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Von Heesen als Zinnbauer-Nachfolger im Gespräch

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Die Zukunft von Zinnbauer beim HSV ist nach dem 0:1 gegen Hertha ungewiss. Am Sonntag gibt es einen Krisen-Gipfel. Von Heesen ist ein Thema.

Hamburg. Bis weit nach Mitternacht wurde im Hamburger Volkspark über die Personalie Joe Zinnbauer diskutiert. Müde und enttäuscht vertagte sich die Vereinsführung des HSV dann auf Sonntag. Ein klares Bekenntnis ließ Sportdirektor Peter Knäbel am Freitagabend nach dem 0:1 (0:0) gegen Hertha BSC und sechs sieglosen Spielen in Serie vermissen. „Wir werden in den nächsten Tagen alles analysieren und uns auf die acht Spiele ausrichten“, sagte er. „Das wollten wir in der Länderspielpause ohnehin tun, nur nicht unbedingt mit diesem Druck. Das Ende naht.“

Jetzt sei der einzige richtige Zeitpunkt, um noch einmal durchzuatmen. Ob Zinnbauer nach der Länderspiel-Pause in Leverkusen auf der Bank sitzt, ist äußerst ungewiss. Dabei stellte Knäbel klar: „Es ist nicht so, dass wir jetzt nur über den Trainer richten. Wir werden mit ihm darüber sprechen, was zu tun ist“, versicherte er und fügte hinzu: „Ich mag keine Leute, die irgendwelche Treueschwüre machen, und an Tag eins zaubern sie plötzlich jemanden aus dem Hut. Es kann nicht sein, dass man nicht weiß, was man tun würde, wenn man in eine andere Richtung geht.“ Nach Informationen des TV-Senders Sky ist als Helfer in der Not bis Saisonende der ehemalige Aufsichtsrat Thomas von Heesen im Gespräch.

Zinnbauer glaubt an Qualität des Teams

Eigentlich gefällt dem Vorstand um Dietmar Beiersdorfer die Vorstellung von Fußball, die Zinnbauer vertritt: Offensive Spielweise mit Einbindung eigener Talente. Im Abstiegskampf ist jedoch alles anders. Das Team ist verunsichert. Da reicht eine Standardsituation wie in der 84. Minute, als Herthas Sebastian Langkamp einköpfte. „Ich glaube nicht, dass die Qualität fehlt“, sagte Zinnbauer, der sich vor die Mannschaft stellte und dem es nach eigener Aussage nur um den Nichtabstieg des Bundesliga-Dinos geht: „Es geht nicht um mich, es geht um den Verein. Ich verspüre nach wie vor Rückendeckung.“

Der 44-Jährige, der Mirko Slomka erst Mitte September abgelöst hatte, wirkte bei der Pressekonferenz zutiefst betrübt. Erstmals seit vier Spielen hatte er Kapitän Rafael van der Vaart wieder aufgeboten, mit einer offensiven Aufstellung auf eine deutliche Führung gehofft. Die wäre vor 53.640 Zuschauern in der ersten Halbzeit auch locker drin gewesen, aber danach brach das Gerüst einfach zusammen. Und das passiert in fast jedem Spiel.

Cleber-Platzverweis der Knackpunkt

Als der brasilianische Innenverteidiger Cleber auch noch Gelb-Rot sah, verlor der HSV die Ordnung. „Die Karte war vielleicht wieder ein Knackpunkt wie in der letzten Woche“, sagte Dennis Diekmeier und erinnerte an die Herausstellung von Jaroslav Drobny beim 0:3 in Hoffenheim. „Jeder weiß, dass wir hinter Joe Zinnbauer stehen. Er ist ein sehr ehrgeiziger Trainer und gibt immer Gas“, beteuerte der Abwehrspieler.

In der Offensive der Hamburger steckt aber der Wurm. Auch die Einwechslung von Pierre-Michel Lasogga unter den Pfiffen der Berliner Fans brachte keine Impulse - der frühere Herthaner hing meist in der Luft. „Wir machen keine Tore, das ist unser Problem“, sagte Innenverteidiger Johan Djourou. „Wir reden über den Trainer, aber wir Spieler müssen mehr machen.“ Es war das 15. Saisonspiel ohne Treffer - wieder ein trauriger Vereinsrekord. (dpa/HA)

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