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Wurden HSV-Fans von Leipziger Ordnern attackiert?

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HSV-Fans von Leipziger Ordnern attackiert?

HSV-Fans von Leipziger Ordnern attackiert?

Video: HA
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Ein Video soll zeigen, wie Ordungskräfte auf Anhänger losgehen – die Polizei dementiert. Bruchhagen lobt „Zweitliga-Kenner“ Todt.

HSV-Fans von Ordnern attackiert?

Wurden HSV-Fans während des Spiels bei RB Leipzig von Ordnern attackiert, und sah die Polizei dabei nur zu? Die sächsische Polizei hat derartige Vorfälle dementiert und die schweren Vorwürfe einiger Hamburger Anhänger energisch zurückgewiesen. „Uns ist lediglich bekannt, dass es nach dem Spiel hinter dem Gästeblock zu Auseinandersetzungen zwischen Fans des HSV und Ordnern kam“, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt auf Abendblatt-Anfrage. „Die Auseinandersetzung wurde durch die Polizei beendet.“ Dabei sei ein HSV-Anhänger verletzt worden. Er habe Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Weitere Beschwerden seien nicht bei der Polizei eingegangen. Am Nachmittag untermauerte die Polizei Sachsen diese Darstellung via Twitter.

Unmittelbar nach dem Leipzig-Spiel kursierten Meldungen in den sozialen Netzwerken, wonach HSV-Fans von Leipziger Ordnern attackiert worden sein sollen. Unter den Opfern sollen sich auch Frauen und Kinder befunden haben. Einige Betroffene sprachen sogar von „unterlassener Hilfeleistung“ der Polizei.

Attackieren hier Ordner HSV-Fans?

HSV-Fans von Leipziger Ordnern attackiert?
HSV-Fans von Leipziger Ordnern attackiert?
Video: HA

Ein Video, das dem Abendblatt zugespielt wurde, soll zeigen, wie sich die Ordner nach dem Spiel an den Ausgängen postiert haben, um Übeltäter abzufangen, die während des Spiels im Gästeblock Pyrotechnik verwendet hatten. "Da waren zwei durchgeknallte Ordner, die Leute rauspickten und auf sie einschlugen", schildert der Urheber des Videos, der anonym bleiben möchte, "das war Menschenjagd, so was habe ich noch nie erlebt." Unter den Fans seien viele Frauen und Kinder gewesen. 20 bis 30 Polizeibeamte hätten dem Treiben tatenlos zugesehen.

Voigt dementierte diese Darstellung. „Die Vorwürfe entbehren bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt jeglicher Grundlage“, sagte Voigt. „Fraglich und bedenklich zugleich ist schon die Tatsache, dass eine Woche nach den Vorfällen in Dortmund plötzlich in Leipzig ebenfalls angeblich Kinder und Frauen geschlagen worden sein sollen, durch wen auch immer.“

Unstrittig ist, dass zuvor im HSV-Fanblock zum wiederholten Mal Pyrotechnik gezündet wurde. "Uns liegen mehrere Schilderungen des Ablaufs in Leipzig vor, über die wir sowohl mit den zuständigen Behörden als auch den Clubverantwortlichen von RB sprechen", sagte HSV-Vorstand Frank Wettstein. "Dass in unserem Fanblock erneut Pyrotechnik verwendet wurde und wir als HSV uns nun zum wiederholten Male gegenüber dem Kontrollausschuss verantworten müssen, ist inakzeptabel. Gegen identifizierte Täter werden wir juristische Schritte einleiten und sie vollumfänglich in Regress nehmen.“

HSV-Trio schafft es in die Top-Elf

Seltenes Glücksgefühl für den HSV: Nach dem 3:0-Coup in Leipzig hat der „Kicker“ ein Hamburger Trio für seine Leistung beim Aufsteiger belohnt. Mit Nicolai Müller, Mergim Mavraj und Kyriakos Papadopoulos schafften es gleich drei Spieler in die Top-Elf des Fußball-Fachmagazins.

Bruchhagen: Todt ist Zweitliga-Kenner

HSV-Boss Heribert Bruchhagen hat am Sonntagabend im „NDR Sportclub“ die Qualitäten von Sportchef Jens Todt analysiert. „Er ist durchsetzungsfähig und gibt ein klares Bild ab. Außerdem ist er jung und ein Kenner der Zweiten Liga“, sagte der Vorstandschef, der zugleich erklärte, warum Letzteres für den Bundesliga-Dino von Relevanz sei. „Wir müssen darauf achten, dass Spieler, die wir weiterentwickeln wollen, aus unterklassigen Ligen kommen.“

Müller zieht Interesse auf sich

Mit sieben Vorlagen und vier Toren ist Nicolai Müller der konstanteste HSV-Profi in dieser Saison. Beim 3:0-Erfolg in Leipzig legte er alle drei Treffer auf. Drei Vorlagen in einem Spiel, das gelang auch Hamburgs Top-Scorer noch nie in seiner Karriere. Müllers starke Leistungen sind auch der Bundesliga-Konkurrenz nicht entgangen. Wie die „Mopo“ berichtet, weckt der Rechtsaußen Begehrlichkeiten. Demnach sollen Schalke, Leverkusen und Wolfsburg Interesse an einer Verpflichtung des 29-Jährigen haben.

Doch der pfeilschnelle Flügelspieler fühlt sich wohl in Hamburg und würde seinen 2018 auslaufenden Vertrag gerne verlängern. In den kommenden Wochen wird es erste Gespräche über einen neuen Kontrakt geben. Stimmt das Angebot, bleibt Müller beim HSV.

Matz ab nach dem Sieg in Leipzig
Matz ab nach dem Sieg in Leipzig
Video: abendblatt-tv

Todt: „Jeder hat sich zerrissen“

Durch den 3:0-Sieg beim besten Heimteam der Liga verlässt der HSV erstmals seit dem 2. Spieltag wieder die Abstiegszone. Einen besseren Zeitpunkt hätte sich Sportchef Jens Todt für seinen ersten Besuch im „Nord Sportclub“ seit seiner Rückkehr nach Hamburg wohl kaum aussuchen können. Entsprechend gut gelaunt beantwortete er die Fragen von Moderator Martin Roschitz.

Der HSV spiele endlich wieder stabil, so Todt nach drei Siegen ohne Gegentor in Folge. „In Leipzig hat sich jeder für den anderen zerrissen.“ Tatsächlich macht der HSV vor allem deshalb wieder Spaß, weil er sich als Mannschaft präsentiert.

Und in dieser Mannschaft ragt neben Müller vor allem ein Mann heraus, der erst seit vier Wochen beim HSV ist: Kyriakos Papadopoulos. Der Grieche reißt beim HSV alle mit. So einen Spieler, der jeden geblockten Ball feiert, die Fans aufputscht, seine Mitspieler küsst und den unbedingten Willen verkörpert, hat Hamburg lange nicht gesehen.

"Starsky" erklärt HSV-Aufschwung

Drei Siege in Folge, 313 Minuten ohne Gegentor, Pokal-Viertelfinale und der Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Der HSV befindet sich im Aufschwung – doch wie ist der sportliche Höhenflug zu erklären? Ex-Torwart Jürgen "Starsky" Stars ist bei "Matz ab live" auf Ursachenforschung gegangen. Hier geht's zum Artikel.

Bringt Henssler dem HSV Glück?

Die kleine Siegesserie des HSV startete am 3. Februar mit dem Heimspiel gegen Leverkusen (1:0). Einen Tag später eröffnete Starkoch Steffen Henssler sein neues Restaurant "Ahoi" n der Spitalerstraße 12 in der Hamburger Innenstadt. Geht es nach dem TV-Koch, liegt hier eine Parallele vor. "Seit ich mein neues Restaurant auf habe, hat der HSV nicht mehr verloren", twitterte Henssler eine nicht ganz ernst gemeinte Anekdote zum Hamburger Aufwärtstrend.

( wal/hja )

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