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St.-Pauli-Stürmer Bouhaddouz gratuliert Narey zu HSV-Vertrag

2,5 Millionen Euro für Marcelo waren dem Club einst zu viel. Ferati und Behrens brechen Training ab. Adler droht Karriereende.

Narey zeigt sich erstmals den Fans

Premiere für Khaled Narey (23): Einen Tag nach seiner Unterschrift unter einen Vierjahresvertrag trainierte der HSV-Neuzugang am Donnerstagvormittag am Volkspark erstmals mit seiner neuen Mannschaft. Der Mittelfeldspieler war vom künftigen Zweitligakonkurrenten Greuther Fürth gekommen.

"Wir sind sehr froh, dass sich Khaled für uns entschieden hat", sagte Trainer Christian Titz nach der Einheit, in der er Narey auf der zentralen Mittelfeldposition einsetzte. "Er kennt die Zweite Liga, spielt sehr körperbetont, hat ein hohes Durchsetzungsvermögen und ist variabel einsetzbar."

Narey war in Fürth der Sprintstar

Narey hat eine ähnliche Wahrnehmung von sich. "Die Schnelligkeit, das Spiel eins gegen eins auf den Flügeln, das sind meine Stärken", sagte er. Seine Sprintstärke gab er mit 3,89 Sekunden auf 30 Meter an. In Fürth sei niemand schneller gewesen. Seine Ziele seien die gleichen wie die des Clubs: "Über kurz oder lang will ich in der Bundesliga spielen. Das werde und kann ich mit dem HSV schaffen."

Die stärksten Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg sind für ihn Union Berlin und Ingolstadt. „Das sind die Kandidaten, die immer oben mitspielen." Wobei in der Zweiten Liga nicht nur spielerische, sondern auch kämpferische Qualität gefragt sei: "Es wird sehr zweikampfbetont gespielt, mit vielen hohen Bällen, darauf muss man sich einstellen."

Neuzugang Khaled Narey freut sich auf den HSV

Glückwunsch vom St.-Pauli-Stürmer

Einen Bekannten aus seiner Jugendzeit in Leverkusen, wo auch seine Eltern wohnen, trifft Narey beim HSV auch: Gideon Jung (23), der in Düsseldorf aufwuchs und in Oberhausen spielte. Zusammen mit dem U-21-Europameister sah sich Narey am Dienstagabend die WM an.

Und noch einen weiteren Bekannten aus Leverkusener Tagen wird Narey in Hamburg treffen – allerdings beim Lokalrivalen: St.-Pauli-Stürmer Aziz Bouhaddouz (31), der in der Saison 2013/14 gemeinsam mit Narey für die zweite Mannschaft von Bayer 04 spielte. Der marokkanische WM-Teilnehmer sandte Narey via Instagram einen Willkommensgruß.

Ferati und Behrens brechen Training ab

Ein Zwischenfall im Training rückte Nareys ersten Auftritt allerdings etwas in den Hintergrund. Arianit Ferati musste nach einem Zweikampf das Training abbrechen, mit dick bandagiertem Knöchel wurde der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler vom Platz gebracht. Eine Diagnose steht noch aus. Auch Nachwuchstorwart Morten Behrens musste behandelt werden, nachdem er einen Schuss von Marco Drawz an den Kopf bekommen hatte. Auch er beendete die Einheit vorzeitig.

Was ebenfalls etwas Sorge machte: Der hoch gelobte Sturm schwächelte. Sowohl Rückkehrer Pierre-Michel Lasogga (26) als auch Neuzugang Manuel Wintzheimer (19) ließen im Trainingsspiel beste Chancen ungenutzt. Fiete Arp (18) kam erst gar nicht zum Abschluss, das Toptalent fand keine Bindung zum Spiel.

Hunt und van Drongelen fehlen

Vermisst wurden im Training Rick van Drongelen und Aaron Hunt. Der Niederländer fehlte wegen eines Infekts, Hunt musste wegen muskulärer Probleme pausieren.

Am Mittag stellte sich Narey den Medien vor, am Nachmittag schaut sich die Mannschaft gemeinsam mit den Familien beim gemeinsamen Grillen und einem Tischtennisturnier auf dem HSV-Campus das Deutschland-Spiel gegen Südkorea an. Donnerstag geht es dann um 11 Uhr mit dem nächsten öffentlichen Training weiter.

Darf Ivan bleiben?

Verstärkt Andreas Ivan den HSV dauerhaft? Der 23 Jahre alte Rechtsaußen, zuletzt beim Regionalligaclub Waldhog Mannheim unter Vertrag, trainiert seit Sonnabend beim HSV zur Probe mit. Ob er verpflichtet wird, soll Anfang kommender Woche entschieden werden. Zuvor soll Ivan am Sonnabend (15 Uhr) in Gifhorn für die zweite Mannschaft beim Testspiel gegen Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig zum Einsatz kommen.

"Da will ich ihn noch mal sehen", sagte Trainer Christian Titz. Bisher sei sein Eindruck durchaus positiv. "Aber wir haben eine klare Vorstellung davon, wie wir diese Position besetzen wollen, und jetzt wollen wir uns die Zeit nehmen, um zu entscheiden, ob er der Richtige dafür ist."

Marcelo wäre beinahe beim HSV gelandet

Er gilt als bester linker Verteidiger der Welt – und wäre statt bei Real Madrid beinahe beim HSV gelandet, wie „Sport-Bild“ herausgefunden hat. 2006, die Hamburger spielten in der Champions League, entdeckte Scout Harald Spörl den damals 18-Jährigen bei Fluminense Rio de Janeiro. „Ich habe nach dem ersten Spiel Didi Beiersdorfer angerufen und sofort gesagt: Du musst wegen Marcelo kommen, der ist einer für uns“, zitiert die Zeitschrift den früheren Profi. „Er wirkte in seiner Spielweise viel intelligenter als alle anderen. Darum kümmerten wir uns um ihn.“

Spörl habe sich mehrmals mit Marcelos Vater getroffen und ihm und seinem Sohn Bilder vom voll besetzten Volksparkstadion gezeigt. Marcelo sei begeistert gewesen. Doch letztlich kam der Transfer nicht zustande. Marcelo sollte damals 2,5 Millionen Euro Ablöse kosten. Spörl: „Damals haben wir uns noch schwergetan, eine mittlere Millionensumme für einen jungen Linksverteidiger auszugeben. Wenig später ist er dann zu Real Madrid gegangen.“

Die Königlichen legten 6,5 Millionen Euro für den brasilianischen Nationalspieler hin. Inzwischen ist Marcelo (30) beim Champions-League-Sieger zum dienstältesten ausländischen Spieler aufgestiegen. Sein aktueller Wert wird vom Portal „Transfermarkt“ auf 60 Millionen Euro geschätzt.

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Wintzheimer will von Lasogga lernen

FC Bayern? HSV? Manuel Wintzheimer kann zwischen seinem alten und seinen neuen Verein gar nicht so große Unterschiede erkennen, jedenfalls was die Strukturen angeht. „Im Profibereich gibt’s nicht viele Unterschiede“, sagte der 19 Jahre alte Nachwuchsstürmer in einer Presserrunde: „Der HSV ist ein sehr großer Verein, der eigentlich in die Erste Liga gehört. Das Gelände hier ist sehr, sehr gut. Man kann nichts sagen, was schlecht ist. Man fühlt sich wohl, es ist familiär.“

Beim Städtevergleich wollte sich Wintzheimer nicht festlegen: “München und Hamburg sind die zwei schönsten Städte in Deutschland. Ich fühle mich hier wohl, man kann hier gut leben.“ Seine Kumpels aus München und seinem Heimatort Würzburg und auch seine Eltern kämen immer mal wieder zu Besuch.

Wintzheimer kam vergangene Saison vornehmlich in der A-Junioren-Bundesliga zum Einsatz sowie fünfmal für die zweite Mannschaft des FC Bayern in der Regionalliga. Dass der HSV in die Zweite Liga abgestiegen ist, kommt seiner eigenen Entwicklung womöglich sogar entgegen. „Für einen jungen Spieler ist es wichtig, so viel wie möglich zu spielen. Daher glaube ich, dass es der richtige Weg für mich ist, hierher zu wechseln, um die nächste Entwicklung zu nehmen“, sagte Wintzheimer.

Der erste Eindruck vom Team: positiv. Wintzheimer: „Alle sind sehr nett, sprechen viel miteinander, unternehmen viel, jeder will jedem helfen, die ersten Einheiten haben Spaß gemacht.“ Auch die Spielweise unter Christian Titz komme ihm entgegen: „Es wurde offensiv gespielt, das war auch ausschlaggebend für meinen Wechsel.“

Lernen will Wintzheimer dabei auch von Rückkehrer Pierre-Michel Lasogga. „Er ist erfahren, hat viele Bundesligaspiele gemacht. Und er wird ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft sein.“

Adler droht Karriereende

René Adler, 2012 bis 2017 Torwart des HSV, steht möglicherweise vor dem Ende seiner aktiven Karriere. „Wir werden uns in den nächsten Tagen in Absprache mit dem Spieler zu dem Thema äußern“, sagte Rouven Schröder, Sportvorstand des Bundesligisten FSV Mainz 05, der „Bild“-Zeitung. Der 33 Jahre alte Schlussmann hatte sich am 2. Mai eine Knieverletzung zugezogen, die eine Operation notwendig machte.

Adler hat mit Reha-Maßnahmen begonnen und ist inzwischen wieder in Mainz, wohin er vor einem Jahr vom HSV gewechselt war. In der vergangenen Saison war der frühere Nationaltorhüter mehrfach verletzt und kam auf 14 Bundesligaeinsätze. Sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2019.

In seiner Laufbahn hatte Adler immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Vor der WM 2010 brach er sich in einem Bundesligaspiel für Bayern Leverkusen eine Rippe und musste seine Teilnahme am Weltturnier in Südafrika absagen. Dadurch ebnete er dem heutigen Nationalkeeper Manuel Neuer den Weg zur Nummer eins im DFB-Team.

Guerreros und van Marwijks Zukunft offen

Perus Kapitän Paolo Guerrero weiß noch gar nicht, ob er nach der WM überhaupt wieder für seinen brasilianischen Verein spielen darf. Der frühere HSV-Stürmer (2006–2012) war im Oktober 2017 bei einer Dopingkontrolle positiv auf eine in Koka-Tee enthaltene Substanz getestet worden. Ein Schweizer Bundesgericht hatte seine Sperre dann nur für die WM aufgehoben.

Sorge um seine fußballerische Zukunft hat der 34-Jährige von Flamengo Rio de Janeiro aber nicht. „Ich werde weiterspielen“, sagte er nach dem 2:0-Sieg gegen Australien am Dienstag. „Ich muss das Thema mit meinen Anwälten weiter verfolgen. Aber im Moment kann ich weiterspielen.“ Er freue sich schon auf das Länderspiel im September gegen Weltmeister Deutschland in Sinsheim.

Unklar ist auch, wie es mit dem bisherigen Trainer der Australier weitergeht. Bert van Marwijk, einst HSV-Coach, ist jetzt 66 Jahre alt und weiß noch nicht, ob er wieder als Trainer arbeiten wird. Sein Vertrag mit dem australischen Verband lief nur bis zur WM.

"Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht", sagte der Niederländer nach dem abschließenden Gruppenspiel gegen Peru (0:2). Erst im Januar hatte van Marwijk die Socceroos übernommen, nach der WM startet Graham Arnold beim Asienmeister den Neuanfang. "Es war eine fantastische Zeit für mich. Ich werde sie nie vergessen", sagte van Marwijk. Er habe es "geliebt, mit den Spielern zu arbeiten. Aber ich bin auch sehr glücklich, wieder frei zu sein." Australien schied mit nur einem Punkt und keinem Tor aus dem Spiel heraus in Gruppe C als Letzter aus.