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Wolfsburg-Coach Andries Jonker lacht wegen Nicolai Müller

Und ein Ex-HSVer schießt gegen den Topscorer. Auswärtstrikot geleakt. Weiterer Testspieltermin. Mavraj frotzelt gegen Papadopoulos.

Mavraj über "Papa" und die neue Saison

Nach dem ersten Training der Woche stellte sich Mergim Mavraj in den Katakomben des Volksparkstadions den Medienvertretern. Er habe noch nie so lange Urlaub gehabt wie in diesem Jahr, sagte der der albanische Nationalspieler, der am Wochenende wieder zur Mannschaft gestoßen war.

Die Zeit habe er genutzt, um runterzukommen. Nach sechs Monaten "Wohlfühloase" beim 1. FC Köln sei das darauffolgende Halbjahr in Hamburg "ein hartes Stück Arbeit" gewesen.

Seinen zwischenzeitlichen verletzungsbedingten Ausfall im Abstiegskampf bezeichnete der 31-Jährige als "blödes Gefühl", sagte aber auch: "Auf der letzten Felge bin ich nicht gefahren."

In der Mannschaft sei nun vorerst der "Geist der Müdigkeit" zu spüren, sagte Mavraj. In den ersten drei Wochen gehe es in erster Linie um die Fitness.

Im zweiten Trainingslager in Leogang werde es ab Sonnabend auch darum gehen, sich teamintern besser kennenzulernen. "Danach kann man Rückschlüsse ziehen, ob die Mannschaft funktioniert und ob man sich versteht oder nicht."

Er rechne wieder mit einer harten Saison. "Wir werden wieder kämpfen müssen. Es gibt einige Menschen in der Bundesrepublik, die uns den Abstieg wünschen", sagte Mavraj. "Es ist etwas Schönes, diesen Leuten das Gegenteil zu beweisen."

Ein ruhigeres Jahr als in der Vorsaison einzufordern, sei jedoch die eine Sache. "Aber dafür muss man knallhart analysieren, was schiefgelaufen ist", sagte Mavraj. "Ich glaube, die Verantwortlichen haben das getan." Deshalb füge sich jeder Spieler dem Plan des Vereins.

Über Kyriakos Papadopoulos ("Er hat mit seinem Verbleib alles richtig gemacht") sagte der Innenverteidiger mit einem Augenzwinkern: "Als sein Mitspieler ist es nicht immer schön, aber man freut sich immer, einen starken Partner an seiner Seite zu haben wie 'Papa'."

Mergim Mavraj spricht über die neue HSV-Saison
Mergim Mavraj spricht über die neue HSV-Saison
Video: abendblatt.tv

Jonker lacht beim Namen Nicolai Müller

Das Interesse des VfL Wolfsburg an Nicolai Müller ist verbrieft. Ebenso deutlich hat allerdings auch der HSV klargemacht, seinen erfolgreichsten Scorer der vergangenen beiden Runden über das Vertragsende am 30. Juni 2018 hinaus halten zu wollen.

Als weiteres Zeichen der Wertschätzung übertrug Trainer Markus Gisdol dem Offensivmann am Sonnabend beim Benefizspiel in Buchholz sogar erstmals die Verantwortung als Spielführer.

Rund 850 Kilometer weiter südlich wurde derweil Wolfsburgs Coach Andries Jonker noch einmal mit dem Namen Müller konfrontiert. "Würde Ihnen dieser Spieler gefallen?", fragte die Deutsche Presse-Agentur.

Jonkers vielsagenende Antwort, die er mit einem Lachen abschloss: "Das ist ein interessanter Spieler, wie unser Sportdirektor Olaf Rebbe sagt. Das ist doch eine wunderbare Aussage, oder?"

Benefizspiel für Familie Kraus:

Uwe Bein kritisiert Müller

Während Müller HSV-intern hohes Ansehen genießt, sieht ein ehemaliger Hamburger Profi die Entwicklung des Mittelfeldspielers äußerst kritisch.

"Er hat immer noch Riesenpotenzial, keine Frage, aber er hat es bisher in Hamburg nie abrufen können. Woran das liegt, weiß nur er", antwortete Uwe Bein in einem Interview des Sportwetten-Portals Bwin.com auf die Frage, ob Müller den Absprung wagen solle.

"Ich sehe ihn als gutes Beispiel dafür, dass beim HSV einiges im Argen liegen muss. Sowohl im Verein als auch in der Mannschaft", sagte Bein weiter. "Er ist nach Hamburg gekommen, und seine Entwicklung stagniert im Grunde genommen."

In der kommenden Saison rechnet Bein, der zwischen 1987 und 1989 insgesamt 55 Bundesligaspiele für den HSV bestritt (22 Tore), erneut mit Abstiegskampf.

"Wenn man vier Jahre lang um den Abstieg bettelt und sich jedes Mal nur mit sehr viel Glück rettet, muss ja viel falsch laufen im Verein. Ich bin gespannt, ob das nächstes Jahr besser wird, vorstellen kann ich es mir nicht", sagte Bein.

Das stete Kellerdasein des Dinos empfindet der Weltmeister von 1990 als "sehr verwunderlich, weil der HSV finanzielle Mittel zur Verfügung hat, die viele andere Vereine nicht haben".

Von dem wiederholt formulierten "Anspruch auf die internationalen Plätze" sei der Verein nach Einschätzung Beins derzeit "meilenweit entfernt".

Bis zu sieben Millionen Euro für Denswil?

Auf der Suche nach einem neuen Innenverteidiger ist der HSV offenbar fündig geworden. In den nächsten Tagen soll der Niederländer Stefano Denswil unter Vertrag genommen werden.

Der 24 Jahre alte Juniorennationalspieler stammt aus der Schule von Ajax Amsterdam, steht aber beim belgischen Spitzenclub FC Brügge noch bis 2020 unter Vertrag. Der HSV müsse deshalb rund sechs bis sieben Millionen Euro Ablöse aufbringen.

Sportchef Jens Todt bestätigte lediglich, dass er den Kreis der Wunschkandidaten für Neuverpflichtungen mit Trainer Markus Gisdol im Trainingslager in Rotenburg (Wümme) noch einmal "eingegrenzt" habe.

Neben einem Innen- soll auch noch ein Linksverteidiger kommen. Wünschenswert wäre laut Todt, wenn die Mannschaft bis zum Aufbruch ins zweite Trainingslager in Leogang (Österreich) am Sonnabend "annähernd komplett" sei.

Neues Auswärtstrikot geleakt

Das Heimtrikot wurde am vorvergangenen Wochenende präsentiert, zum Volksparkfest am 6. August soll das neue Auswärtstrikot folgen. Ein erstes Bild des Shirts macht nun allerdings schon über das Portal Footyheadlines.com die Runde.

Demnach soll die künftige Version in Dunkelblau ("Dark Marine") daherkommen, als Clou ist die HSV-Raute auf der Vorderseite mehrfach stilisiert. Hose und Stutzen sollen in hellerem Blau ("Mystery Blue") gehalten sein.

Dass die Bundesliga-Profis das pinkfarbene Trikot in unveränderter Form als Ausweichtrikot behalten, hatte der HSV dem Abendblatt bereits bestätigt.

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Erneuter Test gegen NTSV Strand

Der HSV hat ein weiteres Testspiel vereinbart – allerdings erst für die erste Länderspielpause in der kommenden Saison. Am Mittwoch, den 30. August geht es in Timmendorf gegen den NTSV Strand (18 Uhr, Strand-Arena).

An den Sechsten der Schleswig-Holstein-Liga (Oberliga) hat der HSV nicht die allerbesten Erinnerungen: Im vergangenen August stand die damalige Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia beim 2:2 (Torschützen: Holtby und Waldschmidt) am Rande einer Niederlage.

Bahouis Abgang steht bevor

Nabil Bahoui steht endgültig vor einem Wechsel zu den Grasshoppers Zürich in die Schweiz. "Es bewegt sich etwas, eine Einigung ist denkbar“, sagte Sportchef Jens Todt am Sonntag. Durch den Verkauf des schwedischen Nationalspielers könnte auch der Gehaltsetat entlastet werden.

Zu den weiteren Verkaufskandidaten Aaron Hunt und Pierre-Michael Lasogga sagte Todt dagegen: "Uns liegen derzeit weder Angebote noch Anfragen für unsere Spieler vor."

Gouaida und Altintas bei der U21

Derweil erhält Mohamed Gouaida so lange Unterschlupf bei der U21, bis er einen neuen Verein gefunden hat. So lief der Tunesier auch am Sonnabend beim Testkick der Regionalligamannschaft im Rahmen der Umkleidehaus-Einweihung in Ochsenzoll auf, der allerdings mit einem enttäuschenden 0:0 gegen Neu-Oberligist HSV III endete.

Weiterhin auf der Suche ist auch noch Stürmer Batuhan Altintas, dessen Transfer zu Zweitligist Erzgebirge Aue sich zuletzt zerschlagen hatte. Nun kehrt der Türke vorerst nach Hamburg zurück, soll hier genau wie Gouaida mit der Zwoten trainieren. Weil es Pro­bleme mit dem Visum gab, wird sich die für Sonntag geplante Ankunft in Hamburg um einige Tage verzögern.

Gisdol belasten Vergleiche mit Erfolgsära

Markus Gisdol empfindet Vergleiche mit der großen HSV-Vergangenheit als Belastung für das aktuelle Team. "Die alten Zeiten und frühere Erfolge sollten nicht dazu führen, dass man ständig zu hohe Erwartungen an den HSV hat. Man muss der Tatsache ins Auge sehen, dass der Verein an Boden verloren hat", sagte Gisdol der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Zu kritisieren, dass der Verein die Erfolgsspur früherer Tage verlassen hat, ist insofern ungerecht diesen Spielern und Verantwortlichen gegenüber", führte der 47-Jährige weiter aus. Nach dem Abstiegskampf der vergangenen Jahre müsse man nun "Schritt für Schritt Stabilität zurückgewinnen. Es ist ganz schnell etwas zerstört. Aber es wieder aufzubauen ist schwierig."

Gisdol nimmt Kühne in Schutz

Zudem verteidigte Gisdol das in der Öffentlichkeit teilweise kritisch gesehene Engagement von Investor Klaus-Michael Kühne. "In meinen Augen entspricht sein Bild in der Öffentlichkeit nicht der Realität. Für den Verein ist dieser Mann mit seinem großen HSV-Herzen ein ganz großes Gut, das es zu pflegen gilt", sagte der Trainer.

Der Einfluss Kühnes im Club sei nicht unverhältnismäßig: "Er hat nicht ein einziges Mal Forderungen gestellt oder gesagt, dieses oder jenes erwarte ich. Er stellt Mittel zur Verfügung und möchte dann unterrichtet werden, wie der Stand der Dinge ist. Das halte ich für legitim."

"Uns Uwe" kann nicht mehr viel spazieren

Uwe Seeler muss nach einem Autounfall und zwei Operationen einige körperliche Einschränkungen hinnehmen. "Seitdem kann ich nicht mal mehr lange spazieren gehen. Aber wenn es einem ansonsten gut geht, kann man das ertragen", sagte der 80-Jährige im Abendblatt-Interview, nachzulesen hier.

Midtjylland klärt bei van der Vaart auf

Was macht eigentlich Rafael van der Vaart? Das fragen sich womöglich nicht nur einige HSV-Fans, sondern vor allem auch die Anhänger des FC Midtjylland. Dort steht der Niederländer noch immer unter Vertrag (bis 30. Juni 2018), doch im Kader fehlte der 34-Jährige zuletzt.

So verpasste der Spielmacher unter anderem auch den 4:2-Auswärtssieg seiner Mannschaft in der vergangenen Woche beim von Thomas Doll trainierten ungarischen Club Ferencvaros Budapest in der Qualifikation zur Europa League.

Jetzt klärte der dänische Erstligist auf: Van der Vaart, seit dem 23. Juni Vater einer Tochter, sei noch verletzt. Auf genauere Angaben verzichtete der Club bei seiner Antwort auf Facebook allerdings.

Gespielt hat van der Vaart seit seinem Wechsel nach Dänemark wenig, bei einem Großteil der Fans scheint das Ende der Geduld erreicht. Womöglich nicht zuletzt auch durch Aussagen van der Vaarts im niederländischen "Telegraaf".

Dort hatte der frühere HSV-Kapitän kürzlich gestanden, wie schwer es ihm falle, sich für Spiele vor mitunter nur 800 Zuschauern zu motivieren. "Es ist schrecklich", wurde van der Vaart unter anderem zum dänischen Fußball zitiert.