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Fifa hört nicht auf Todt und setzt den Arp-Hype fort

HSV kämpft um Wood und Kostic. Gisdol macht Konkurrenten bei Struth-Gala wenig Hoffnung. Interessante Live-Termine für HSV-Fans.

Arp gehört das schönste WM-Tor

Die Woche fängt für Fiete Arp an, wie sie für ihn endet: Traumhaft gut! Denn nach seiner Startelf-Premiere inklusive zweitem Profi-Treffer erreichte den 17-Jährigen am Montag die nächste tolle Nachricht – bei der U-17-WM in Indien hat der Stürmer jüngst tatsächlich das schönste Tor des Turniers geschossen. Dafür stimmte der Großteil der Teilnehmer eines offiziellen Fifa-Votings.

Erzielt hatte Arp den Treffer zum 4:0-Endstand im Viertelfinale gegen Kolumbien. Dabei setzte sich der deutsche Kapitän entschieden auf der rechten Außenbahn durch, schüttelte seinen Gegenspieler ab und lupfte den Ball im Strafraum mit dem rechten Außenrist ansatzlos über den Torhüter hinweg ins Netz.

Arpropos Fiete: Furiose Wortspiele mit dem HSV-Juwel

Bei der Abstimmung setzte sich Arp gegen neun Konkurrenten durch. Auf Platz zwei wurde Tim Weah (USA) gewählt, auf Rang drei Sergio Gomez (Spanien). Der HSV selbst teilte die frohe Kunde am Montag via Twitter mit. Nach dem Spiel gegen den VfB hatte der Verein seinen Hoffnungsträger noch konsequent vor den Medienvertretern abgeschirmt.

Ob dadurch der Arp-Hype geringer wird? Am Wochenende hatte Sportchef Jens Todt noch angemahnt, den Youngster in Ruhe zu lassen. Und auch Trainer Markus Gisdol hob nach dem Stuttgartspiel den Zeigefinger und sagte: "Die Erwartungshaltung sollte nicht zu hoch schießen! Es wird zu viel Wirbel gemacht um den Burschen."

HSV will Kostic und Wood dabehalten

Die Bemühungen des HSV, Filip Kostic und Bobby Wood ihre Länderspiel-Weltreisen zu ersparen, gehen in die Verlängerung. Der Serbe Kostic flog Sonntag nach Belgrad, will dort heute mit dem Verband besprechen, ob er zu den Spielen in China (10.11.) und Korea (14.11.) reisen muss. Woods Abflug in die USA ist für Dienstag geplant, eine Entscheidung soll es heute geben.

Ebenfalls auf Länderspielreisen sind Rick van Drongelen, Gotoku Sakai, Vasilije Janjicic, Mergim Mavraj, Albin Ekdal und Kyriakos Papadopoulos. Für letztere beiden geht es gar um die WM-Tickets. Ekdal trifft mit Schweden am Freitag und Montag auf Italien, Papa muss sich mit Griechenland in zwei Spielen gegen Kroatien durchsetzen (Donnerstag und Sonntag).

Papa und Ekdal live bei RTL Nitro

Papadopoulos und Ekdal sind sogar live im Free-TV zu sehen – so sie denn aufgestellt werden. Denn der Sender RTL Nitro überträgt sowohl das Hinspiel von Papas von Michael Skibbe trainierte Griechen am Donnerstag in Kroatien als auch das Rückspiel von Ekdals Schweden am Montag in Italien.

Beide Partien beginnen um 20.45 Uhr, Beginn der Nitro-Sendung ist jeweils um 20.15 Uhr. Die Moderation übernimmt Laura Wontorra, Reporter ist Thomas Wagner, als Experte fungiert Steffen Freund, und Marco Hagemann wird die Live-Spiele kommentieren.

Todt weiß nichts von Interesse an Ekdal

Apropos Ekdal: Berichte über ein Interesse Sporting Lissabons an dem Mittelfeldspieler tut Jens Todt als Gerücht ab. "Ich weiß davon nichts, aber das ist auch unser kleinstes Problem", sagte Todt bei Sky noch vor dem Anpfiff des Stuttgartspiels.

Livestream: Netzer erzählt von Happel

Und noch ein Live-Termin für (nicht nur) die älteren HSV-Semester: Am 13. November bringt Ernst Happels Enkelin Christina Happel in Wien unter anderem Günter Netzer und Andreas Herzog an einen Tisch, um die besten Anekdoten über den einstigen HSV-Trainer zu erzählen.

Anlass ist der 25. Todestag der Legende, die den HSV zum Europapokalsieg 1983 sowie zu zwei deutschen Meisterschaften führte. 1987 verabschiedete sich Happel mit dem DFB-Pokalsieg und damit dem bis heute letzten großen Titel der Vereinsgeschichte aus der Hansestadt. Netzer hatte den Österreicher als Manager 1980 zu den Rothosen geholt.

Die Talkrunde unter dem Motto: "Mensch, Unikat, Phänomen – Anekdoten und Geschichten über Ernst Happel" wird am 13. November ab 19.45 Uhr live auf der von der Familie Happel ins Netz gestellte Facebook-Seite http://www.facebook.com/happel.ernst/ gestreamt.

Gisdol bei Struth-Gala in Köln

Am heutigen Montag ist erst einmal trainingsfrei, am Dienstag versammelt Markus Gisdol die verbliebenen Spieler dann zu zwei Einheiten im Volkspark (10 und 15 Uhr). Am Sonntag nutzte der Trainer die freie Zeit für einen Abstecher nach Köln. Bei der Gala zum zehnjährigen Bestehen der von Volker Struth gegründeten Berater-Agentur "SportsTotal" traf der 48-Jährige auf etliche Größe der Branche wie das ehemalige Manager-Schwergewicht Reiner Calmund oder die Profis Marco Reus und Lars Stindl.

Ob er sich mit Klaus-Michael Kühnes guten Bekannten Struth und Calmund auch über mögliche Transfers austauschte, ist nicht bekannt. Derzeit stehen beim HSV mit Dennis Diekmeier, André Hahn, Bobby Wood und Luca Waldschmidt vier Profis bei Sports Total unter Vertrag. "Wir haben das Beratergeschäft verändert, das ist auch unser Ziel"; sagte Top-Agent Struth.

Geäußert hat sich Gisdol indes aber zumindest über einen Konkurrenten im Abstiegskampf – und dabei dem 1. FC Köln angesichts eigener Erfahrungen mit der Last-Minute-Rettung des HSV in der vergangenen wenig Hoffnungen auf den Klassenverbleib gemacht. "Ich weiß, dass es unfassbar schwer war. Wir haben zum Glück die Kurve gekriegt. Aber ich weiß nicht, ob das so wiederholbar wäre“, sagte Gisdol.

Der HSV hatte im Vorjahr nach zehn Spieltagen wie aktuell der FC nur zwei Punkte auf dem Konto und rettete sich letztlich sogar ohne Relegation. Allerdings holte der Dino damals am elften Spieltag beim 2:2 in Hoffenheim den dritten Punkt, während die Kölner nach dem 0:3 gegen Hoffenheim am Sonntag weiterhin nur zwei Zähler haben. "Woche für Woche kämpfst du darum, überhaupt den Anschluss zu schaffen. Dafür ist eine herausragende Leistung erforderlich“, sagte Gisdol.

Ständchen für Grünkohlkönig Seeler

1996 war Uwe Seeler nicht nur HSV-Präsident, sondern auch Grünkohlkönig im Kreisfußballverband Osnabrück-Land. Zum Geburtstag der Hamburger Ikone erinnerten sich die Freunde des damaligen Mitregenten Jochen Pohlmeyer, 80, an diesen Umstand und initiierten ein Treffen mit "Uns Uwe".

Und so wurde dieser am Vortag seines 81. Geburtstages von Ehefrau Ilka in die Norderstedter Gastsätte La Veranda chauffiert, um dort mit den niedersächsischen Fans und Freunden zusammenzukommen. Neben netten Worten brachte die sieben Mann starke Delegation dem bevorstehenden Jubilar dann auch noch ein Ständchen mit Schifferklavier-Begleitung dar.

Seeler nahm die Geste dankend an, während es für einige der Sänger das erste Treffen mit ihrem Idol und somit ein unvergessliches Erlebnis war. Noch besser wurde es anschließend im Volksparkstadion – dort erlebte die glückliche Truppe den 3:1-Sieg des HSV gegen den VfB Stuttgart.

Arp ist der "Spieler des Spiels"

Der Hype um Fiete Arp ist allgegenwärtig, natürlich spielt auch das Abendblatt mit. Aber was bleibt auch anderes übrig bei einem solch furiosen Bundesligastarts eines erst 17-jährigen Stürmers mit zwei Treffern in seinen ersten drei Einsätzen? Und so gab es von unserer Reaktion nach dem Sieg gegen Stuttgart für Arp zum zweiten Mal in Folge die Bestnote 1.

Die User sehen es ähnlich: Mit einem Notenschnitt von 1,3 steht Arp nach 580 abgegebenen Bewertungen (Stand: Montag, 10 Uhr) klar an der Spitze vor Co-Youngster Tatsuya Ito (1,9) und Filip Kostic (2,0). Auch der Kicker kürte Arp mit einer 2,0 zum "Spieler des Spiels" und nahm ihn sogar in die "Elf des Tages" auf – und auf dem offiziellen DFL-Portal bundesliga.de war ein Arp-Bericht auch am Montag noch der meistgelesene Artikel.

Burnic sah zweitschnellstes Gelb-Rot

Neben Arp machte am Sonnabend auch Dzenis Burnic von sich reden, allerdings in einer ihm unliebsamen Art und Weise. Der Stuttgarter flog bereits in der 13. Minute mit Gelb-Rot vom Platz – für viele Beobachter eine Schlüsselszene des Spiels. Erst einmal in der Bundesligageschichte sah ein Profi noch früher die Ampelkarte: Hannovers Mame Diouf in der Saison 2013/14 gegen Hoffenheim.

HSV schaltet Jubiläums-Anzeige

Der HSV wiederum schrieb positive Schlagzeilen – und das sogar im wörtlichen Sinn: Nach dem 500. Heimsieg seiner Bundesligageschichte schaltete der Verein in der "Bild"-Zeitung am Montag gleich eine ganzseitige Anzeige mit Riesen-Raute, um sich darüber bei seinen Sponsoren und Anhängern für die Unterstützung zu bedanken.

Die Anzeige brauchte lange für ihr Erscheinen. Denn die erste Gelegenheit auf den 500. Heimsieg wurde bereits am 8. September durch ein 0:2 gegen RB Leipzig vergeben. Danach folgten Heimpleiten gegen Dortmund und Bayern, zwischendurch eine Nullnummer gegen Werder Bremen. Das Warten auf das Jubiläum dauerte somit acht Wochen.

Bilder vom Sieg gegen Stuttgart:

HSV schleppt sich zu den Hundertern

In den jüngsten Jahrzehnten brauchte der Dino tatsächlich immer länger für 100 Heimsiege. Für die ersten 100 Erfolge in ihrer Bundesliga-Geschichte benötigten die Hanseaten elf Jahre. Die nächsten 100 Erfolge dauerten nur gut acht Jahre. Dann folgten rund neun und 12,5 Jahre. Schließlich benötigte das Fußball-Team gut 13,5 Jahre. Randnotiz: Vier der fünf Jubiläums-Erfolge feierte der HSV gegen Clubs aus dem Südwesten.

Guerrero: Koka-Tee Schuld an Doping-Sperre?

Nach dem positiven Dopingtest bei Ex-HSV-Stürmer Paolo Guerrero macht dessen Anwalt eine in Koka-Tee enthaltene Substanz dafür verantwortlich. Das berichtete das Portal "O Globo". Bei einem Test nach dem WM-Qualifikationsspiel im Oktober gegen Argentinien (0:0) soll bei Perus Kapitän die Substanz Benzoilecgonin festgestellt worden sein, die auch in Kokain enthalten ist.

Der Genuss von Tee mit Kokablättern hat in den Anden lange Tradition, auch das Kauen der Blätter. Zugleich habe Anwalt Bichara Neto unter Verweis auf Guerrero betont, dass der 33-Jährige gar keinen Koka-Tee getrunken, aber Medikamente wegen einer Grippe genommen habe. Womöglich handele es sich um eine Verunreinigung.

Die Fifa hat Guerrero (37 Treffer für den HSV in 134 Bundesligaspielen) vorläufig für 30 Tage gesperrt. Damit kann Guerrero, der aktuell für Flamengo Rio de Janeiro spielt, nicht an den entscheidenden Playoff-Spielen von Peru am 10. und 15. November gegen Neuseeland teilnehmen. Dort könnten die Südamerikaner erstmals seit 1982 ein WM-Ticket lösen.

Witthöft bekennt sich zum HSV

Da bekennt sich eine zu ihrer Stadt: Tennisprofi und Lokalmatadorin Carina Witthöft verfolgte den Sieg gegen Stuttgart auf Einladung des HSV von der Tribüne des Volksparkstadions aus. "Als Hamburgerin bin ich natürlich HSV-Fan", sagte die 22 Jahre alte Nummer 51 der Weltrangliste.