Neuer Helfer

Unternehmer unterstützt HSV bei Nachwuchsplänen

Unternehmer Horst Dörner (l.) im Gespräch mit HSV-Präsident Jens Meier

Unternehmer Horst Dörner (l.) im Gespräch mit HSV-Präsident Jens Meier

Foto: Tay Duc Lam / Witters

Horst Dörner hilft dem Verein beim Abriss des traditionsreichen Lindenhofs – und das wird nicht sein letztes HSV-Engagement sein.

Hamburg. Für HSV-Nostalgiker ist es eine traurige Woche. Mit den Abrissarbeiten am Lindenhof auf dem Gelände in Ochsenzoll verschwindet ein Stück Tradition und alte Heimat.

1928, nach dem Gewinn der zweiten Meisterschaft, fädelte der damalige Präsident Paul Hauenschild den Kauf eines 130.000 Quadratmeter großen Wiesengeländes inklusive des alten Bauernhofs „Lindenhof“ für 148.000 Mark ein. Zwei Jahre später war das moorige Geläuf zu einem modernen Sportzentrum ausgebaut.

Den Lindenhof von einst gab es längst nicht mehr. 1978 entstand auf einer Grundfläche von 470 Quadratmetern eine neue Vereinsgastronomie, in die nicht nur Spielerlegenden wie Uwe Seeler einkehrten, sondern auch die Profis. 31 Jahre zogen sich die Spieler in Ochsenzoll um, erst im Keller unter der alten Sportschule, dann bis 2004 im neuen Trainingstrakt.

Jetzt weicht der Lindenhof einem – längst überfälligen – zweigeschossigen, unterkellerten Umkleidehaus mit 18 Mannschaftskabinen und 13 Einzelkabinen für Trainer und Schiedsrichter. Die Fassade wird ähnlich dem Neubau des Vereinshauses – inklusive der Gaststätte „Anno 1887“ – gestaltet. Auf mehr als drei Millionen Euro belaufen sich die Kosten, Fertigstellung soll Ende 2016 sein.

Schon in 14 Tagen soll der alte Lindenhof Geschichte sein. Und hier kommt Horst Dörner ins Spiel. Der Unternehmer, der 2011 mit seinem Bruder Klaus den Gründerpreis für sein Lebenswerk erhielt, und HSV-Präsident Jens Meier kennen und schätzen sich seit Jahrzehnten. Da brauchte es nicht viel Überredungskunst, um Dörner bei den Modernisierungsmaßnahmen des HSV e.V. mit ins Boot zu holen.

„Wir sind sehr dankbar, dass das Unternehmen Otto Dörner GmbH & Co. KG den Abriss des Lindenhofs durchführt und die kompletten Kosten übernimmt“, sagt Meier beim Treffen in der Geschäftsstelle Nord im Volksparkstadion und verweist nicht ohne Stolz darauf, beim Bau ohne eine hohe Fremdfinanzierung auszukommen.

Wer Horst Dörner, der sich eigentlich lieber im Hintergrund hält, zuhört, für den wird lange verschüttete Geschichte quicklebendig. Als wäre es erst gestern gewesen, erzählt der 85-Jährige von seinem ersten Besuch am Rothenbaum als neunjähriger Buttje und seiner Bewunderung für Halbstürmer Heinz Spundflasche. Zwar spielte er selbst lieber Handball für seinen Heimatclub, den TSV Wedel, doch er blieb dem HSV immer emotional verbunden: „Allerdings habe ich oft genug mitleiden müssen...“

Nun den Breitensport des HSV fördern zu können, ist ganz im Sinne Dörners, der bisher auf Sponsoringaktivitäten verzichtete – auch wenn es ihn einmal juckte, als die Namensrechte am Stadion wieder einmal zum Verkauf standen: „Otto-Dörner-Arena, das hätte ich mir durchaus vorstellen können. Nur bezahlen konnte ich es nicht“, sagt Dörner lächelnd – mit einem jugendlichen Blitzen in den Augen.

Trotz seines Alters führt er noch immer leidenschaftlich gern die Geschicke seiner Entsorgungsfirma, die inzwischen auf einen Umsatz von 150 Millionen Euro gewachsen ist. Zwar hegt er auch Sympathie für den Lokalrivalen FC St. Pauli („Der Club muss genauso am Leben bleiben“) und ordert jede Saison Dauerkarten im Volkspark und am Millerntor, doch die Nummer eins bleibt der HSV. So ist nicht auszuschließen, dass die Li­ai­son Dörner/HSV intensiver wird. Darüber reden mag Dörner aber nicht: „Das halten wir mal ganz hanseatisch.“ Viel lieber spricht er über ein anderes Sportthema: die Olympiabewerbung Hamburgs. „Das möchte ich noch erleben. Dann bin ich erst 94, und ich werde ja schließlich 100 Jahre alt.“ Ehrensache, dass er die Bewerbungskampagne mit einer großzügigen Spende unterstützt.