HSV-News

Kühne äußert sich zu HSV-Talent Fiete Arp

Holtby, Hunt und Wood nicht auf dem Platz. Borges für U-17-Nationalmannschaft im Einsatz. Streit um Behrami-Einsatz.

Kühne meldet sich erneut zu Wort

Der HSV und Investor/Mäzen Klaus-Michael Kühne: Der meistdiskutierte Mann der Bundesliga abseits des grünen Rasens hat sich erneut mit deutungswürdigen Worten zu Wort gemeldet. Kaum hat Kühne Drohungen ausgesprochen, interpretiert er seine eigenen Worte neu. Am Mittwoch veröffentlichte hsv.de ein Interview mit Kühne, in dem er seine Sätze vom Vortag zum Teil abschwächt, zum Teil neue hinzufügt, die es in sich haben. Ihm gehe es vorrangig um einen „bestmöglich aufgestellten Aufsichtsrat“. Hier müssten „maximale Managementqualität und -erfahrung vertreten sein“.

Auf das operative Geschäft – und damit scheint er den Vorstand um Heribert Bruchhagen, Trainer Markus Gisdol und die Aufstellung der ersten Elf zu meinen – wolle er keinen Einfluss nehmen (auch wenn es ihn offenbar manchmal in den Fingern juckt). Trotzdem, neue Ankündigung, könne er „sicherlich eigenständig entscheiden, unter welcher personellen Konstellation in der Führung ich mir weitere Investitionen vorstellen kann“.

Kühne sagte auch versöhnlich, der HSV sei der „Club meines Herzens“. Ob das viele im Umfeld auch so sehen, ist dahingestellt. „Ich sehe die Grundausrichtung der HSV Fußball AG stark gefährdet. Und das werde ich als Gesellschafter und auch als Fan doch wohl sagen dürfen.“ Kühne hat aber – Einmischung hin oder her – auch zwei Wünsche: Die Verträge mit Nicolai Müller und Fiete Arp sollen verlängert werden.

Osnabrück hält an Thioune fest

Der abstiegsbedrohte Drittligist VfL Osnabrück, Bezwinger des HSV in der ersten Runde des DFB-Pokals, hat Daniel Thioune vom Interims- zum Cheftrainer befördert. Der 43-Jährige erhält einen Vertrag bis zum Saisonende.

Thioune hatte das Amt Anfang Oktober vom beurlaubten Joe Enochs übernommen und seitdem drei Niederlagen in vier Spielen erlitten. Der frühere VfL-Profi hatte die Trainerlizenz 2016 gemeinsam mit Alexander Nouri, Julian Nagelsmann und Domenico Tedesco erworben. Osnabrück ist nach 15 Spielen, in denen nur 13 Punkte gelangen, Vorletzter der Tabelle in der 3. Liga.

Streit um Behrami-Einsatz

Um den Einsatz des früheren HSV-Profis Valon Behrami für die Schweizer Nationalmannschaft im WM-Play-off gegen Nordirland am Donnerstag und am Sonntag ist ein heftiger Streit entbrannt. Behramis Club Udinese fordert eine sofortige Rückkehr des Mittelfeldspielers nach Italien. Die Berufung durch den Schweizer Verband sei fünf Tage zu spät erfolgt und somit ungültig, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

Nach Überzeugung des Serie-A-Clubs ist Behrami (32) aufgrund einer Oberschenkelverletzung nicht einsatzfähig. Sollte der Spieler vom Schweizer Verband nicht freigegeben werden, behalte sich Udinese das Recht vor, wegen Verletzung der Fifa-Regularien rechtliche Schritte einzuleiten.

Der Schweizer Verband hat am Abend in einer Pressekonferenz Stellung bezogen, und räumte zwar einen Formfehler ein, will den Tessiner aber nicht ziehen lassen. Claudio Sulser, einst Grasshopper-Stürmer und später hochrangiger FIFA-Jurist, machte als Delegierter des Nationalteams deutlich: "Für mich ist klar: Der Spieler bleibt in Belfast." Behrami stand in der Saison 2014/15 beim HSV unter Vertrag.

16-Jähriger trainiert bei den Profis mit

Auch bei der heutigen Trainingseinheit ist das Durchschnittsalter des HSV deutlich niedriger als üblich. Sieben Nationalspieler sind für ihr Land im Einsatz, Lewis Holtby (Infekt) ist weiterhin krankgemeldet, Aaron Hunt und Bobby Wood setzten erneut aus und arbeiteten stattdessen individuell. Jonas Behounek und Sejad Salihovic trainierten individuell auf dem Platz.

Dafür mischten wie schon am Dienstag wieder die Nachwuchsspieler Mats Köhlert (19) und Stephan Ambrosius (18) aus der U-21-Mannschaft, Tobias Knost (17) und Marco Drawz (18) aus der U-19-Mannschaft bei den Profis mit – und erstmals auch Josha Vagnoman (16). Der Verteidiger hatte bei der U-17-WM in Indien im Oktober an der Seite von Sturmjuwel Jann-Fiete Arp überzeugen können.

Das zweite Training ist für 15 Uhr angesetzt: eine Laufeinheit im Volkspark.

Nach Kühne-Ultimatum: Wie reagiert die DFL?

Hat Klaus-Michael Kühne mit seinem Ultimatum an den HSV den Bogen überspannt? Der Investor hatte am Dienstag gedroht, seine Zahlungen einzustellen, sollte die Fußball AG bei der Hauptversammlung am 18. Dezember nicht "einen von mir befürworteten, unabhängigen und kompetenten Aufsichtsrat" wählen. Zudem hatte er mehr oder weniger unverhohlen auch die Ablösung von Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt gefordert.

Der HSV und namentlich Präsident Jens Meier stehen damit vor der Frage: Ignorieren sie Kühnes Vorstoß und riskieren damit, das Finanzloch zu vergrößern? Oder gehen sie auf die Forderungen ein, womit sie den Vorstand diskreditieren würden und sich dem Ruf aussetzten, erpressbar zu sein?

Kommentar: HSV muss sich von Kühne lösen

Spätestens das würde wohl die Deutsche Fußball-Liga auf den Plan rufen. Die 50+1-Regel untersagt es den Bundesligaclubs bekanntlich, dass Investoren ungeachtet ihrer Anteile die Stimmenmehrheit an einem Verein erlangen. Bereits im August hatte die DFL eine Untersuchung wegen des Verdachts der unerlaubten Einflussnahme Kühnes eingeleitet und den Club zu einer Stellungnahme aufgefordert. Damals hatte der Milliardär in einem Interview mit dem TV-Sender Sky gesagt, er habe dem HSV in Sachen Bobby Wood zur Vertragsverlängerung geraten und zudem geäußert, er würde „André Hahn nur finanzieren, wenn ihr Wood haltet“.

Kühne hat im Sommer im Zuge einer Kapitalerhöhung des HSV seine Anteile von 17 auf 20,5 Prozent aufgestockt. Dass der Club frisches Geld benötigte, lässt auf einen Liquiditätsengpass schließen.

Schweigen im Volkspark

Die Verantwortlichen des HSV haben sich einen Tag nach Kühnes Ultimatum in Schweigen gehüllt. Weder der Vorstandsvorsitzende Bruchhagen noch Vereinspräsident Meier nahmen am Dienstag zur heftigen Attacke des 80 Jahre alten Milliardärs öffentlich Stellung. Meier hatte sich im Vorfeld der Neuwahl zum Aufsichtsrat am 18. Dezember gegen eine erneute Kandidatur des Kühne-Vertrauten Karl Gernandt ausgesprochen. Der kündigte nun via Kühne seinen Rückzug an.

Borges gewinnt erstes U17-Länderspiel

Vier Länderspiele hat Lenny Borges bislang für die U-17-Nationalmannschaft bestritten. In einer Woche könnten es schon sechs sein. Der 16 Jahre junge Nachwuchsverteidiger des HSV gehört zum Kader von DFB-Trainer Michael Prus für das Uefa-Turnier in Burton-upon-Trent. Los ging es am Mittwochabend mit einem 2:0-Sieg gegen Russland – Borges wurde nach 75 Minuten ausgewechselt. Am Sonnabend (17 Uhr) folgt das Spiel gegen Portugal, ehe zum Abschluss am Dienstag Gastgeber und Weltmeister England der Gegner ist.

„Gemäß unserem sportlichen Leitbild freuen wir uns darauf, uns bei diesem Turnier mit den besten Mannschaften zu messen“, sagt Prus. Im September hatte seine Mannschaft beim Viernationenturnier in Niederbayern gegen Italien 1:2 verloren, gegen Israel 2:1 gewonnen und gegen die Niederlande 1:1 gespielt. Das Turnier in England dient als Vorbereitung auf die zweite EM-Qualifikationsrunde im kommenden März.

Schipplocks Geburtstagswünsche

HSV-Stürmer Sven Schipplock wird an diesem Mittwoch 29 Jahre alt – und wir glauben zu wissen, was er sich wünscht: ein Tor für den HSV. Das nämlich hat Schipplock noch nicht erzielt, weder in seiner ersten Saison 2015/16 noch nach seiner Rückkehr aus Darmstadt im Sommer. Wettbewerbs- und saisonübergreifend blieb der Schwabe im HSV-Trikot in 1121 Spielminuten ohne Treffer.

Mit einem Tag Verspätung kann sich Schipplock am Donnerstag vielleicht selbst mit ein paar Toren beschenken. Im Testspiel geht es gegen den Oberligaclub SV Curslack-Neuengamme. Zeit und Ort der Partie wurden nicht bekannt gegeben.