Hamburger SV

Matthäus geht äußerst hart mit van der Vaart ins Gericht

Foto: Valeria Witters

Dieser Tage melden sich einmal mehr zahlreiche HSV-Experten wegen der Krise des Bundesliga-Dinos zu Wort. Da darf auch ein Lothar Matthäus nicht fehlen.

Hamburg. Den HSV zu kritisieren, ist schwer en vogue. Dass sich die negativen Stimmen zum Bundesliga-Dino häufen, ist angesichts der Dauerkrise allerdings auch wenig verwunderlich.

Jetzt hat sich mit Erik Meijer ein weiterer ehemaliger HSV-Profi in die Schar der Kritiker eingereiht. Es sei eine für einen Verein eine „Schande, dass man gegen den Abstieg spielen muss“, sagte der „Sky“-Experte vor dem Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach am Sonntag (15.30 Uhr, im Liveticker auf abendblatt.de).

„Die Niederlage bei den Bayern war sicherlich einkalkuliert“, relativierte der Ex-Stürmer die mit 0:8 höchste Bundesliganiederlage der Vereinsgeschichte. „Ich hoffe, die Mannschaft hat verstanden, dass es nur miteinander und mit harter Arbeit da unten rausgeht“, fügte Meijer an.

Auch Horst Hrubesch appelliert noch einmal an das Ehrgefühl der Profis. „Der Charakter muss sich ändern“, sagte die HSV-Legende der „Bild“-Zeitung vom Donnerstag. „Ich lasse mich doch nicht so abschlachten“, sagte Hrubesch mit Blick auf das München-Debakel.

Und neben Meijer schämt sich auch ein weiterer HSV-Holländer für seinen Ex-Verein. „Jeder spricht mich in Holland auf das Debakel an und fragt: Was ist los bei deinem Verein?“, sagte Nico-Jan Hoogma der „Bild“.

Schon unter der Woche hatte HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer im Abendblatt etliche Zuschriften verärgerter Fans eingeräumt. Dass der Druck auf der Mannschaft liegt, weiß auch Ex-Aufsichtsratschef Udo Bandow: „Gegen Gladbach muss gewonnen werden“, sagte er dem Blatt.

Matthäus kanzelt van der Vaart ab

Zumindest der Kapitän scheint die zahlreichen Botschaften verstanden zu haben. Allerdings übt Rafael van der Vaart im Abendblatt auch entlarvende Selbstkritik. „Laufen, kämpfen, laufen, kämpfen - das ist nicht ganz die Situation, in der ich glänzen kann“, sagte der gerade 32 Jahre alt gewordene Nationalspieler.

Überhaupt sei er mit sich selbst und seiner Situation beim HSV total unzufrieden. „Ich bin nicht in der Form, die ich mir wünsche, und habe schlecht gespielt“, räumte der Topverdiener (geschätzte 3,5 Millionen Euro Jahresgehalt) ein, dessen Vertrag im Sommer ausläuft.

Für Lothar Matthäus, ebenfalls ein viel zitierter HSV-Kritiker, ist der Fall van der Vaart klar: „Seine Zeit ist aus und vorbei.“ Der HSV sei „gut beraten“, ihm keinen neuen Vertrag anzubieten, sagte der Rekordnationalspieler der „Sportbild“.