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Für die Lizenz stellt Kühne 20 bis 30 Millionen in Aussicht

"Hamburg hat nur noch zwei Perlen": Kühne über den HSV

HSV-Investor Klaus-Michael Kühne verpasst anlässlich der Eröffnung seines Hotels "The Fontenay" dem Club einen verbalen Seitenhieb

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Kühne könnte für HSV bürgen. Interesse an Portugal-Juwel. Behrami mit Schweizer Skistar liiert. Arp angeblich mit Bayern einig.

Für Kühne "perlt" der HSV nicht mehr

Eigentlich wollte Klaus-Michael Kühne am Montag gar nicht über den HSV reden. Schließlich war der Clubinvestor gekommen, um der Öffentlichkeit sein neues Luxushotel The Fontenay zu präsentieren. Aber dann sagte er doch etwas: "Noch vor einem Jahr hätte ich gesagt: Hamburg hat drei Perlen, die Elbphilharmonie, unser neues Hotel und den HSV. Jetzt hat es leider nur zwei Perlen." Ein Satz, der erahnen lässt, wie tief enttäuscht der 80 Jahre alte Milliardär vom HSV ist.

Auf Nachfragen, ob er den Tabellenletzten der Bundesliga auch nach dem drohenden Abstieg weiter unterstützen werde, ging Kühne nicht ein. Und zum neuen Vereinspräsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Bernd Hoffmann sagte er: "Hoffmann, Hoffnung – das passt zusammen. Warten wir mal ab, wie sich die Dinge weiterentwickeln." Laut "Bild"-Zeitung haben sich Hoffmann und sein Stellvertreter Max-Arnold Köttgen am Sonntag im "Fontenay" mit Kühne getroffen, um die Lage des Clubs zu besprechen.

Kühne bürgt für den HSV

Ganz abgeschrieben hat der Milliardär den HSV also wohl nicht. Kühne soll im Abstiegsfall für zu befürchtende Mindereinnahmen in Höhe von 20 bis 30 Millionen Euro bürgen. Hintergrund ist, dass der HSV für die Finanzierung der Zweitligasaison auf Transfererlöse angewiesen ist, die Deutsche Fußball-Liga (DFL) aber nur bereits feststehende Einnahmen im Lizenzierungsverfahren berücksichtigt. Die Frist für die Beantragung einer Zweitligalizenz endet am 3. April, die Entscheidung der DFL könnte sich bis Ende Mai hinziehen.

Für die Mannschaft scheint in Kühnes rund 100 Millionen Euro teuren Hotel kein Platz zu sein. Dass die Mannschaft hier Quartier beziehen könne, daran habe er bislang noch gar nicht gedacht, sagte Kühne – und beantwortete die Frage schließlich indirekt mit Nein. "Allenfalls der FC Bayern" könne es sich leisten, in dem noblen Domizil an der Außenalster zu nächtigen. Den 1. FSV Mainz sehe er dagegen nicht als Gast in seinem Haus.

Derzeit ist allerdings fraglich, ob der FSV Mainz, geschweige denn die Bayern in absehbarer Zeit noch Bedarf an einem Quartier in Hamburg haben. Ein Zimmer gibt es im "The Fontenay" ab 320 Euro pro Nacht. Die 195 Quadratmeter große Fontenay-Suite kostet gar 9000 Euro.

HSV soll Portugal-Juwel beobachten

Der HSV ist am portugiesischen Ausnahmetalent João Félix von Benfica Lissabon interessiert. Das berichtet die Sporttageszeitung "O Jogo". Ein Hamburger Scout habe den 18 Jahre alten offensiven Mittelfeldspieler am 14. März beim 4:0-Sieg der zweiten Mannschaft von Benfica bei União Madeira beobachtet. João Félix erzielte in der laufenden Saison der zweiten portugiesischen Liga in 16 Einsätzen vier Tore und legte weitere fünf auf.

Die Chancen des HSV, den U-21-Nationalspieler zu verpflichten, wären aber wohl selbst im Fall des Klassenerhalts gering. In João Félix' bis 2022 gültigem Vertrag soll eine Ablösesumme von 60 Millionen Euro festgeschrieben sein. Zudem haben dem Bericht zufolge weitere Clubs Interesse gezeigt, unter anderem Red Bull Salzburg und Borussia Mönchengladbach. Auch die Topvereine Manchester City, FC Arsenal und AS Monaco hätten bereits Beobachter entsandt.

HSV wird zum Hamburger Spott-Verein

Eigentlich müsste "Der Postillon" am Klassenerhalt des HSV großes Interesse haben. Seit Jahren schon liefert der Club der Satire-Website mit unschöner Regelmäßigkeit Steilvorlagen. Am Montag wurde der HSV wieder mal zum Hamburger Spott-Verein. "HSV feuert Fans", titelte "Der Postillon".

Nach 14 Spielen ohne Sieg habe der Verein seine Anhänger "mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben freigestellt". Grund seien laut einer offiziellen Mitteilung "die schlechten Anfeuerleistungen und Disziplinlosigkeiten der letzten Wochen". Bereits beim kommenden Spiel in Stuttgart sollten 200 kurzfristig angeworbene Anhänger des SV West-Eimsbüttel den HSV "als Interimsfans" unterstützen. Bis zum Beginn der nächsten Saison solle eine dauerhafte Lösung gefunden werden.

Behrami und Gut sind ein Paar

Der Schweizer Sport hat ein neues Promipaar. Wie Skirennfahrerin Lara Gut auf ihrer Facebook-Seite verkündete, ist die 26-Jährige mit dem früheren HSV-Profi Valon Behrami liiert. Aktuell spielt der 32 Jahre alte Nationalspieler in Italien für Udinese Calcio, in der Saison 2014/15 war er für die Hamburger aktiv.

"Mit Valon habe ich die Kraft erfahren, wie es ist, zu zweit zu sein und eine Person neben sich zu haben, die dich an die Hand nimmt und dich nie alleine lässt. Valon ist das Schönste, was mir je passieren konnte", schrieb Lara Gut, die in der Saison 2015/16 den alpinen Gesamtweltcup gewonnen hatte.

2014 in Sotschi hatte Gut Olympiabronze in der Abfahrt gewonnen. Im Februar in Pyeongchang war sie im Super-G als Vierte um eine Hundertstelsekunde an einer erneuten Medaille vorbeigefahren.

Walace verweigerte offenbar Positionswechsel

Hat sich Walace selbst aus dem HSV-Kader für das Bundesligaspiel gegen Hertha BSC befördert? Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung wollte der neue Trainer Christian Titz den Brasilianer in der Innenverteidigung statt auf der gewohnten Position im defensiven Mittelfeld einsetzen. Walace habe signalisiert, dass er auf diese Rolle keine Lust habe. Daraufhin habe Titz ihn aus dem Aufgebot gestrichen – und sich damit neuen Ärger eingehandelt.

Anstatt die 1:2-Niederlage am vergangenen Sonnabend auf der Tribüne zu verfolgen, postete Walace während des Spiels bei Instagram ein Bild aus seinem Wohnzimmer. Eine Provokation – und ein weiteres Indiz dafür, dass der Olympiasieger mit dem HSV innerlich abgeschlossen hat. Bereits Anfang Januar, damals hieß der Trainer noch Markus Gisdol, hatte Walace vergeblich versucht, einen Wechsel in seine Heimat zu erstreiken. Unter Gisdols Nachfolger Bernd Hollerbach dann gehörte er wieder zum Stammpersonal.

Jetzt dürfte er sich beim HSV endgültig ins Abseits manövriert haben. Titz kündigte an, Walaces Verhalten nicht zu akzeptieren. Am Dienstag soll es anlässlich des Trainings ein Gespräch geben. Ob der HSV rechtlich eine Handhabe hat, den Brasilianer zu bestrafen, ist allerdings zweifelhaft.

Ähnlich verhält es sich bei Kyriakos Papadopoulos. Der Grieche war am Sonnabend nicht zum Einsatz gekommen und hatte Titz deshalb später kritisiert. Am Montag kam es nach HSV-Angaben zum angekündigten Telefonat mit dem einstigen Abwehrchef, der bereits bei seiner Nationalmannschaft in Griechenland weilt. Über den Inhalt des Gesprächs wurde offiziell nichts bekannt.

Bericht: Arp wechselt wohl zu den Bayern

Verliert der HSV sein Toptalent an den FC Bayern? Laut "Fussballtransfers.com" steht Fiete Arp vor einem Wechsel zum Rekordmeister. Das will das Online-Portal "aus dem Umfeld der neuen Vereinsspitze" der Hamburger erfahren haben.

Arp (18) solle beim deutschen Rekordmeister einen langfristigen Vertrag erhalten, sei aber in der kommenden Saison noch nicht für die Bundesliga-Mannschaft vorgesehen. Vielmehr solle zunächst an einen anderen Club verliehen werden, um weitere Spielpraxis zu sammeln.

Arps Vertrag beim HSV gilt noch bis 2019. Alle Versuche der Hamburger, ihn vorzeitig zu verlängern, blieben bislang erfolglos. Im Fall eines Abstiegs könnte der HSV auf die zu erwartende Millionenablöse für den Juniorennationalstürmer angewiesen sein, um die Lizenz finanziell abzusichern.

Hoffmann über Fan-Krawalle

Bei seinem zweiten Auftritt im NDR-"Sportclub" seit seiner Wahl zum Präsidenten und gleichzeitig seinem ersten Besuch als neuer Aufsichtsratschef hat Bernd Hoffmann Stellung zur aktuellen Situation beim HSV bezogen. Zu den Krawallen nach Spielschluss gegen Hertha BSC, die nun drei Hochsicherheitsspiele im Volkspark nach sich ziehen, sagte er am Sonntagabend: "Es sind ganz schlimme Bilder, die mir wirklich wehtun."

Nun gehe es darum, die Gesundheit der Spieler und Zuschauer zu schützen. "Wir müssen gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden sicherstellen, dass die Spieler und Zuschauer mit der Erwartung an einen schönen Nachmittag ins Stadion gehen können", sagte Hoffmann. Dabei wolle der Verein genau prüfen, wer dem HSV-Lager zuzurechnen oder einfach nur Krawalltourist ist".

"Papa muss Zweitliga-Suppe auslöffeln"

Auch zur Trainer-Schelte von Kyriakos Papadopoulos ("Er hat einfach Unsinn erzählt") äußerte sich Hoffmann – und stärkte Christian Titz im Falle einer möglichen Suspendierung des Griechen den Rücken. "Das finde ich völlig in Ordnung, da steht der Aufsichtsrat voll dahinter", sagte Hoffmann, der Titz gleichzeitig bescheinigte, die Situation mit den Profis "gut im Griff" zu haben.

Zu Papadopoulos' Zukunft sagte der Clubchef: "Er hat einen Vertrag, der auch für die Zweite Liga gültig ist. Wenn ich seine bisherigen Spiele sehe, war er sicher auch mitbeteiligt an der aktuellen Situation. Daher muss er im Zweifel dann die Suppe auch mit auszulöffeln."

Die HSV-Profis in der Einzelkritik

Dass unzufriedene Spieler ihre Meinung artikulieren, empfinde er als kein exklusives HSV-Problem. "Das gibt es selbst bei Bayern München", sagte Hoffmann. "Wir haben eine veritable Krise, da gibt es überhaupt keine Diskussion. Wenn dann der ein oder andere Dinge sagt, die einfach nicht gehen, wird das entsprechend sanktioniert."

"Neuen Sportchef ohne Hast einstellen"

Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt zu entlassen, sei eine Entscheidung für die Neuausrichtung gewesen, die sich ligaunabhängig nach vorne richte, sagte Hoffmann – und kündigte an: "Wir werden einen neuen Sportchef schnellstmöglich, aber ohne Hast einstellen."

Kühne könnte für Lizenz einspringen

Wie die Lizenz für die nächste Spielzeit sichergestellt werden soll, wollte Hoffmann nicht konkretisieren. "Da gibt es unterschiedlichste Optionen", sagte der 55-Jährige. "Wir werden eine Lizenz für die Erste und Zweite Liga hinbekommen. Möglicherweise auch mithilfe von Herrn Kühne. Er wird auch ein wichtiger Partner in den nächsten Jahren sein", sagte Hoffmann, der mit dem Investor einen "ständigen und guten Austausch" pflege. Er erachte es als "zwingend notwendig", Klaus-Michael Kühne so schnell und häufig wie möglich mit ins Boot zu nehmen. "Das heißt nicht, dass man sich irgendwelche Entscheidungen abnehmen lässt", sagte Hoffmann.

Der HSV, seit Sonntag Tabellenletzter, musste die Unterlagen für die erste Liga schon bis zum 15. März bei der Deutschen Fußball-Liga einreichen. Bis Anfang April müssen nun Angaben für die Zweitliga-Lizenz vorliegen. "Seien Sie gewiss: Der HSV wird auch im kommenden Jahr ein gutes Mitglied des bezahlten deutschen Fußballs sein", sagte Hoffmann. Er hatte vor seinem Amtsantritt im Februar von einer "dramatischen wirtschaftlichen Lage" beim HSV gesprochen, den Verbindlichkeiten von 105,5 Millionen Euro belasten.

Fieser Anti-HSV-Aufkleber

Ganz schön fies, was sich da ein paar unbekannte HSV-"Liebhaber" ausgedacht haben. An mehreren Stellen in der Stadt springen Passanten bereits Aufkleber ins Auge, auf denen dem HSV eine "gute Reise" gewünscht wird – vor dem Hintergrund einer Deutschlandkarte, auf denen die Städte mit aktuellen Zweitligaclubs abgesteckt sind.

Durchwachsenes Debüt für Weiß

Nach seinem Debüt als Trainer der Zwoten hat Steffen Weiß einen Unterschied zu seinem vorherigen Job erkannt. "Ich soll hier nicht wie vorher bei der U16 dabei mithelfen, die Trainingssachen auf die Bank zu tragen“, sagte Weiß lachend nach dem leistungsgerechten 1:1 im kleinen Stadtderby bei St. Pauli II in der Regionalliga Nord (Torschütze: Fabian Gmeiner/38.).

Auf der Bank habe er sich nicht anders gefühlt, sei genauso fokussiert gewesen, sagte Weiß. "Leider standen unsere Achter in der zweiten Hälfte zu hoch und haben den Anschluss verloren. Da haben wir den Gegner zu Angriffen eingeladen." In der Tat verlor wie auch die Profis die U21 in der zweiten Hälfte den Faden – und für die Braun-Weißen traf der Südkoreaner Kyoung-Rok Choi noch zum Ausgleich (55.).

St. Paulis Trainer von Ansetzung genervt

Kritik an der Hamburger Polizei und der Zentralen Einsatzstelle für Sporteinsätze (ZIS) übte derweil St.-Pauli-II-Trainer Joachim Philipkowski. Grund für "Piepels" Zorn: Die Einstufung der Begegnung als Sicherheitsspiel und die darauf folgende zeitliche Überschneidung der Partie mit dem Bundesligaspiel zwischen dem HSV und Berlin. Die Konsequenz dessen waren 176 Zuschauer, davon handgezählte 17 Anhänger des HSV.

"Dieses Thema nervt mich seit Jahren", sagte Philipkowski: "Überall in der Republik dürfen die zweiten Mannschaften vor vielen Zuschauern gegeneinander spielen. Zum Beispiel in München, wenn Bayern II gegen 1860 München II spielte. Es ist etwas ganz anderes für die Jungs, wenn sie vor vielen Fans auflaufen dürfen. Bisher hat mir keiner schlüssig erklären können, warum das hier in Hamburg nicht möglich sein soll."