HSV-Splitter

Ablöse von Papadopoulos: HSV und Leverkusen nähern sich an

HSV holt Hoffenheimer Talent. Milde Strafe nach Pyro-Eklat. Pollersbeck nimmt EM-Pannen mit Humor. Familienzuwachs bei Diekmeier.

Völler: "Bewegung" in Verhandlungen um Papa

Nehmen die Verhandlungen über Kyriakos Papadopoulos eine Wendung? Zunächst hieß es, die Ablöseverstellungen gingen (zu) weit auseinander. Doch nach einem erneuten Gespräch mit HSV-Chef Heribert Bruchhagen sagte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler laut "Bild": "Es ist Bewegung reingekommen. Wir versuchen, eine Lösung zu finden." Papadopoulos hat noch bis 2020 einen Vertrag bei Bayer, Sportchef Jens Todt will den Innenverteidiger aber zur kommenden Saison verpflichten. Finanziert würde der Transfer durch HSV-Investor Klaus-Michael Kühne.

Ein Neuer für die "Zwote"

Für den HSV-Nachwuchs ist die Sommerpause bereits beendet. Am Montag hieß es: Ohrläppchen für die Laktatmessung hinhalten und auf zur ersten Trainingseinheit in der Vorbereitung auf die Regionalligasaison.

Neu im U-21-Team dabei ist Moritz-Broni Kwarteng. Der 19 Jahre alte Offensivspieler kommt aus der A-Jugend der TSG 1899 Hoffenheim, für die er in der abgelaufenen Bundesligasaison in 19 Spielen dreimal traf. „Wir sind mit Moritz in der Offensive jetzt noch flexibler aufgestellt. Er ist jung, ehrgeizig und lernwillig. Wir freuen uns daher sehr, dass Moritz sich für uns entschieden hat“, sagte Dieter Gudel, Leiter der HSV-Nachwuchsleistungszentrums.

25.000 Euro Geldstrafe für Rauchbomben

Der HSV wird wegen des Fehlverhaltens einiger Fans erneut zur Kasse gebeten. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat die Hamburger wegen unsportlichen Verhaltens seiner Fans mit einer Geldstrafe von 25.000 Euro belegt. Zudem droht dem Bundesliga-Dino "bei erneuten schwerwiegenden oder vermehrten Vorkommnissen im Stadion" neben einer Geldstrafe auch ein teilweiser Zuschauerausschluss.

Kurz nach Anpfiff der Bundesligapartie gegen Darmstadt 98 am 22. April hatten Fans im HSV-Block Rauchbomben und Knallkörper gezündet, das Spiel musste aufgrund starker Rauchentwicklung für etwa zweieinhalb Minuten unterbrochen werden. Der HSV hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

Pollersbeck nimmt Pannen mit Humor

Erst stellte ihn die Uefa als "Jannik" vor, dann patzte er zweimal böse bei Abschlägen: Der vom HSV heftig umworbene Torhüter Julian Pollersbeck erlebte bei der U-21-EM einen Start zum Vergessen, reagierte aber mit Humor. "Den Zuschauern sollte eben nicht langweilig werden. Nein, Spaß beiseite: Das ist natürlich Mist. Im nächsten Spiel bin ich besser gewappnet", sagte der Schlussmann nach dem 2:0 (1:0) gegen Tschechien in Tychy.

Pollersbeck hatte zweimal bei Abschlägen den Gegenspieler getroffen, beide Fehler blieben ungestraft. "Ich hatte ein paar Schutzengel. Ich hatte drei Gedanken auf einmal im Kopf, und dann kommt so was raus", sagte der 22-Jährige von Zweitligist 1. FC Kaiserslautern und gestand ein: "Das darf nicht sein, das muss ich besser lösen."

Auf dem offiziellen Spielberichtsbogen und auch vom Stadionsprecher wurde Pollersbeck zudem als "Jannik" vorgestellt. "Das habe ich mitbekommen. Jannik und Julian, das kann man schon mal verwechseln. Aber das ist mir ehrlich gesagt egal", sagte der Torhüter des 1. FC Kaiserslautern. Von seinen Vorderleuten erhielt Pollersbeck schon während seines erst dritten U-Länderspiels viel Zuspruch. "Ich hab ihm gesagt, dass er locker bleiben soll. Wir stehen alle hinter ihm. Es kann passieren, was will, wir bügeln jeden seiner Fehler aus", sagte Kapitän Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): "Und dann war wieder alles gut. Die eine oder andere Parade war sehr wichtig für uns."

Diekmeier erwartet Familienzuwachs

Im Haus von Dennis Diekmeier dürfte es bald ein neues Familienmitglied geben. Der HSV-Profi veröffentlichte bei Instagram ein Video, in dem auf dem Bauch seiner Frau Dana mit Sonnenmilch "DD 6" geschrieben steht, und versah den Post mit den Hashtags "Superhappy" und "Wearefamily".

Hintergrund: Wie die Eltern haben auch alle drei Kinder in der Familie die Initialen DD: Delani (2010 geboren), Dion (2014) und Dalina (2016). Herzlichen Glückwunsch!

Ben-Hatira: "Man wollte meine Karriere zerstören"

Der frühere HSV-Profi Änis Ben-Hatira ist nach eigenen Angaben nach seiner Trennung vom Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 anonym bedroht worden. "Man wollte meine Karriere zerstören, aber ich wollte mich nicht erpressen lassen", sagte der 28-Jährige in einem Interview mit der "Hamburger Morgenpost".

Die Hessen hatten ihren Vertrag mit dem Tunesier aufgelöst, nachdem bekannt geworden war, dass der Mittelfeldspieler die umstrittene Hilfsorganisation Ansaar International finanziell unterstützt. Der Verein wird vom Verfassungsschutz als extremistisch-salafistisch eingestuft. Ben-Hatira steht zu seinem Engagement: "Ich lebe in Deutschland und will keine Terroraktionen. Würde ich nur zu einem Prozent denken, dass sie etwas damit zu tun haben, würde ich mich sofort hinstellen und sagen: Stopp, halt, ich habe einen Fehler gemacht."

Auch sein damaliger Arbeitgeber, so der gebürtige Berliner weiter, sei extrem unter Druck gesetzt worden: "Darmstadt 98 konnte damit auf Dauer nicht umgehen. Vielleicht hätte ein etwas größerer Verein dieser Situation standgehalten."

Ben-Hatira stand in der Rückserie der abgelaufenen Saison beim türkischen Erstliga-Absteiger Gaziantep unter Vertrag. Wegen noch ausstehender Gehaltszahlungen könnte es zwischen dem Spieler und dem Club noch zu einer juristischen Auseinandersetzung kommen. Für den HSV lief Ben-Hatira zwischen 2007 und 2011 in 29 Bundesligaspielen auf.

Demirbay vermisste Rückhalt

Vom HSV wurde Kerem Demirbay vor einem Jahr aussortiert. Jetzt spielt er für die TSG 1899 Hoffenheim – und für die Nationalmannschaft. „Das vergangene Jahr lief wie im Traum“, sagte der Offensivmann in einem Interview mit dem „Kicker“. Ein wenig Verbitterung über den erzwungenen Abgang klang bei Demirbay allerdings noch durch: „Ich hätte mir vom HSV mehr Rückhalt gewünscht. Aber ich bin glücklich über den anderen Weg, den ich genommen habe.“

Die Hamburger Trainer Mirko Slomka und Bruno Labbadia hatten für Demirbay keine Verwendung, der 23-Jährige nahm den Umweg über die Zweite Liga. „Ich wurde nicht so behandelt, wie ich es mir gewünscht hätte“, sagte Demirbay.

In Hoffenheim hat er sein Glück gefunden. „Es ist sicher, dass ich in Hoffenheim bleibe. Ich fühle mich unheimlich wohl und werde definitiv in der kommenden Saison dort spielen“, sagte Demirbay, der einen Vertrag bis Juni 2021 besitzt.

Hat der HSV Hoogma verschlafen?

Demirbay könnte nicht der einzige Hoffenheimer sein, dessen Name die HSV-Oberen in die Tischkante beißen lässt. Laut dem früheren Hamburger Stürmer Erik Meijer hat der HSV die Verpflichtung des niederländischen Abwehrtalents Justin Hoogma (19) von Heracles Almelo verschlafen.

„Der HSV und seine Scouts hätten ihn auf dem Zettel haben müssen!“, sagte Meijer (47) der „Hamburger Morgenpost“. Durch die Verbindung zu Hoogmas Vater Nico, der einst Kapitän des HSV war und jetzt Almelo managt, hätte der HSV im Poker gute Karten gehabt. „Schade, da hat der HSV eine große Chance verpasst“, sagte Meijer. Hoffenheim hatte vergangene Woche Justin Hoogma verpflichtet.

Wood hat geheiratet

Erst René Adler, jetzt Bobby Wood: Auch der HSV-Stürmer hat am Wochenende geheiratet. Seiner Freundin Ditte Bonde Harup gab er am Sonntag in deren dänischer Heimat das Jawort. Bei Instagram hat Wood einige Schnappschüsse zur Schau gestellt.

HSV-Spielmacher Aaron Hunt brachte unterdessen seinen früheren Wolfsburger Mitspieler Daniel Caligiuri (jetzt Schalke 04) unter die Haube.