Bundesliga

Was der HSV mit der Meisterfeier zu tun haben könnte

Mario Gomez hat mal wieder getroffen – gegen seinen Ex-Club

Mario Gomez hat mal wieder getroffen – gegen seinen Ex-Club

Foto: imago

Bundesliga-Kolumne: Die Bayern machen’s spannend, ein Engländer zelebriert seine Ausrutscher, und Gomez trifft bei Trainer Nummer vier

Nervenaufreibend: Die Meisterfrage ist weiter spannend. Nach dem glanzlosen 2:0 der Bayern in Mainz und nunmehr 18 Punkten Vorsprung stellt sich die Frage: vorher oder nachher? Steht München vor Ostern oder nachher als Meister fest? Nun, wenn sich die „Konkurrenz“ weiter so anstellt wie bisher, also ein Schneckenrennen um Platz zwei veranstaltet, dürfte die ach so spontane Weißbierdusche deutlich früher stattfinden. Und im schlimmsten Fall könnte der HSV beteiligt sein, der am 26. Spieltag (10. März) in der Allianz Arena antritt.


Aller guten Trainer sind vier: Zwischen Mario Gomez und dem VfL Wolfsburg steht es 1:1. So endete die Partie seiner Stuttgarter in der VW-Stadt, und so ist es auch für ihn persönlich: Sein erstes Saisontor erzielte er am 11. Spieltag für die Wolfsburger gegen Hertha, jetzt traf er für seinen neuen Club. Und das im ersten Spiel von Trainer Tayfun Korkut, der für Gomez nach Andres Jonker, Martin Schmidt und Hannes Wolf schon der vierte Übungsleiter binnen einer Saison ist. Deswegen wollte sich der Stürmer nach dem Spiel auch nicht zum Coach äußern. Er sagte lieber diesen erstaunlich Satz: „Erstens geht es mich nichts an, zweitens habe ich keine Lust dazu.“


Er kam, sah, rutschte und traf: Ademola Lookman, den RB Leipzig erst vor wenigen Tagen aus Everton verpflichtet hatte, schlitterte wortwörtlich in die Partie bei Borussia Mönchengladbach. In der 78. Minute wurde der englische U-20-Nationalspieler eingewechselt, geriet aber ständig ins Straucheln und landete ohne Gegnereinwirkung auf dem Rasen. „Ich wollte ihn schon wieder auswechseln“, gestand Trainer Ralph Hasenhüttl. Hat er sich dann aber doch nicht getraut. Und so konnte Lookman in der 89. Minute den Siegtreffer erzielen. Und nachher die Geschichte erzählen, dass er nur ein Paar Schuhe aus England mitgebracht hatte – seine Lieblingstreter. „Aber der Rasen in Deutschland ist anders als der englische, ein bisschen rutschiger. Daran muss ich mich noch gewöhnen.“


Sonnyboy lernt Schatten kennen: Die heile Fußball-Welt von Julian Nagelsmann bei 1899 Hoffenheim bekommt erste Risse. Das fünfte sieglose Spiel in Serie, ein kolportierter Dissens mit Teilen der Mannschaft – angesichts der akuten Unruhe sah sich Kevin Vogt genötigt, seinem Coach mit einer flammenden Verteidigungsrede beizustehen. „Wir stehen hinter Julian, und
Julian steht hinter uns“, betonte der Kapitän nach dem 1:1 bei Hertha BSC und geißelte den Medienbericht, wonach Spieler von Nagelsmann abrücken sollen, als „Lügen“. „Letztes Jahr, als es lief, war alles super. Jetzt kommt mal ein bisschen Gegenwind.“
Aytekin weiß Bescheid: Von Schiedsrichtern darf man erwarten, dass sie die Fußballregeln genau kennen. Von den Profis allerdings auch. Die waren dennoch konsterniert, als Deniz Aytekin ohne Zögern (und ohne Videobeweis) in Berlin in der 37. Minute Elfmeter pfiff. Denn der gefoulte Hoffenheimer Nico Schulz stand zuvor klar im Abseits. „Bei der Ballabgabe war er außerhalb des Strafraums in einer Abseitsposition. Allerdings war die nicht strafbar, weil er im deutlichem Abstand zu Niklas Stark stand“, erklärte der Referee. Und hatte recht.


Erst Fußball, dann Football: Michael Gregoritsch, im Volkspark schmerzlich vermisster Ex-HSVer, war rundum zufrieden. Beim verdienten 3:0 über die eigentlich extrem auswärtsstarken Frankfurter schoss er das 2:0 – sein neuntes Saisontor. Und freute sich auf eine entspannte Nacht mit dem Super Bowl als Höhepunkt. „Ich schaue zu Hause mit ein paar Freunden“, sagte er.