HSV-Splitter

Papadopoulos vor Rückkehr, Fan bei Heimreise schwer verletzt

HSV-Trainer Gisdol nach der Bayern-Schmach
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Bei der Rückkehr vom Bayern-Spiel fiel ein 19-Jähriger aus einem fahrenden Zug. Die Pokalbilanz spricht für die Hamburger.

Fan stürzt aus fahrendem Zug

Auf der Rückfahrt vom Bundesligaspiel des FC Bayern München gegen den HSV (8:0) ist ein Fan des deutschen Rekordmeisters am Sonnabendabend aus einem fahrenden Regionalexpress gefallen und schwer verletzt worden. Kurz vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof Würzburg gegen 22.20 Uhr war eine Tür im Zug gewaltsam ein Stück weit geöffnet worden, wie die Bundespolizei mitteilte. Was dann genau passierte, blieb zunächst unklar.

Seine Begleiter meldeten den 19-Jährigen als vermisst. Während die Beamten die Bahnstrecke sperrten und absuchten, entdeckte eine Passantin den Vermissten. Er kam mit schweren Kopfverletzungen in eine Klinik. Nach ersten Erkenntnissen gehen die Ermittler davon aus, dass der Mann Alkohol getrunken hatte und kein Fremdverschulden vorliegt. „Wir ermitteln aber noch in alle Richtungen“, sagte ein Sprecher. Hierzu wurde unter anderem auch der betroffene Zug vorübergehend sichergestellt.

Es gibt noch Karten

Das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Mönchengladbach am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky und Abendblatt-Liveticker) ist noch nicht ausverkauft. Vor allem im Oberrang C der West- und der Osttribüne gab es im Online-Ticketshop des HSV am Montagvormittag noch ausreichend Karten. Preis: 40 bis 55 Euro. Für Nord- und Südtribüne waren keine Tickets mehr erhältlich. Insgesamt wurden bereits mehr als 50.000 Karten verkauft.

HSV-Tweet einschwören

Historie spricht für den HSV

Zum sechsten Mal treffen der HSV und Mönchengladbach im Pokal aufeinander – und noch nie haben die Hamburger dabei ein Heimspiel verloren. Am 15. Februar 1969 setzte sich der HSV im Achtelfinale vor nur 19.000 Zuschauern im schneebedeckten Volksparkstadion in der Verlängerung mit 2:0 durch. Hans Schulz staubte in der 95. Minute ab, Uwe Seeler sorgte in der 111. Minute für die Entscheidung. Im Viertelfinale war dann allerdings Endstation: 0:2 gegen den FC Bayern München, der auch den Pokal gewinnen sollte.

Am 21. Dezember 1973 musste im Achtelfinale das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Wieder hatte es geschneit – und wieder hatte der HSV das bessere Ende für sich. Zum Pokalhelden wurde dabei der junge Torwart Rudi Kargus: Er parierte gleich drei Gladbacher Elfmeter: gegen Horst Köppel, Rainer Bonhof und Dietmar Danner. Dass es überhaupt so weit kam, war Joker Horst Heese zu verdanken: Er glich Bonhofs Führung (24. Minute) in der 88. Minute aus. Es war das Wiederholungsspiel, nachdem es auf dem Bökelberg ein 2:2 nach Verlängerung gegeben hatte. Diesmal waren 50.000 Fans dabei. Der HSV erreichte später noch das Finale, scheiterte dort aber mit 1:3 nach Verlängerung an Eintracht Frankfurt.

Am 31. März 1987 räumte der HSV auf dem Weg zum Pokalsieg die Borussia im Halbfinale aus dem Weg. Für die Entscheidung sorgte Manfred Kastl, als er in der 88. Minute den Ball erst an den Pfosten köpfte und den Abpraller dann mit der Brust über die Linie drückte. 45.000 Zuschauer waren begeistert – und ein wenig versöhnt. Erst drei Tage zuvor hatte der HSV mit 1:2 gegen die Bayern die Meisterschaft verspielt. Im Finale dann sicherten sich die Hamburger gegen Zweitligist Stuttgarter Kickers ihren bis dato letzten großen Titel.

Hoffen auf Papadopoulos

Der HSV kann beim Pokalspiel auf den Einsatz von Abwehrspieler Kyriakos Papadopoulos hoffen. Der Neuzugang steigt nach seiner Schulterverletzung am Montagnachmittag (15 Uhr) wieder ins Training ein. "Danach entscheiden wir", sagte Trainer Markus Gisdol bei der Pressekonferenz am Mittag. Bereits am Freitag hatte er erstmals wieder mit dem Ball gearbeitet.

Papa-Tweet

Papadopoulos hatte sich beim 2:2 im Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg vor neun Tagen früh an der Schulter verletzt und musste ausgewechselt werden. Bei der 0:8-Niederlage bei den Bayern kam er nicht zum Einsatz.

Jansen empfiehlt Borussia als Vorbild

Marcell Jansen drückt im Duell seiner ehemaligen Clubs dem HSV die Daumen: "Ich bin dem HSV emotional einen Tick mehr verbunden, aber die Jungs müssen sich das im Spiel verdienen. Egal wie es ausgeht: Ich habe am Ende ein lachendes und ein weinendes Auge", sagte der Exprofi im Interview mit DFB.de. Trotz der 0:8-Niederlage von München sieht er gute Siegchancen für den HSV: "Den Hamburgern dürfte die Borussia grundsätzlich gut liegen, weil Gladbach das Spiel macht. Und wenn der HSV gut gegen den Ball und auf Konter spielt, kann ich mir vorstellen, dass er mit den Fans im Rücken trotzdem einen kleinen Vorteil hat."

Die Entwicklung in Hamburg seit seinem Karriereende 2015 sieht Jansen (31) kritisch: "Der HSV hat noch extrem viel Arbeit vor sich in den nächsten Jahren, um einen Neustart zu finden. Da müssen sich viele gute Leute finden, die den Verein dahin bringen, wo er hingehört. Vielleicht wird jetzt der Anfang gemacht." Er empfiehlt, sich die Borussia zum Vorbild zu nehmen, bei der er selbst einst ausgebildet wurde: "Ich habe es ab der E-Jugend erleben dürfen, wie es gewachsen ist, mit welch einem Konzept vom Fohlenstall über die Trainingsplätze bis hin zu dem Hotel, dort entsteht etwas, was einzigartig ist. Diese Ruhe und Kompetenz wünsche ich dem HSV auch, um in der Gesamtstruktur so etwas zu schaffen wie die Borussia."

HSV kassiert 0:8-Debakel in München:

Buchmacher sehen Gladbach leicht vorn

Für den Wettanbieter Bwin gibt es im Pokalduell des HSV mit Borussia Mönchengladbach keinen klaren Favoriten. Für den ersten Halbfinal-Einzug des HSV seit 2009 gäbe es eine Quote von 2,70, für einen Sieg der Fohlen immerhin noch 2,45.

Ganz anders sind die Vorzeichen bei Rekordpokalsieger Bayern München und dessen letztjährigem Finalgegner Borussia Dortmund: Hier sind die Rollen bei den Buchmachern klar verteilt. Für eine Niederlage der Münchner gegen Schalke 04 am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky) wird eine Quote von 10,50 angeboten, während mutige Tipper bei einer sensationellen Pleite Dortmunds bei Drittligist Sportfreunde Lotte am Dienstag (20.45 Uhr/ARD und Sky) gar das 13-Fache des Einsatzes bekämen. Wenn Zweitligist Arminia Bielefeld am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) beim Bundesliga-Sechsten Eintracht Frankfurt gewinnt, winkt eine Quote von 6,75.

Sammer lost Halbfinale aus

DFB-Pokaltweet

Sollte es der HSV ins Halbfinale des DFB-Pokals schaffen, liegt sein Glück in den Händen von Matthias Sammer. Der frühere Europameister und Sportdirektor des FC Bayern lost am Mittwoch im "Sportschau-Club" der ARD (23.15 Uhr) nach der Liveübertragung des Viertelfinales zwischen Titelverteidiger und Meister München sowie Schalke 04 die beiden Partien aus. Sie sind für den 25. und 26. April angesetzt. Das Finale findet am 27. Mai wie immer im Berliner Olympiastadion statt.

Matz ab nach dem Desaster beim FC Bayern München
Matz ab nach dem Desaster beim FC Bayern München

Wood in Unfall verwickelt

Als hätte die 0:8-Klatsche von München nicht gereicht: Bobby Wood, der das Spiel wegen einer Oberschenkelverhärtung nur als Zuschauer erlebte, wurde auf dem Nachhauseweg vom Hamburger Flughafen in einen Verkehrsunfall verwickelt. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. Sein Mercedes G-Klasse wurde demnach an der Hallerstraße von einem Taxi gerammt und auf ein weiteres Auto geschoben. Glücklicherweise entstand dabei nur Blechschaden.

Immerhin: Wood hat seine Verletzung auskuriert und steht für das Pokalspiel bereit.

Wood Tweet

HSV spielt um Millionenbetrag

Der Deutsche Fußball-Bund schüttet im Pokal 2016/17 insgesamt 65 Millionen Euro aus der Zentralvermarktung aus, elf Millionen Euro mehr als in der Vorsaison. Für das Viertelfinale am Dienstag und Mittwoch gibt es 1,265 Millionen Euro. Wer es ins Halbfinale schafft, erhält 2,55 Millionen Euro. Die Prämien für den Finaleinzug und den Pokalgewinn werden noch gesondert festgelegt.