HSV

Labbadia: „Wir wären gerne weiter in unserer Entwicklung“

Der HSV-Trainer räumt vier Tage vor dem Start in München ein, noch keine Stammelf gefunden zu haben.

Hamburg.  Am Tag danach war Bruno Labbadia verschnupft. Nicht aus sportlichen, sondern vor allem aus gesundheitlichen Gründen. Erst nachdem eine Journalistin dem angeschlagenen HSV-Trainer mit einem Taschentuch ausgeholfen hatte, konnte die obligatorische Wie-konnte-das-denn-nur-passieren-Fragerunde nach der 2:3-Pokalniederlage gegen Carl Zeiss Jena beginnen. „Wir müssen als Mannschaft einfach viel geschlossener auftreten“, suchte Labbadia nach Erklärungsansätzen. „Ein paar haben das versucht, andere sind einfach stehen geblieben. Am meisten hat mich aber gestört, dass wir nicht genug Leidenschaft an den Tag gelegt haben.“

Fehlende Geschlossenheit also und nicht genug Leidenschaft. Ob es allerdings im Hinblick auf den Bundesligastart in drei Tagen bei Meister Bayern München reicht, an diesen beiden Stellschrauben zu drehen, wusste auch Labbadia nicht so recht: „Die Zeit bis zum Spiel gegen die Bayern ist kurz.“

Sehr kurz, wenn man es genau nimmt. Deswegen wollte der HSV-Trainer auch am Tag nach dem Pokaldesaster keine weitere Zeit verschwenden. Erste Einzelgespräche führte er bereits am Montag, weitere sollen an diesem Dienstag folgen. „Wir wären gerne weiter in unserer Entwicklung“, gab der Coach offen zu. So sei ein Hauptpro­blem, dass auch nach sechs Wochen Vorbereitung keine Stammelf in Sicht sei. „Ich bin kein Freund davon, nach einer Niederlage alles zu ändern“, sagte Labbadia. „Aber irgendwann muss sich ein Stammteam herauskristallisieren. Das ist bei uns noch nicht der Fall.“

Ob auch Johan Djourou (Adduktorenschmerzen) und Nicolai Müller (muskuläre Probleme) den Konkurrenzkampf entfachen können, war am Montag noch unklar. Kerem Demirbay ist dagegen fit, scheint allerdings trotzdem momentan nicht die besten Karten zu haben: „Ich habe Kerem gesagt, dass er mehr Ergebnisse liefern muss“, sagte Labbadia, der dem Ergebnis in München mit einer ganzen Portion Selbstironie entgegenblickt: „Hoch werden wir da nicht gewinnen.“

Das Testspiel des HSV am 18. August (19 Uhr) gegen Cagliari Calcio findet im Stadion Hoheluft statt.