Neuzugang

Sakai: „Der HSV war in Stuttgart unser Lieblingsgegner“

Gotoku Sakai kann sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite der Viererkette verteidigen

Gotoku Sakai kann sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite der Viererkette verteidigen

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Der Japaner trifft am Wochenende im Volksparkstadion erstmals auf den Verein, für den er in den vergangenen vier Spielzeiten aktiv war.

Hamburg. Das Abendspiel der Fußball-Bundesliga am Sonnabend wird gemeinhin als Topspiel bezeichnet. In dieser Woche treffen mit dem HSV und dem VfB Stuttgart allerdings zwei Clubs aufeinander, die in der vergangenen Saison nur knapp dem Abstieg entgangen sind und auch nach dem ersten Spieltag der neuen Saison schon wieder mit dem Rücken zur Wand stehen.

Die Statistik spricht vor dem ersten Heimspiel des HSV für den VfB: Drei der letzten vier Begegnungen konnten die Schwaben für sich entscheiden, dazu kommt ein Unentschieden. „Der HSV war zuletzt immer ein Lieblingsgegner für Stuttgart“, sagt Rechtsverteidiger Gotoku Sakai. Der Japaner muss es wissen, schließlich war er in den vergangenen vier Spielzeiten beim VfB aktiv. „Es ist schon ein komisches Gefühl. Vor drei Monaten habe ich dort noch gearbeitet. Daher ist es natürlich ein besonderes Spiel“.

Am Wochenende trifft er auch auf seinen besten Kumpel aus Stuttgarter Zeiten. „Mit Georg Niedermeier habe ich mich am besten verstanden. Wir waren oft gemeinsam japanisch essen, haben japanisch gesprochen und er hat mir beim deutsch lernen geholfen“, sagt Sakai.

Stuttgart ist in der Defensive zu knacken

Go, wie er in Hamburg genannt wird, weiß, worauf es am Sonnabend ankommen wird. „Offensiv hat der VfB eine hohe Qualität. Daniel Didavi ist der Schlüsselspieler, Martin Harnik darf man keine Räume lassen. Wir müssen die Eins-gegen-Eins-Situationen vermeiden“, sagt Sakai, der nach dem Trainerwechsel in Stuttgart von Huub Stevens auf Alexander Zorniger eine Veränderung in der Stuttgarter Ausrichtung ausgemacht hat. Die Marschroute unter Zorniger ist laut Sakai der Offensivfußball.

Die Probleme in der Defensive seien aber noch die selben. Nach dem mühevollen 2:1 im DFB-Pokal bei Drittligist Holstein Kiel setzte es am ersten Spieltag der Bundesliga eine 1:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln. „Stuttgart hat unglücklich verloren“, sagt HSV-Trainer Bruno Labbadia. „Ich gehe davon aus, dass es ein sehr intensives Spiel wird“, so Labbadia, der selbst zwischen 2010 und 2013 Trainer in Stuttgart war.

Spielt Sakai für Ostrzolek?

Nach dem blamablen Pokal-Aus in Jena und der hohen Niederlage in München soll für den HSV nun der erste Pflichtspielsieg her. Dabei will auch Gotoku Sakai helfen. Er konkurriert mit Dennis Diekmeier und Matthias Ostrzolek um die zwei Außenverteidigerpositionen. Im Testspiel gegen Cagliari Calcio ließ Labbadia Sakai als einzigen Spieler über 90 Minuten ran. Sowohl auf der rechten als auch auf der linken Abwehrseite durfte er 45 Minuten verteidigen und beteiligte sich immer wieder an Offensivaktionen. „Viele sagen, links spiele ich besser als rechts. Mir ist das eigentlich egal, aber mit dem linken Fuß habe ich mehr Gefühl, wenn ich flanke. Im rechten habe ich etwas mehr Kraft“, sagt Sakai.

Weitere Kraft wird er auch bald von seiner Familie bekommen. Mitte September sollen seine Frau und die beiden Kinder nach Hamburg kommen, wo er schon eine Wohnung gefunden hat. Bis dahin halten die vier täglich über Skype Kontakt. Am Wochenende will er dann nach einem Sieg die Familie anrufen.