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Kühne über HSV: „Schlechteste Investition meines Lebens“

Auf der Pressekonferenz spricht der neue HSV-Trainer über sich, die Mannschaft und den nächsten Gegner Frankfurt.

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Warum der Investor nicht mehr ins Stadion geht. Titz erklärt seine Gelassenheit. Ex-Profi Addo wurde in Hamburg von Skinheads gejagt.

Investor Kühne über HSV: „Schlechteste Investitionsentscheidung“

Klaus-Michael Kühne hat seine Investitionen beim HSV als wirtschaftlichen Fehler bezeichnet. „Rein wirtschaftlich betrachtet, ist der HSV die schlechteste Investitionsentscheidung meines Lebens“, sagte der Milliardär der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagsausgabe). Der 80-Jährige hofft trotzdem noch auf den Klassenverbleib des stark abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten: „Beim HSV weiß man nie. Es ist noch nicht vorbei!“

Im Stadion will sich Kühne die entscheidenden Spiele des Tabellenvorletzten nicht ansehen. „Ich gehe schon seit Jahren nicht mehr ins Stadion. Da werde ich erkannt und auch oft beschimpft“, sagte er. „Ich sehe die Spiele aber immer im Fernsehen. Und dann leide ich mit. Wobei, eigentlich leide ich nicht mehr.“ In den vergangenen Jahren sei bei den Norddeutschen nicht das richtige Management verpflichtet worden. „Insgesamt ist es eine Schande. Furchtbar für Hamburg“, sagte Kühne zum HSV.

Die aktuelle HSV-Bude (Teil 6) - Greatest Titz fur Frankfurt

Hamann knöpft sich Holtby vor

Sechs Spiele, vier Tore: Die Bilanz von Lewis Holtby unter seinem Mentor Christian Titz kann sich sehen lassen. Doch Sky-Experte Dietmar Hamann kann dem Hype um den früheren Nationalspieler nichts abgewinnen. "Wenn ich Holtby und Co. in den letzten Wochen höre oder Interviews von ihnen lese, fällt mir teilweise nichts mehr ein. Ein Gespür für die Realität ist da nicht jedermanns Sache", schreibt der frühere Bayern- und Liverpool-Star in seiner Kolumne "Hamanns Top 3".

Hamann vermisst beim HSV die Demut. "Bei Holtby hört sich das nach vier Toren so an, als stünde er kurz vor dem WM-Finale. Was ist mit den 25 Spielen, die komplett zum Vergessen waren? Was ist mit dem Lewis Holtby der letzten drei, vier Jahre? Und jetzt stellt er sich vor Kameras und tut so, als seien sie zum einem schon gerettet und er zum anderen der Held."

Holtby hatte nach dem 3:1-Sieg in Wolfsburg am vergangenen Sonnabend gesagt, der HSV spiele unter seinem früheren Privattrainer Titz "erstmals seit vier Jahren Fußball" – eine unverblümte Kritik an Titz' Vorgängern. Dieses Lob hatte auch Titz selbst so nicht stehen lassen wollen und es als "überzogen" gerügt.

Titz rügt Holtby für Aussagen nach Wolfsburg

Hamann (44) bezeichnete Holtbys Aussagen als "sehr respektlos gegenüber seinen früheren Fußballlehrern" und forderte "ein bisschen Bodenhaftung und Demut, bitte". Daran, dass der HSV sich rettet, glaubt der frühere Nationalspieler nicht: "Selbst wenn Wolfsburg keinen Punkt mehr holt, muss Hamburg erstmal ein Spiel gewinnen. In Frankfurt und gegen Gladbach. Es gibt Einfacheres."

Titz will keine Zwischenstände wissen

Im Fernduell gegen den Abstieg aus der Bundesliga will Trainer Christian Titz während des Spiels seines HSV bei Eintracht Frankfurt keine Zwischenstände vom Spiel des VfL Wolfsburg hören. „Es gilt nur der Fokus auf meine eigene Mannschaft“ sagte er am Donnerstag auf der Pressekonferenz. „Es ist erst einmal wichtig, was machen wir auf dem Platz. Und da haben wir einen Gegner, der uns vor genug Aufgaben stellt.“ Erst wenn die gelöst seien, werde man nach Spielende schauen, wie die Gegner gespielt hätten.

Vor dem vorletzten Spiel am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky, Liveticker auf Abendblatt.de) bei den Hessen haben die Hamburger trotz des jungsten Aufschwungs mit drei Siegen in vier Spielen als Tabellenvorletzter noch immer zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsrang 16. Auf diesem stehen die Wolfsburger, die gleichzeitig bei RB Leipzig antreten.

Glauben Sie, dass der HSV den Klassenerhalt noch schafft?

„Wir haben nichts erreicht“, sagte Titz, der das Spiel in Frankfurt als „Halbfinale“ um den Klassenverbleib bezeichnete. „Wir sind nicht die Mannschaft, die etwas verlieren kann, sondern wir sind die Mannschaft, die etwas gewinnen kann.“

Frankfurt? Spielt wie Hoffenheim

Titz kann sich in die Situation seines Amtskollegen Niko Kovac hineinversetzen, der mit Eintracht Frankfurt seit fünf Spielen nicht mehr gewonnen hat. "In der Bundesliga ist es nicht so schwer, dass man auch mal ein paar Spiele verliert", sagte Titz. Trotz der Unruhe und der zuletzt enttäuschenden Ergebnisse unterschätzt Titz den nächsten Gegner nicht. „Ich glaube, nach 27 Spieltagen waren sie Vierter und standen auf dem Champions-League-Platz“, meinte der 47-Jährige. Nur weil sie ein paar Spiele nicht so gut gespielt haben, zu sagen, die wären schlecht drauf, wäre der größte Fehler, den wir tun können.“

Titz erwartet für Sonnabend in Frankfurt "ein ähnlich schweres Spiel wie in Hoffenheim", wo seine Mannschaft Mitte April 0:2 verloren hat. Die Eintracht sei taktisch sehr flexibel, könne auch während des Spiels sehr gut umstellen und spiele "enorm eng am Mann. Da müssen wir die Bereitschaft haben, in die Zweikämpfe reinzugehen und den Gegner nicht ins Spiel kommen zu lassen."

Am wichtigsten werde sein, dass seine Mannschaft die Mentalität der vergangenen Spiele an den Tag lege: "den unbedingten Willen und Glauben, dass wir das Spiel gewinnen können". Der HSV benötigt als Tabellenvorletzter bei zwei Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz einen Sieg, andernfalls droht der direkte Abstieg.

Trainer lüftet Geheimnis seiner Gelassenheit

Die Aufregung des Abstiegskampfs scheint an Christian Titz abzuprallen. Gelassen, besonnen, unerschütterlich an seinem Plan festhaltend: So wirkt der HSV-Trainer nach außen, seit er am 12. März sein Amt vom glücklosen Bernd Hollerbach übernommen hat. Den Mann scheint so leicht nichts aus der Ruhe zu bringen. Wie macht er das bloß?

Als junger Mensch habe er die Ruhe auch nicht immer gehabt, räumte Titz (47) ein. "Das entwickelt sich mit den Jahren." Alles andere wäre auch kontraproduktiv, weil sich die Unruhe auf die Mannschaft übertragen würde. Was ihm, neben dem Alter, die nötige Gelassenheit bewahren lasse, sei das Vertrauen in den Trainerstab und der Glaube an seine Spieler: "Sie haben eine Qualität, uns auf dem Platz zum Ziel zu führen. Das lässt die Dinge einfacher erscheinen."

Aber bei aller Hingabe für seine Aufgabe hat Titz auch nicht vergessen, worum es geht und worum eben nicht. "Ich glaube auch, dass es ein Fußballspiel ist"; sagte Titz. Er wisse, was auf dem Spiel steht und welche sportlichen und wirtschaftlichen Folgen ein Abstieg des HSV habe. "Aber es geht nicht um ein Leben. Wenn wir uns darauf fokussieren, dass es ein Spiel ist, und den Charakter des Spiels in den Vordergrund rücken, können wir die Dinge auch ein bisschen ruhiger und angenehmer angehen."

Drei Varianten für die Angriffszentrale

Mit welcher Aufstellung der HSV am Sonnabend bei Eintracht Frankfurt antritt, scheint klar: Es wird im Wesentlichen die Mannschaft sein, die am vergangenen Sonnabend beim 3:1-Sieg in Wolfsburg überzeugt hatte. Nur in der Offensivzentrale scheint Trainer Christian Titz noch unschlüssig zu sein.

Am Donnerstagvormittag testete der Trainer gleich drei Varianten: mit Bobby Wood in der Spitze und Aaron Hunt dahinter wie in Wolfsburg, mit Wood und Luca Waldschmidt sowie mit Hunt und Waldschmidt. Für Wood und Waldschmidt spricht, dass beide in Wolfsburg getroffen haben und Hunt nach seinen Oberschenkelproblemen erst am Donnerstag wieder uneingeschränkt trainieren konnte.

Lobeshymnen für Angriffstrio

Titz ließ sich auf der Pressekonferenz am Nachmittag nicht in die Karten schauen. Stattdessen stimmte er Lobeshymnen auf sein Offensivtrio an. Es freue ihn, dass Wood erstmals nach dem zweiten Spieltag wieder getroffen habe, zumal es nicht selbstverständlich sei, Elfmeter zu verwandeln: "Das hat er richtig gut gemacht, und es hat ihm auch Auftrieb gegeben. Wir sind froh, einen wiedererstarkten Bobby Wood in der Mannschaft zu haben. Er bringt eine Qualität rein, wie er Bälle abschirmt, Tiefenlaufwege geht. Ihn kannst du vorn gut anspielen."

Über Waldschmidt, der in Wolfsburg sein zweites Tor als Profi erzielt hatte, sagte der Trainer: "Ich bin froh, einen Spieler wie ihn in der Mannschaft zu haben. Er hat die Qualität, ein Spiel zu verändern." Aber er wolle vor einer Entscheidung erst das Abschlusstraining am Freitag abwarten.

Arp spielt für die U19

Noch überschwänglicher fielen Titz' Worte über Hunt aus: "Aaron ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann, weil er ein unglaubliches Gespür dafür hat, Räume zu erkennen." Gerade im "Tiefenlaufweg" habe sich in Hunts Spiel in den vergangen Wochen noch einmal vieles verändert.

Tatsuya Ito und Filip Kostic dürften auf den Flügeln gesetzt sein. Kostic hatte in Wolfsburg zum zweiten Mal binnen weniger Wochen einen Elfmeter verschossen. Titz: "Ich glaube nicht, dass ihn das umgeworfen hat." Fiete Arp wird nicht im Kader stehen, sondern für die U19 des HSV in Bremen um die Meisterschaft in der A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost kämpfen.

HSV bei Wettanbieter nur Außenseiter

Schafft der HSV bei Eintracht Frankfurt am Sonnabend den dritten Sieg nacheinander und erhält so die Hoffnung auf den Klassenerhalt aufrecht? Die Buchmacher sind da skeptisch. Der Wettanbieter Bwin zahlt für diesen Fall das 3,4-Fache des Einsatzes zurück. Die Frankfurter gehen trotz einer Serie von fünf Punktspielen ohne Sieg als Favorit in die Partie. Ihre Siegquote: 1,95.

Die größten Gewinnchancen verspricht ein Unentschieden (Quote 3,75). Es würde den HSV im Abstiegskampf allerdings nicht voranbringen, im Gegenteil: Sollte der VfL Wolfsburg gleichzeitig in Leipzig gewinnen (Quote 5,5), wäre der erstmalige Abstieg der Hamburger trotz des Punkts besiegelt.

Dicke Luft beim Gegner

Seit drei Jahren ist eine neue Regel gültig, die Christian Titz überhaupt nicht gefällt. Es geht um den DFB-Pokal. Und darum, dass der Zweitplatzierte nicht mehr automatisch für die Europa League qualifiziert ist, wenn sich der Sieger über die Liga einen Platz sichert. Was diese Regel mit dem HSV-Trainer zu tun hat? Der Zweitplatzierte wird wohl Eintracht Frankfurt heißen. Und weil die Hessen, die im Finale auf Bayern München treffen, in die Europa League wollen, müssen sie am Sonnabend gegen den HSV gewinnen. „Mir wäre die alte Regel lieber gewesen. Dann wäre es einfacher“, sagte Titz im Spaß.

Doch auch wenn es für die Eintracht noch um viel geht, scheint die Luft in der Mannschaft ein wenig raus zu sein. Die Luft im Club wird dagegen dicker. Seitdem der Wechsel von Trainer Niko Kovac zum FC Bayern München bekannt ist, läuft es nicht mehr. Aus den jüngsten fünf Spielen holte Frankfurt nur einen Punkt. Kein Team ist in dieser Zeit schwächer. Rund um die Eintracht wächst der Unmut. In Fanforen wird sogar der Wunsch einer vorzeitigen Trennung von Trainer Kovac gefordert.

Dass sich der frühere HSV-Profi nach der Niederlage in München von seinem Landsmann Bruno Kovacevic, dem Chauffeur von Bayern-Präsident Uli Hoeneß, aus der Arena in München-Fröttmaning zur Familie nach Salzburg fahren ließ, kritisierte auch Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner. „Das war naiv, da muss er auch noch lernen, er ist ein noch junger Trainer“, sagte Hübner.

Frankfurt, vor acht Wochen noch auf einem Champions-League-Rang, droht bei einer Niederlage der Absturz auf Platz zehn. HSV-Coach Titz glaubt jedoch nicht an einen Vorteil. Im Gegenteil. „Die Eintracht wird nach Wiedergutmachung streben“, sagte Titz.

Titz’ Rechnung für den Klassenerhalt

HSV-Trainer Christian Titz hat seinen Profis schriftlich aufgezeigt, wie der Abstieg noch zu vermeiden ist. „Wir haben nach der Auftaktniederlage gegen Berlin im Detail aufgeschrieben, dass wir es schaffen können, bis zum Wolfsburg-Spiel den Rückstand auf zwei Punkte zu verkürzen, um bei einem Sieg auf Schlagdistanz zu sein“, sagte Titz in einem Interview mit dem „Kicker“.

Diese Rechnung hänge für die Mannschaft aus. Auch Rückschläge seien dabei einkalkuliert gewesen, „weil sonst bei der ersten Niederlage der ganze Plan zerstört ist, dann verliert die Mannschaft den Glauben“. Titz (47) war am 12. März als Nachfolger von Bernd Hollerbach vom U-21- zum Cheftrainer der Profis befördert worden und mit einer unglücklichen Niederlage gegen die Hertha gestartet. Der damals nicht berücksichtigte Kyriakos Papadopoulos hatte die Aufstellung danach öffentlich kritisiert.

Titz blieb davon nach eigener Aussage unbeirrt. „Für mein Trainerteam und mich war klar, dass es nach vier Trainingstagen ein kritisches Spiel wird, die neuen Gedanken unserer Spielweise konnten noch nicht gefestigt sein. Aber nach den ersten Eindrücken war es für mich nur eine Frage der Zeit, bis der Knoten platzt.“

Papadopoulos’ Reaktion sei „unangenehm“ gewesen. „Aber wir wollen Typen, die in Extremsituationen vor 50.000 Menschen außergewöhnliche Dinge tun, dann kann so etwas außerhalb des Platzes passieren.“ Mittlerweile unterstütze Papadopoulos die Mannschaft „vorbildlich“.

In den bisherigen sechs Spielen unter Titz’ Leitung holte der Tabellenvorletzte zehn Punkte und darf vor dem vorletzten Saisonspiel am Sonnabend bei Eintracht Frankfurt wieder auf den Klassenverbleib hoffen. Derzeit beträgt der Rückstand auf den VfL Wolfsburg auf Relegationsrang 16 zwei Zähler.

HSV II ist wieder top

Die zweite Mannschaft des HSV hat vorerst wieder die Tabellenführung in der Regionalliga Nord übernommen. Das Team von Trainer Steffen Weiß gewann am Mittwochabend das Nachholspiel beim Aufsteiger SSV Jeddeloh dank eines Treffers von Jonas Behounek (60.) mit 1:0 (0:0). Dabei musste der HSV in der zweiten Hälfte in Unterzahl agieren, nachdem Arianit Ferati kurz vor der Pause die Gelb-Rote Karte wegen wiederholten Foulspiels gesehen hatte.

Die Hamburger (66 Punkte) haben einen Punkt Vorsprung auf den SC Weiche Flensburg (65). Die Flensburger haben allerdings zwei Spiele weniger ausgetragen. Die Flensburger empfangen am Sonnabend im Spitzenspiel den Tabellendritten VfL Wolfsburg (59), der ebenfalls mit zwei Partien im Rückstand ist. Der HSV II tritt am Montag (18.30 Uhr) im Derby bei Altona 93 an.

Addo wurde in Hamburg rassistisch verfolgt

Otto Addo ist eines der vielen Hamburger Talente, die sich beim HSV nicht durchsetzen konnten. 1991 wechselte der heute 42-Jährige von seinem Heimatverein Hummelsbütteler SV zum Nachwuchs des Bundesligaclubs, konnte seinen damaligen Trainer Rudi Kargus aber nicht überzeugen und musste nach einer Saison wieder gehen. Erst 15 Jahre später, nach Stationen bei Hannover 96, Borussia Dortmund und Mainz 05, kehrte Addo zum HSV zurück, ließ seine Profikarriere dort ausklingen und startete eine neue Laufbahn als Trainer. Inzwischen ist er für Borussia Mönchengladbach tätig.

Doch obwohl er in Hamburg geboren wurde und seine ganze Karriere in Deutschland verbracht hat, kam es für Addo nicht infrage, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen. Stattdessen habe er sich frühzeitig für Ghana, das Herkunftsland seines Vaters, entschieden.

„Obwohl ich hier geboren und aufgewachsen bin und Deutsch die Sprache ist, die ich am besten spreche, habe ich mich nie als Deutscher gefühlt – aufgrund meiner Hautfarbe natürlich“, sagte Addo in einem Interview mit dem „Fohlenpodcast“ von Borussia Mönchengladbach. „Ich konnte nicht für ein Land spielen, wo ich als Jugendlicher verfolgt wurde, wo mich Leute aufgrund meiner Hautfarbe schlagen wollten – damit konnte ich mich überhaupt nicht identifizieren.“

Er sei als Jugendlicher in Hamburg auf dem Weg vom und zum Training sehr oft von Skinheads verfolgt worden. Wenn er auf dem Fahrrad unterwegs war, seien sie im Auto neben ihm hergefahren und hätten ihn mit Flaschen und Bierdosen beworfen. Freunde seien sogar verprügelt worden. Die Angst sei sein stetiger Begleiter gewesen. Er habe es nur seinen Freunden erzählt, nicht aber seiner Mutter, weil er fürchtete, sie würde ihn nicht mehr zum Fußball gehen lassen.

Inzwischen habe sich die Denkweise verändert – dank Gerald Asamoah, der sich nach einem Freundschaftsspiel mit Ghana für die deutsche Nationalmannschaft entschied. „Das hat den Horizont der Menschen erweitert: dass man dunkelhäutig sein kann und trotzdem Deutscher. Er hat viel dazu beigetragen werden, dass man hier akzeptiert wird.“

Meier hofft auf Einsatz gegen HSV

Eintracht Frankfurts Torjäger Alexander Meier will seine Karriere trotz seiner langen Verletzungspause fortführen. „Ich werde auf jeden Fall weiterspielen. Am liebsten bei Eintracht“, sagte der 35-Jährige der „Bild“-Zeitung. Zudem hofft er noch auf einen Kurzeinsatz in den verbleibenden zwei Bundesliga-Spielen. „Ich bin jetzt zu 100 Prozent gesund und schmerzfrei. Natürlich kann ich keine 90 Minuten spielen, aber ich würde der Mannschaft gerne helfen.“

Meier hat in dieser Saison kein einziges Pflichtspiel bestritten, sein Vertrag in Frankfurt läuft zum 30. Juni aus. Am Sonnabend geht es gegen seinen Jugendverein HSV, für den der Buchholzer 1995 bis 1998 und 1999 bis 2001 aktiv war.

Der Bundesliga-Torschützenkönig von 2015 war im vergangenen Sommer beim Laufen im Urlaub umgeknickt und musste danach im Juni, September und November am Fuß operiert werden. Eine Borreliose-Erkrankung nach einem Zeckenbiss behinderte zudem seine Reha-Maßnahmen.

Seit gut zwei Monaten ist Meier wieder im Mannschaftstraining und kam in einem Testspiel eine Viertelstunde zum Einsatz. Bei Niko Kovac hat der Stürmer aber wohl kaum Chancen, in dieser Spielzeit noch einmal aufzulaufen. „Man muss realistisch sein, ihm fehlt noch viel“, sagte der Trainer über den Publikumsliebling der Eintracht-Fans.