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Polizei-Ansage: "HSV-Fans können sich nicht frei bewegen"

Wolfsburg erhöht Sicherheitsvorkehrungen. Giftpfeil von Didavi. Abwehrsorgen beim HSV. "Papa" macht Andeutungen zur Zukunft.

Drastische Vorgaben für HSV-Fans

Die HSV-Anhänger müssen am Sonnabend in Wolfsburg mit allerhand Einschränkungen rechnen. "HSV-Fans können sich nicht frei im Stadionumfeld bewegen", kündigt der VfL in einer gemeinsamen Erklärung mit Stadt und Polizei an.

Zu den Sicherheitsvorkehrungen rund um das brisante Duell gehören demnach auch ein Alkoholverbot rund um die Volkswagen-Arena, ein Taschenverbot fürs Stadion sowie ein Innenstadtverbot für Menschen mit Hamburger Fanutensilien.

So gehen die HSV-Fans mit dem Abstiegsstress um

HSV-Fans werde außerdem dringend davon abgeraten, ohne Eintrittskarte nach Wolfsburg zu reisen. Im Hamburger Vorverkauf wurden alle 3000 Gästetickets abgesetzt.

Gleichwohl gebe es bislang keinerlei Hinweise auf mögliche Störungen. "Polizei, Stadt und Verein gehen von einem friedlichen, sportlich-fairen Verlauf aus und setzen dabei natürlich auch auf die Kooperationsbereitschaft aller Stadionbesucher", heißt es in der Mitteilung. Eine deutliche Ansage gibt es dennoch: "Die Polizei wird am Spieltag Straftaten und Gewalttaten entschlossen begegnen."

Vakanz in Verteidigung und Tor

Die Vorbereitung auf das Abstiegsendspiel beim VfL Wolfsburg am Sonnabend (15.30 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) wird beim HSV durch neue Personalsorgen gestört.

Am Mittwoch konnten Kyriakos Papadopoulos und weiterhin auch Aaron Hunt (muskuläre Probleme) nur individuell trainieren. Torhüter Pollersbeck fehlte wie schon am Dienstag erkrankt.

Die letzte öffentliche Einheit vor dem Spiel abbrechen musste schließlich Stephan Ambrosius (bislang ein Bundesliga-Einsatz). Der Innenverteidiger humpelte mit Knie-Problemen in die Kabine.

HSV-Trainer Titz: "Euphorie ist gefährlich"

Didavi mit Kampfansage an Hamburg

In Wolfsburg sieht es allerdings kaum besser aus. Der VfL bangt für das Spiel gegen den HSV weiterhin um die Stammspieler Yannick Gerhardt, Sebastian Jung, Josua Guilavogui, Ignacio Camacho, Paul Jaeckel und Daniel Didavi.

Letzterer nutzte seine Trainingspause indes für markige Worte. "Wir müssen Eier zeigen", sagte Didavi in einem Interview mit Sky. Außerdem machte der Offensivspieler deutlich, mit dem HSV noch eine Rechnung offen zu haben.

"Wir haben unsere eigene Vergangenheit mit Hamburg", sagte Didavi in Erinnerung an die späte 1:2-Niederlage der "Wölfe" im letztjährigen Bundesligafinale. "Mit einem Sieg können wir den HSV in die zweite Liga schießen. Mehr geht nicht", sagte Didavi.

Papadopoulos hat ein gutes Gefühl

Kyriakos Papadopoulos schlägt derweil in die gleiche Kerbe wie Lewis Holtby. "Die anderen haben mehr zu verlieren als wir", sagte der Innenverteidiger in einem "Bild"-Interview in Richtung der Konkurrenz im Abstiegskampf.

Zuvor hatte bereits Holtby Psycho-Spielchen mit Wolfsburg, Freiburg und Mainz getrieben. "In deren Haut möchte ich nicht stecken, Ich bin lieber der Jäger als der Gejagte", sagte der Torschütze nach dem 1:0-Sieg gegen den SC am Wochenende.

Papadopoulos ist nun guter Dinge, das Wunder Klassenerhalt zu packen – auch aufgrund des neu erweckten Teamgeists. "Plötzlich kommen alle Spieler wieder positiven Gefühlen zum Training", sagte der 26-Jährige der "Bild".

Zu seiner persönlichen Zukunft in Hamburg sagte der Grieche: "Ich bin Spieler des HSV und habe auch einen Vertrag für die zweite Liga. Im Fußball weiß man nie. Es ist alles möglich."

Wolfsburg schnappt sich Amin Younes

Wolfsburg rüstet unterdessen offenbar ungeachtet der ungeklärten Ligazugehörigkeit bereits für die kommende Saison auf. Nach Informationen der "Welt" wechselt Nationalspieler Amin Younes von Ajax Amsterdam zum VfL. Über den Transfer wurde in den vergangenen Wochen immer wieder spekuliert, nun sei er in trockenen Tüchern, berichtet die Zeitung am Mittwoch. Der 24-Jährige komme ablösefrei, solle aber ein üppiges Handgeld im mittleren einstelligen Millionenbereich erhalten. Wolfsburg wollte sich zu der Meldung nicht äußern.

Younes wollte im Winter zum italienischen Spitzenclub SSC Neapel wechseln. Dann hatte er sich jedoch im Januar aus privaten Gründen entschieden, bis zum Ende der Spielzeit in Amsterdam zu bleiben. Seit Ende März ist er bei Ajax allerdings bis zum Ende der Saison suspendiert. Der frühere Mönchengladbacher hatte bei einem Ligaspiel Mitte März gegen den SC Heerenveen seine Einwechslung in der Schlussphase verweigert.

Son erneut Asiens Fußballer des Jahres

Große Ehre für Heung-Min Son: Der ehemalige HSV-Stürmer ist zum dritten Mal zu Asiens Fußballer des Jahres gewählt worden. Der 25-jährige Südkoreaner hatte die Auszeichnung bereits 2015 und 2017 erhalten. In der laufenden Saison erzielte Son für den derzeitigen Tabellenvierten Tottenham Hotspur bislang 18 Treffer in 49 Pflichtspielen.

Son war 2015 für 30 Millionen Euro Ablöse von Bayer Leverkusen nach England gewechselt, davor hatte er für den Hamburger SV gespielt. Bei Tottenham kam er bislang auf 136 Einsätze. In der südkoreanischen Nationalmannschaft, die bei der WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli) Gruppengegner von Weltmeister Deutschland ist, ist Son mit 20 Toren aus bis dato 61 Länderspielen Leistungsträger.

Hoffmann hält am Dino fest

Was geschieht mit der ewigen Bundesligauhr? Wird die Fan-Pinte "Unabsteigbar" umbenannt? Ein möglicher Abstieg des HSV brächte auch im erweiterten Umfeld des Bundesliga-Gründungsmitglieds allerhand Umwälzungen mit sich.

Um ein Relikt müssen sich die Fans nun aber nicht mehr sorgen, denn Dino Hermann wird dem HSV nach einem Machtwtort des Präsidenten in jedem Fall erhalten bleiben. Bernd Hoffmann.

"Den stelle ich unter Artenschutz“, sagte Bernd Hoffmann über das nach Kult-Masseur Hermann Rieger benannte Maskottchen, das am 24. August 2003 im Volksparkstadion aus dem Ei schlüpfte und seither aus dem Merchandising nicht mehr wegzudenken ist.

Pfeiffer und Opoku gegen Dänemark

International im Einsatz sind heute Patric Pfeiffer (18/Abwehr) und Aaron Opoku (19/Mittelfeld). Die beiden HSV-Talente, die auch schon mit den Profis trainieren durften, spielen mit der deutschen U-19-Nationalmannschaft um 19 Uhr gegen Dänemark.

Hamburgs A-Jugend-Torhüter Bennett Schauer, der heute seinen 19. Geburtstag feiert, stand für das Länderspiel in Kopenhagen indes nur auf Abruf bereit.

Fink führt HSV-Referenz an

Thorsten Fink geht seine Aufgabe bei Grasshopper Zürich mit großem Optimismus an. "Ich war mit Ingolstadt und dem Hamburger SV im Abstiegskampf und habe beide gerettet", sagte der 50-Jährige der Schweizer Zeitung "Blick".

"Ich kann Leute kurzfristig motivieren und langfristig arbeiten. Ich bin überzeugt, dass wir die Klasse halten", sagte Fink, der vor zwei Tagen als neuer Trainer des abstiegsgefährdeten Schweizer Erstligisten vorgestellt worden war.

Den HSV hatte Fink in der Saison 2012/13 auf Rang sieben geführt und damit mit Abstand die beste Platzierung der letzten acht Jahre erreicht.

Zinnbauer sieht bei Titz eine Philosophie

Mit Joe Zinnbauer hat sich aktuell auch ein weiterer ehemaliger HSV-Trainer, der anschließend in der Schweiz tätig war, über das Umfeld in Hamburg geäußert. "Wenn du diesen Verein mal trainiert hast, kannst du vieles mitnehmen – Positives wie Negatives", sagte Joe Zinnbauer in einem Interview mit transfermarkt.de über seine Zeit beim HSV.

Seinen Ex-Arbeitgeber halte er noch immer für einen "der besten Vereine der Bundesliga, was die Möglichkeiten als Trainer, das Stadion und die Fans anbelangt", sagte Zinnbauer, der beim HSV ebenso wie Christian Titz von der Reserve zum Cheftrainer befördert worden war.

Dass Titz nun Spieler aus der zweiten Reihe in den Bundesligakader hochzieht, begrüßt Zinnbauer: "Hinter diesem Vorgehen steckt auch eine Philosophie." Er habe schon seinerzeit an die Fähigkeiten von Matti Steinmann und Mo Gouaida geglaubt.

Letzteren hatte Zinnbauer dann beim FC St. Gallen noch einmal trainiert – allerdings weniger erfolgreich, auch aufgrund des kritischen Umfelds. "Wenn ein Trainer vom HSV kommt und dann einen Spieler von dort holt, steht er bei den Fans stark unter Beobachtung", sagte Zinnbauer.