1:3 in Leverkusen

Pohjanpalos Blitz-Hattrick trifft den HSV mitten ins Herz

| Lesedauer: 4 Minuten
Jakob Drechsler
Matz ab mit Helm-Peter nach der Leverkusen-Pleite

Matz ab mit Helm-Peter nach der Leverkusen-Pleite

Video: abendblatt.tv
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Trotz eines Treffers von Wood kommt der Dino bei Bayer erneut unter die Räder. Douglas Santos schmort auf der Bank, Holtby ist zurück.

Leverkusen/Hamburg. Das ist bitter: Trotz Führung musste sich der HSV am Sonnabend in der Fußball-Bundesliga mit 1:3 (0:0) bei Bayer Leverkusen geschlagen geben und findet sich mit einem Punkt aus zwei Spielen vorerst in der unteren Tabellenhälfte wieder. Matchwinner für die Rheinländer war Joel Pohjanpalo, der nach seiner Einwechslung in der 72. Minute das Spiel mit einem lupenreinen Hattrick drehte (79./90.+1/90.+4). Das Kunststück des Finnen war der 100. Dreierpack eines Erstligaprofis in der Bundesligageschichte.

Dabei hatten sich die Hamburger lange auf der Siegerstraße gewähnt, nachdem Bobby Wood die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia in der 58. Minute in Führung gebracht hatte. Der US-Stürmer wurde bei einem Konter von Michael Gregoritsch steilgeschickt, umkurvte den herauseilenden Torhüter Bernd Leno und schob von der Strafraumgrenze ins leere Leverkusener Tor ein. Der zweite Führungstreffer des Neuzugangs im zweiten Bundesligaspiel für den HSV.

Schmidt: "Für den Gegner war es bitter"

"Wir haben uns viel vorgenommen heute, ich denke, das konnte man auch sehen", sagte Labbadia nach dem Spiel: "Auch wenn wir mit zwei Zehnern auf der Sechserposition spielen mussten, haben wir das taktisch sehr gut gemacht. Ich muss meiner Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Natürlich ist die Enttäuschung groß, dass wir mit leeren Händen nach Hause fahren." Sein gegenüber Roger Schmidt sprach von einem harten Stück Arbeit: "Ich denke, der Sieg war am Ende auch verdient, auch wenn es für den Gegner, der so lange geführt hat, bitter war."

Die HSV-Spieler in der Einzelkritik

Der Jubel in der Hamburger Ecke nach dem Führungstreffer war gewaltig. Zuvor hatten sich die rund 4000 mitgereisten HSV-Fans auf Schmähgesänge des ehemaligen HSV-Profis Hakan Calhanoglu konzentriert. Zeit dazu hatten die Anhänger, denn bis zum Treffer von Wood war auf dem Platz relativ wenig passiert, was vor allem an der disziplinierten Defensivarbeit des HSV lag - und an einem prominenten Ausfall auf Leverkusener Seite: Bereits in der 3. Minute musste Karim Bellarabi verletzt vom Platz, für ihn kam der Olympia-Zweite von Rio, Julian Brandt.

Douglas Santos bleibt auf der Bank

Goldmedaillengewinner Douglas Santos kauerte auf Hamburger Seite dagegen 90 Minuten lang auf der Bank. Dort hatte zunächst auch Pierre-Michel Lasogga Platz nehmen müssen, da Labbadia US-Nationalspieler Wood trotz dessen Reisestrapazen aus der WM-Qualifikation im Sturm den Vorzug gab. Mit der Maßnahme schien der HSV-Trainer ein ebenso glückliches Händchen bewiesen zu haben wie mit der Startelf-Aufstellung von Lewis Holtby, der nach seinem Schlüsselbeinbruch ein solides Comeback feierte. Später kam auch noch Albin Ekdal zu seinem ersten Einsatz nach Verletzungspause.

Der HSV erwischte vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena den besseren Start und schnürte die Werkself in der Anfangsphase ein. Michael Gregoritsch (17.) verzog aus 17 Metern nur knapp. Die Rheinländer benötigten eine lange Anlaufphase, konnten am ehesten durch Standardsituationen Gefahr im Strafraum der Hanseaten heraufbeschwören. So scheiterte Admir Mehmedi (37.) mit einem Kopfball an Hamburgs Schlussmann René Adler, der ebenso wie Abwehrchef Emir Spahic einst den Bayer-Dress getragen hatte. Die Vorlage kam von Calhanoglu.

Die beste Gelegenheit auf der Gegenseite hatte Nicolai Müller (40.) auf dem Fuß. Er scheiterte aber freistehend an Leno. Benjamin Henrichs (59.) sowie Hernandez (63.) mit einem Schuss an den Außenpfosten besaßen noch Chancen für die Gastgeber. "So kurz nach dem Spiel fehlen einem die Worte. Es darf natürlich nicht sein, dass wir das Spiel innerhalb von zehn bis elf Minuten aus der Hand geben - das ist sehr enttäuschend, weil wir zuvor 70 Minuten lang guten Fußball gespielt haben", befand Aaron Hunt hinterher.

Statistik:

Leverkusen: Leno - Henrichs, Tah, Toprak, Wendell (88. Jedvaj) - Bender, Kampl, Bellarabi (3. Brandt), Calhanoglu, Mehmedi (72. Pohjanpalo) - Chicharito - Trainer: Schmidt

HSV: Adler – Sakai, Cléber, Spahic, Ostrzolek – Holtby (66. Ekdal), Hunt – Müller, Gregoritsch, Kostic (86. Halilovic) – Wood (81. Lasogga). - Trainer: Labbadia

Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)

Tore: 0:1 Wood (58.), 1:1, 2:1, 3:1 Pohjanpalo (79., 90.+1, 90.+3)

Gelbe Karten: Tah - Hunt

Zuschauer: 30.210 (ausverkauft)

( Mit Material von sid )

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