

Gleiches gilt für Christoph Moritz. Matti Steinmann pendelte als Sechser während des Spiels immer wieder in eine defensive Dreierkette. „Wir können während des Spiels das System umstellen. Das klappt schon gut“, sagte Gotoku Sakai, der als nomineller Rechtsverteidiger ebenso variabel links hinten oder auf der Sechs einsetzbar ist.“

Trainer Titz zeigte sich zufrieden, wie seine Mannschaft seine Ideen fußballerisch umsetzte. Körperlich sieht er sein Team noch nicht bei Hundert Prozent. „Wir werden noch etwas Zeit benötigen, um die richtige Spielhärte zu bekommen.“ Bis zum ersten Mal Zweite Liga soll die Zeit aber reichen.