HSV-News

Streikprofi Walace ist für Hollerbach plötzlich "wichtig"

Beschreibung anzeigen

Erstes Streichopfer des neuen Trainers scheint festzustehen. Sakai könnte die Binde verlieren. Benachteiligt Cortus den HSV erneut?

Benachteiligt Cortus den HSV erneut?

Benjamin Cortus wird die Partie des HSV bei RB Leipzig am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky und im Abendblatt-Liveticker) leiten. Der 36 Jahre alte Informatikkaufmann aus Röthenbach an der Pegnitz war bislang erst in einer Partie der Hamburger als Schiedsrichter eingeteilt: vergangene Saison beim 0:0 in Frankfurt.

Damals machte sich Cortus beim HSV unbeliebt, weil er einen klaren Elfmeter verweigerte. Frankfurts Verteidiger David Abraham hatte nach gut einer Stunde Filip Kostic per Grätsche zu Fall gebracht. „Da muss man sagen, dass das Elfmeter war“, gestand sogar Frankfurts Marco Russ.

Assistiert wird Cortus von Daniel Schlager und Florian Badstübner, vierter Offizieller ist Thomas Gorniak, als Videoassistenten sind Robert Kampka und Martin Petersen eingeteilt.

Hollerbach setzt auf Streikprofi Walace

Nach seinem geplatzten Wechsel nach Brasilien steht Walace vor der Rückkehr in den HSV-Kader. Trainer Bernd Hollerbach plant mit dem Streikprofi für das Auswärtsspiel am Sonnabend bei RB Leipzig – möglicherweise sogar für die Startelf. "Ich hatte ein sehr, sehr gutes Gespräch mit ihm. Dabei hat er mir versichert, dass er sich für den Verein zerreißen wird", sagte der Coach. "Auf mich macht er einen sehr guten Eindruck. Er ist ein wichtiger Spieler für uns. Ich gehe ohne Vorbehalte an die Situation."

Unter Hollerbachs Vorgänger Gisdol war Walace in Ungnade gefallen, weil er mit vier Tagen Verspätung ins Trainingslager vor Beginn der Rückrunde gereist war. Nun soll der Olympiasieger von Rio eine neue Chance in Hamburg erhalten. Durch Walaces Verbleib hat sich der bereits vorbereitete Transfer von Leipzigs Dominik Kaiser zerschlagen. Der HSV sucht nun primär nach einem torgefährlichen Mittelfeldspieler, um die lahmende Offensive zu beleben.

Wen macht Hollerbach zum Kapitän?

Gotoku Sakai könnte sein Kapitänsamt verlieren. Bernd Hollerbach hat sich immer noch nicht entschieden, wer die Binde in Leipzig tragen wird. "Das teile ich morgen oder unmittelbar vor dem Spiel mit", sagt der HSV-Coach. Je länger er seine Entscheidung hinauszögert, desto mehr spricht für einen Kapitänswechsel. Sollte Sakai als Spielführer abgelöst werden, gilt Abwehrchef Kyriakos Papadopoulos als heißester Anwärter auf den Posten.

Warum Leipzig vor dem neuen HSV-Trainer Hollerbach zittert
HSV Hangouts: Leipzig zittert vor Neu-HSV-Trainer Hollerbach

Pollersbeck bleibt wohl im Tor

Auch bei den Torhütern lässt sich Hollerbach noch nicht in die Karten schauen. "Ich habe heute Abend ein Gespräch mit Torwarttrainer Stefan Wächter und werde mich dann entscheiden." Es deutet allerdings vieles daraufhin, dass Julian Pollersbeck, der erst zum Rückrundenstart Christian Mathenia zwischen den Pfosten abgelöst hatte, im Tor bleibt.

Mavraj droht die Bank unter Hollerbach

Ist Mergim Mavraj das erste Streichopfer unter Neu-HSV-Trainer Bernd Hollerbach? In den vergangenen beiden Tagen testet der Coach im Training eine Dreierkette, die bei gegnerischem Ballbesitz zu einer Fünferkette werden kann. Dabei war der Deutsch-Albaner häufig außen vor. Hollerbach setzte im Zentrum auf Papadopoulos und stellte ihm zumeist links Rick van Drongelen und rechts Gideon Jung zur Seite.

Es ist durchaus denkbar, dass sich der unter Ex-Trainer Markus Gisdol stets gesetzte Mavraj in Leipzig auf der Bank wiederfindet. Dagegen durften die unter Gisdol selten berücksichtigten Lewis Holtby und Walace im Training häufig in der A-Elf mitwirken. Ein Indiz für das Leipzig-Spiel? „Ich habe ein paar Sachen im Kopf, aber das will ich dem Ralph noch nicht verraten", erklärte Hollerbach vielsagend.

Hasenhüttl stellt Hollerbachs Methoden infrage

Seit sie 2005 gemeinsam den Trainerschein machten, sind Bernd Hollerbach und Ralph Hasenhüttl gut befreundet. Dennoch haben beide Trainer unterschiedliche Ansichten über die Trainingsinhalte. "Wir sind keine Brüder im Geiste, was die Trainingsgestaltung betrifft", sagte RB-Coach Hasenhüttl über Kumpel Hollerbach, der jahrelang als Co-Trainer unter Medizinball-Schleifer Felix Magath fungierte.

"Magath ist sicherlich eine Person, die ihn geprägt hat. Er pflegt eine andere Herangehensweise als ich, die Mannschaft so hinzubekommen, wie er es haben möchte", sagte Hasenhüttl. "Ich freue mich aber natürlich auf ein Wiedersehen mit ihm."

Deutlich wärmere Worte fand Hollerbach über seinen Weggefährten. "Ralph macht einen riesen Job in Leipzig und führt eine sehr spielstarke Mannschaft. Wir müssen im Zentrum auf der Hut sein und dürfen keine Bälle verlieren, sonst geht’s ganz schnell. Es ist schwierig, dort etwas zu holen, aber wir haben einen Plan und müssen vor allem als Einheit auftreten." Auf Details seines Matchplans wollte der neue HSV-Trainer aber nicht eingehen.

RB bangt um Top-Duo

Hinter einem Einsatz von Leipzigs Mittelfeldstar Naby Keita gegen den HSV steht weiter ein Fragezeichen. Der 22 Jahre alte Nationalspieler aus Guinea trainierte zwar wieder mit, konnte aber noch nicht so stark belastet werden. "Wir müssen schauen, ob es bis zum Wochenende reicht“, sagte Trainer Ralph Hasenhüttl. Keita hatte zuvor wegen einer Erkältung gar nicht mittrainieren können. Nach Abendblatt-Informationen wird er aber gegen den HSV von Beginn an auflaufen können.

Weiterhin nicht spielbereit ist Emil Forsberg. „Es ist schwer zu sagen, wann er fit ist oder wird“, sagte Hasenhüttl. Mittelfeldspieler Forsberg fällt bereits seit fast zwei Monaten wegen einer Bauchmuskelzerrung aus. „Es ist eine langwierige Geschichte. Wir wissen selber nicht, wie lang es noch dauern wird.“

Jarchow glaubt an Klassenerhalt des HSV

Der frühere Clubchef Carl-Edgar Jarchow glaubt nach dem Trainerwechsel an einen Klassenverbleib des HSV. „Ich bin gar nicht so pessimistisch wie manche im Umfeld“, sagte Jarchow, der Verständnis für die Personalie Gisdol/Hollerbach zeigt. „Ich denke, die Verantwortlichen hatten in der Situation gar keine andere Chance, als diese Karte zu ziehen“, sagte Jarchow.

Zwar habe er selbst in seiner Zeit als Clubchef von 2011 bis Anfang 2015 den einen oder anderen Trainer ohne durchschlagenden Erfolg gewechselt. Aber: „Ich glaube, dass in der Situation, in der man sich nach dem Köln-Spiel befunden hat, man letztlich gezwungen war, etwas zu tun.“

Auch Rutemöller erinnert sich an Hollerbachs Weißwürste

Kaum einer kennt sowohl HSV-Trainer Bernd Hollerbach und Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl so gut wie er. Erich Rutemöller war im Jahr 2005 der Chefausbilder des DFB, als Hollerbach und Hasenhüttl unter der Leitung des inzwischen 72-Jährigen ihren Trainerschein machten. „Ich verfolge sehr interessiert die eingeschlagenen Wege beider Trainer“, sagt Rutemöller im Gespräch mit dem Abendblatt. „Beiden möchte ich bescheinigen, dass sie einen sehr guten oder gar im Falle von Ralph Hasenhüttl einen überragenden Weg gegangen sind.“

Dass Hollerbach seine Weggefährten zu Wochenbeginn mit Weißwürsten aus der Metzgerei seiner Eltern versorgte, ist auch bei Rutemöller noch in bester Erinnerung. „Ralph war auch gern dabei, sie nicht nur zu kochen und vorzubereiten, sondern sie auch zu genießen. Das war schon eine hervorragende Wurstqualität, die bestens ankam.“

Nicht nur deshalb, sondern hauptsächlich wegen seiner Mentalität traut Rutemöller dem HSV unter Hollerbach den Klassenerhalt zu.

Van Marwijk neuer australischer Nationaltrainer

Der frühere HSV-Trainer Bert van Marwijk ist neuer Trainer der australischen Nationalmannschaft und wird die Socceroos bei der WM in Russland betreuen. „Wir fahren nicht nach Russland, um dabei zu sein. Ich möchte unsere Spiele gewinnen“, wurde van Marwijk vom Verband zitiert. Australien spielt bei der WM in der Vorrunde gegen Frankreich, Peru und Dänemark.

Leipzig nach HSV-Trainerwechsel gewarnt

RB Leipzig ist wegen des Trainerwechsels beim HSV gewarnt. „Ein bisschen Positives bewirkt ein Trainerwechsel immer“, sagte RB-Mittelfeldspieler Diego Demme dem „kicker“. „Aber zu Hause haben wir den Anspruch, gegen so gut wie jede Mannschaft zu gewinnen.“

Nächster Gegner angelt sich 16-Jährigen

Der Transfer des erst 16 Jahre alten dänischen Junioren-Nationalspielers Mads Bistrup zum kommenden HSV-Gegner RB Leipzig ist perfekt. Bistrup soll zunächst in den Nachwuchsteams zum Einsatz kommen. Der Mittelfeldspieler wird am 25. Februar 17 Jahre alt. Medienberichten zufolge soll die Ablösesumme bei zwei Millionen Euro liegen.

Offizielle Angaben dazu gab es nicht. Kopenhagens Vereinsmanager Ståle Solbakken sagte in einer Mitteilung auf der Club-Homepage: „Es gibt ein großes Interesse an den Spielern unserer Nachwuchsabteilung, und in diesem Fall wurde uns ein außergewöhnliches Angebot gemacht.“

Zudem berichtet die „Bild“, dass auch der Wechsel des ebenfalls 16 Jahre alten Úmaro Embaló abgeschlossen sein soll. Der Portugiese mit guinea-bissauischen Wurzeln gilt als großes Talent und spielte bisher in den Junioren-Mannschaften von Benfica Lissabon.

HSV-Fans: "Hollerbach soll die Spieler zum Laufen bringen"