HSV-Neuzugang

Spahic: "Ich bin wegen Barbarez zum HSV gewechselt“

Emir Spahic hat beim HSV wieder Spaß am Fußball und will sich mit guten Leistungen für einen Anschlussvertrag empfehlen

Emir Spahic hat beim HSV wieder Spaß am Fußball und will sich mit guten Leistungen für einen Anschlussvertrag empfehlen

Foto: TimGroothuis / WITTERS

Spahic sieht noch viel Luft nach oben für seine eigene Leistungsfähigkeit. Bei seiner Verpflichtung hatte der HSV ein Ass im Ärmel.

Emir Spahics Talent für Sprachen fällt sofort auf. Mit dem schwedischen Neuzugang Albin Ekdal spricht der Bosnier englisch, mit dem Brasilianer Cléber spanisch, mit dem in Tunesien geborenen Franzosen Mohamed Gouaida französisch und mit dem Kroaten Ivica Olic kroatisch. „Ich spreche sechs Sprachen. Das hat mir oft die Ausübung meines Berufs erleichtert“, sagte Spahic im Trainingslager des HSV in Harsewinkel.

Der 34-Jährige weiß, bei wem er sich zu bedanken hat, dass er seinen Beruf weiterhin in der höchsten deutschen Spielklasse ausüben darf. „Ich bin dem HSV dankbar, diese Chance zu bekommen“, sagte Spahic, der in Leverkusen zuletzt wegen einer Schlägerei mit einem Ordner suspendiert war.

Bruno Labbadia, der ähnlich wie Sportchef Peter Knäbel und Club-Boss Dietmar Beiersdorfer großen Anteil an Spahics Wechsel hat, lockte den Abwehrspieler mit der provokanten Frage, ob er sich mit seinem letzten hinterlassenen Eindruck aus der Bundesliga verabschieden will, oder ob er die Chance beim HSV wahren will, es noch mal allen auf sportlicher Ebene zu zeigen. „Mein Image ist mir natürlich nicht egal, aber es belastet mich auch nicht. Der HSV war vom ersten Moment an für mich da und hat mir vertraut. Das war sehr wichtig“, sagte Spahic den Medienvertretern in Harsewinkel.

Barbarez überzeugte Spahic vom HSV

Spahic hätte auch zu anderen Vereinen gehen können. So baggerte unter anderem Bundesliga-Konkurrent Hertha BSC intensiv um den Kapitän der bosnischen Nationalmannschaft. Doch der HSV hatte im Poker um den robusten Innenverteidiger noch ein Ass im Ärmel: Sergej Barbarez. „Als er gesagt hat, 'du musst nach Hamburg', war alles andere kein Thema.“ Ex-HSV-Star Barbarez war es auch, der Spahic nach seiner Suspendierung in Leverkusen wieder aufbaute. „Sergej ist wie ein großer Bruder für mich. In schweren Momenten habe ich tolle Unterstützung von Freunden bekommen.“

Sein Vertrag bei den Hamburgern läuft erst mal nur ein Jahr, ein Engagement darüber hinaus sei aber denkbar. „Ich hoffe, eine gute Saison mit dem HSV zu spielen. Danach werden wir uns über die Zukunft mit dem Club unterhalten“, sagte der Abwehrspieler. Vorher will Spahic mit Leistungen auf dem Platz überzeugen und sich als neuer Abwehrchef unverzichtbar machen.

Bei der 0:2-Testspielniederlage gegen Arminia Bielefeld war allerdings zu sehen, dass er sich noch deutlich verbessern muss. Zweiligastürmer Fabian Klos zeigte dem Routinier, der unter anderem beim Gegentor zum 0:1 unglücklich aussah, ab und an seine Grenzen auf. „Ich bin erst bei 70 Prozent angekommen“, sagte Spahic und kündigte damit noch eine deutliche Leistungssteigerung an.

Spätestens am 14. August, wenn der HSV am 1. Spieltag auf die Stars vom FC Bayern München trifft, muss Spahic wieder der Alte wie zu Leverkusener Zeiten sein, als er den Laden beim Champions-League-Teilnehmer zusammenhielt und bis zu seiner Schlägerei mit einem Ordner unangefochtener Stammspieler war.