HSV-Splitter

Calmund spottet wegen Transfer – Effenberg im Zwiespalt

Matz ab nach dem Spiel gegen Schalke
Video: abendblatt.tv
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Experte lobt Holtby und Fans. Adler filmt den Block. Braunschweig angeknackst in Relegation? Lasogga schaut bei St. Pauli vorbei.

Hoffnung bei Müller, Hunt und Ekdal

Vor dem trainingsfreien Montag kamen die Reservisten, zu denen auf Schalke zunächst auch Pierre-Michel Lasogga gehörte, am Sonntag noch einmal am Volkspark zusammen. Mit dabei war auch der zuletzt grippekranke und auf Schalke gelbgesperrte Mergim Mavraj, der gegen Wolfsburg ebenso eine Alternativ sein soll wie Nicolai Müller.

Ob es für Aaron Hunt nach seiner Oberschenkelzerrung für das Abstiegsduell gegen den VfL Wolfsburg am Sonnabend (15.30 Uhr, Liveticker auf abendblatt.de) reicht, muss ebenso abgewartet werden wie bei Albin Ekdal. Der Schwede soll nach seinem Muskelbündelriss am Dienstag ins Mannschaftstraining einsteigen.

Lasogga schaut bei St. Pauli vorbei

Nach dem Training am Sonntag unternahm Pierre-Michel Lasogga einen Abstecher ans Millerntor. Dort verfolgte er von der Tribüne aus das letzte Heimspiel von St. Pauli, das der Stadtrivale mit einem 1:1 gegen Fürth beendete.

Braunschweig als angeknackster Dritter?

Sollte es den HSV am Ende doch erneut in die Relegation verschlagen, wartet dort womöglich ein äußerst angeknackster Gegner. Denn nach dem vorletzten Spieltag sieht alles danach aus, als sollte EiIntracht Braunschweig auf Rang drei einlaufen. Oder besser: einkriechen.

Denn die "Löwen" gaben sich beim 0:6 (0:2) bei Abstiegskandidat Arminia Bielefeld sang- und klanglos geschlagen. Vom Viertplatzierten Union Berlin (0:1 gegen Heidenheim) ist Braunschweig zwar nicht mehr einzuholen, doch Platz zwei scheint in dieser Verfassung auch kaum mehr vorstellbar.

Auf die Konkurrenten Stuttgart und Hannover hat die Eintracht vor dem letzten Spieltag je drei Punkte sowie zehn (VfB) respektive sechs (96) Tore Rückstand. Am 34. Spieltag spielt Stuttgart gegen Würzburg, Hannover in Sandhausen und Braunschweig zuhause gegen Schlusslicht Karlsruher SC.

Lobhudelei für Lasogga

Erste Torbeteiligung überhaupt in dieser Saison, erster Bundesligatreffer seit seinem Doppelpack im Nordderby gegen Werder Bremen am 22. April des vergangenen Jahres – auf den Ausgleichsschützen Pierre-Michel Lasogga prasselte angesichts der beendeten Leidenszeit jede Menge Lob ein.

So auch von Jens Todt. "'Laso' haut sich immer rein – egal, wie die Situation für ihn ist. Das hat er heute wieder bewiesen und das freut mich sehr", sagte der Sportchef. Zum kuriosen Billard-Ausgleich sagte er: "Er wummelt ihn rein. Aber es ist völlig egal, wie der Ball reingeht, wir haben uns das redlich verdient", befand Todt. "Wer das bestreitet, der sagt die Unwahrheit."

"Es freut mich riesig für Pierre, dass er dann das Tor macht", sagte Dennis Diekmeier über Bankdrücker Lasogga. "Wir wissen, dass er ein überragender Stürmer ist, das zeigt er immer im Training. Heute ist er da und hat glaube ich eines der wichtigsten Tore der Saison geschossen." Es könne sogar eines der wichtigsten in der HSV-Geschichte werden.

HSV in der Einzelkritik

Überhaupt sei auch die Bank "voll da", was für den Zusammenhalt der Mannschaft spreche. "Es ist momentan einfach super bei uns, dass jeder für jeden da ist." Am Seitenrand habe sich jeder "riesig" gefreut für Lasogga. "Wir wissen, was Pierre kann", wiederholte Diekmeier. "So funktionieren Mannschaften", sagte Trainer Markus Gisdol am Sonntag über Lasoggas Reaktion.

Lasogga will den Fans etwas zurückgeben

Und was sagt Lasogga selbst? "Ich bin überglücklich, dass ich das Tor noch geschossen habe", so der Stürmer, der aber eher den Blick von sich selbst ab- und stattdessen der kommenden Aufgabe zuwenden wollte. "Somit erhalten wir die Chance, in der nächsten Woche direkt in der Liga zu bleiben."

"Es war eine Sch...-Zeit für mich und ich bin stolz, dass ich nie aufgegeben habe und Lewis (Holtby/Anm.d.Red.) mir heute das Tor aufgelegt hat." Über seinen Torerfolg, für den er sich selbst anschoss, sagte er: "Ich habe auch gemerkt, dass ich ihn mit links und rechts getroffen habe. Aber Hauptsache, der Ball ist über die Linie gegangen. Damit habe ich in dieser Situation glaube ich alles richtig gemacht."

Anschließend spurtete Lasogga in die gegenüberliegende Ecke zu den mitgereisten Fans, um den Treffer zu feiern. "Ich hatte ein Sch... Jahr, aber ich hatte immer das Gefühl, dass sie hinter mir gestanden haben", sagte er zur Motivation seines Jubel-Sprints. "Heute konnte ich ihnen wieder etwas zurückgeben."

"Er hat den Dank weiter gegeben an die HSV-Fans, das war pure Freude", meinte Stefan Effenberg zu dieser Szene. Nach diversen Rückschlägen und Verletzungspausen derart zurückzukommen, sei eine große Leistung, sagte der "Sky"-Experte zu Lasogga.

Die Bilder des Spiels:

Effenberg lobt Holtby und die Fans

Wie Lasogga hatte aber auch Effenberg den Vorbereiter des Ausgleichstreffers nicht vergessen und an Lewis Holtby dafür ein imaginäres Sternchen vergeben. "Weil er den Körper reinlegt, dann den Kopf hochnimmt und Lasogga bedient. Das hat er ganz fantastisch gemacht", urteilte der "Sky"-Experte.

HSV-Spiel von schweren Krawallen überschattet

"Wahnsinn, aufgrund der zweiten Halbzeit hat sich der HSV den Punkt verdient. Sie haben nicht aufgegeben, sind immer besser ins Spiel gekommen und man hat gemerkt: sie wollen", sagte Effenberg. Auch den Fans sprach der gebürtige Hamburger ein "Riesenkompliment" dafür aus, dass sie ihr Team immer wieder unterstützt hätten.

Adler filmt den Fanblock

Unter den 6000 Hamburger Unterstützern in der Schalker Arena befand sich auch René Adler. Begeistert von der Atmosphäre im Gästeblock filmte der verletzte Torhüter diesen von der Haupttribüne aus und stellte das Video anschließend mit den aufmunternden Worten "Hurra, hurra, die Hamburger sind da" und blauem Herzchen auf seine Facebookseite.

Lasogga besiegt Wolfsburg im Fäkal-Duell

Was für eine Sch...-Zeit. Die böse Vokabel hat im Abstiegskampf-Endspurt jedenfalls Hochkonjunktur. Perfektioniert hat die Verwendung des "Sch"-Wortes jedenfalls Pierre-Michel Lasogga, der nach Spielende im "Sky"-Interview gleich dreimal das verpönte Adverb in den Mund nahm.

Nicht ganz heran an diese Frequenz kam Wolfsburgs Trainer Andries Jonker, der nach der Unwetter-Unterbrechung des Spiels gegen Gladbach (1:1) von "Riesen-Sch..." vor Blitz und Donner im Allgemeinen sprach und davon, dass diese Zwangspause für seine Mannschaft "Sch..." gewesen sei.

Calli und Effe prognostizieren Platz 16

Auch Reiner Calmund sind Kraftausdrücke durchaus vertraut. Zur Situation im Tabellenkeller sagte der Vertraute des HSV-Mäzens Klaus-Michael Kühne am Sonntag im Sport1-"Doppelpass": "Ich gönne das niemandem. Da findest du keine Ruhe mehr, das ist sch..."

Im Duell HSV gegen Wolfsburg sieht Calmund den Vorteil bei den Gästen, da sich der VfL wunderbar aufs Kontern verlegen könne: "Ich tippe mal, dass der HSV in die Relegation gehen muss."

Diese Tendenz spürt auch Stefan Effenberg, der sich bei dem direkten Abstiegs-Endspiel allerdings in der Zwickmühle sieht. "Für mich ist es schwer. Ich bin in Hamburg geboren, habe in Wolfsburg gespielt. Da werde ich keinen Tipp abgeben." Er wolle zwar dem HSV die Daumen drücken, aber: "Mich da festzulegen, da komme ich in Teufelsküche in Hamburg."

Calmund lästert wegen Demirbay-Transfer

Im "Doppelpass" plauderte Calmund auch noch ein wenig aus dem Nähkästchen. So gab er eine Ansicht Peter Hermanns zu Kerem Demirbay weiter, den er nach seinem kurzen Intermezzo als Hamburger Co-Trainer (Frühjahr 2015) bei Fortuna Düsseldorf trainerte.

"Peter Hermann hat mir gesagt: 'Großer Fehler, diesen Spieler nicht zu nehmen. Er ist mannschaftsdienlich, er spielt, er ist torgefährlich, er bereitet Tore vor"", zitierte Calmund. Letztlich sei Demirbay, den der HSV im vergangenen Sommer für 1,7 Millionen Euro nach Hoffenheim ziehen ließ, einer der besten Transfers dieser Saison gewesen.

"Da muss ich mich fragen: Mensch, das war doch schon eurer Spieler. Jetzt gebt ihr den für 1,7 ab und kauft welche für zehn Millionen, die den Möbelwagen nicht treffen", sagte Calmund.

Diekmeier kündigt "überragendes Spiel" an

Dennis Diekmeier ist vor dem "Mega-Endspiel" gegen Wolfsburg nicht bange. "Wir wissen, zuhause sind wir eine Macht. Wenn wir so auftreten wie in den Spielen gegen Hoffenheim oder Leverkusen, dann sind wir voll da mit unseren Fans im Rücken. Dann bin ich sicher, dass wir gewinnen und ein überragendes Spiel abliefern", sagte Diekmeier bei "Sky".

"Ich hoffe natürlich, dass wir nächste Woche wieder alles reinlegen", sagte Pierre-Michel Lasogga. "Wir haben heute ein super Auswärtsspiel gemacht. Wenn wir so nächste Woche gegen Wolfsburg spielen, dann bleiben wir direkt in der Klasse."

Gisdol wiederum beschwichtigte: "Wir sind noch nicht durch, wir haben uns nur ein Endspiel besorgt." Es sei wichtig, die Situation vor dem Showdown gegen Wolfsburg richtig einzuordnen, wiederholte der Trainer am Sonntag – gestand beim Rückblick auf Lasoggas Last-Minute-Treffer aber auch ein: "Die Gefühle schlagen Purzelbäume."

Diekmeier bewahrt sich vor Negativrekord

Um den aktuell dienstältesten HSV-Profi gibt es ein Paradoxon: Diekmeier ist nach der fünften Gelben Karte gegen Schalke am 34. Spieltag gesperrt. Somit kann er der Mannschaft einerseits auf dem Platz nicht helfen, könnte sich andererseits im schlimmsten Fall damit aber vor einem persönlichen Negativrekord bewahrt haben.

Denn sollte der HSV am Ende tatsächlich den bitteren Gang in die Zweite Liga antreten müssen, bliebe der Außenverteidiger vorerst bei 181 Bundesligaspielen ohne eigenen Treffer stehen und wäre in diesem Feldspieler-Ranking nach wie vor "nur" auf Rang zwei hinter Markus Schuler (Hannover/Bielefeld), der bei 182 Einsätzen nicht ins Tor traf.

In diesem Fall hätte Diekmeier, der durch sein Torlos-Spiel auf Schalke nun Ex-Werder-Manager Thomas Eichin (180) überholt hat, sicher nichts gegen eine schnelle Verlängerung seiner Flautenstatistik ab der kommenden Saison einzuwenden...

Die Zwote verliert in Norderstedt

Vorletztes Saisonspiel auch für die "Zwote": Durch eine 1:3 (0:1)-Niederlage bei Eintracht Norderstedt den Sprung auf Platz vier in der Regionalliga Nord verpasst. Das Tor für die Mannschaft von Trainer Dirk Kunert erzielte Jonas Behounek (68.). Stürmer Törles Knöll (17 Treffer) hat damit kaum noch Chancen auf die Torjägerkanone.

Bruchhagen findet es "unmenschlich"

"Es ist nervlich nicht auszuhalten, das geht in Richtung Unmenschlichkeit", sagte HSV-Boss Heribert Bruchhagen zum Hin und Her am 33. Spieltag. "Frankfurt führt, Frankfurt verliert, Augsburg holt einen Punkt, wir liegen hier zurück, Ingolstadt ist uns auf den Fersen, wir haben drei klare Chancen und am Ende aufgrund der zweiten Halbzeit ganz klar verdient einen Punkt geholt."

Zwei HSV-Fans schwer verletzt

Zwei HSV-Fans sind nach dem 1:1 auf Schalke im Hauptbahnhof von Gelsenkirchen schwer verletzt worden. Das teilte die Polizei mit. Die Anhänger mussten nach einer "tätlichen Auseinandersetzung" zwischen Schalker und Hamburger Fans mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Drei Tatverdächtige konnten noch im Bahnhof festgenommen werden. Im Zuge der Partie sind auch drei Polizeibeamte leicht verletzt worden.

Schon während des Spiels war es zu Ausschreitungen gekommen. Gewaltbereite Anhänger beider Klubs wollten auf der Südtribüne aufeinander losgehen, die Polizei musste einschreiten. "Gewaltbereite Anhänger des Hamburger SV griffen im Anschluss sofort die Einsatzkräfte der Polizei an, was durch den Einsatz von Pfefferspray unterbunden werden konnte", teilte die Polizei mit.

A-Jugend verliert Finale gegen St. Pauli

Die A-Jugend hat den Oddset-Pokal verpasst. Im Finale vor 300 Zuschauern im Barmbeker Stadion Dieselstraße machte die Mannschaft von Trainer Daniel Petrowsky am Sonnabend zwar einen Zwei-Rückstand zum 3:3-Endstand nach regulärer Spielzeit wett, im Elfmeterschießen zog sie dann aber mit 7:5 den Kürzeren.

Dabei hatte Julian Ulbricht zunächst den Lasogga gemacht, denn der Mittelfeldspieler krönte mit seinem Treffer zum 3:3 in letzter Sekunde die Aufholjagd des Rothosen-Nachwuchses. Zuvor hatten Ole Wohlers kurz vor der Halbzeit nach schöner Vorarbeit von Aaron Opoku sowie Marco Drawz per sehenswertem Weitschuss getroffen (71.).

Vom Punkt war der kleine HSV dann lediglich durch Patrick Storb und Opoku erfolgreich, Derrick Köhn, Ulbricht versagten hingegen die Nerven. Und somit durfte St. Pauli am Ende zum dritten Mal in Folge über den Hamburger Pokalsieg bei den A-Junioren jubeln.